Leserundenarchiv > Claudia Ziegler – Die Favoritin des Königs
Allgemeine Fragen an Claudia Ziegler
Tammy1982:
Hier ist Platz für Fragen an Claudia Ziegler, die nicht direkt etwas mit dem Buch "Die Favoritin des Königs" zu tun haben.
Imlammenien:
Hallo Claudia,
für deine ersten Roman hast du dir ja ein besonderes Thema ausgesucht: das Leben der schon fast legendären Madame Pompadour.
Als neugierige Leserin, die sich weder mit dieser historischen Person, noch der Epoche, in der sie gelebt hat, besonders auskennt, fällt aber dennoch auf, dass sich - zumindest bei oberflächlicher Recherche im Internet - ein sehr gegensätzliches Bild der Hauptfiguren, insbesondere Jeannes und des Königs, zeichnet. Das fängt ja schon mit der Frage von Madame Pompadours tatsächlichem politischen Einfluss oder der Frage, ob sie Louis XV. wirklich geliebt habe, an.
Darum würde mich interessieren, nach welchen Kritierien du die historischen Quellen ausgesucht hast, an denen du dich beim Schreiben orientiert hast. Musstest du dich auf "eine Seite schlagen" oder hast du aus all den verschiedenen Ansätzen das für deinen Roman herausgesucht, was du brauchen konntest? Oder bist du ganz anders vorgegangen?
Neugierige Grüße,
Imlammenien
Claudia Z.:
Liebe Imlammenien,
es ist gar nicht so einfach, diese Frage in Kürze zu beantworten, aber ich versuche es mal, denn die Recherchen für dieses Buch waren wirklich überaus spannend.
Ursprünglich hatte ich eigentlich auch ein ganz anderes Bild der Marquise de Pompadour. Das hat sich im Laufe meiner Nachforschungen dann aber sehr verändert. Als ich anfing, mich mit dem Leben der Pompadour auseinanderzusetzen, war ich überrascht, in wie vielen Büchern, Memoiren, Anekdoten und Briefen man sich mit ihr befasst hat. Es gibt eine wahre Flut von Quellen. Interessanter Weise wiederholt sich deren Inhalt aber oft und es ist auffällig, wie polemisch und wenig objektiv man darin meistens mit dem Thema umgeht. Gerade das hat mich neugierig gemacht und ich habe damals versucht, herauszufinden, wie dieses negative Bild zustande gekommen ist bzw. auf welche Quellen sich diese Bücher beziehen. Ich stellte dabei fest, dass sich Vieles auf gefälschte Quellen oder die Aussagen von Zeitgenossen stützt, die oft zu den Feinden der Marquise de Pompadours gehörten und von denen manche nicht einmal am Hof lebten. Ich habe dann selbst, neben anderen Büchern, vor allem sehr viele Memoiren, Briefe und Tagebücher von Zeitzeugen gelesen und dabei immer versucht, die Beziehung, die diese zu der Marquise und dem König hatten, zu berücksichtigen. Das war spannend wie ein Krimi, weil sich so langsam ein Puzzleteil mit dem nächsten verbunden hat, aus dem der Roman gewachsen ist. Sehr hilfreich war für mich außerdem, dass es eine neue sehr umfangreiche Biographie eines französischen Historikers über Louis XV. gibt, die das Bild eine schwachen labilen Königs widerlegt und auch die Position der Marquise de Pompadour differenziert betrachtet.
In meinem Nachwort habe ich übrigens ausführlicher etwas über meine Recherche und, wie ich zu meinem Bild der Marquise gekommen bin, geschrieben, aber das kannst du jetzt natürlich noch nicht lesen, weil es dir zu viel von dem Inhalt des Buchs verraten würde ...
Imlammenien:
Liebe Claudia,
danke für deine ausführliche Antwort. :-*
Auf das Nachwort bin ich jetzt schon gespannt, werde es mir aber noch aufsparen, bis ich am Ende der Lektüre angelangt bin.
Geez,
Imlammenien
Imlammenien:
Hallo Claudia,
auch wenn die Leserunde nun schon beinahe rum ist, sind mir noch zwei Fragen eingefallen, die ich dir gern stellen möchte.
1. Wie kam es eigentlich, dass du "Die Favoritin des Königs" geschrieben hast? Wie kamst du darauf einen Roman über Madame Pompadour zu verfassen und diesen dann (beinahe nur) auf historischen Fakten basieren zu lassen? Und war es leicht, dafür einen Verlag zu finden?
2. Dein zweiter Roman ("Die Favoritin des Königs" ist doch dein Erstling, oder?) handelt ja von einem ganz anderen Thema und scheint mehr der Fiktion als historischen Fakten zu entspringen? Wie bist du auf dieses Thema gekommen?
Neugierige Grüße,
Imlammenien :winken:
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