Hallo zusammen,
hier gibt es nun einen Sprung und Valentine und Ludovico sind schon verheiratet. Glücklich allerdings nicht, zumindest nicht Valentine. Ihre Faszination ist dann doch schnell gewichen, besonders wohl, als sie von Ludovicos wahrer Natur erfahren hat. Eine ungewöhnliche Grundlage jedenfalls für den Beibehalt einer Ehe, wenn dafür die Bedingung ist, dass der Ehegatte seine Blutopfer nicht mehr tötet.

Also ganz ehrlich, mir tut Ludovico leid.

Nicht nur, dass er seine Essgewohnheiten ändern musste, die Frau, für die er dies tut und die er liebt, liebt ihn gar nicht, hat sogar noch Mitleid mit ihm, was ihn bestimmt noch mehr belastet. Wie er feststellen musste, liebt sie dagegen immer noch Niccolo und er muss nun bangen, dass sie ihm trotz allem davonläuft. Sie an sich zu binden, indem er sie zu dem macht, was er selbst ist, lehnt sie auch entrüstet ab. Ihren Wunsch, aufs Land zu ziehen, will er ihr nun auch erfüllen. Ach, er tut alles für sie und bekommt doch nicht, was er sich wünscht: ihre Liebe. *Seufz*
Er wirkt richtig ungefährlich und schwach, aber wenigstens Niccolo gegenüber zeigt er noch mal seine Zähne.

Ich frage mich, was Ludovico weiß. Warum warnt er Niccolo und warum sei dieser so ahnungslos und nicht gut für Valentine? Ist doch ein Werwolf in ihm, von dem er selbst noch nichts weiß?
Von Byron hört man hier kaum etwas, nur dass er eine Tochter hat, die er ihrer Mutter Claire auch noch wegnehmen will. Warum das denn? Was hat er mit der Tochter vor? Was Byron selbst wohl gerade treibt? Seine Freunde scheinen ja demonstrativ ein normales Leben zu führen, um ja nicht entdeckt zu werden. Ich hatte hier das Gefühl, dass Shelley wirklich nichts mehr damit zu tun haben will, so als ob er die Geschehnisse in Genf sogar schon bereut.
Niccolo kommt mir hier älter vor, was aber wohl auch daran liegt, dass er gelernt hat, sich auf Gesellschaften zu bewegen Aber wirklich gereifter empfinde ich ihn noch nicht. Seine Enttäuschung über die zurückhaltende Lebensweise der Shelleys kommt mir sehr unreif vor, wie bei einem Kind, dass festgestellt hat, dass es den Nikolaus gar nicht gibt. Immerhin ist deren Leben bedroht und ein guter Grund, „vernünftig“ zu werden.
Aber Niccolo ist immer noch ganz schön besessen von der ganzen Sache und wirkt immer noch irgendwie süchtig danach. Ob doch schon etwas Dunkles in ihm steckt, dass er die Sache nicht einfach auf sich beruhen lassen kann. Ludovicos seltsames Reden fällt mir hierzu wieder ein und ich bin gespannt, ob etwas Wölfisches in ihm steckt, das ihn antreibt oder doch nur kindische Neugier und Unvernunft ihm zum Verhängnis werden könnten.
Valentine gegenüber verhält er sich wieder sehr verletzend, finde ich. Da hat er auch noch nichts dazugelernt.

Er ist einfach abgehauen ohne ein Wort und macht ihr zum Vorwurf, sie hätte sich Ludovico an den Hals geworfen. Ich kann seinen Schmerz zwar gut verstehen, als er erfährt, dass Valentine doch eigentlich mit ihm zusammen leben wollte, so wie er sich das immer gewünscht hatte, aber dies wieder an ihr auszulassen, ist nicht gerade förderlich.

Niccolos Odyssee von einem Informant zum nächsten, um über die verschollen Dokumente etwas zu erfahren, lässt dann den Kreis wieder zu den Kirchenleuten, den Jägern von damals, schließen. Ich denke, er wird dann wohl nochmals mit ihnen zu tun bekommen... Wobei wir bei Gioana wären. Sie ist ja ganz schön gezeichnet von der damaligen Jagd! Allerdings scheint ihre Besessenheit, die Dämonen zu jagen nun eher größer geworden zu sein. Ob Ludovico da nicht einen Fehler gemacht hat, sie zu seinesgleichen gemacht zu haben? Oder hat sie vielleicht sogar abgelehnt und ist deshalb so stark in ihrem Drang, das Unheil endlich zu vernichten? Aber sie muss wohl angenommen haben, denn sonst wäre sie doch gestorben, oder?

Ganz besonders spannend fand ich auch hier wieder die Wolfsszenen. Hristo, der damals gefangene Wolf, ist also Sklave in den Silberminen. Aber ich dachte, er könnte sich nicht verwandeln? Oder konnte er nur nicht zu einer großen Bestie werden, wie die Wölfin?

Mir tut er wahnsinnig leid, wie er da gefoltert wird und die Gefährtin ständig nach ihm heult.

Ich finde die Geschichte immer noch sehr spannend und freue mich schon aufs Weiterlesen.