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5 – Kapitel 13

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Aldawen:
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Aldawen:
Hui, dieses Kapitel hatte es ja wirklich in sich! Da muß ich erstmal durchatmen. Gebstetters gönnen Kaspanaze nicht mal die Prozession mit allem drum und dran. Kein Wunder, wenn man sich derartig aufführt und immer daran denken muß, daß durch bloßes Aussprechen der Wahrheit das eigene Ansehen beschädigt wird, dann muß man ja auch paranoid werden.

Kaspanaze und Vinzenz entwickeln sich zu einem tollen Team, der eine verdreht den Hahn, der andere überschüttet die Bäuerin mit Heu  :D  Naja, Ludmillas Zeit auf dem Hof ist ja wohl vorbei. Wobei mich wundert, daß Kaspanaze so gar keine Vorstellung hat, was da zwischen Gebstetter und der Magd abläuft. Er kennt das doch von Tieren schließlich auch, seine Geschwister sind alle jünger, die Mutter schwanger, also wird er doch schon wissen, daß das bei Menschen nicht so viel anders ist, oder?   ???

Die Krönung ist aber wirklich das Verhalten der Gebstetters rund um den Tod des Großvaters. Der Junge ist eh völlig durcheinander, weil man ja nun schließlich nicht alle Tage erhängte Leute im Wald rumhängen sieht, und wenn er dann mit Pastor spricht, der ja zumindest einigermaßen unverdächtig im Hinblick aufs Weitertratschen sein sollte, dann regen sie sich auch noch. Sollen sie sich halt anständig benehmen und den eigenen Vater nicht mit so ungebührlicher Eile unter die Erde bringen wollen, dann fällt auch das Gerede aus. Zwiespältig sehe ich die Rolle des Doktors. Grundsätzlich hat er es ja gut gemeint mit Kaspanaze, daß er ihm einen Ausweg aus dem Dilemma des Lügen-Sollens aber nicht -Wollens gezeigt hat. Aber sollte er sich als Arzt nicht auch dafür interessieren, daß der Junge offensichtlich nicht gesund aussieht, wenn das schon Nicht-Medizinern auffällt? Wie vereinbart er das denn mit seinem hippokratischen Eid? Nein, nein, Herr Doktor, das war ungenügend. Die Reaktion der Gebstetters zeigt dann aber endgültig, daß sie nicht mehr zurechnungsfähig sind   :o  Sie können ja von Glück sagen, daß Vinzenz Kaspanaze noch rechtzeitig vorm Ertrinken aus dem Trog gezerrt hat. Die Leiche des Hütejungen hätten sie wohl schwerlich erklären können und da hätte wohl auch der Doktor nicht mehr mit sich reden lassen. Kaspanazes Reaktion war daher höchst verständlich. Ich habe mich ganz ordentlich erschrocken, als er anfing mit dem Feuer herumzuspielen, aber daß Abfackeln vielleicht doch nicht die beste Lösung ist, hat er ja noch selbst eingesehen. Da beweist er für seine neun Jahre eine erstaunliche Reife, auch wenn er es vor allem Vinzenz und Priska zuliebe unterläßt.

Nun hat er also neue Unterkunft gefunden. Die Gründingers scheinen ja nette Leute zu sein, auch wenn sie entschieden zu viel redet. Ihr Mann scheint aber im Laufe der Jahre Taktiken entwickelt zu haben, das Gröbste zu unterbinden  :D  Problematisch ist natürlich, daß niemand weiß, wo Kaspanaze abgeblieben ist. Whitehead wird sich vermutlich Sorgen machen und vielleicht sogar nach ihm fahnden. Ob sich die Polizei dafür interessiert? Eher nicht. Und Gebstetters können unter diesen Umständen womöglich noch den Lohn einbehalten, zumindest nehme ich an, daß sie das versuchen werden. Ob Gebstetter wieder einen Tobsuchtsanfall bekommt und Kaspanaze wiederhaben will? Aber was hat Frau Gründinger gemeint, wenn sie ihrem Mann Geschick zum Einrenken von irgendwelchen schwierigen Angelegenheiten bescheinigt? Da könnte sich noch ein Konflikt aufschaukeln. Wenn Gebstetter auf Antonia Gründinger trifft, habe ich aber eine Vermutung, wer gewinnt  ;D

Schönen Gruß,
Aldawen

nerolaan:
Hallo zusammen,

ich habe diesen Abschnitt eben gelesen und mir wäre fast der Atem gestockt...  :o


--- Zitat von: Aldawen am 22. Januar 2010, 21:18:34 ---Hui, dieses Kapitel hatte es ja wirklich in sich! Da muß ich erstmal durchatmen. Gebstetters gönnen Kaspanaze nicht mal die Prozession mit allem drum und dran. Kein Wunder, wenn man sich derartig aufführt und immer daran denken muß, daß durch bloßes Aussprechen der Wahrheit das eigene Ansehen beschädigt wird, dann muß man ja auch paranoid werden.
--- Ende Zitat ---

Ja, das wundert mich: das die einfach nicht einsehen, dass sie durch ihr Verhalten noch mehr Grund zum Tratschen geben, als es Kaspanze je hätte machen können. Das schlimmste für mich ist aber immernoch, dass die einfach mit allem durchkommen!  >:(


--- Zitat von: Aldawen am 22. Januar 2010, 21:18:34 ---Wobei mich wundert, daß Kaspanaze so gar keine Vorstellung hat, was da zwischen Gebstetter und der Magd abläuft. Er kennt das doch von Tieren schließlich auch, seine Geschwister sind alle jünger, die Mutter schwanger, also wird er doch schon wissen, daß das bei Menschen nicht so viel anders ist, oder?
--- Ende Zitat ---

Das hat mich auch ein wenig gewundert. Anderseits: er ist erst neun und bei ihm zu Hause sind Affären mit der Magd ja nicht an der Tagesordnung und wer weiß, was man ihm über die Schwangerschaft seiner Mutter beigebracht hat..?  :-\ Ich denke, dass es doch realistisch ist, dass er es nicht weiß.


--- Zitat von: Aldawen am 22. Januar 2010, 21:18:34 ---Die Krönung ist aber wirklich das Verhalten der Gebstetters rund um den Tod des Großvaters. Der Junge ist eh völlig durcheinander, weil man ja nun schließlich nicht alle Tage erhängte Leute im Wald rumhängen sieht, und wenn er dann mit Pastor spricht, der ja zumindest einigermaßen unverdächtig im Hinblick aufs Weitertratschen sein sollte, dann regen sie sich auch noch. Sollen sie sich halt anständig benehmen und den eigenen Vater nicht mit so ungebührlicher Eile unter die Erde bringen wollen, dann fällt auch das Gerede aus. Zwiespältig sehe ich die Rolle des Doktors. Grundsätzlich hat er es ja gut gemeint mit Kaspanaze, daß er ihm einen Ausweg aus dem Dilemma des Lügen-Sollens aber nicht -Wollens gezeigt hat. Aber sollte er sich als Arzt nicht auch dafür interessieren, daß der Junge offensichtlich nicht gesund aussieht, wenn das schon Nicht-Medizinern auffällt? Wie vereinbart er das denn mit seinem hippokratischen Eid? Nein, nein, Herr Doktor, das war ungenügend. Die Reaktion der Gebstetters zeigt dann aber endgültig, daß sie nicht mehr zurechnungsfähig sind   :o  Sie können ja von Glück sagen, daß Vinzenz Kaspanaze noch rechtzeitig vorm Ertrinken aus dem Trog gezerrt hat. Die Leiche des Hütejungen hätten sie wohl schwerlich erklären können und da hätte wohl auch der Doktor nicht mehr mit sich reden lassen. Kaspanazes Reaktion war daher höchst verständlich. Ich habe mich ganz ordentlich erschrocken, als er anfing mit dem Feuer herumzuspielen, aber daß Abfackeln vielleicht doch nicht die beste Lösung ist, hat er ja noch selbst eingesehen. Da beweist er für seine neun Jahre eine erstaunliche Reife, auch wenn er es vor allem Vinzenz und Priska zuliebe unterläßt.
--- Ende Zitat ---

Ja, das sehe ich wie du. Das Verhalten des Artzes konnte ich auch nur schwer nachvollziehen. Andererseits wird es sich wohl bei ihm änhlich wie mit dem Pfarrer verhalten: sich einmischen heißt evt. den Frieden der Gemeinde zu brechen.
Das Kaspanze übrigens abhaut hat mich nicht gewundert. Im Gegenteil: mich wundert es, dass er so lange dann doch gewartet hat.


--- Zitat von: Aldawen am 22. Januar 2010, 21:18:34 ---Aber was hat Frau Gründinger gemeint, wenn sie ihrem Mann Geschick zum Einrenken von irgendwelchen schwierigen Angelegenheiten bescheinigt?

--- Ende Zitat ---

Das hab ich auch nicht verstanden.  ??? Ich hoffe nur, dass Kaspanze es bei den Gründingern gut hat und nicht wieder zurück muss...aber da schwant mir ja noch irgendwie böses, denn es wäre zu einfach, wenn er jetzt einfach da bleiben könnte.  :(

yanni:
Zwar hat Kaspanaze einen freien Tag beim Blutritt, muss sich dafür vom Gebstetter wieder allhand gefallen lassen.
Und dann fängt schon das Heuen an und Kaspanaze kommt kaum mehr zum Schlafen. Dass der Gebstetter ihm da nicht frei geben will, kann ich sogar verstehen. Whitehead, der doch eigentlich auch aus einer bäuerlichen Familie stammt, sollte eigentlich wissen, dass zu dieser Zeit alles hinten anstehen muss. Glücklicherweise ist  Johanna da, um ihn vor weiteren Maßnahmen abzuhalten.

Dass Kaspanaze nichts mit dem Gerede zwischen dem Gebstetter und der Ludmilla anfangen konnte, fand ich schon glaubwürdig.
Er konnte ja auch noch keinen Zusammenhang zwischen den dicken Bauch der Mutter und dem neuen Geschwisterchen herstellen. Daheim haben sie nur eine kleine Landwirtschaft, so dass er vielleicht nie dabei war, wenn die Kühe oder Schweine zum Decken gebracht wurden.

Ganz schrecklich fand ich die Szene mit dem Großvater. Als der Schuh hinter ihm landete, wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass sich der Alte da aufgehängt hat.  :o  So ein Erhängter ist kein schöner Anblick und muss für so einen kleinen Kerl ein fürchterliches Trauma sein.
Wie roh der Gebstetter mit der Situation umgeht. Sogar den Doktor will er bestechen. Warum der letztendlich einwilligte weiß ich immer noch nicht sicher. Ich hoffe aus dem gleichen Grund, wie meiner Meinung nach der Pastor auch. Damit der alte Gebstetter ein ordentliches Begräbnis bekommt wie er es verdient hat.


--- Zitat von: nerolaan am 22. Januar 2010, 22:31:06 ---Ja, das sehe ich wie du. Das Verhalten des Artzes konnte ich auch nur schwer nachvollziehen. Andererseits wird es sich wohl bei ihm änhlich wie mit dem Pfarrer verhalten: sich einmischen heißt evt. den Frieden der Gemeinde zu brechen.

--- Ende Zitat ---

Mich wundert da nur, dass keiner, auch nicht der Arzt, auf die Idee kommen dieser Kommission mal einen Tipp zu geben. Ich hab nun eigentlich keine rechte Ahnung wofür die zuständig ist, aber da der Gebstetter so eine Angst davor hat und sie immer im Zusammenhang mit den Schwabenkindern auftaucht, nehme ich an, dass sie da etwas unternehmen könnte.
Ich denke, wenn statt dem Hansjakob der örtliche Pfarrer wieder mitgegangen wäre ins Schwabenland, dann hätte der eventuell dafür gesorgt, dass keines seiner Kinder an so einen Schinder vermittelt worden wäre. Mit der Zeit lernt man diese Typen ja kennen.

Die Gewissensnot des Kaspanaze treibt es dann auf die Spitze. Sein Gespräch mit dem Pfarrer lässt die Gebstetters völlig durchdrehen und wenn der Vinzenz nicht rechtzeitig gekommen wäre, hätte der Junge die Sache wahrscheinlich nicht überlebt.
Dass er darauf hin das Weite sucht ist doch ganz normal. Als er das Stroh anzündete, bekam ich schon einen Schreck. Zum Glück hat sich sein Verstand früh genug wieder eingeschaltet, weil er die Kuh und dem Vinzenz nichts antun wollte. Wenn die beiden nicht gewesen wäre, ich weiß nicht ...

Endlich wird es für ihn besser. Bei den Gründingers scheint er es viel besser zu haben, auch wenn dort noch mehr Arbeit zu tun ist. Die beiden scheinen freundliche Leute zu sein. Nur sein Gehör muss er lernen abzuschalten.  ;)
Vielleicht kann der Gründinger ihm sogar sein Häs und seinen Lohn noch beschaffen.

Aldawen:

--- Zitat von: yanni am 23. Januar 2010, 15:02:02 ---Whitehead, der doch eigentlich auch aus einer bäuerlichen Familie stammt, sollte eigentlich wissen, dass zu dieser Zeit alles hinten anstehen muss. Glücklicherweise ist  Johanna da, um ihn vor weiteren Maßnahmen abzuhalten.

--- Ende Zitat ---

Naja, aber das ist ein Tag, an dem doch wohl wirklich alle aus der Umgebung bei der Prozession sind. Und nur Kaspanaze soll Kühe hüten? Das wäre ja nun auch nicht richtig, schon gar nicht, wenn es für die Schwabengeher quasi ein verbriefter Frei-Tag ist.


--- Zitat von: yanni am 23. Januar 2010, 15:02:02 ---Mich wundert da nur, dass keiner, auch nicht der Arzt, auf die Idee kommen dieser Kommission mal einen Tipp zu geben. Ich hab nun eigentlich keine rechte Ahnung wofür die zuständig ist, aber da der Gebstetter so eine Angst davor hat und sie immer im Zusammenhang mit den Schwabenkindern auftaucht, nehme ich an, dass sie da etwas unternehmen könnte.

--- Ende Zitat ---

Ja, das ist schon erstaunlich, stimmt.
 

--- Zitat von: yanni am 23. Januar 2010, 15:02:02 ---Ich denke, wenn statt dem Hansjakob der örtliche Pfarrer wieder mitgegangen wäre ins Schwabenland, dann hätte der eventuell dafür gesorgt, dass keines seiner Kinder an so einen Schinder vermittelt worden wäre. Mit der Zeit lernt man diese Typen ja kennen.

--- Ende Zitat ---

Ach, ich weiß nicht, ob der örtlicher Pfarrer als Begleiter besser gewesen wäre. Das hat Alois im Jahr zuvor ja auch nicht davor bewahrt, beim Gebstetter zu landen ...

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