Leserundenarchiv > Elmar Bereuter – Die Schwabenkinder
4 – Kapitel 11 und 12
Aldawen:
Hier könnt Ihr zu den Kapitel 11 und 12 schreiben.
Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.
nerolaan:
Den Abschnitt fand ich einfach klasse!
Meine neue Lieblingsfigur neben Kaspanze: Whitehead. Wie er es dem Gebstetter zeigt..genial! Ihr könnt euch gar nicht mein breites Grinsen vorstellen wie ich las, was Whitehead dem Bauern alles androht, damit Kaspanze besser behandelt wird.
Sein Versuch in allen Ehren: traurig nur, dass Kaspanze dennoch nicht besser behandelt wird. Aber durch Whitehead erlebt Kaspanze dennoch ein paar schöne Stunden in der Fremde.
Wobei ich ja zugeben muss, dass ich mich erstmal über Whitehead aufgeregt habe: auf Seite 193 sagt er ja, er kümmere sich nicht auch reinster Nächstenliebe um Kaspanze. Da wäre ich ja fast aus der Hose gesprungen und dachte: "Klasse! Will der Kaspanze ausnutzen, um seine Story zu kriegen!" >:(
Versöhnt hat er mich dann später als er zugab, trotz der Witterung einer guten Story, Kaspanze helfen zu wollen.
Mein Argwohn gegen Vinzenz ist indess verflogen.
Wie er Kaspanze hilft, sich an Ludmilla zu rächen, weil diese immer wieder Geld stiehlt. Einfach zu Klasse! :D Seine Wirkung hat es auf keinen Fall verfehlt.
Aber: das was mich am meisten erstaunt hat: Gebstetter!
Ich meine, anstatt Kaspanze zu verprügeln, sagt er, dass er Sofie eine gegeben hätte, weil sie Kaspanze angeschwärzt hätte und das würde man nicht machen...Ich hab den Abschnitt zwei mal lesen müssen, weil ich dachte, ich hätte etwas übersehen.
Da ist der Mann dann "überkorrekt" und sonst nimmt er es nicht so eng damit Kaspanze für Dinge zu bestrafen, die dieser nicht getan hat....versteh einer mal diesen Mann ???
Aldawen:
Insgesamt betrachtet war das ja ein eher freundlicher Abschnitt, jedenfalls in der generellen Wirkung auf mich und wenn ich die Prügel und mangelhafte Verpflegung für Kaspanaze ausblende.
--- Zitat von: nerolaan am 21. Januar 2010, 11:19:47 ---Meine neue Lieblingsfigur neben Kaspanze: Whitehead. Wie er es dem Gebstetter zeigt..genial! Ihr könnt euch gar nicht mein breites Grinsen vorstellen wie ich las, was Whitehead dem Bauern alles androht, damit Kaspanze besser behandelt wird.
--- Ende Zitat ---
Ja, Whitehead fährt da schon ziemlich schweres Geschütz auf, aber als Zeitungsmann weiß er natürlich auch, wie man das macht. Besonders gut gefallen hat mir ja die Sache mit dem homo sapiens und dem homo erectus :D Nicht, daß ich angesichts von Gebstetters Intellekt Whitehead bei der Einschätzung widersprechen würde ...
--- Zitat von: nerolaan am 21. Januar 2010, 11:19:47 ---Sein Versuch in allen Ehren: traurig nur, dass Kaspanze dennoch nicht besser behandelt wird.
--- Ende Zitat ---
Die Frage ist natürlich, wie lange Whitehead das Spielchen so mitmacht. Irgendetwas muß da doch noch kulminieren und dieser Blutritt, was immer das ist, könnte ein geeigneter Anlaß sein. Mir schwant da nichts Gutes. Eine weitere Frage, die sich mir in dem Zusammenhang dann auch noch stellt: Wenn Whitehead Gebstetter wirklich öffentlich bloßstellt, was passiert dann mit Kaspanaze? Bei dem Bauern bleiben könnte er dann jedenfalls nicht bleiben, würde ich meinen.
--- Zitat von: nerolaan am 21. Januar 2010, 11:19:47 ---Wobei ich ja zugeben muss, dass ich mich erstmal über Whitehead aufgeregt habe: auf Seite 193 sagt er ja, er kümmere sich nicht auch reinster Nächstenliebe um Kaspanze.
--- Ende Zitat ---
Das geht für mich schon völlig in Ordnung, ist sein Job. Und Kaspanaze fragt bestimmt nicht groß nach den Motiven, solange es ihm ein bißchen Extra-Verpflegung einbringt. Würde mich an seiner Stelle sicher auch nicht interessieren. Viel interessanter fand ich die Diskussion zwischen Bentele und Whitehead in einem anderen Aspekt, nämlich der Nestbeschmutzung bzw. der „Schuldfrage“. Ich kann schon verstehen, daß Bentele das so sieht, und daran kann man sicher auch ablesen, warum der Pastor so zurückhaltend ist. Letztlich hat Whitehead aber natürlich recht damit, daß den Kindern durch diese Sommerarbeit und den Verlust der Schulzeit Möglichkeiten für ihr späteres Leben genommen werden. Das Problem stellt sich ja so bis heute in vielen Ländern der südlichen Hemisphäre und ist auch der Grund dafür, weshalb ich meinem Patensohn in Kenia seinen Platz in der secondary school bezahle. Ohne (Aus-)Bildung bleibt ihm nur die gleiche Subsistenzwirtschaft, die schon sein Vater betrieben hat. Aber ich schweife ab. Schön immerhin, daß Bentele und Whitehead sich da eigentlich einig sind, daraus kann doch noch was werden.
--- Zitat von: nerolaan am 21. Januar 2010, 11:19:47 ---Mein Argwohn gegen Vinzenz ist indess verflogen.
Wie er Kaspanze hilft, sich an Ludmilla zu rächen, weil diese immer wieder Geld stiehlt. Einfach zu Klasse! :D Seine Wirkung hat es auf keinen Fall verfehlt.
--- Ende Zitat ---
Man wird sehen, wie lange es anhält, aber wenn sie wenigstens schon mal das Stehlen sein läßt und Kaspanaze damit zusätzliche Prügel erspart, wäre es schließlich auch schon mal etwas wert. Aber Vinzenz hat sich auch wirklich Mühe gegeben. Wenn sogar Kaspanaze schon etwas Mitleid mit Ludmilla bekam ... :D
--- Zitat von: nerolaan am 21. Januar 2010, 11:19:47 ---Aber: das was mich am meisten erstaunt hat: Gebstetter!
Ich meine, anstatt Kaspanze zu verprügeln, sagt er, dass er Sofie eine gegeben hätte, weil sie Kaspanze angeschwärzt hätte und das würde man nicht machen...Ich hab den Abschnitt zwei mal lesen müssen, weil ich dachte, ich hätte etwas übersehen.
Da ist der Mann dann "überkorrekt" und sonst nimmt er es nicht so eng damit Kaspanze für Dinge zu bestrafen, die dieser nicht getan hat....versteh einer mal diesen Mann ???
--- Ende Zitat ---
Ja, da war ich auch richtig baff. War er ausnahmsweise mal nüchtern oder was? Daß er der eigenen Tochter auch eine semmelt, kann ich mir sogar noch vorstellen, aber daß Kaspanaze nichts abbekommt, das hat mich auch gewundert. Oder ist er nur davon ausgegangen, daß ein geprügelter Kaspanze ihm den Trick mit Priska nicht vorführen würde? Keine Ahnung, aber bei der Kuh im Moor war er dann ja wieder der alte Gebstetter, wie wir ihn kennengelernt haben ::)
Schönen Gruß,
Aldawen
yanni:
Beim Kühe hüten hat Kaspanaze nun zwar mehr Ruhe vor den Bauersleuten, dafür aber mehr Hunger. Ein Grinsen konnte mir bei der Szene mit dem warmen Kuhfladen nicht verkneifen. Ja, ja, die kleinen Freuden des Lebens. ;D
Jetzt geschieht aus das, was der Alois schon über die Ludmilla sagte. Sie hat das von der Bäuerin ausgelegte Geld eingesteckt und Kaspanaze wird des Diebstahls verdächtigt. Kein Wunder, dass dieser auf Rache sinnt. Und der Urs weiß auch gleich noch zu berichten, wie er den Gockel fuchtig machen kann. Diese kleinen Vorfreuden halten den Jungen ein wenig oben.
Dann taucht auch Mr. Whitehead wieder auf und schafft es den Jungen für einen Nachmittag vom Hof loszueisen. Dabei gerät er mit Gebstetter aneinander. Der bekommt auf Dauer doch ein ungutes Gefühl wegen dem Reporter, kann aber andererseits vor den Leuten nicht sein Gesicht verlieren. Mal sehen, wie lange dieses Tau ziehen gut geht. Am Ende muss es ja doch Kaspanaze wieder ausbaden.
Aber erst einmal haben die beiden Jungen einen schönen Nachmittag, während Bentele und Whitehead ihre Meinungen über die Schwabenkinder austauschen. Ich kann den Bentele schon verstehen. Er behandelt den Jungen gut und bewahrt ihn vor Hunger. Er muss halt dafür arbeiten, aber nicht schwerer als für ihn gut ist. Zu verschenken hat auf Dauer sicher kaum einer was von den Schwaben. Leute wie der Gebstetter waren hoffentlich die Ausnahme, aber gegen hat es sie sicher.
Der Vinzenz wird zum Verbündeten von Kaspanaze. Sein Einfall die Ludmilla für ihr Verhalten zu bestrafen ist schon eine Wucht. Wenn sogar Kaspanaze Mitleid mit ihr bekommt! Leider hält es halt nicht lange vor.
Auch wenn Peter Whitehead Kaspanazes Schicksal auf Dauer nicht ändern kann, ist die Zeit mit seinen Freunden ein großes Plus für ihn, genau wie die Nahrungsmittel, die ihm der Bentele zusteckt.
Dass der Gebstetter seiner eigenen Tochter eine Ohrfeige fürs Petzen gegeben hat, hat mich auch fast vom Hocker gehauen. Also hat der Herr doch noch so was wie Ehrgefühl, oder sieht sie womöglich ihrer Mutter recht ähnlich? ;)
--- Zitat von: Aldawen am 21. Januar 2010, 19:13:19 --- Keine Ahnung, aber bei der Kuh im Moor war er dann ja wieder der alte Gebstetter, wie wir ihn kennengelernt haben ::)
--- Ende Zitat ---
Da ist der Vinzenz wieder für ihn eingetreten. Ohne den müsste der Junge noch viel mehr erdulden.
nerolaan:
--- Zitat von: yanni am 22. Januar 2010, 16:27:51 ---Beim Kühe hüten hat Kaspanaze nun zwar mehr Ruhe vor den Bauersleuten, dafür aber mehr Hunger. Ein Grinsen konnte mir bei der Szene mit dem warmen Kuhfladen nicht verkneifen. Ja, ja, die kleinen Freuden des Lebens. ;D
--- Ende Zitat ---
Also, vorstellen konnte ich mir ja sehr gut, dass es hilft, aber dann hat es mich doch irgendwie angewidert :-[
--- Zitat von: yanni am 22. Januar 2010, 16:27:51 ---Dass der Gebstetter seiner eigenen Tochter eine Ohrfeige fürs Petzen gegeben hat, hat mich auch fast vom Hocker gehauen. Also hat der Herr doch noch so was wie Ehrgefühl, oder sieht sie womöglich ihrer Mutter recht ähnlich? ;)
--- Ende Zitat ---
Ja, aber das Ehrgefühl hat nicht lange gehalten :(
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