Und ich komme auch noch hinterher:
Nora Miedler – Warten auf Poirot
Inhaltsangabe:Schon am Anfang des Neujahrs-Kurzurlaubs mit ihren alten Freundinnen fragt sich Charlie, warum sie eigentlich den Wunsch hatte, mitzugehen, denn die Stimmung unter den fünf Frauen in der einsamen Berghütte ist eher feindselig. Als plötzlich eine der Frauen tot auf dem Boden liegt und die Hütte tief eingeschneit ist, müssen sich die übrig gebliebenen mit dem Gedanken vertraut machen, dass sie so schnell keine Hilfe bekommen – und dass eine von ihnen eine Mörderin ist ...
Der erste Satz:„Die Idee, Rita zu töten, kam mir das erste mal an Heiligabend.“
Meine Meinung zum Buch:Ein toller, spannender Krimi, der ruhig hätte länger sein können.

Die Geschichte kommt mit relativ wenigen Personen aus, denn die meiste Zeit verbringt der Leser zusammen mit den fünf Freundinnen in der eingeschneiten Berghütte. In dieser Zeit aber lernen wir die Frauen intensiv kennen, die anfangs sorgfältig aufgebauten Fassaden beginnen im Fortgang der Handlung zu bröckeln und so manches Urteil, das ich mir zu Beginn über die eine oder andere Person gebildet hatte, musste ich ändern, als ich Details aus dem Leben der jeweiligen Personen erfuhr.
Zu Charlie, der Hauptperson, hatte ich zunächst ein zwiespältiges Verhältnis, denn sie kam mir sehr unreif und über-romantisch vor, mit wenig Anspruch, sich weiterzuentwickeln. Doch gerade sie macht am Ende den größten Schritt (genauer kann ich es nicht beschreiben, sonst verrate ich zu viel). Charlie ist auch die Figur, über die ich gerne noch etwas mehr erfahren hätte, besonders über ihre Vergangenheit.
Interessant ist auch, dass jede der in der Hütte anwesenden Frauen ein Motiv hatte und die Mörderin sein könnte – das macht das Mitermitteln und Spekulieren sehr interessant, denn mit jeder neuen Szene und jedem neuen Puzzleteilchen neigt sich die Waage auf eine andere Seite. Das Ende war daher trotz allem überraschend.
Zu lesen war das Buch sehr flüssig, die Geschichte wird aus der Sicht von Charlie erzählt und wir erleben mit ihr ihre seelischen Höhen und Tiefen. Das war ein spannendes Leseerlebnis.
Zur Leserunde:
Danke an alle Mitlesenden, es hat mir wieder einmal riesig Spaß gemacht, zusammen mit euch eine Mörderin zu suchen.
Und ganz besonderen Dank an Nora Miedler, die uns durch die Leserunde so sympathisch begleitet hat.

Viele Grüße von Annabas