Hallo zusammen,
wie erhofft hat sich alles aufgeklärt, kein Fragezeichen ist geblieben und das Puzzle hat sich ohne weiteres zusammensetzen lassen. Fein.

Sörens Anwesenheit auf der zweiten Jungfernfahrt, der ich erst skeptisch gegenüberstand, hat mir dann recht gut gefallen. Und tatsächlich war er zur richtigen Zeit am richtigen Ort und konnte wichtige Details erfahren. Aber allein für die Darstellung dieser ersten Fahrt, dem Geschwindigkeitsrausch, der den gestandenen Seebären ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert, aber den Kaiser allzu menschlich werden lässt, und die Errungenschaft der Schlingertanks, hat sich dieses Kapitel gelohnt, auch wenn Sören am Ende mit leeren Händen dagestanden hätte.
Und das Tempo, dass die Handlung dann aufgenommen hat, ließ mich nicht daran denken, das Buch aus der Hand zulegen. Der Trupp der Werftarbeiter war ja ein netter Haufen, auch wenn ich denen nachts nicht begegnen möchte.

Die Mitleserinnen, die schon vorher Vermutungen in die Richtung geäußert hatten, lagen tatsächlich genau richtig - Levi wollte seine Bekannte aus der Zwangsprostitution retten. Mit dieser umfassend organisierten Ausbeutung hätte ich anfangs allerdings nie gerechnet. Übrigens ein beklemmender Moment, in dem die Männer begreifen, wo sie sich gerade befinden, und für mich eindrucksvoller als das Wiedersehen von Sören und Tilda.
An einer Stelle kam ich während des Lesens ins Stocken, und zwar als für Sören klar wird, dass Tilda in dem Haus an der Friedrichstraße ist. Er erklärt es ihr gegenüber später zwar als eine Eingebung, aber... hmpf! Im Rückblick fügen sich die Teile natürlich wunderbar zusammen, aber während des Lesens konnte mich Sörens Bauchgefühl nicht überzeugen.
Der Epilog war auch wieder sehr aufschlußreich, dem ein oder anderen Aspekt würde ich interessehalber gerne noch mal weiter nachgehen – wenn es denn der Job so nebenher erlaubte. Am besten mache ich mir schon mal eine Liste für die Rente 
Ich habe zwar während des Lesens schon das ein oder andere nachgeschlagen, aber auf den Epilog habe ich mich fast schon gefreut. Festzustellen, welche Personen und Begebenheiten wahr sind, gibt der Geschichte noch einen anderen Reiz.
Bei der Probefahrt - mit dem Kaiser höchstpersönlich an Bord - war ich doch über die schlechten Sicherheitskontrollen schockiert. Dass es Sören so einfach wurde, sich an Bord zu schmuggeln, lässt für die Geheimhaltung der technischen Neuerungen und der Rüstungspläne schlechtes erwarten. Einerseits mordet man einen Mitwisser, andererseits schludert man so eklatant mit der Überprüfung der Besatzung. Tse, tse, tse.
Genau genommen hätte dann schon der Proviantmeister nicht zur Crew gehören dürfen, schließlich war er Sozialdemokrat. Das hat mich eher stutzen lassen als Sörens kurzfristiges Anheuern. Aber wahrscheinlich sind wir heutzutage für solche Fragen sensibilisiert.
Etwas sauer macht mich das Ende. Das war's also mit Tildas Karriere
. Wie schön für Sören. Realistisch ist es ja, dass sie wieder schwanger ist, aber traurig finde ich es trotzdem, dass sie beruflich wohl kaum weiterkommen wird.
Ja, da erging es mir ähnlich! Auch wenn sich Tilda und Sören sehr über den neuen Erdenbürger freuen, so erscheint mir das ganze doch einfach ein bißchen zu schade. Tilda ist begabt und für die damalige Zeit wäre es doch einfach sensationell gewesen, wenn sie erstmal ihren beruflichen Weg gegangen wäre. [...] Hm, so findet sich alles im damals "normalen" Gefüge.
Angesichts dessen, dass mir gerade die historische Genauigkeit der Reihe so gut gefällt, bin ich auch mit dieser Entwicklung einverstanden. So kann ich auf die Sensation recht gut verzichten und freue mich über das private Glück.

Bei der Beschreibung einer Uniform ist mir der Begriff "Achselklappen" aufgefallen. Was ist das denn? Eine Belüftungsvorrichtung??
"Schulterklappen" wäre hier wohl der richtige Begriff gewesen.
Das ist durchaus ein Begriff, der mir in historischen Fachbüchern schon untergekommen ist - woran ich mich deshalb erinnern kann, weil ich es auch seltsam fand. Wir können ja ganz vornehm von
Epauletten sprechen.

Viele Grüße
Breña