Leserundenarchiv > Claudia Ziegler – Die Favoritin des Königs

04 - Kapitel 29 bis einschließlich Kapitel 38

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Tammy1982:
Hier könnt Ihr von Kapitel 29 bis einschließlich Kapitel 38 bzw. bis Seite 373 schreiben.

Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

apassionata:

Hallo liebe Leserunde,

da ich heute noch nicht einmal shoppen gehen kann, hatte ich endlich mal wieder richtig viel Zeit zum Lesen.    :jakka:

Das war wieder ein spannender Abschnitt. Drei Worte haben mich hier zu Beginn gleich einmal aufhorchen lassen. „Die neue Zofe“… und tatsächlich tritt genau das ein, was ich in diesem Moment befürchtet habe. Valérie ist zwar selbst ein recht unbedarftes Mädchen, doch wird sie hier skrupellos vom Comte de Maurepas als Werkzeug benutzt. Für mich war gleich klar wer dahinter steckt, auch wenn Claudia hier sehr schön versucht hat um noch ein paar Zeilen hinzuhalten.  :)

Jeannes Einsamkeit am Hofe ist mehr und mehr zu spüren, auch wenn der König im Krieg ist und sie sich freier mit ihren Freunden umgeben kann. Es ist beinahe so, als ob dieses beklemmende Gefühl selbst auf einen überspringt. Dabei könnte ich sie schütteln, dass sie sich Louis nicht anvertraut. Doch wir als Leser haben hier leicht zu richten. Schließlich erkennen wir die Situation in ihrer Ganzheit und kenne gewisse Details, die Jeanne verborgen bleiben. Trotzdem…

Sehr interessant fand ich die Vergangenheitsgeschichte um König Louis selbst. Er hat als einziger seiner Familie die Masern überlebt und fühlt sich wohl irgendwie auch noch schuldig dafür. Dieses Schicksal  hat ihn für mich etwas menschlicher gemacht.
Auf S.294 kam ich jetzt kurz ins Schwanken. Ist der von mir verdächtigte Comte de Maurepas jetzt doch nicht der geheimnisvolle Briefeschreiber? Oder verstellt er sich hier nur so ausgesprochen gut? Ich war eigentlich schon felsenfest davon überzeugt, dass er es ist, der Jeanne hier so zusetzt. Sein Hass ist wahrlich greifbar.

Kurz gestutzt habe ich bei der Erwähnung von „eisgekühltem Zitronenwasser“. Konnte zwar jetzt nichts ergoogeln, doch meinte mein Mann, es könne schon sein, dass es da Möglichkeiten gegeben habe. Vielleicht durch große Wintereislagerungen in tiefen Höhlen?

Sehr gut fand ich Pâris-Duveerneys Erzählung, wie Louis seinem Sohn, den Dauphin, mit über das vor Leichen starrende Schlachtfeld genommen hat um ihm doch etwas zu verdeutlichen welchen Preis ein Sieg im Krieg auch hat und nicht nur ein Grund zum Feiern ist.

Die tragische Geburt der spanischen Königstochter und Dauphine am Hofe von König Louis war schon heftig. Nicht nur dass sie danach gestorben ist und der Dauphin (den ich so gar nicht mag) nun ausgesprochen trauert, nein, ich fand es schon sehr grauenhaft, dass so viele Höflinge bei einer königlichen Geburt anwesend sein müssen.  :o Ok, ich habe dies zwar schon gehört, doch jedes Mal wenn ich so etwas höre muss ich mich schütteln. Grauenhaft auch das öffnen der Toten… Ähhh, hab ich hier nur gedacht. Wobei sie damals ja kaum Informationen hatten, wie heute bei einer Obduktion.
So langsam hoffe ich aber schon ein bisschen darauf, dass vielleicht Jeannes dem König eines Tages ein Kind zur Welt bringt. Es würde wohl ihre Verbindung noch ein ganzes Stückchen festigen. Gerade jetzt, da dem König von allen Seiten die göttliche Schuld seines doppelten Ehebruches als Grund für den Tod der Dauphine eingeredet wird. Was auch noch zu funktionieren scheint.  :o
Naja, er hat zwar mittlerweile seine Melancholie wieder überwunden, doch so wankelmütig wie der König ist… Na ich weiß nicht.

Soso… da wird also die königliche Post kopiert…
Jean-Baptiste (nicht Grenouille  ;D , der wäre da gerademal neun Jahre alt gewesen  ;D ) macht seine Sache wohl richtig gut. Ich dachte ja hier auch erst an Maurepas, doch dann las ich überrascht, dass hier der Hofbankier seine Finger im Spiele hat.
Immerhin finden sie so heraus, wer da wohl so seine Finger im Spiel um die schmutzigen Briefe an Jeanne haben könnte.

Und auch die alte Zigeunerin taucht wieder auf. Was lies sie stutzen? Immerhin ist Jeanne wieder schwanger.  :klatschen: Und auch ihr Geschick der politischen Diplomatie finde ich sehr gelungen dargestellt.
Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass alles gut ausgehen wird. Doch in den vielen Seiten, die da noch vor uns liegen kann und wird wohl noch so einiges geschehen…

Ich empfinde dieses Buch bisher als sehr angenehm und wunderschön geschrieben. Es ist ein Genuss dieses zu lesen, auch wenn es natürlich keine so ausgesprochen freizügigen Spannungspunkte aufbauen kann wie ein frei erfundener Roman. Diese Gratwanderung war sicher sehr schwierig, Claudia? Schließlich gab es sehr viele Dinge an die du dich halten musstest.

Liebe Grüssle
               Marion  :winken:

apassionata:
Ich zitiere dies jetzt einfach mal hier im nächsten Abschnitt, da ich den Namen Montespan erst hier entdeckte.  ;)


--- Zitat von: Claudia Z. am 01. Mai 2010, 17:47:25 ---Ich will allerdings nicht verschweigen, dass es unter Louis XIV. die Geschichte eines Ehemanns gibt, eines gewissen Marquis de Montespan, der sich mit genau diesem Schicksal nicht abfinden wollte. Als er erfuhr, dass seine Frau die Mätresse des Königs geworden war, ohrfeigte er sie und soll angeblich nur von den Bediensteten von weiteren Handgreiflichkeiten abgehalten worden sein. Dieses Verhalten ist ihm nicht besonders gut bekommen. Er wurde verhaftet und anschließend in die Verbannung auf seine Güte in die Gascogne geschickt. Wie es heißt, soll er daraufhin bei jedem Besuch, der ihn in Paris erlaubt war, Hörner auf seinem Hut befestigt haben ...  :)

--- Ende Zitat ---

Das mit den Hörnern stelle ich mir jetzt recht lustig vor, obwohl dem Armen wohl kaum so zumute gewesen war.

Da du es hier nun schonmal erwähnst, Claudia. Ich habe bei dem Namen Madame Montespan in deinem Buch gleich aufhorchen müssen, da ich diesen bereits vor ca. 20 Jahren in einem anderen Buch gelesen habe. Jetzt von dir zu erfahren, dass es diese Dame wirklich gegeben hat finde ich sehr interessant. Auch damals wurde sie als Mätresse des Königs aufgeführt. Und auch dort ging es um Neid und Eifersucht und sehr skrupellos zu...   :o
Zitat von dort: "Dies entgeht der königlichen Mätresse, Madame de Montespan, nicht. Voller Neid versucht die Montespan mit Hilfe der Giftmischerin Voisin, Angélique aus dem Weg zu räumen." Wie gut doch, dass ich da heute eher bürgerlich bin und nicht in Königshäusern groß gezogen wurde.   :schwitzen:

Claudia Z.:

--- Zitat von: apassionata am 01. Mai 2010, 14:24:48 ---
Kurz gestutzt habe ich bei der Erwähnung von „eisgekühltem Zitronenwasser“. Konnte zwar jetzt nichts ergoogeln, doch meinte mein Mann, es könne schon sein, dass es da Möglichkeiten gegeben habe. Vielleicht durch große Wintereislagerungen in tiefen Höhlen?
 

--- Ende Zitat ---

Ich konnte es auch kaum glauben, aber es gab in Frankreich sogar schon Ende des 17. Jahrhunderts Speiseeis ...  :)


--- Zitat von: apassionata am 01. Mai 2010, 14:24:48 ---
Ich empfinde dieses Buch bisher als sehr angenehm und wunderschön geschrieben. Es ist ein Genuss dieses zu lesen, auch wenn es natürlich keine so ausgesprochen freizügigen Spannungspunkte aufbauen kann wie ein frei erfundener Roman. Diese Gratwanderung war sicher sehr schwierig, Claudia? Schließlich gab es sehr viele Dinge an die du dich halten musstest.

Liebe Grüssle
               Marion  :winken:


--- Ende Zitat ---


Ja, das stimmt, Marion.  Diese Gratwanderung war nicht immer leicht, weil ich so Vieles berücksichtigen musste und man sich einer Person, die tatsächlich einmal gelebt hat, auch anders gegenüber verpflichtet fühlt. Andererseits ist es aber natürlich auch gerade spannend, weil viele Dinge und Ereignisse wirklich einmal so geschehen sind ... 
Ich gebe aber offen zu, dass ich es als Autorin auch sehr genossen habe, in meinem zweiten Roman, eine fiktive Hauptfigur gehabt zu haben, die sich frei nach der Phantasie bewegen konnte.

Claudia Z.:

--- Zitat von: apassionata am 01. Mai 2010, 18:16:05 ---Ich zitiere dies jetzt einfach mal hier im nächsten Abschnitt, da ich den Namen Montespan erst hier entdeckte.  ;)


--- Ende Zitat ---

Ups, da habe ich nicht aufgepasst!  ??? Sorry ...

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