Leserundenarchiv > Claudia Ziegler – Die Favoritin des Königs

07 - Kapitel 54 bis einschließlich Kapitel 58

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Tammy1982:
Hier könnt Ihr von Kapitel 54 bis einschließlich Kapitel 58 bzw. bis Seite 637 schreiben.

Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

Imlammenien:
Hallo ihr Lieben,

ich bin gestern Abend am Ende des vorletzten Abschnitts angekommen und möchte meine Gedanken aufschreiben, bevor sie in der Hektik der (zum Glück nur kurzen) Arbeitswoche verloren gehen.

Ich musste natürlich auch deshalb ganz schnell weiterlesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wer die "Petze" ist/war.  ;D :D
Und ich muss sagen, auf diese Lösung wäre ich nicht gekommen, obwohl sie im Nachhinein betrachtet sehr logisch ist. Der König hat selbst gelauscht!  :P
Für die Versailler Umstände eine beinahe zu menschliche und naheliegende Lösung.  ;)

Schlimm fand ich, dass Jeanne und Louis beinahe ein Jahr lang nicht über den Grund für die fehlende (körperliche) Nähe zwischen den beiden gesprochen haben. Louis hat sich aus der Affäre gezogen und Jeanne hat sich, verständlich, zurückgesetzt gefühlt.
Dass Louis sozusagen in ein Bordell geht (auch wenn es sich da anscheinend um ein privates, von seinem Kammerdiener organisiertes handelt), hat mich wenig verwundert. Ebenso wenig wie das Verhältnis mit Charlotte Rosalie (was für ein Name  :D).
Jeanne fühlt sich hierdurch verletzt. Merkt sie denn nicht, dass sie sich nun in einer Situation befindet, die beinahe vergleichbar ist mit der der Königin? Damals als Jeanne an den Hof kam und den König für sich gewann? Der einizige kleine Unterschied ist, dass die (gesellschaftliche) Situation der Königin nie durch eine Mätresse gefährdet war, die von Jeannes durch eine potentielle neue Maitresse en titre aber sehr wohl.

Charlotte Rosalie zieht dann - mit Hilfe ihrer Tante, der falschen Schlange!  >:( - auch alle Register, erreicht aber schulssendlich nichts als ihre eigene Verbannung. Die darf sie mit ihrem Waschlappen von Mann teilen, bravo! Selbst ihre Schwangerschaft hilft ihr da nicht mehr!

Endlich sprechen sich Louis und Jeanne über ihre (un-)freiwillige Enthaltsamkeit aus. Das wurde auch Zeit!
Allerdings verstehe ich immer noch nicht, warum Louis nun nicht wieder (wenigstens) bei Jeanne übernachten kann. Hat er sich und seine Triebe denn so wenig im Griff?  ::)

Als Krönung besucht Jeanne dann auch heimlich das Privatbordell des Königs. Ich weiß wirklich nicht, ob ich mir das an ihrer Stelle gegeben hätte...  :-\
Dass sie dem Kammerdiener befiehlt von nun an nur noch geistig einfache Frauen aufzunehmen, scheint Jeanne selbst zwar in Sicherheit zu wiegen, doch macht sie sich hier sicherlich etwas vor. Denn wer garantiert ihr, dass nicht auch unter den bürgerlichen Mädchen mal eine mit wachem Geist und Intelligenz dabei ist, die Louis zu begeistern weiß? An dieser Stelle denkt Jeanne wirklich ziemlich selbstherrlich.
Ebenso wenig will sie einsehen, warum das Volk ihr ihre rauschenden Fest missgönnt, während die Menschen um sie herum hungern. Ich fürchte, worum es hier geht, wird sie nie begreifen. Aber das liegt sicherlich auch an der Annahme, dass (Claudia erwähnte es bereits an anderer Stelle) die Standesunterschiede als gottgegeben angesehen wurden.  :-\

Erschreckend fand ich außerdem, dass Jeanne ihre Tochter Alexandrine inzwischen SIEZT!  :o Das war doch nicht von Anfang an so, oder?

Über ihre nicht länger vorhandene sexuelle Beziehung zum König berichtet Jeanne nun offen am Hof. Das wird ihr vielleicht(!) für einige Zeit den Klerus vom Hals halten, aber auch nur, bis dieser begreift, dass sie sehr wohl noch Einfluss auf den Monarchen besitzt. Ansonsten wird sie damit nur eine Welle der (Neu-)Anwärterinnen auf den Titel der Maitresse en titre lostreten, der sie vermutlich wieder in Eifersucht zerfließen läßt...  ???

Aber wir werden ja sehen, wie es im letzten Abschnitt weitergeht.  :lesen:

Geez,
Imlammenien

apassionata:

Hallo zusammen,

auch in diesem Abschnitt erweißt sich Monsieur Berryer als loyaler Freund der Marquise. Nicht nur, dass er dem König mit seinen Nachforschungen bis in den „Parc aux Cerf“ (welch treffender Name  ;D  ) folgt, nein, er legt Jeanne auch offen wie naiv sie doch in Bezug auf ihre angebliche Freundin, die Comtesse d’Estrades gewesen war. 
Wie gut dass die alte Zigeunerin Jeanne, wenigstens was die Liebe des Königs betrifft, etwas aufmuntern kann. Na zumindest mich konnte die alte Frau überzeugen, dass Jeanne nicht des Hofes verwiesen wird.
Trotzdem war ich sehr traurig, dass sich der König dann doch auf diese Charlotte Rosalie einlässt.  :o  Und des Königs Verhalten Jeanne gegenüber fand ich dann auch unerhört.  >:( Oh, was muss es da in Jeanne vorgegangen sein? Dabei scheint mir diese Comtes Charlotte Rosalie so eine richtig überhebliche und arrogante Person zu sein… Doch zum Glück scheint sie sich auch zugleich ihr eigenes Grab zu schaufeln indem sie die Briefe des Königs vor lauter Eitelkeit weitergibt.

Die arme Jeanne hat hier aber auch einen schweren Stand, und einzig die Duchesse de Brancas erweist sich doch als angenehm überraschend loyal und als Stütze in der Not. Mutig von Jeanne, den König zu ersuchen, Versailles verlassen zu dürfen. Ich schätze das hätte auch ganz schön in die Hose gehen können. Nicht auszudenken, wenn er sich dabei bewusst geworden wäre, dass er ihr (Jeanne) ohnehin überdrüssig wäre.  :o  Aber zum Glück war dem ja nicht so. Denn diese Bitte seiner Mätresse schien den König dann aber doch erstmals aufhorchen zu lassen. Sein Handeln folgte auf den Fuß. Wie wunderbar ich den Augenblick empfand als der Comtesse Charlotte Rosalie dann das Schreiben des Königs überbrachte, brauche ich euch wohl nicht zu sagen.  ;)

Richelieus Seitenhieb an d’Argenson, dass dieser sich jetzt ja vor der Marquise verbeugen müsse, da Jeanne zur Duchesse erhoben und damit einen Stand über d’Argenson stand, war zu köstlich. Nach allem was Jeanne auf diesem Hof alles erdulden musste, taten mir solche Kleinigkeiten immer wieder gut. Mit dem Besuch im „Parc aux Cerf“ zeigt Jeanne dann auch noch mutige Neugier. Sie will wissen und verstehen. Ganz natürlich, wer wollte es wohl nicht an ihrer Stelle. Und zum Schluss dieses Abschnittes muss sie sich damit zufrieden geben, dass sie zumindest in des Königs Herzen immer die Einzige bleiben wird. Sie hat es wahrlich nicht leicht… als Mätresse des Königs. Tauschen wollte ich mit ihr zu keinem Zeitpunkt…

Liebe Grüssle
                  Marion   :winken:

apassionata:

Huhu, ich nochmal...


--- Zitat von: Imlammenien am 10. Mai 2010, 17:39:58 ---Ich musste natürlich auch deshalb ganz schnell weiterlesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wer die "Petze" ist/war.  ;D :D
Und ich muss sagen, auf diese Lösung wäre ich nicht gekommen, obwohl sie im Nachhinein betrachtet sehr logisch ist. Der König hat selbst gelauscht!  :P
Für die Versailler Umstände eine beinahe zu menschliche und naheliegende Lösung.  ;) 
--- Ende Zitat ---

Ich gestehe, hier war ich auch überrascht. Und tatsächlich, es wäre ja so naheliegend gewesen.  ;D


--- Zitat von: Imlammenien am 10. Mai 2010, 17:39:58 ---Schlimm fand ich, dass Jeanne und Louis beinahe ein Jahr lang nicht über den Grund für die fehlende (körperliche) Nähe zwischen den beiden gesprochen haben. Louis hat sich aus der Affäre gezogen und Jeanne hat sich, verständlich, zurückgesetzt gefühlt.
Dass Louis sozusagen in ein Bordell geht (auch wenn es sich da anscheinend um ein privates, von seinem Kammerdiener organisiertes handelt), hat mich wenig verwundert.   
--- Ende Zitat ---

Stimmt. Damit war zu rechnen. Trotzdem empfand ich seine Beziehung zu dieser Charlotte Rosalie als sehr verletzend für Jeanne. Da lobte ich mir fast schon seine heimlichen Besuche im Bordell, denn diese hatten gegenüber Jeanne und der höflichen Gesellschaft sicher weniger Verräterisches an sich.


--- Zitat von: Imlammenien am 10. Mai 2010, 17:39:58 ---Jeanne fühlt sich hierdurch verletzt. Merkt sie denn nicht, dass sie sich nun in einer Situation befindet, die beinahe vergleichbar ist mit der der Königin? Damals als Jeanne an den Hof kam und den König für sich gewann? Der einizige kleine Unterschied ist, dass die (gesellschaftliche) Situation der Königin nie durch eine Mätresse gefährdet war, die Jeannes durch eine potentielle neue Maitresse en titre aber sehr wohl.   
--- Ende Zitat ---

Ein sehr interessanter Gedanke von dir, Imlammenien, den ich so zuvor noch gar nicht durchdacht habe. Aber ja, ich kann deine Aussage so noch einmal unterstreichen. Jeanne ist in dieser Situation völlig austauschbar und abhängig von der Laune (ok, nennen wir es Liebe) des Königs. Keine gute Ausgangsposition für ihre Zukunft. Es sei denn... die Liebe des Königs ist unumstößlich...


--- Zitat von: Imlammenien am 10. Mai 2010, 17:39:58 ---Endlich sprechen sich Louis und Jeanne über ihre (un-)freiwillige Enthaltsamkeit aus. Das wurde auch Zeit!
--- Ende Zitat ---

Jepp, höchste Zeit wurde das. Doch wenn ich ehrlich bin muss ich auch zugeben, dass ich mich schon auch sehr gewundert habe, dass Jeanne (die ja nicht gerade auf den Kopf gefallen scheint) nicht von selbst darauf gekommen ist. Ich an ihrer Stelle hätte von Anfang an den Arzt in Verdacht gehabt, der bei einer eventuellen Frage sich mehr dem König verpflichtet gewesen wäre, denn seiner Schweigepflicht.  ;)


--- Zitat von: Imlammenien am 10. Mai 2010, 17:39:58 ---Allerdings verstehe ich immer noch nicht, warum Louis nun nicht wieder (wenigstens) bei Jeanne übernachten kann. Hat er sich und seine Triebe denn so wenig im Griff?  ::) 
--- Ende Zitat ---

Tja, Männer. Wehe wenn sie losgelassen... bzw.losgelöst...  ;D
Nein, aber Spaß bei Seite. Vielleicht hatte er ja tatsächlcih Angst sich ab einer gewissen Grenze nicht mehr im Zaum (oder Zaun?) halten zu können.  ;)


--- Zitat von: Imlammenien am 10. Mai 2010, 17:39:58 ---Als Krönung besucht Jeanne dann auch heimlich das Privatbordell des Königs. Ich weiß wirklich nicht, ob ich mir das an ihrer Stelle gegeben hätte...  :-\ 
--- Ende Zitat ---

Ich schon, vermute ich mal.


--- Zitat von: Imlammenien am 10. Mai 2010, 17:39:58 ---Dass sie dem Kammerdiener befiehlt von nun an nur noch geistig einfache Frauen aufzunehmen, scheint Jeanne selbst zwar in Sicherheit zu wiegen, doch macht sie sich hier sicherlich etwas vor. Denn wer garantiert ihr, dass nicht auch unter den bürgerlichen Mädchen mal eine mit wachem Geist und Intelligenz dabei ist, die Louis zu begeistern weiß? An dieser Stelle denkt Jeanne wirklich ziemlich selbstherrlich.
Ebenso wenig will sie einsehen, warum das Volk ihr ihre rauschenden Fest missgönnt, während die Menschen um sie herum hungern. Ich fürchte, worum es hier geht, wird sie nie begreifen. Aber das liegt sicherlich auch an der Annahme, dass (Claudia erwähnte es bereits an anderer Stelle) die Standesunterschiede als gottgegeben angesehen wurden.  :-\ 
--- Ende Zitat ---

In beiden Punkten wirkt Jeanne nun doch auch etwas abgehoben. Die Naivität zu glauben, dass ihr eine junge Bürgerliche nicht doch auch gefährlich werden könnte ebenso wie der nicht wahrgenommene Focus auf das hungernden Volk und ihre Feste. Aber wie Claudia ja bereits erwähnte, alles auch ein wenig standesgemäße Erziehungs- bzw. Glaubenssache.

Liebe Grüssle
                 Marion  :winken:

Imlammenien:

--- Zitat von: apassionata am 10. Mai 2010, 19:44:42 ---Trotzdem war ich sehr traurig, dass sich der König dann doch auf diese Charlotte Rosalie einlässt.  :o  Und des Königs Verhalten Jeanne gegenüber fand ich dann auch unerhört.  >:( Oh, was muss es da in Jeanne vorgegangen sein? Dabei scheint mir diese Comtes Charlotte Rosalie so eine richtig überhebliche und arrogante Person zu sein… Doch zum Glück scheint sie sich auch zugleich ihr eigenes Grab zu schaufeln indem sie die Briefe des Königs vor lauter Eitelkeit weitergibt.

--- Ende Zitat ---
Das Verhalten des Königs fand ich auch unmöglich! In aller Öffentlichkeit flirtet er herum, wo Jeanne es auch noch selbst mitbekommt. Ein wenig mehr Feingefühl wäre echt zu wünschen gewesen!!!  >:(


--- Zitat von: apassionata am 10. Mai 2010, 19:44:42 ---Richelieus Seitenhieb an d’Argenson, dass dieser sich jetzt ja vor der Marquise verbeugen müsse, da Jeanne zur Duchesse erhoben und damit einen Stand über d’Argenson stand, war zu köstlich.

--- Ende Zitat ---
Das hat mir auch gefallen. Auch wenn Richelieu ein arroganter und selbstverliebter Kerl ist, mag ich doch seine spitze Zunge sehr!  ;D

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