Hier ging's ja noch mal richtig rund

Gebstetter zeigt sich mehrfach von seiner „allerbesten“ Seite. Als Whitehead niedergeschlagen wurde, dachte ich, jetzt wär's aber wirklich an der Zeit, dem das Handwerk zu legen, aber es ist natürlich richtig: Niemand hat's gesehen, nicht mal Whitehead selbst, und selbst dann stünde Aussage gegen Aussage. Pfiffig aber von Kaspanaze, Peter und Johanna eine Nachricht zu schicken. Warum diese dann zwar den Polizisten erreicht, aber sonst nicht mehr unternommen wird, wo dieser doch durchaus willig zu sein scheint, sich auch mit Gebstetter anzulegen, ist mir ein Rätsel. Was für Ansatzpunkte brauchen diese Idioten denn noch, um gegen diesen Schinder vorzugehen?
Immerhin ist nach der Szene zwischen Gebstetter, Peter und Jörg vor der Gastwirtschaft anzunehmen, daß Gebstetters ihres Lebens in dem Ort nicht mehr besonders froh werden, sondern von den anderen eher geschnitten werden. Recht geschieht's ihnen! Daß dieses Ekel natürlich auch noch mal am Abmarschtag auftauchen mußte, um Ärger zu machen, war dabei keine besondere Überraschung mehr, aber es war nicht besonders geschickt, sich ausgerechnet mit dem Onkel des mißhandelten Hütejungen anzulegen. Wie Hansjörg hier seine Krücken einsetzt, alle Achtung! Das hat mir aber so richtig, richtig gut gefallen

Ein bißchen arg dick aufgetragen war mir an diesem Ende zweierlei: Zum einen die Lovestory mit Happyend zwischen Peter und Johanna, auch wenn ich das schon etliche Seiten lang befürchtet hatte, und Kaspanazes rasche Bekehrung zum Lesen, die sogar in dem Wunsch gipfelt, ein Buch zu kaufen. Nicht, daß ich nicht verstehen könnte, daß man Bücher kaufen möchte, ich tue das ja selbst ständig, aber Kaspanaze nehme ich diese rasante Entwicklung irgendwie nicht ganz ab. Mag ja sein, daß ihn – trotz seines Widerwillens bei den Spazierfahrten mit Peter und Johanna als fünftes Rad am Wagen dabei zu sein, den ich durchauch nachvollziehen kann – Peter so beeindruckt hat, daß er seinen schulischen Leistungen nun mehr Aufmerksamkeit schenken will, aber trotzdem ... irgendwie ...
Insgesamt also ein doch recht versönliches Ende für Kaspanaze, der im nächsten Jahr von vornherein einen besseren Platz bekommen kann (denn auch wenn er selbst nicht unbedingt möchte, so kann ich mir nicht vorstellen, daß die elterliche Wirtschaft sich in einem Jahr so erholt, daß man auf seine anderweitige Verpflegung und seinen Lohn verzichten kann und will), Gebstetter steht unter strengerer Beobachtung, und ob er noch einmal einen Schwabengänger ergattern kann, ist zumindest in Ansätzen zweifelhaft. Besser wäre es zumindest, denn im nächsten Jahr ist vermutlich kein Peter Whitehead zur Stelle, der ihn zur Raison rufen könnte.
Schönen Gruß,
Aldawen