Autor Thema: 6 – Kapitel 14 bis Ende  (Gelesen 511 mal)

Offline Aldawen

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6 – Kapitel 14 bis Ende
« am: 14. Januar 2010, 22:38:41 »
Hier könnt Ihr zum Kapitel 14 bis zum Ende schreiben.

Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.


Kinywa ni jumba la maneno.
Der Mund ist der Palast der Worte.  –  Sprichwort aus Ostafrika

Offline Aldawen

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Re: 6 – Kapitel 14 bis Ende
« Antwort #1 am: 23. Januar 2010, 15:07:52 »
Hier ging's ja noch mal richtig rund  :o  Gebstetter zeigt sich mehrfach von seiner „allerbesten“ Seite. Als Whitehead niedergeschlagen wurde, dachte ich, jetzt wär's aber wirklich an der Zeit, dem das Handwerk zu legen, aber es ist natürlich richtig: Niemand hat's gesehen, nicht mal Whitehead selbst, und selbst dann stünde Aussage gegen Aussage. Pfiffig aber von Kaspanaze, Peter und Johanna eine Nachricht zu schicken. Warum diese dann zwar den Polizisten erreicht, aber sonst nicht mehr unternommen wird, wo dieser doch durchaus willig zu sein scheint, sich auch mit Gebstetter anzulegen, ist mir ein Rätsel. Was für Ansatzpunkte brauchen diese Idioten denn noch, um gegen diesen Schinder vorzugehen?

Immerhin ist nach der Szene zwischen Gebstetter, Peter und Jörg vor der Gastwirtschaft anzunehmen, daß Gebstetters ihres Lebens in dem Ort nicht mehr besonders froh werden, sondern von den anderen eher geschnitten werden. Recht geschieht's ihnen! Daß dieses Ekel natürlich auch noch mal am Abmarschtag auftauchen mußte, um Ärger zu machen, war dabei keine besondere Überraschung mehr, aber es war nicht besonders geschickt, sich ausgerechnet mit dem Onkel des mißhandelten Hütejungen anzulegen. Wie Hansjörg hier seine Krücken einsetzt, alle Achtung! Das hat mir aber so richtig, richtig gut gefallen  ;D

Ein bißchen arg dick aufgetragen war mir an diesem Ende zweierlei: Zum einen die Lovestory mit Happyend zwischen Peter und Johanna, auch wenn ich das schon etliche Seiten lang befürchtet hatte, und Kaspanazes rasche Bekehrung zum Lesen, die sogar in dem Wunsch gipfelt, ein Buch zu kaufen. Nicht, daß ich nicht verstehen könnte, daß man Bücher kaufen möchte, ich tue das ja selbst ständig, aber Kaspanaze nehme ich diese rasante Entwicklung irgendwie nicht ganz ab. Mag ja sein, daß ihn – trotz seines Widerwillens bei den Spazierfahrten mit Peter und Johanna als fünftes Rad am Wagen dabei zu sein, den ich durchauch nachvollziehen kann – Peter so beeindruckt hat, daß er seinen schulischen Leistungen nun mehr Aufmerksamkeit schenken will, aber trotzdem ... irgendwie ...

Insgesamt also ein doch recht versönliches Ende für Kaspanaze, der im nächsten Jahr von vornherein einen besseren Platz bekommen kann (denn auch wenn er selbst nicht unbedingt möchte, so kann ich mir nicht vorstellen, daß die elterliche Wirtschaft  sich in einem Jahr so erholt, daß man auf seine anderweitige Verpflegung und seinen Lohn verzichten kann und will), Gebstetter steht unter strengerer Beobachtung, und ob er noch einmal einen Schwabengänger ergattern kann, ist zumindest in Ansätzen zweifelhaft. Besser wäre es zumindest, denn im nächsten Jahr ist vermutlich kein Peter Whitehead zur Stelle, der ihn zur Raison rufen könnte.

Schönen Gruß,
Aldawen
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Offline yanni

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Re: 6 – Kapitel 14 bis Ende
« Antwort #2 am: 24. Januar 2010, 16:07:47 »
Für die Gebstetters ist Kaspanazes Verschwinden ein ziemliches Ärgernis. Wird man sie doch ständig fragen, wo der Tiroler abgeblieben ist. Eine Zeit lang klappt es mit der Krankmeldung ja noch, aber als sogar der Polizist nach dem Verbleib des Jungen fragt, wird's doch ungemütlich.

Als der Schwindel dann rauskommt, war ich fast enttäuscht, dass dem Gebstetter, außer dem Gerede der Leute, nicht noch eine Strafe wegen Irreführung oder so aufgebrummt wird.

Durch Kaspanazes Schreiben an Johanna erfahren sowohl sie als auch Whitehead wo er sich aufhält. DerAngriff auf Whitehead war ziemlich gewagt. Leider hat es keiner beobachtet.

Jörg Gründinger und Peter Whitehead gelingt es dann gemeinsam Kaspanazes Häs und Lohn einzufordern. Whitehead hatte schon recht, wenn er zu Jörg sagte, es lohne sich nicht sich an Gebstetter die Finger dreckig zu machen. Der hätte den Gründinger sicher angezeigt.

Überrascht hat mich, dass Johanna und Peter das Einverständnis von ihren Eltern zur Heirat erhalten haben. Schließlich war sie die einzige noch verbleibende Tochter und ihr Vater hatte ein Geschäft weiter zu geben!

Warum Kaspanaze sich mit einem Mal so sehr fürs Lesen interessierte konnte ich auch nicht nachvollziehen. Wollte er Johanna damit beeindrucken?

Für ihn ging das Arbeitsjahr in Schwaben dann noch gut zu Ende. Und so wie es aussieht wird er wohl im nächsten Jahr wieder bei Gründingers antreten.


Offline Elmar

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Re: 6 – Kapitel 14 bis Ende
« Antwort #3 am: 24. Januar 2010, 17:15:07 »
Für die Gebstetters ist Kaspanazes Verschwinden ein ziemliches Ärgernis. Wird man sie doch ständig fragen, wo der Tiroler abgeblieben ist. Eine Zeit lang klappt es mit der Krankmeldung ja noch, aber als sogar der Polizist nach dem Verbleib des Jungen fragt, wird's doch ungemütlich.

Als der Schwindel dann rauskommt, war ich fast enttäuscht, dass dem Gebstetter, außer dem Gerede der Leute, nicht noch eine Strafe wegen Irreführung oder so aufgebrummt wird.

Durch Kaspanazes Schreiben an Johanna erfahren sowohl sie als auch Whitehead wo er sich aufhält. DerAngriff auf Whitehead war ziemlich gewagt. Leider hat es keiner beobachtet.

Jörg Gründinger und Peter Whitehead gelingt es dann gemeinsam Kaspanazes Häs und Lohn einzufordern. Whitehead hatte schon recht, wenn er zu Jörg sagte, es lohne sich nicht sich an Gebstetter die Finger dreckig zu machen. Der hätte den Gründinger sicher angezeigt.

Überrascht hat mich, dass Johanna und Peter das Einverständnis von ihren Eltern zur Heirat erhalten haben. Schließlich war sie die einzige noch verbleibende Tochter und ihr Vater hatte ein Geschäft weiter zu geben!

Warum Kaspanaze sich mit einem Mal so sehr fürs Lesen interessierte konnte ich auch nicht nachvollziehen. Wollte er Johanna damit beeindrucken?

Für wen das nicht nachvollziehbar sein sollte, der lese "Felde's Traum", meinen anderen Roman aus dem Bregenzerwald.

Für ihn ging das Arbeitsjahr in Schwaben dann noch gut zu Ende. Und so wie es aussieht wird er wohl im nächsten Jahr wieder bei Gründingers antreten.



Offline yanni

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Re: 6 – Kapitel 14 bis Ende
« Antwort #4 am: 24. Januar 2010, 17:33:12 »
Warum Kaspanaze sich mit einem Mal so sehr fürs Lesen interessierte konnte ich auch nicht nachvollziehen. Wollte er Johanna damit beeindrucken?

Für wen das nicht nachvollziehbar sein sollte, der lese "Felde's Traum", meinen anderen Roman aus dem Bregenzerwald.


Danke für den Hinweis. Ich glaube mich zu erinnern, dass schon in einem anderen Abschnitt auf dieses Buch hingewiesen wurde. Dann werde ich mich über Felders Traum mal genauer informieren.

Offline nerolaan

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Re: 6 – Kapitel 14 bis Ende
« Antwort #5 am: 24. Januar 2010, 21:05:52 »
Hallo zusammen,

Freitag bin ich auch fertig geworden.

Immerhin ist nach der Szene zwischen Gebstetter, Peter und Jörg vor der Gastwirtschaft anzunehmen, daß Gebstetters ihres Lebens in dem Ort nicht mehr besonders froh werden, sondern von den anderen eher geschnitten werden. Recht geschieht's ihnen! Daß dieses Ekel natürlich auch noch mal am Abmarschtag auftauchen mußte, um Ärger zu machen, war dabei keine besondere Überraschung mehr, aber es war nicht besonders geschickt, sich ausgerechnet mit dem Onkel des mißhandelten Hütejungen anzulegen. Wie Hansjörg hier seine Krücken einsetzt, alle Achtung! Das hat mir aber so richtig, richtig gut gefallen  ;D

Oh, da hab ich ja dann wirklich gedacht: jetzt bekommt er Kaspanze doch noch und dachte wirklich, dass Gebstetter Kaspanze jetzt echt den Hals umdreht, so wütend wie der war. Zugetraut hätt ich es ihm!
Aber zum Glück kommen Whitehead und vor allem Hansjakob dazu und wie Hansjakob es dem Gebstetter zeigt...wow!  8)

Ein bißchen arg dick aufgetragen war mir an diesem Ende zweierlei: Zum einen die Lovestory mit Happyend zwischen Peter und Johanna, auch wenn ich das schon etliche Seiten lang befürchtet hatte, und Kaspanazes rasche Bekehrung zum Lesen, die sogar in dem Wunsch gipfelt, ein Buch zu kaufen. Nicht, daß ich nicht verstehen könnte, daß man Bücher kaufen möchte, ich tue das ja selbst ständig, aber Kaspanaze nehme ich diese rasante Entwicklung irgendwie nicht ganz ab. Mag ja sein, daß ihn – trotz seines Widerwillens bei den Spazierfahrten mit Peter und Johanna als fünftes Rad am Wagen dabei zu sein, den ich durchauch nachvollziehen kann – Peter so beeindruckt hat, daß er seinen schulischen Leistungen nun mehr Aufmerksamkeit schenken will, aber trotzdem ... irgendwie ...

Gut, das mit dem Lesen kommt mir auch zu plötzlich, aber das es ein Happy End zwischen Peter und Johanna gibt, war schon klar. Und ehrlich? Hätte es das nicht gegeben, wäre ich wohl unzufrieden. Die beiden passen gut zueinander und ich wäre echt enttäuscht, wenn die beiden nicht würden beianderbleiben können.

Insgesamt also ein doch recht versönliches Ende für Kaspanaze, der im nächsten Jahr von vornherein einen besseren Platz bekommen kann (denn auch wenn er selbst nicht unbedingt möchte, so kann ich mir nicht vorstellen, daß die elterliche Wirtschaft  sich in einem Jahr so erholt, daß man auf seine anderweitige Verpflegung und seinen Lohn verzichten kann und will), Gebstetter steht unter strengerer Beobachtung, und ob er noch einmal einen Schwabengänger ergattern kann, ist zumindest in Ansätzen zweifelhaft. Besser wäre es zumindest, denn im nächsten Jahr ist vermutlich kein Peter Whitehead zur Stelle, der ihn zur Raison rufen könnte.

Das sehe ich wie du.
Ich hoffe, Kaspanze nimmt das Angebot an, denn auch wenn er hofft, dass er nicht wieder fortmuss, so denke ich auch, dass es doch im nächsten Jahr wieder so weit sein wird.
Gebstetter wird zwar unter Beobachtung stehen, aber ich denke, dass er dennoch wieder ein Hütekind aufnehmen wird können  :(

Offline Murkxsi

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Re: 6 – Kapitel 14 bis Ende
« Antwort #6 am: 25. Januar 2010, 10:35:04 »
Alles wird gut!  :)

Es gibt ein Liebes-Happy-End (auf das ich auch hätte verzichten können), der Gebstetter bekommt noch mal eins auf die Mütze (Verhaftung wäre zwar gerechter aber unrealistisch gewesen), Kaspanaze hat für die nächsten Jahre ein sicheres Heim gefunden, seinen Lohn und seine Klamotten hat er sogar wiederbekommen und ein zweites Buch und ein schönes Messer dazu (das ist nur gerecht) ....  also alles Friede Freude Eierkuchen.

Ich kann mir schon vorstellen, dass Kaspanaze das Lesen für sich entdeckt hat, denn die vielen Erlebnisse lasten doch schwer auf einen 9jährigen, und so kann er mit seiner Fantasie durch die Bücher ein wenig abschalten, träumen.... ja sogar fliegen. Ich weiß nicht genau, wann ich meine Leidenschaft zu Büchern entdeckt habe (ebenfalls sehr früh in der Grundschule), aber plötzlich ist es eben da. Deshalb finde ich es nicht unrealistisch.

Was mir allerdings fehlt, ist ein Wiedersehen mit den Eltern und ob daheim alles gut gelaufen ist (Brüderchen oder Schwesterchen, keine weiteren Schicksalsschläge mehr, alle Wohlauf incl. Großvater etc.) Ich denke mir, dass die Eltern vor Sorge bestimmt einige schlaflose Nächte verbracht haben, weil sie ja in der ganzen Zeit nicht wussten, wie es ihrem Sprössling erging.

Diese Wiedersehensszene und auch die Begrüßung der Schwabenkinder, wenn sie wieder in ihr Dorf zurückkommen, hätte mir mehr bedeutet als die Liebesgeschichte.

LG Murkxsi





Offline yanni

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Re: 6 – Kapitel 14 bis Ende
« Antwort #7 am: 25. Januar 2010, 11:16:59 »
Diese Wiedersehensszene und auch die Begrüßung der Schwabenkinder, wenn sie wieder in ihr Dorf zurückkommen, hätte mir mehr bedeutet als die Liebesgeschichte.

Ich denke, genau das war es, was mir am Ende des Buches fehlte.

Offline Saltanah

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Re: 6 – Kapitel 14 bis Ende
« Antwort #8 am: 25. Januar 2010, 12:58:52 »
Es gibt ein Liebes-Happy-End (auf das ich auch hätte verzichten können), der Gebstetter bekommt noch mal eins auf die Mütze (Verhaftung wäre zwar gerechter aber unrealistisch gewesen), Kaspanaze hat für die nächsten Jahre ein sicheres Heim gefunden, seinen Lohn und seine Klamotten hat er sogar wiederbekommen und ein zweites Buch und ein schönes Messer dazu (das ist nur gerecht) ....  also alles Friede Freude Eierkuchen.

Ja wirklich - Friede Freude Eierkuchen. Wobei ich das hier noch recht gut akzeptieren kann. Dass die Liebesgeschichte ein Happy End nehmen würde, war ja von Anfang an klar (ich hätte weniger auf ihr Happy End als auf die gesammte Liebesgeschichte verzichtet). Die Episode mit  Hansjakob und Gebstetter war mir eigentlich auch zu sehr Hollywood - "das Böse muss bestraft werden" - aber doch sooo befriedigend.

Ich kann mir schon vorstellen, dass Kaspanaze das Lesen für sich entdeckt hat, denn die vielen Erlebnisse lasten doch schwer auf einen 9jährigen, und so kann er mit seiner Fantasie durch die Bücher ein wenig abschalten, träumen.... ja sogar fliegen.

Ich kann es mir auch vorstellen. Alles was Kaspanaze brauchte, war ein Buch, das ihm zeigt, wie Lesen andere Welten öffnen und Alternativen schaffen kann. Dass er das öfter haben will, ist mir gut verständlich.

Was mir allerdings fehlt, ist ein Wiedersehen mit den Eltern und ob daheim alles gut gelaufen ist (Brüderchen oder Schwesterchen, keine weiteren Schicksalsschläge mehr, alle Wohlauf incl. Großvater etc.)

Hier allerdings habe ich ganz anders reagiert. Ich habe die Beschreibung der glücklichen Heimkehr mit vielen Umarmungen, Glückstränen, dem neuen Geschwisterchen, etc. befürchtet und war angenehm überrascht, dass sie fehlt. Die letzte Szene ist doch einfach stark, das Bild wird mir wohl im Gedächtnis bleiben - was dann kommt, können wir uns selbst denken.

Offline Elmar

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Re: 6 – Kapitel 14 bis Ende
« Antwort #9 am: 26. Januar 2010, 20:09:21 »
Es gibt ein Liebes-Happy-End (auf das ich auch hätte verzichten können), der Gebstetter bekommt noch mal eins auf die Mütze (Verhaftung wäre zwar gerechter aber unrealistisch gewesen), Kaspanaze hat für die nächsten Jahre ein sicheres Heim gefunden, seinen Lohn und seine Klamotten hat er sogar wiederbekommen und ein zweites Buch und ein schönes Messer dazu (das ist nur gerecht) ....  also alles Friede Freude Eierkuchen.

Ja wirklich - Friede Freude Eierkuchen. Wobei ich das hier noch recht gut akzeptieren kann. Dass die Liebesgeschichte ein Happy End nehmen würde, war ja von Anfang an klar (ich hätte weniger auf ihr Happy End als auf die gesammte Liebesgeschichte verzichtet). Die Episode mit  Hansjakob und Gebstetter war mir eigentlich auch zu sehr Hollywood - "das Böse muss bestraft werden" - aber doch sooo befriedigend.

Ich kann mir schon vorstellen, dass Kaspanaze das Lesen für sich entdeckt hat, denn die vielen Erlebnisse lasten doch schwer auf einen 9jährigen, und so kann er mit seiner Fantasie durch die Bücher ein wenig abschalten, träumen.... ja sogar fliegen.

Ich kann es mir auch vorstellen. Alles was Kaspanaze brauchte, war ein Buch, das ihm zeigt, wie Lesen andere Welten öffnen und Alternativen schaffen kann. Dass er das öfter haben will, ist mir gut verständlich.

Was mir allerdings fehlt, ist ein Wiedersehen mit den Eltern und ob daheim alles gut gelaufen ist (Brüderchen oder Schwesterchen, keine weiteren Schicksalsschläge mehr, alle Wohlauf incl. Großvater etc.)

Hier allerdings habe ich ganz anders reagiert. Ich habe die Beschreibung der glücklichen Heimkehr mit vielen Umarmungen, Glückstränen, dem neuen Geschwisterchen, etc. befürchtet und war angenehm überrascht, dass sie fehlt. Die letzte Szene ist doch einfach stark, das Bild wird mir wohl im Gedächtnis bleiben - was dann kommt, können wir uns selbst denken.

Als Autor steht man natürlich immer irgendwo  "dazwischen". Da schon genug geweint wurde, habe ich mich zu einem Schluss entschlossen, der Platz für die eigene Phantasie lässt und habe Kaspanaze nach Hause fliegen lassen, wovon er ja auch im Schwabenland immer wieder geträumt hat. Zudem verlief die Heimkehr der Kinder weit weniger emotional als die Abreise -  oder wie es das Schwabenkind Franz Kurz schildert, nachdem er auf der Heimreise fast erfroren wäre :
„In Pettneu, wo ich freudig mein Elternhaus betrat, nahm ich die 3 Taler aus der Tasche und überreichte sie meinem Vater mit den stolzen Worten: Schau Vater, das hat der Franzl verdient!“


Offline nerolaan

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Re: 6 – Kapitel 14 bis Ende
« Antwort #10 am: 27. Januar 2010, 22:26:09 »
Als Autor steht man natürlich immer irgendwo  "dazwischen". Da schon genug geweint wurde, habe ich mich zu einem Schluss entschlossen, der Platz für die eigene Phantasie lässt und habe Kaspanaze nach Hause fliegen lassen, wovon er ja auch im Schwabenland immer wieder geträumt hat. Zudem verlief die Heimkehr der Kinder weit weniger emotional als die Abreise -  oder wie es das Schwabenkind Franz Kurz schildert, nachdem er auf der Heimreise fast erfroren wäre :
„In Pettneu, wo ich freudig mein Elternhaus betrat, nahm ich die 3 Taler aus der Tasche und überreichte sie meinem Vater mit den stolzen Worten: Schau Vater, das hat der Franzl verdient!“



Das stimmt schon.
Aber ich finde, dass Ende dennoch gut.
Im ersten Moment war es nur so "enttäuschend", weil man dann doch Abschied nehmen musste und Kaspanze war/ist mir doch schon sehr ans Herz gewachsen. Ich fand  ihn goldig  :-[

Offline Papyrus

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Re: 6 – Kapitel 14 bis Ende
« Antwort #11 am: 31. Januar 2010, 14:26:44 »
Mir hat das Ende gut gefallen. Ich mag es, wenn Platz bleibt für die eigene Fantasie.
Auf die nebenher laufende Liebesgeschichte hätte ich auch gut verzichten können, auch wenn sie glücklicherweise nicht sehr ausgebreitet worden ist.

Das Gebstetter noch mal so richtig verdroschen wurde fand ich herrlich. Ich kann mir gut vorstellen, dass so etwas öfter vorkam. Das die Behörden machtlos gegen diesen Mann waren, hat man ja schon festegestellt, da hilft nur selber draufhauen (eigentlich bin ich gegen Selbstjustiz) aber hier hat es mir gefallen  :-[

Und das Kaspananze doch etwas Gutes von seiner "Reise" mit nach Hause nehmen konnte, fand ich jetzt nicht so unrealistisch. Er hat Bücher für sich entdeckt. Am heimischen Hof hätte er die Möglichkeit wohl nicht erhalten, auch hier hatte ihm ja eher der Zufall zum Buch gebracht. In allem Schlechten steckt eben auch etwas Gutes.
Lesende Grüße
Papyrus

Offline nerolaan

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Re: 6 – Kapitel 14 bis Ende
« Antwort #12 am: 31. Januar 2010, 20:24:21 »
Das Gebstetter noch mal so richtig verdroschen wurde fand ich herrlich. Ich kann mir gut vorstellen, dass so etwas öfter vorkam. Das die Behörden machtlos gegen diesen Mann waren, hat man ja schon festegestellt, da hilft nur selber draufhauen (eigentlich bin ich gegen Selbstjustiz) aber hier hat es mir gefallen  :-[

Mag ich eigentlich auch nicht. Aber Gebstetter braucht zwischendrin auch mal eine Abreibung, und wenn es die Behörden nicht machen, müssen eben andere ran...

Offline Breña

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Re: 6 – Kapitel 14 bis Ende
« Antwort #13 am: 01. Februar 2010, 01:19:18 »
Hallo zusammen,

das Wichtigste habt ihr schon angesprochen, das muss ich nicht unbedingt wiederholen. Zwei Dinge sind mir aber noch aufgefallen: Zum einen gab es meiner Meinung nach im letzten Leseabschnitt durch die kurzen Kapitel einen Bruch, zumindest reichte es um mir deutlich, aber nicht unbedingt unangenehm aufzufallen (im Gegenteil, vorher habe ich mich manchmal gefragt, warum manche Kapitel nicht unterteilt waren). Zum anderen empfand ich nicht nur die Liebesgeschichte zwischen Whitehead und Johanna als (verzichtbares) Beiwerk sondern auch den Rückblick auf Whiteheads Familiengeschichte. Der Brief seines Verlegers hingegen war ein interessanter Einschub. Wirklich verzichtbar war für mich die Geschichte der Magd der Gründinger. Ihre Einführung hat bei mir die Erwartung geweckt, dass sie noch eine wichtigere Rolle spielen wird.


Was für Ansatzpunkte brauchen diese Idioten denn noch, um gegen diesen Schinder vorzugehen?

Das habe ich mich auch gefragt. Aber immerhin ist der Gebstetter zu guter Letzt zum Außenseiter geworden und kann sich seinen "Respekt" auch nicht mehr mit Bier erkaufen, das ist für ihn wahrscheinlich die schlimmste Strafe. Trotzdem war es eine ungemeine Genugtuung, wie er von Hansjakob verprügelt wurde. ;D

Insgesamt also ein doch recht versönliches Ende für Kaspanaze, der im nächsten Jahr von vornherein einen besseren Platz bekommen kann (denn auch wenn er selbst nicht unbedingt möchte, so kann ich mir nicht vorstellen, daß die elterliche Wirtschaft  sich in einem Jahr so erholt, daß man auf seine anderweitige Verpflegung und seinen Lohn verzichten kann und will),

Wer weiß, ob er sich dann nicht - wie manch anderer - auf den Sommer im Schwabenland freut? Schließlich hat er es auf dem Gründinger-Hof gut getroffen und alle seine Freunde sind den Sommer über fort. Die Entscheidung der Eltern dürfte zumindest nicht so schwer fallen wir beim ersten Mal, besonders wenn Kaspanaze sich wieder mit seinen Geschwistern um jeden Bissen streiten muss.

Was mir allerdings fehlt, ist ein Wiedersehen mit den Eltern und ob daheim alles gut gelaufen ist [...]

Das Ende hat mir, so wie es war, gut gefallen, auch wenn es etwas abrupt kam; die Wiedersehensfreude im Dorf kann ich mir gut vorstellen und ich bin ähnlich wie Saltanah froh über die ungewöhliche Schlußszene.

Viele Grüße
Breña
"It is not true that we have only one life to live; if we can read, we can live as many more lives and as many kinds of lives as we wish."  S.I. Hayakawa

Offline Saltanah

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Re: 6 – Kapitel 14 bis Ende
« Antwort #14 am: 02. Februar 2010, 05:17:51 »
Wirklich verzichtbar war für mich die Geschichte der Magd der Gründinger.

Das fand ich gar nicht. Mir hat es im Gegenteil gefallen, wie nebenbei noch ein paar weitere Einblicke in die Lebensbedingungen der damaligen Zeit geboten wurden. Da war ja z. B. auch das Kind, das früher in einer Fabrik gearbeitet hatte und wir so einen kleinen Eindruck von den Bedingungen in der Industrie bekamen. Die Magd bekam größeren Platz, weil sie auch in Kaspanazes Leben wichtiger war.