Autor Thema: 06 - Kapitel 46 bis einschließlich Kapitel 53  (Gelesen 2637 mal)

Offline Imlammenien

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 3040
Re: 06 - Kapitel 46 bis einschließlich Kapitel 53
« Antwort #45 am: 14. Mai 2010, 10:06:13 »
Nein, für die Mütter und auch die Kinder wurde schon gesorgt - sowohl in finanzieller als auch gesellschaftlicher Hinsicht, aber er hat wohl keinen persönlichen Kontakt zu ihnen gepflegt.
Oh, okay. Gekümmert hat der König sich also schon, zumindest finanziell. Ich nehme an, dass er ledigen Müttern auch gleich noch einen passenden Ehemann besorgt hat?  ::)

Offline Claudia Z.

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 139
Re: 06 - Kapitel 46 bis einschließlich Kapitel 53
« Antwort #46 am: 14. Mai 2010, 10:33:59 »
Nein, für die Mütter und auch die Kinder wurde schon gesorgt - sowohl in finanzieller als auch gesellschaftlicher Hinsicht, aber er hat wohl keinen persönlichen Kontakt zu ihnen gepflegt.
Oh, okay. Gekümmert hat der König sich also schon, zumindest finanziell. Ich nehme an, dass er ledigen Müttern auch gleich noch einen passenden Ehemann besorgt hat?  ::)

Das soll er tatsächlich gemacht haben - ich nehme aber mal an, erst nachdem er die Affäre mit ihnen beendet hat.  Für die Ehemänner war das dann, auch wenn wir uns das kaum vorstellen können, vermutlich sogar eine richtige Ehre ...  :)

Offline Imlammenien

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 3040
Re: 06 - Kapitel 46 bis einschließlich Kapitel 53
« Antwort #47 am: 14. Mai 2010, 10:37:18 »
Nein, für die Mütter und auch die Kinder wurde schon gesorgt - sowohl in finanzieller als auch gesellschaftlicher Hinsicht, aber er hat wohl keinen persönlichen Kontakt zu ihnen gepflegt.
Oh, okay. Gekümmert hat der König sich also schon, zumindest finanziell. Ich nehme an, dass er ledigen Müttern auch gleich noch einen passenden Ehemann besorgt hat?  ::)

Das soll er tatsächlich gemacht haben - ich nehme aber mal an, erst nachdem er die Affäre mit ihnen beendet hat.  Für die Ehemänner war das dann, auch wenn wir uns das kaum vorstellen können, vermutlich sogar eine richtige Ehre ...  :)
Das ist allerdings schwer vorstellbar. Die abelegt Geliebte eines anderen heiraten zu "dürfen" und eventuell auch noch dessen Kind als seines anerkennen müssen... Okay, der Vorgänger war der König. Aber unter einem wirklich guten Stern können diese arrangierten Ehen doch eigentlich nicht gestanden haben, oder?  :-\

Offline Avila

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1132
Re: 06 - Kapitel 46 bis einschließlich Kapitel 53
« Antwort #48 am: 14. Mai 2010, 12:31:44 »
Na ja, auch nicht besser als die anderen arrangierten Ehen, oder?

Offline Claudia Z.

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 139
Re: 06 - Kapitel 46 bis einschließlich Kapitel 53
« Antwort #49 am: 15. Mai 2010, 09:34:56 »
Nein, für die Mütter und auch die Kinder wurde schon gesorgt - sowohl in finanzieller als auch gesellschaftlicher Hinsicht, aber er hat wohl keinen persönlichen Kontakt zu ihnen gepflegt.
Oh, okay. Gekümmert hat der König sich also schon, zumindest finanziell. Ich nehme an, dass er ledigen Müttern auch gleich noch einen passenden Ehemann besorgt hat?  ::)

Das soll er tatsächlich gemacht haben - ich nehme aber mal an, erst nachdem er die Affäre mit ihnen beendet hat.  Für die Ehemänner war das dann, auch wenn wir uns das kaum vorstellen können, vermutlich sogar eine richtige Ehre ...  :)
Das ist allerdings schwer vorstellbar. Die abelegt Geliebte eines anderen heiraten zu "dürfen" und eventuell auch noch dessen Kind als seines anerkennen müssen... Okay, der Vorgänger war der König. Aber unter einem wirklich guten Stern können diese arrangierten Ehen doch eigentlich nicht gestanden haben, oder?  :-\

Nein, ich glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass diese Ehen besonders glücklich verlaufen konnten ...  :-\

Na ja, auch nicht besser als die anderen arrangierten Ehen, oder?

Vermutlich nicht. So eine arrangierte Ehe kann man sich ja ohnehin nur schwer vorstellen. In diesen Verbindungen hat man wahrscheinlich auch nur selten eine wirkliche Nähe und Intimität erleben können. Interessanter Weise spiegelt sich das auch in der Architektur, denn man sieht das auch daran, wie diese alten Adelspalais gebaut wurden - es gab einen Trakt mit persönlichen Gemächern für den Mann und einen mit persönlichen Gemächern für die Frau, sodass man im Grunde auch getrennt miteinander im selben Haus leben konnte.  :)

Offline Avila

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1132
Re: 06 - Kapitel 46 bis einschließlich Kapitel 53
« Antwort #50 am: 15. Mai 2010, 12:14:42 »
Ach, das ist ja interessant. Das wusste ich nicht. Aber das war dann eher bei den Adelsfamilien so, oder? Dann hatte das Leben ja eher etwas von einer Wohn- statt von einer Lebensgemeinschaft. Das ist wirklich traurig.

Offline Claudia Z.

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 139
Re: 06 - Kapitel 46 bis einschließlich Kapitel 53
« Antwort #51 am: 15. Mai 2010, 17:45:39 »
Ach, das ist ja interessant. Das wusste ich nicht. Aber das war dann eher bei den Adelsfamilien so, oder? Dann hatte das Leben ja eher etwas von einer Wohn- statt von einer Lebensgemeinschaft. Das ist wirklich traurig.

Ja, dabei hat es sich hauptsächlich um Adelsfamilien gehandelt und deren Ehen wurde ja selten auf der Grundlage von persönlichen Gefühlen geschlossen, sondern um durch solche eine Verbindung möglichst das Ansehen, den Rang und politischen Einfluss einer "Familie" zu erhöhen. Insofern waren das zwar sicher auch Lebensgemeinschaften - und manchmal haben sich die Ehepartner bestimmt auch geliebt - aber für unsere Verhältnisse waren das doch ziemlich distanzierte und zweckorientierte Beziehungen. War die Pflicht zur Zeugung von Nachkommen erfüllt, war es so ja auch durchaus üblich seinen Geliebten oder seine Geliebte zu haben.

Offline Imlammenien

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 3040
Re: 06 - Kapitel 46 bis einschließlich Kapitel 53
« Antwort #52 am: 16. Mai 2010, 00:19:34 »
War die Pflicht zur Zeugung von Nachkommen erfüllt, war es so ja auch durchaus üblich seinen Geliebten oder seine Geliebte zu haben.
Tatsächlich? Gab es in diesem Punkt wirklich so etwas wie Gleichberechtigung? Auch eine Ehefrau durfte einen Geliebten haben?

Offline Claudia Z.

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 139
Re: 06 - Kapitel 46 bis einschließlich Kapitel 53
« Antwort #53 am: 16. Mai 2010, 18:31:23 »
War die Pflicht zur Zeugung von Nachkommen erfüllt, war es so ja auch durchaus üblich seinen Geliebten oder seine Geliebte zu haben.
Tatsächlich? Gab es in diesem Punkt wirklich so etwas wie Gleichberechtigung? Auch eine Ehefrau durfte einen Geliebten haben?

Also, Tatsache ist zumindest, dass die Ehefrauen oft einen Geliebten gehabt haben. Am Hof, d.h. in adligen Kreisen, war das ziemlich normal. Ich glaube aber nicht, dass Frauen aus bürgerlichen Kreisen die gleiche Freiheit gehabt haben und auch bei den adligen Damen kam es darauf an, dass ihr Ehemann ihnen diese Freiheit auch wirklich gestattete. Der werte "Comte d'Argenson", den ihr ja alle kennt, gehörte zum Beispiel zu den Zeitgenossen, der seine Frau lange Zeit vom Hof verbannte und unter ständiger Beaufsichtigung hielt, weil sie gewagt hatte, eine Affäre zu haben. Das war am Hof ein richtiges Thema, weil das Verhalten des Comte so ungewöhnlich war und man das in Versailles verurteilte. Eifersucht auf die Ehefrau oder den Ehemann war eben eher etwas, das man lächerlich und kleingeistig fand ...

Also Louis XV. hatte einige uneheliche Kinder. In der Regel hat er sie aber nicht anerkannt, weil das, wie ihr schon ganz richtig sagt, etliche Probleme mit sich gebracht hätte. Ich glaube, er hat nur einmal eine Ausnahme gemacht.  :)
Ist denn bekannt, warum er in diesem Einzelfall eine Ausnahme gemacht hat?

Ich glaube, wenn ich mich richtig erinnere, hat er das getan, um die Thronnachfolge für den Notfall abzusichern. Ganz sicher bin ich mir aber nicht. Da werde ich dir noch mal genauer Auskunft geben  - allerdings erst am Sonntag. Zurzeit bin ich nämlich unterwegs ...  :)
Das wäre zumindest ein nachvollziehbarer Grund, da er ja mit dem Dauphin nur einen legitimen Sohn hatte...
Was ist eigentlich mit den anderen nicht legitimen Kindern geschehen. Wurden deren Mütter vom König irgendwie unterstützt? Oder hatten die Damen, die vom König zuerst schwanger und dann vom Hof verstoßen wurden, einfach Pech?
So, liebe Imlammenien, jetzt habe ich auch noch mal nachgeschaut, warum Louis diesen Sohn anerkannt hat. Das hat mich jetzt nämlich auch interessiert. Leider gibt es keine eindeutige Auskunft darüber. Die Biographen von Louis XV. üben sich auch nur in Spekulationen. Einige sagen, er hätte es der Mutter des Sohnes versprochen, einer gewissen Mademoiselle de Romans, andere nehmen an, dass er nach dem Tod seines eines Enkels, die Thronfolge, wie wir bereits angenommen haben, für den Notfall zusätzlich absichern wollte. Ich nehme mal an, dass die Wahrheit, wie so oft, irgendwo in der Mitte liegt.  :)