Leserundenarchiv > Elmar Bereuter – Die Schwabenkinder
3 – Kapitel 9 und 10
Aldawen:
Hier könnt Ihr zu den Kapitel 9 und 10 schreiben.
Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.
nerolaan:
Hallo zusammen!
Gestern hab ich mich in mein Bett gekuschelt und diesen Abschnitt gelesen :)
Ich habe geschwankt zwischen :o und :D
Alois schien wirklich nicht untertrieben zu haben, als er vor dem Gebstetter warnte. Was der betreibt ist eindeutig Ausbeuterei.
Ich hoffe nur, dass er Kaspanze nicht klein kriegt.
Bei Vinzenz hingegen bin ich ganz zuversichtlich, denn dieser scheint ja ein ganz netter zu sein und geht wenigstens mit Kaspanze normal um. Auch beeindruckend, dass Vinzens zu Gunsten aller Angestellten seine "Stellung" ausnutzt und so dafür sorgt, dass alle genug zu Essen bekommen.
Wobei ich ja zugebene muss, dass ich trotz allem bei Vinzenz irgendwie dann doch darauf gewartet habe und es immernoch tue, dass dieser Kaspanze beim Bauern irgendwo für anschwärzt. :-\ Weiß nicht, aber ich hoffe, mich trügt mein Gefühl.
Richtig grinsen musste ich hingegen, als Kaspanze die böse Kuh Piska bändigt und Vinzenz nicht weiß, wie ihm geschieht :D Ich konnte mir das richtig vorstellen.
Ebenso schön waren die ganzen anderen schönen Szenen, wie Kaspanze staunt, als der Hund an den Wagen geschirrt wurde, wie er von der Umgebung fasziniert ist, als er auf dem Hügel steht...ja, das waren Szenen, die mir richtig gut gefallen haben.
Allerdings habe ich noch nicht ganz verstanden, was der mit dem Hund und dem Spiegel will...hoffe aber, der Streich, den er plant, klappt ;D
Was mich jedoch weiterhin wundert ist, dass wohl alle wissen, wie der Gebstetter mit den Jungen umgeht. Selbst der Pfarrer weiß es, aber keiner scheint dem blöden Torfkopf mal die Meinung zu sagen >:( Boah, das regt mich sooo auf.
Heute abend werd ich weiterlesen und dann bin ich gespannt, wie es meinem armen Kaspanze noch ergeht :(
Aldawen:
--- Zitat von: nerolaan am 19. Januar 2010, 15:40:13 ---Ich habe geschwankt zwischen :o und :D
--- Ende Zitat ---
So ging's mir auch ;D
--- Zitat von: nerolaan am 19. Januar 2010, 15:40:13 ---Bei Vinzenz hingegen bin ich ganz zuversichtlich, denn dieser scheint ja ein ganz netter zu sein und geht wenigstens mit Kaspanze normal um. Auch beeindruckend, dass Vinzens zu Gunsten aller Angestellten seine "Stellung" ausnutzt und so dafür sorgt, dass alle genug zu Essen bekommen.
--- Ende Zitat ---
Das hat mich gefreut. Primär geht es ihm natürlich um seinen eigenen Magen, aber da er nun mal mit Ludmilla und Kaspanaze den Tisch teilt, fällt für diese auf Grund dessen halt auch mehr ab. Das finde ich auch völlig in Ordnung. Angesichts der Menge Vieh, die da im Stall rumsteht, scheinen Gebstetters ja nicht gerade arme Leute zu sein, die es sich nicht leisten können, ihr Gesinde zu verpflegen.
--- Zitat von: nerolaan am 19. Januar 2010, 15:40:13 ---Wobei ich ja zugebene muss, dass ich trotz allem bei Vinzenz irgendwie dann doch darauf gewartet habe und es immernoch tue, dass dieser Kaspanze beim Bauern irgendwo für anschwärzt. :-\ Weiß nicht, aber ich hoffe, mich trügt mein Gefühl.
--- Ende Zitat ---
Das größere Problem für Kaspanaze dürften die Gebstetterschen Kinder werden. Ich vermute, daß sie die Geschichte mit Knecht dem anderen Bauern erzählt haben, weil sie wußten, daß Kaspanaze dafür Prügel abbekäme. Ich kann mir nicht vorstellen, daß Sofie, die sich aus dem Vorjahr noch an Alois' Erlebnisse mit Gebstetter erinnert, Kaspanaze durchs Weitertratschen in eine solche Lage gebracht hätte. Nein, nein, das waren bestimmt die Blagen!
--- Zitat von: nerolaan am 19. Januar 2010, 15:40:13 ---Richtig grinsen musste ich hingegen, als Kaspanze die böse Kuh Piska bändigt und Vinzenz nicht weiß, wie ihm geschieht :D Ich konnte mir das richtig vorstellen.
--- Ende Zitat ---
Tja, der hat eben ein Händchen für Kühe ;D
--- Zitat von: nerolaan am 19. Januar 2010, 15:40:13 ---Allerdings habe ich noch nicht ganz verstanden, was der mit dem Hund und dem Spiegel will...hoffe aber, der Streich, den er plant, klappt ;D
--- Ende Zitat ---
Ich hab's auch noch nicht durchschaut, hoffe aber das beste für Kaspanaze.
--- Zitat von: nerolaan am 19. Januar 2010, 15:40:13 ---Was mich jedoch weiterhin wundert ist, dass wohl alle wissen, wie der Gebstetter mit den Jungen umgeht. Selbst der Pfarrer weiß es, aber keiner scheint dem blöden Torfkopf mal die Meinung zu sagen >:( Boah, das regt mich sooo auf.
--- Ende Zitat ---
An Stelle des Pastors wäre ich auch vorsichtig und würde vermutlich meinen Mund halten. Ich weiß nicht, wie zu der Zeit die Bezahlung der Pastoren geregelt war, aber eine staatlich eingetriebene Kirchensteuer gab's, glaube ich, noch nicht. Wenn er also davon abhängig ist, was die Gemeinde ihm gibt, dann kann es sehr ungeschickt sein, sich mit einem Groß(?)-Bauern anzulegen, auch wenn der vielleicht insgesamt nicht sonderlich beliebt ist. Die anderen könnten dann auf den Gedanken kommen, daß der Pastor an ihnen auch etwas auszusetzen hat ...
Insgesamt machen die Gespräche der Schwabengeher untereinander aber schon den Eindruck, daß so Ekelpakete wie Gebstetter eher die Ausnahme als die Regel sind. Das irritiert mich ein wenig, denn dann frage ich mich, warum das dann das Interesse eines amerikanischen Journalisten wecken sollte. Gut, der amerikanische Bürgerkrieg kann zum hier erzählten Zeitpunkt noch nicht lange zurückliegen, drei, vier Jahre vielleicht, denn es war am Anfang die Rede von einem Gesetz, das 1870 in Kraft treten sollte, es also noch nicht war. Das Thema Sklaverei und Sklavenmärkte, an die man sich bei dem Kindermarkt ja wirklich erinnert fühlen konnte, spielen also im Bewußtsein eines Amerikaners sicher noch eine große Rolle. Aber trotzdem habe ich hier den Eindruck einer Diskrepanz zwischen den „tatsächlichen“ Verhältnisse und deren Wahrnehmung. Andererseits ist es ja oft so, daß eine Handvoll Idioten reicht, um eine große Gruppe in Mißkredit zu bringen ...
Schönen Gruß,
Aldawen
Murkxsi:
Ich fand die Kapitel sehr interessant und bildlich beschrieben. Ich konnte mir die einzelnen Situationen sehr gut vorstellen.
Kaspanaze gefällt mir immer besser. Er entwickelt sich zu einem tapferen Buben, der sich nicht unter kriegen lässt und sogar seinem Bauern einen Streich spielen möchte. Allerdings bin ich mir da auch noch nicht schlüssig, was genau es damit auf sich hat.
--- Zitat von: Aldawen am 19. Januar 2010, 17:46:49 ---
--- Zitat von: nerolaan am 19. Januar 2010, 15:40:13 ---Wobei ich ja zugebene muss, dass ich trotz allem bei Vinzenz irgendwie dann doch darauf gewartet habe und es immernoch tue, dass dieser Kaspanze beim Bauern irgendwo für anschwärzt. :-\ Weiß nicht, aber ich hoffe, mich trügt mein Gefühl.
--- Ende Zitat ---
Das größere Problem für Kaspanaze dürften die Gebstetterschen Kinder werden. Ich vermute, daß sie die Geschichte mit Knecht dem anderen Bauern erzählt haben, weil sie wußten, daß Kaspanaze dafür Prügel abbekäme. Ich kann mir nicht vorstellen, daß Sofie, die sich aus dem Vorjahr noch an Alois' Erlebnisse mit Gebstetter erinnert, Kaspanaze durchs Weitertratschen in eine solche Lage gebracht hätte. Nein, nein, das waren bestimmt die Blagen!
--- Ende Zitat ---
Vinzent macht auf mich erstmal einen guten Eindruck, es können ja nicht alle schlecht auf diesem Hof sein. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass er eher sich selbst rettet als Kaspanaze oder irgendeinen anderen.
Die Kinder werden mit Sicherheit auch ein Problem, doch die Unbeherrschtheit und Bösartigkeit des Bauern macht mir da mehr Sorgen. Das wird bestimmt noch schlimmer.
So genau kann ich auch noch nicht einschätzen, wie wichtig und reich der Gerbstetter eigentlich ist. Es kann durchaus sein, dass zwar jeder weiß, wie er ist aber sich keiner traut, etwas dagegen zu unternehmen. Ich weiß auch nicht, wie sozial man in dieser Zeit war und nicht vielleicht eher gedacht hat, dass einem das nichts angeht. Schlimm finde ich allerdings, dass der Pfarrer schweigt. Er hätte in meinen Augen eine höhere soziale Verantwortung.
Zumindest bin ich sehr froh, dass Kaspanaze sich geschickt anstellt und zumindest durch die Arbeit nicht überfordert ist.
LG Murkxsi
yanni:
Die Bauerleute und ihre Kinder sind richtige Ekel, da passt die Magd Ludmilla ja herrlich dazu. Kaspanaze bleibt da nur noch der Knecht Vinzenz, der nett zu ihm ist und sich auch mal traut was zu sagen.
--- Zitat von: Aldawen am 19. Januar 2010, 17:46:49 ---Das größere Problem für Kaspanaze dürften die Gebstetterschen Kinder werden. Ich vermute, daß sie die Geschichte mit Knecht dem anderen Bauern erzählt haben, weil sie wußten, daß Kaspanaze dafür Prügel abbekäme. Ich kann mir nicht vorstellen, daß Sofie, die sich aus dem Vorjahr noch an Alois' Erlebnisse mit Gebstetter erinnert, Kaspanaze durchs Weitertratschen in eine solche Lage gebracht hätte. Nein, nein, das waren bestimmt die Blagen!
--- Ende Zitat ---
Das sehe ich auch so. Ihr gemeines Grinsen, bevor der Bauer Kaspanaze den Hintern versohlt, spricht Bände.
Wie sich Kaspanaze allerdings mit Hilfe des bellenden Hundes rächen will, leuchtet mir noch nicht ein. Das interessiert mich enorm.
Aber tapfer ist er der Kleine. Und geschickt im Umgang mit Kühen ist er auch. ;D Dass dies dem Bauern noch mehr gegen ihn aufbrachte, dachte ich mir schon. So ein Depp! Statt froh zu sein, endlich mal jemanden zu haben, der mit dem Vieh fertig wird.
Da hätte ich mal eine Frage:
Wann wurde eigentlich für die Dienste der Kinder bezahlt? Bei der Ablieferung an den Vermittler am Ende der Dienstzeit? Und wie wurde der Vermittler bezahlt?
Der Pfarrer ist schon ok. Wenn er es sich mit den Bauern und anderen Arbeitgebern verscherzt, kann er für die Kinder ja gar nichts mehr tun und gefährdet noch dazu seine eigene Stellung. Wir betrachten das Ganze zu sehr aus heutiger Sicht. Damals waren die Verhältnisse noch ganz anders. Versucht euch nur mal hundert Jahre zurück zu versetzen, welche Stellung die Kinder damals hatten und welche sie heute haben.
Was mich etwas verwundert, ist dass die Gebstetter Kinder scheinbar gar nicht arbeiten müssen. ???
So reich sind sie auch wieder nicht, da ja auch der Bauer und die Bäuerin beim Melken mithelfen.
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