Leserundenarchiv > Claudia Ziegler – Die Favoritin des Königs
06 - Kapitel 46 bis einschließlich Kapitel 53
Avila:
Ach, das ist ja interessant. Das wusste ich nicht. Aber das war dann eher bei den Adelsfamilien so, oder? Dann hatte das Leben ja eher etwas von einer Wohn- statt von einer Lebensgemeinschaft. Das ist wirklich traurig.
Claudia Z.:
--- Zitat von: Avila am 15. Mai 2010, 12:14:42 ---Ach, das ist ja interessant. Das wusste ich nicht. Aber das war dann eher bei den Adelsfamilien so, oder? Dann hatte das Leben ja eher etwas von einer Wohn- statt von einer Lebensgemeinschaft. Das ist wirklich traurig.
--- Ende Zitat ---
Ja, dabei hat es sich hauptsächlich um Adelsfamilien gehandelt und deren Ehen wurde ja selten auf der Grundlage von persönlichen Gefühlen geschlossen, sondern um durch solche eine Verbindung möglichst das Ansehen, den Rang und politischen Einfluss einer "Familie" zu erhöhen. Insofern waren das zwar sicher auch Lebensgemeinschaften - und manchmal haben sich die Ehepartner bestimmt auch geliebt - aber für unsere Verhältnisse waren das doch ziemlich distanzierte und zweckorientierte Beziehungen. War die Pflicht zur Zeugung von Nachkommen erfüllt, war es so ja auch durchaus üblich seinen Geliebten oder seine Geliebte zu haben.
Imlammenien:
--- Zitat von: Claudia Z. am 15. Mai 2010, 17:45:39 ---War die Pflicht zur Zeugung von Nachkommen erfüllt, war es so ja auch durchaus üblich seinen Geliebten oder seine Geliebte zu haben.
--- Ende Zitat ---
Tatsächlich? Gab es in diesem Punkt wirklich so etwas wie Gleichberechtigung? Auch eine Ehefrau durfte einen Geliebten haben?
Claudia Z.:
--- Zitat von: Imlammenien am 16. Mai 2010, 00:19:34 ---
--- Zitat von: Claudia Z. am 15. Mai 2010, 17:45:39 ---War die Pflicht zur Zeugung von Nachkommen erfüllt, war es so ja auch durchaus üblich seinen Geliebten oder seine Geliebte zu haben.
--- Ende Zitat ---
Tatsächlich? Gab es in diesem Punkt wirklich so etwas wie Gleichberechtigung? Auch eine Ehefrau durfte einen Geliebten haben?
--- Ende Zitat ---
Also, Tatsache ist zumindest, dass die Ehefrauen oft einen Geliebten gehabt haben. Am Hof, d.h. in adligen Kreisen, war das ziemlich normal. Ich glaube aber nicht, dass Frauen aus bürgerlichen Kreisen die gleiche Freiheit gehabt haben und auch bei den adligen Damen kam es darauf an, dass ihr Ehemann ihnen diese Freiheit auch wirklich gestattete. Der werte "Comte d'Argenson", den ihr ja alle kennt, gehörte zum Beispiel zu den Zeitgenossen, der seine Frau lange Zeit vom Hof verbannte und unter ständiger Beaufsichtigung hielt, weil sie gewagt hatte, eine Affäre zu haben. Das war am Hof ein richtiges Thema, weil das Verhalten des Comte so ungewöhnlich war und man das in Versailles verurteilte. Eifersucht auf die Ehefrau oder den Ehemann war eben eher etwas, das man lächerlich und kleingeistig fand ...
--- Zitat von: Imlammenien am 13. Mai 2010, 11:09:42 ---
--- Zitat von: Claudia Z. am 13. Mai 2010, 10:59:53 ---
--- Zitat von: Imlammenien am 12. Mai 2010, 17:33:47 ---
--- Zitat von: Claudia Z. am 12. Mai 2010, 16:11:45 ---Also Louis XV. hatte einige uneheliche Kinder. In der Regel hat er sie aber nicht anerkannt, weil das, wie ihr schon ganz richtig sagt, etliche Probleme mit sich gebracht hätte. Ich glaube, er hat nur einmal eine Ausnahme gemacht. :)
--- Ende Zitat ---
Ist denn bekannt, warum er in diesem Einzelfall eine Ausnahme gemacht hat?
--- Ende Zitat ---
Ich glaube, wenn ich mich richtig erinnere, hat er das getan, um die Thronnachfolge für den Notfall abzusichern. Ganz sicher bin ich mir aber nicht. Da werde ich dir noch mal genauer Auskunft geben - allerdings erst am Sonntag. Zurzeit bin ich nämlich unterwegs ... :)
--- Ende Zitat ---
Das wäre zumindest ein nachvollziehbarer Grund, da er ja mit dem Dauphin nur einen legitimen Sohn hatte...
Was ist eigentlich mit den anderen nicht legitimen Kindern geschehen. Wurden deren Mütter vom König irgendwie unterstützt? Oder hatten die Damen, die vom König zuerst schwanger und dann vom Hof verstoßen wurden, einfach Pech?
--- Ende Zitat ---
So, liebe Imlammenien, jetzt habe ich auch noch mal nachgeschaut, warum Louis diesen Sohn anerkannt hat. Das hat mich jetzt nämlich auch interessiert. Leider gibt es keine eindeutige Auskunft darüber. Die Biographen von Louis XV. üben sich auch nur in Spekulationen. Einige sagen, er hätte es der Mutter des Sohnes versprochen, einer gewissen Mademoiselle de Romans, andere nehmen an, dass er nach dem Tod seines eines Enkels, die Thronfolge, wie wir bereits angenommen haben, für den Notfall zusätzlich absichern wollte. Ich nehme mal an, dass die Wahrheit, wie so oft, irgendwo in der Mitte liegt. :)
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