Hallo liebe Leserunde,
hoffe, Ihr hattet auch alle ein schönes Wochenende ...
Der König will die eroberten Gebiete wieder zurück geben. Hier war ich überrascht. Nicht dass ich mich in dieser Epoche geschichtlich sehr gut auskennen würde, doch hatte ich zuvor noch nie davon gehört. Ich vertraue jetzt hier einfach mal auf Claudias Recherche. Allerdings kann ich hier beide Seiten der Argumentation gut verstehen - Volk und König. Schwierig hier richtig zu entscheiden.
Ich verstehe gut, dass du hier erstaunt warst - ich war es nämlich auch, als ich das erfahren habe. Es passte für mich überhaupt nicht in das Bild, das ich ursprünglich von Louis XV. hatte, aber es erklärt eben auch gut, warum dieser König solch ein umstrittener Monarch war.
Aber auch Jeannes Plan mit dem Vertauschen von Maurepas Botschaft war eine gelungene List.
So langsam weiss sie sich wirklich durchzusetzten. Auch ihre politisch-gesellschaftliche Meinung wird dem König immer wichtiger. Er hat in Jeanne nicht nur Geliebte und Freundin, sondern auch eine wirklich gute Beraterin und Anlaufstelle für Trost gefunden.
Die Szene mit der vertauschten Botschaft beweist, dass Jeanne endlich in Versailles angekommen ist. Sie beginnt ihre Feinde nun mit deren eigenen Waffen zu bekämpfen und ist dabei ziemlich erfolgreich.
Trotzdem habe ich immer ein ungutes Gefühl, wenn Jeanne über den König Einfluss auf das politische Geschehen nimmt. Dann denke ich immer: Mädel, pass bloß auf, das kann auf Dauer nicht gutgehen. Du kommst an diesem Hof noch unter die Räder. 
Ja und ja! Jeanne hat wirklich gelernt mit den Waffen des Hofes zu kämpfen! Das ist super! Sehr clever ihre List!
Aber ich gebe dir auch Recht, dass es gefährlich ist, wenn sie über den König politisch Einfluss nimmt. Ihre Gegner legen ihr einfach alles zur Last und dass sie sie immer für ALLES verantwortlich machen, ist einfach furchtbar!

Ja, Jeanne hat inzwischen gelernt - oder vielmehr lernen müssen- dass sie am Hof nur überleben kann, wenn sie ihre Feinde mit den gleichen Waffen schlägt. Ich fand diese Entwicklung von ihr, in die sie durch ihre Umgebung ja geradezu hineingetrieben wird, immer sehr wichtig aufzuzeigen. Aber natürlich birgt diese Rolle auch viele Gefahren für sie ...

Hmmmh... Ich habe da nochmals drüber nachgedacht. Vielleicht käme doch jemand in Frage, der Jeanne ihre Position streitig machen will und hofft, dass der König sie nicht mehr attraktiv finden könnte, wenn sie keine Kinder mehr bekommen darf, also auch nur noch eingeschränkt bzw. gar nicht mehr mit ihm schlafen könnte? Allerdings müsste das dann jemand sein, der den König und seine Gefühle für Jeanne gut genug kennt, um zu wissen, dass Louis Enthaltsamkeit einer gefährlichen Schwangerschaft vorziehen würde.
Oder es ist jemand, die hofft, auf diese Weise selbst an Louis heranzukommen. Frei nach dem Motto: Mit irgendjemand muss der König ja Sex haben... wenn nicht mehr mit der Pompadour, dann eben mit mir!
Interessante Überlegungen. Da ich aber mittlerweile weiß, wie es war, enthalte ich mir jetzt zu diesem Punkt meine Meinung um nichts zu verraten. 
Was wiederum heißt, dass die "Petze" noch entlarvt wird. Sehr gut! Ich bin gespannt. 
Und ich schweige hier mal wieder.

Obwohl ich wahnsinnig gerne noch einiges dazu sagen würde ...
Na ja, die Jahre am Hofe haben sie eindeutig geprägt, aber wohl leider nicht ganz so positiv - für meinen Geschmack. Allerdings hat sie so immerhin bewiesen, dass mit ihr nicht gut Kirschen essen ist, und die anderen sich endlich mal an sie gewöhnen sollten, wenn ihnen etwas an ihrem Leben in Versailles liegt.
Der "Reitunfall" war auch wirklich ein böses Spiel. Und mit wirklich weitreichenden Folgen ...
Hier fiel mir jetzt ganz spontan der Ausdruck "Fressen oder gefressen werden" ein. 
Jeanne ist sicher nicht von grundaus so. Doch wie hätte sich denn nun auch anders gegen einen Maurepas durchsetzten sollen? Gerade dieser geht doch verhältnismäßig hart um, fast über "Leichen". Da ist ihm doch ganz egal, ob es auch noch andere trifft, wie zum Beispiel Valerie oder ihr Vater. 
Ach ja, hart fand ich auch ihren Gedanken und ihre Verblüffung über das Volk. Denkt sie wirklich es ist WENIG was sie von Louis geschenkt bekommt?? Zwei (oder sinds schon drei?) weitere Schlösser/Landsitze (wie auch immer), obwohl sie in Versailles ein zu Hause hat? Plus die unzähligen anderen Geschenke? Sie hat während ihrer Zeit bei Hofe wirklich ein wenig den Blick für die Realität verloren. Wirklich schade!
Da gebe ich dir Recht!!!! Auf der einen Seite ist es wirklich schade, auf der anderen Seite sieht sie ja wirklich seit Jahren nur noch die Lebensweise am Hof.... man kann es ihr daher wahrscheinlich nicht verdenken....
Hart auf alle Fälle. Ich dachte es ebenso. Andererseits haben sich hier über die Jahre und das Leben am Hofe sicher ganz andere Massstäbe aufgetan.
Ich denke, dass das auch wirklich das Gefährliche an Versailles war - es war bestimmt kaum möglich, dort einen Bezug zum normalen Leben und dem Volk zu behalten. Auch für Jeanne nicht. Es gibt ja sogar Annahmen, dass die Revolution in Frankreich bestimmt nicht so leicht ausgebrochen wäre, hätte der König in Paris und nicht in Versailles seinen Hof gehabt. Andererseits darf man sicherlich nicht vergessen, dass die Menschen damals auch in der Überzeugung erzogen wurden, sich ihrem Stand gemäß repräsentieren zu müssen. Die Verpflichtung Schlösser, Diener, Kutschen, teuere Kleider und Schmuck zu haben, war bestimmt für viele nicht nur Luxus, sondern auch eine große Belastung. Viele Adlige waren deshalb ja enorm verschuldet. Was natürlich nicht bedeutet, dass diese Missachtung dem Volk gegenüber in irgendeiner Weise moralisch gerechtfertigt wäre!
S.494 dann wieder ein kleiner Hinweis darauf, dass Maurepas wirklich homosexuell veranlagt sein könnte: ""Dass sie andere Vorlieben pflegen, ist ja allseits bekannt, Monsieur de Maurepas," erwiederte die Stimme des Duc (Rihellieu) leichthin.""
Sogar ein ziemlich deutlicher Hinweis.
Und es wundert mich gar nicht, dass es ausgerechnet der Du de Richelieu ist, der darüber mal wieder genauestens Bescheid weiß. Der Bursche scheint ohnehin außerordentlich gut informiert zu sein.
Also, es sei hier noch einmal erlaubt, auf einen weiteren kleine Hinweis aufmerksam zu machen, nämlich Kapital 8, S. 98 ...