Autor Thema: Allgemeine Fragen an Elmar Bereuter  (Gelesen 433 mal)

Offline Aldawen

  • Msomaji mkubwa
  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1099
Allgemeine Fragen an Elmar Bereuter
« am: 14. Januar 2010, 22:40:00 »
Hier ist Platz für Fragen an Elmar Bereuter, die nicht direkt etwas mit dem Buch Die Schwabenkinder zu tun haben.
Kinywa ni jumba la maneno.
Der Mund ist der Palast der Worte.  –  Sprichwort aus Ostafrika

Offline nerolaan

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 225
Re: Allgemeine Fragen an Elmar Bereuter
« Antwort #1 am: 17. Januar 2010, 20:40:50 »
Hallo Elmar,

ich habe eben mal ein wenig gestöbert und gesehen, dass zwei Deiner Romane sich mit der Hexenverfolgung beschäftigen.
Das ist ja doch ein gänzlich anderes Thema wie jetzt in "Schwabenkinder".
Wie kam es dazu? Bist du generell an Geschichte interessiert?  :)

LG
Nerolaan

Offline Elmar

  • Autor(in) / Author
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 17
Re: Allgemeine Fragen an Elmar Bereuter
« Antwort #2 am: 20. Januar 2010, 18:17:54 »
Hallo Elmar,

ich habe eben mal ein wenig gestöbert und gesehen, dass zwei Deiner Romane sich mit der Hexenverfolgung beschäftigen.
Das ist ja doch ein gänzlich anderes Thema wie jetzt in "Schwabenkinder".
Wie kam es dazu? Bist du generell an Geschichte interessiert?  :)

LG
Nerolaan
Hallo Nerolaan,

das ergab sich eigentlich aus den Filmarbeiten zum Schwabenkinder-Dokumentarfilm "Daheim wären wir verhungert". Nach Recherchen dazu in Ravensburg fragte mich die Redakteurin, weshalb es in Ravensburg Hexenverfolgungen gab,  dagegen nicht in Innsbruck. Ich hatte keine Ahnung und auch keine Lust, den 1.327sten Hexenroman zu schreiben. Als ich jedoch in beiden Orten auf den Namen "Heinrich Institoris" stieß, war ich wie elektrisiert, zudem ich auch noch nach und nach feststellen musste, dass sich fast alles, was die Verfolgungen dokumentiert auf diejenige  Zeit beschränkt, in der die großen Verfolgungswellen stattfanden. Von den Anfängen und den Ursachen - ein Klimawandel mit einer einsetzenden Kaltzeit - gab es in allgemein verständlicher Form eigentlich nichts. Es war wie eine große Wand, welche die Sicht versperrte und für mich eine Herausforderung, zu versuchen, einen Blick dahinter zu werfen. Mit zunehmenden Staunen musste ich dann feststellen, das von dem, was wir über Hexenverfolgungen zu wissen glauben, nur noch wenig übrig bleibt und insbesondere die Rolle der Kirche eine ganz andere war, als immer wieder kolportiert wird.

Generell bin ich an Geschichte interessiert, aber nicht ausschließlich. Wenn ich jedoch über ein Thema schreibe, geht es mir um die Darstellung von Ereignissen, die auch historisch gesehen einer Prüfung stand halten. So sind sowohl im "Hexenhammer" als auch im "Lichtfänger" die Verhöre soweit es möglich war im Original-Wortlaut aus den Protokollen wiedergegeben.

Offline nerolaan

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 225
Re: Allgemeine Fragen an Elmar Bereuter
« Antwort #3 am: 20. Januar 2010, 21:32:46 »
Hallo Elmar,

vielen Dank für deine Antwort!


Generell bin ich an Geschichte interessiert, aber nicht ausschließlich. Wenn ich jedoch über ein Thema schreibe, geht es mir um die Darstellung von Ereignissen, die auch historisch gesehen einer Prüfung stand halten. So sind sowohl im "Hexenhammer" als auch im "Lichtfänger" die Verhöre soweit es möglich war im Original-Wortlaut aus den Protokollen wiedergegeben.


Oh, das finde ich gut. Für eine möglichst "realistische" Darstellung bin ich ja imer zu haben!

Arbeitest du aktuell an etwas? Kannst du darüber schon vielleicht so einen wenig, wage verraten?  :)

Offline Elmar

  • Autor(in) / Author
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 17
Re: Allgemeine Fragen an Elmar Bereuter
« Antwort #4 am: 21. Januar 2010, 00:30:04 »
Hallo Elmar,

vielen Dank für deine Antwort!


Generell bin ich an Geschichte interessiert, aber nicht ausschließlich. Wenn ich jedoch über ein Thema schreibe, geht es mir um die Darstellung von Ereignissen, die auch historisch gesehen einer Prüfung stand halten. So sind sowohl im "Hexenhammer" als auch im "Lichtfänger" die Verhöre soweit es möglich war im Original-Wortlaut aus den Protokollen wiedergegeben.


Oh, das finde ich gut. Für eine möglichst "realistische" Darstellung bin ich ja imer zu haben!

Arbeitest du aktuell an etwas? Kannst du darüber schon vielleicht so einen wenig, wage verraten?  :)
Ja, das kann ich inzwischen. Allerdings hat es nichts mit Belletristik zu tun,  sondern es geht um die Reaktivierung der ursprünglichen  und historischen Wege der Schwabenkinder in einem länderübergreifenden  und von der EU geförderten Projekt. Um jedoch da nicht vorzugreifen und möglicherweise die Spannung heraus zu nehmen,  möchte ich mich erst nach Beendigung der Leserunde dazu detaillierter äußern. OK?

Offline nerolaan

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 225
Re: Allgemeine Fragen an Elmar Bereuter
« Antwort #5 am: 21. Januar 2010, 12:00:15 »
Um jedoch da nicht vorzugreifen und möglicherweise die Spannung heraus zu nehmen,  möchte ich mich erst nach Beendigung der Leserunde dazu detaillierter äußern. OK?

Ja, damit kann ich sehr gut leben  :)

Offline Aldawen

  • Msomaji mkubwa
  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1099
Re: Allgemeine Fragen an Elmar Bereuter
« Antwort #6 am: 27. Januar 2010, 10:32:37 »
Zwar eine Frage zu diesem Buch, aber nicht zu seinem Inhalt. War es eigentlich sehr schwierig, den Roman bei einem Verlag unterzubringen? Immerhin war es, wenn ich das richtig sehe, nicht nur Dein Erstling (?), sondern entspricht auch nicht dem, was die Verlage gemeinhin unter dem Etikett des „historischen Romans“ auf den Markt werfen. Oder gab es da tatsächlich mal jemanden auf der Entscheidungsseite, der froh darüber war, aus den gewohnten Pfaden ausbrechen zu können?


Kinywa ni jumba la maneno.
Der Mund ist der Palast der Worte.  –  Sprichwort aus Ostafrika

Offline Elmar

  • Autor(in) / Author
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 17
Re: Allgemeine Fragen an Elmar Bereuter
« Antwort #7 am: 27. Januar 2010, 23:55:50 »
Zwar eine Frage zu diesem Buch, aber nicht zu seinem Inhalt. War es eigentlich sehr schwierig, den Roman bei einem Verlag unterzubringen? Immerhin war es, wenn ich das richtig sehe, nicht nur Dein Erstling (?), sondern entspricht auch nicht dem, was die Verlage gemeinhin unter dem Etikett des „historischen Romans“ auf den Markt werfen. Oder gab es da tatsächlich mal jemanden auf der Entscheidungsseite, der froh darüber war, aus den gewohnten Pfaden ausbrechen zu können?


Das Manuskript wurde von etwa 30 Verlagen abgelehnt.  Es ist, wie Du schreibst, nicht nur mein Erstling, sondern auch ein Thema, das sich nicht in ein eindeutiges Schema einordnen lässt. Diese Literaturgattung gibt es zwar im Englischen, nicht aber bei uns,  wo  nur zwei Kategorien in Frage kommen: Sachbuch oder Belletristik.  Das Hauptargument war immer, dass es sich um eine regionale Geschichte handle oder aber die Sprache aus der Perspektive eines neunjährigen Kindes.  Es gab zwei (?) Verlage, die an der Geschichte interessiert waren, aber ein komplettes Umschreiben auch mit Ausklammerung der Idiome verlangt hätten. Dies habe ich jedoch kategorisch abgelehnt. Den Anstoß gab offenbar dann die damalige erst im Entstehen befindliche Absicht, diesen kaum bekannten historischen Abschnitt zu verfilmen.

Offline nerolaan

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 225
Re: Allgemeine Fragen an Elmar Bereuter
« Antwort #8 am: 29. Januar 2010, 13:11:18 »
(...) Es gab zwei (?) Verlage, die an der Geschichte interessiert waren, aber ein komplettes Umschreiben auch mit Ausklammerung der Idiome verlangt hätten. Dies habe ich jedoch kategorisch abgelehnt. Den Anstoß gab offenbar dann die damalige erst im Entstehen befindliche Absicht, diesen kaum bekannten historischen Abschnitt zu verfilmen.


Das mit der Sprache kann ich zwar verstehen, aber jetzt nach dem Lesen muss ich schon sagen, dass mir etwas gefehlt hätte. Das 'schwäbische' gehörte für mich irgendwie dazu  :) Schön, dass es so drin geblieben ist!