Hallo,
hier ist ja schon so viel los, dass ich mich einfach mal an eure posts anschließe....

Ich musste natürlich auch deshalb ganz schnell weiterlesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wer die "Petze" ist/war.

Und ich muss sagen, auf diese Lösung wäre ich nicht gekommen, obwohl sie im Nachhinein betrachtet sehr logisch ist. Der König hat selbst gelauscht! 
Für die Versailler Umstände eine beinahe zu menschliche und naheliegende Lösung. 
Ging mir übrigens genauso.
Ich wäre irgendwie auch niemals darauf gekommen. Aber ich hatte es - aus welchem Grund auch immer - gar nicht so aufm Schirm, dass der König sich vor Jeannes Gemächern herum schleicht. 
Ich wäre auch nicht auf den König gekommen.... zumal ich eigentlich gedacht hätte, dass er auch nicht so "heimlich" und vor allem ALLEINE durch die Gemächer spazieren kann.... hätte mir irgendwie vorgestellt, dass er fast nie alleine irgendwohin gehen kann.....
Aber ich fand das eine sehr schöne "Auflösung".... !!!
Jeanne fühlt sich hierdurch verletzt. Merkt sie denn nicht, dass sie sich nun in einer Situation befindet, die beinahe vergleichbar ist mit der der Königin? Damals als Jeanne an den Hof kam und den König für sich gewann? Der einizige kleine Unterschied ist, dass die (gesellschaftliche) Situation der Königin nie durch eine Mätresse gefährdet war, die Jeannes durch eine potentielle neue Maitresse en titre aber sehr wohl.
Ein sehr interessanter Gedanke von dir, Imlammenien, den ich so zuvor noch gar nicht durchdacht habe. Aber ja, ich kann deine Aussage so noch einmal unterstreichen. Jeanne ist in dieser Situation völlig austauschbar und abhängig von der Laune (ok, nennen wir es Liebe) des Königs. Keine gute Ausgangsposition für ihre Zukunft. Es sei denn... die Liebe des Königs ist unumstößlich...
Ja, diesen Gedanken vermisse ich irgendwie auch bei Jeanne. Ich hab auch schon mal überlegt, ob ein Gespräch mit der Königin nicht vielleicht gut wäre? Aber auf der anderen Seite ist es wohl auch ziemlich heikel, weil man nicht weiß, wie die Königin darauf reagieren wird. Ich wüsste selber nicht, wie ich mich in der Lage der Königin fühlen würde ... Immerhin weiß die Königin sicher, dass ihr Mann Jeanne wirklich liebt - im Gegensatz zu ihr.
Mir kam schon oft der Gedanke, dass Jeanne es jetzt so geht wie der Königin.... zumal die Königin Louis ja auch liebt....
Irgendwie kommt Jeanne mir so rüber, dass sie schon überwiegend an sich selbst denkt...!!! Schon am Anfang hatte sie ja recht wenig Skrupel, überhaupt an den Hof zu ziehen..... Ein richtig schlechtes Gewissen gegenüber der Königin kommt ja nur ansatzweise bei ihr vor....
Dass sie dem Kammerdiener befiehlt von nun an nur noch geistig einfache Frauen aufzunehmen, scheint Jeanne selbst zwar in Sicherheit zu wiegen, doch macht sie sich hier sicherlich etwas vor. Denn wer garantiert ihr, dass nicht auch unter den bürgerlichen Mädchen mal eine mit wachem Geist und Intelligenz dabei ist, die Louis zu begeistern weiß? An dieser Stelle denkt Jeanne wirklich ziemlich selbstherrlich.
Ebenso wenig will sie einsehen, warum das Volk ihr ihre rauschenden Fest missgönnt, während die Menschen um sie herum hungern. Ich fürchte, worum es hier geht, wird sie nie begreifen. Aber das liegt sicherlich auch an der Annahme, dass (Claudia erwähnte es bereits an anderer Stelle) die Standesunterschiede als gottgegeben angesehen wurden.
In beiden Punkten wirkt Jeanne nun doch auch etwas abgehoben. Die Naivität zu glauben, dass ihr eine junge Bürgerliche nicht doch auch gefährlich werden könnte ebenso wie der nicht wahrgenommene Focus auf das hungernden Volk und ihre Feste. Aber wie Claudia ja bereits erwähnte, alles auch ein wenig standesgemäße Erziehungs- bzw. Glaubenssache.
Dabei müsste ihr doch wenigstens die Sache mit der bürgerlichen Affäre Sorgen machen - denn Bürgerlich war sie ja ursprünglich selbst! Warum kommt ihr nicht in den Sinn, dass einer anderen genau das gelingen könnte, was auch sie geschafft hat? Immerhin hat sich Louis doch schon einmal über die Konventionen hinweg gesetzt und eben Jeanne zu seiner Maitresse en titre gemacht. Warum sollte er es also nicht wieder tun? 
GENAU DAS habe ich auch gedacht, dass sie auch eine Bürgerliche war!! Und wie musste sie "pauken", um am Hof überhaupt bestehen zu können... und immerhin hat sie trotz "Privatlehrer" auch noch immer kleine Fehler gemacht.....
Und wieso sollte es nicht andere Frauen geben, die gut aussehen und trotzdem noch was im Kopf haben... auch wenn sie viellicht keine so umfassende Bildung haben...
Louis scheint ja auf Frauen zu stehen, die bei seinen Regierungsangelegenheiten auch mitdenken können.... und warum sollte kein anderer mitdenken können...?!?!?!?
Mittlerweile habe ich persönlich schon ein bestimmtes Bild von Jeanne vor Augen.... Zwar nicht negativ, aber meine beste Freundin könnte sie wahrscheinlich auch nicht werden.......
Aber vermutlich ist es genau das, was Claudia uns vermitteln wollte ?!?!?!?!?!?!
Wahrscheinlich war sie nicht DIE Frau, die sonst immer dargestellt wurde, aber so völlig unschuldig und lammfromm ist sie auch nicht...!!!
Aber das war jetzt meine ganz persönliche Interpretation...!!!!