Den Schock dieses Abschnitts bescherte mir das in Albanien spielende Kapitel mit der Folter. Ich hatte nämlich irgendwie angenommen, dass es sich bei dem Gefangenen um Byron handelt - zumindest so lange, bis der Name Hristo fiel. Also eigentlich nur kurz, aber trotzdem lang genug...
Bei der ersten Begegnung mit Hristo dachte ich, dass er ein "normaler" Wolf ist. Es scheint also zwei Sorten Wolfsmenschen zu geben: solche wie Hristo, die sich in einen Wolf verwandeln können, und solche wie seine Gefährtin, die sich auch noch in etwas "größeres" und wilderes verwandeln können. Möglicherweise haben diese zwei Gruppen ja auch etwas mit der Art zu tun, wie man ein Wolfsmensch wurde - von Geburt an oder durch einen Biss.
Valentine und Ludovico sind nun also verheiratet, und er hat ihr danach recht schnell sein wahres Wesen offenbart. Das ist einerseits offen und zeigt, wieviel sie ihm bedeutet - andererseits für sie natürlich zu spät, aber hätte sie überhaupt etwas an der Heirat ändern können? Schließlich hatte ihr Vater ja seine Zustimmung erteilt... Jedenfalls wirken die beiden bereits vor Niccolos Auftauchen schon nicht besonders glücklich, er scheint mir da wie eine Art Auslöser zu sein, der die unterschiedlichen Gefühle zurück an die Oberfläche bringt. Ludovico liebt Valentine, sorgt sich um sie und verzichtet auf ihren Wunsch hin sogar auf das Töten seiner Opfer. Dafür bekommt er bestenfalls Mitleid - und manchmal das Gefühl, inmitten der Dunkelheit nicht allein zu sein. Sicherlich hat er sich mehr versprochen, aber Valentines Herz hängt immer noch an Niccolo - und Ludovico weiß das sehr genau, wie man auch an seinen Worten zu Niccolo sieht. Ich frage mich aber auch, was er im veränderten Niccolo sieht. Warum meint er, dass dieser Glück gut gebrauchen kann? Sieht er ihm vielleicht an, dass das unterbrochene Ritual doch Auswirkungen auf ihn hat?
Niccolo folgt verschiedenen Hinweisen, um mehr über die Wolfsmenschen zu erfahren. Dabei stößt er auf einige interessante Persönlichkeiten, beispielsweise auf Alexander von Humboldt - wieder eine historische Figur, die meine Neugier weckt. Also wenn das so weiter geht...

Und was ist mit den Aubrys, gab es sie wirklich?
Niccolo wirkt verändert, viel ernster und irgendwie auch bedrückt. Er will mehr über die Wolfsmenschen erfahren, gleichzeitig rennt ihm die Zeit davon. Sicher treibt ihn auch die Hoffnung an, etwas über Byrons Verbleib herauszufinden.
Sein Besuch bei den Shelleys war jedoch enttäuschend, Percy ist plötzlich verheiratet und Vater - und will von seinem "Erbe" scheinbar nichts mehr wissen. Er hat sich seit der Auflösung der Gruppe nicht mehr verwandelt und auch seiner Frau nichts von seiner "anderen" Seite erzählt. Und es wirkt so, als ob ihm das nicht schwer gefallen ist. Wie kann man einfach so auf diese Freiheit und die andere, intensivere Sichtweise verzichten? Oder erkenne ich das einfach nicht, weil ich zu ihm nie so einen Zugang wie zu Byron hatte?
Und wo steckt Byron nur? Ich muss ja zugeben, dass ich ihn sehr vermisse.

Außerdem beschäftigt mich, was er in Niccolo gesehen hat - dieser Funke, den er zu einem Feuer schüren wollte. Freiheitsdrang? Aber den dürften doch einige Menschen haben, und die Beschreibung klang für mich nach etwas seltenerem. Oder ist es möglich, dass einer von Niccolos Ahnen ein "geborener" Werwolf oder etwas ähnliches war? Dazu wäre es auch interessant zu wissen, ob ihr "Erbe" ab einem gewissen Alter durchbricht oder sie von Anfang an begleitet oder auch ganz anders "ausgelöst" wird.
Dann wäre da noch Gioana, die Ludovicos Angebot wohl angenommen haben muss. Sie ist von ihren Verletzungen schwer gezeichnet, aber wieviel davon ist echt? Manches könnte gespielt sein, um glaubwürdig zu wirken und den Respekt der anderen einzufordern. Zumindest kam es so bei mir an... Bei ihr habe ich ein ganz ungutes Gefühl, wer weiß was für eine Gefahr Ludovico da erschaffen hat.
Edit: Ah, ist das lang geworden, sorry! Und Glückwunsch an jeden, der sich bis hierhin durchgelesen hat...
