Autor Thema: 04 - Ein König für Deutschland - Teil II - Kapitel 29 bis Kapitel 40  (Gelesen 713 mal)

Offline Miramis

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Hier könnt ihr zu Teil II, Kapitel 29 bis einschliesslich Kapitel 40, Seite 254 bis einschliesslich Seite 370, schreiben.

Offline Aeria

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Uff, hier passiert so viel, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.

Vincents Alltag im Gefängnis verblasst gegen die Ereignisse in Deutschland. Was für eine Rolle spielt die Psychologin? Warum muss Vincent überhaupt zu ihr gehen?
Als er an einen Computer kommt, kann er natürlich nicht widerstehen. Das war zu erwarten, oder?  ;)

Helene Berger stürzt sich kopfüber in einen "Traum". Schade allerdings, dass man keine Reaktionen der Medien auf die "Königin" mitbekommt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihre Rückkehr zu Simon unentdeckt bleibt.

Alex scheint in seinem Element zu sein, ich mag den Kerl irgendwie. Aber natürlich mag ich Leo noch lieber, der ist einfach goldig  :) .

Und dann - Simon (der) König. Die Abschnitte mit ihm sind so was von spannend! Bei den Interviews musste ich manchmal auflachen, aber meistens haben mich Simons Aussagen nur staunen lassen. Er hat genaue Vorstellungen davon, wie man es in Zukunft besser machen könnte, wer schuld an der allgemeinen Unzufriedenheit ist ( 8) ) etc. Da hat sich Herr Eschbach ganz offensichtlich viele Gedanken gemacht!

***
Aeria
Lieber barfuß als ohne Buch!

Online apassionata

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Helene Berger stürzt sich kopfüber in einen "Traum".

Tja, Helene Berger. Wer hätte das gedacht. Die sonst so bodenständige Chefredakteurin lebt ihren Traum.
Solch schlummernde Träume haben wir wohl alle unverhoffter Weise irgendwo.  ;D

Auch Alex läuft ja fast auf, wie in Extase. Bin ja sehr gespannt, ob er irgendwann noch zwischen Realität und Spiel unterscheiden kann.
Leo hingegen gefällt mir immer besser. Seine ruhige, bedachte Art und diese Loyalität...

Sirona hat sich unterdessen wohl etwas rahr gemacht? Wo ist sie abgeblieben? Was steckt dahinter? Muss man sich hier etwa Sorgen machen?

Vincent hingegen nutzt die Gelegenheit die sich ihm bietet, als er endlich wieder die Gelegenheit hat an einen Computer zu kommen. Ja, auch Computer haben Suchtpotential. Aber wem sag ich das .  ;D

Auf geht es zum Endspurt....
Liebe Grüssle
         Marion  :)

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Offline schlumeline

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Vincents Alltag im Gefängnis verblasst gegen die Ereignisse in Deutschland. Was für eine Rolle spielt die Psychologin? Warum muss Vincent überhaupt zu ihr gehen?
Als er an einen Computer kommt, kann er natürlich nicht widerstehen. Das war zu erwarten, oder?  ;)

Ja, die Frage habe ich mir auch gestellt. Warum ein Arzt? Wie kommt man überhaupt darauf, dass es Vincent plötzlich schlecht gehen soll? Oder ob da auch einer an Computerdateien etwas gedreht hat?? Die Psychologin ist auch irgendwie komisch. Ob das wohl noch eine weitere Rolle im Verlauf des Buches spielt?

Vincent jedenfalls geniesst es, endlich wieder eine Tastatur unter den Fingern zu haben. Aber das kann ja wohl jeder hier verstehen. Ein echter Computerfreak kann nunmal nicht ohne seinen Rechner sein. Das kann ich ja schon kaum. Was würde ich denn ohne Leserunden und Bücherforen nur machen?

Helene Berger stürzt sich kopfüber in einen "Traum".

Tja, Helene Berger. Wer hätte das gedacht. Die sonst so bodenständige Chefredakteurin lebt ihren Traum.
Solch schlummernde Träume haben wir wohl alle unverhoffter Weise irgendwo.  ;D

Helene Berger, Simon Königs "Nochfrau" kommt hier wirklich eine interressante Rolle zu. Sie ist ja eigentlich eine Macherin, zumindest seit sie sich von Simon getrennt hat. Aber sie hat  sich wohl immer gewünscht an der Seite eines Mannes zu stehen, der eine Art Macher ist und auch schon einmal verrückte Dinge tut. Eben nicht so bieder und durchdacht lebt, wie Simon König es vor der "Wahlidee" immer getan hat. Nun nutzt Helene die Gelegenheit. Scheinbar hat ihr aber auch noch immer etwas an ihrem Mann gelegen, zumindest kommt das bei mir so an. Was sie aber wohl machen wird, wenn der Traum zerplatzt???
Auch Simon geniesst es König zu spielen an der Seite seiner Frau. Ich glaube gerade Helene ist es, die ihn dazu verleiten könnte einfach weiterzumachen. Er hat nie wieder etwas mit einer anderen Frau gehabt und nun bietet sich ihm die scheinbar einmalige Gelegenheit seine Frau wieder dauerhaft für sich zu gewinnen. Was wird Simon nun weitermachen?  Vor allem falls die Wahl tatsächlich zu seinen Gunsten ausgeht?

Und wo ist nur Sirona geblieben? Mit wem steckt sie da unter einer Decke? Doch wohl nicht mit Zantini und Konsorten? Irgendetwas an dieser Frau ist schon recht komisch. Und wieso ist Alex plötzlich so sicher, dass es nun endgültig nichts werden wird mit Sirona und ihm?

Simon König ist in diesem Abschnitt des Buches nicht nur ein wahrer König, sondern ein echter Politiker, ein Guter zudem noch und jemand der endlich das ausspricht, was eigentlich in dieser Republik schon viele Leute einmal hätten tun sollen.....
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Offline AndreasE

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Vincents Alltag im Gefängnis verblasst gegen die Ereignisse in Deutschland. Was für eine Rolle spielt die Psychologin? Warum muss Vincent überhaupt zu ihr gehen?
Als er an einen Computer kommt, kann er natürlich nicht widerstehen. Das war zu erwarten, oder?  ;)

Ja, die Frage habe ich mir auch gestellt. Warum ein Arzt? Wie kommt man überhaupt darauf, dass es Vincent plötzlich schlecht gehen soll? Oder ob da auch einer an Computerdateien etwas gedreht hat?? Die Psychologin ist auch irgendwie komisch. Ob das wohl noch eine weitere Rolle im Verlauf des Buches spielt?


 ???

Hmm. Versteht man das an dieser Stelle nicht, dass es Vincent im Gefängnis schlecht geht? Dass er praktisch dabei ist, durchzudrehen?

Offline schlumeline

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Vincents Alltag im Gefängnis verblasst gegen die Ereignisse in Deutschland. Was für eine Rolle spielt die Psychologin? Warum muss Vincent überhaupt zu ihr gehen?
Als er an einen Computer kommt, kann er natürlich nicht widerstehen. Das war zu erwarten, oder?  ;)

Ja, die Frage habe ich mir auch gestellt. Warum ein Arzt? Wie kommt man überhaupt darauf, dass es Vincent plötzlich schlecht gehen soll? Oder ob da auch einer an Computerdateien etwas gedreht hat?? Die Psychologin ist auch irgendwie komisch. Ob das wohl noch eine weitere Rolle im Verlauf des Buches spielt?


 ???

Hmm. Versteht man das an dieser Stelle nicht, dass es Vincent im Gefängnis schlecht geht? Dass er praktisch dabei ist, durchzudrehen?


Ich habe Vincents Verhalten da mehr so in die Kategorie Abschottung / Schutzwall gedeutet. Er machte auf mich zwar keinen zufriedenen Eindruck, aber ich hatte auch nicht das Gefühl, dass er bald durchdreht. Er war irgendwie nur so angepasst an die Regeln und Zeiten im Gefängnisbetrieb und hat sich darauf konzentriert.  :-[
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Vincents Alltag im Gefängnis verblasst gegen die Ereignisse in Deutschland. Was für eine Rolle spielt die Psychologin? Warum muss Vincent überhaupt zu ihr gehen?
Als er an einen Computer kommt, kann er natürlich nicht widerstehen. Das war zu erwarten, oder?  ;)

Ja, die Frage habe ich mir auch gestellt. Warum ein Arzt? Wie kommt man überhaupt darauf, dass es Vincent plötzlich schlecht gehen soll? Oder ob da auch einer an Computerdateien etwas gedreht hat?? Die Psychologin ist auch irgendwie komisch. Ob das wohl noch eine weitere Rolle im Verlauf des Buches spielt?


 ???

Hmm. Versteht man das an dieser Stelle nicht, dass es Vincent im Gefängnis schlecht geht? Dass er praktisch dabei ist, durchzudrehen?


Ich habe Vincents Verhalten da mehr so in die Kategorie Abschottung / Schutzwall gedeutet. Er machte auf mich zwar keinen zufriedenen Eindruck, aber ich hatte auch nicht das Gefühl, dass er bald durchdreht. Er war irgendwie nur so angepasst an die Regeln und Zeiten im Gefängnisbetrieb und hat sich darauf konzentriert.  :-[

Abschottung ist hier wohl kein schlechtes Wort. Ich hatte auch dass Gefühl, dass Vincent sich beginnt völlig abzukapseln. Das es ihm richtig gehend schlecht geht, dachte ich hier auch weniger. Eher, dass wenn er so weiter mach und sich völlig in dieses automatische Funktionieren ohne Außenkontakte hineindriften lässt, bald in ein psychischen Vakuum abgleitet. Das Resultat wäre dann zum Beispiel eine Scheinwelt in die er flüchtet und dadurch natürlich auch ein einhergehender Realitätsverlust.
Andererseits, wer schon mal so weit ist, bemerkt selten selbst, wie schlecht es ihm wirklich geht.


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Offline AndreasE

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Andererseits, wer schon mal so weit ist, bemerkt selten selbst, wie schlecht es ihm wirklich geht.

Das war es eigentlich, was ich darstellen wollte. Er selber denkt, "wow, ich komm prima zurecht", und Außenstehende gucken ihn an und sagen sich, "mit dem stimmt was nicht".

Online apassionata

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Heute aktuell: "Republikaner erringen Sperrminderheit im Senat"
Na, ob da der gute Vincent noch seine Spuren hinterlassen hat?  ;D  Wo doch Massachusetts viel eher ein demokratisch orientierter Bundesstaat ist/war. 

Sorry, aber diesen Einwand konnte ich mir jetzt echt nicht verkneifen.  ;)
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Offline Miramis

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Heute aktuell: "Republikaner erringen Sperrminderheit im Senat"
Na, ob da der gute Vincent noch seine Spuren hinterlassen hat?  ;D  Wo doch Massachusetts viel eher ein demokratisch orientierter Bundesstaat ist/war. 

Sorry, aber diesen Einwand konnte ich mir jetzt echt nicht verkneifen.  ;)
Hehe, das war auch mein erster Gedanke, als ich die Nachricht heute morgen hörte.

Herr Eschbach hat uns eben auf das Thema sensibilisiert.

Offline AndreasE

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Re: 04 - Ein König für Deutschland - Teil II - Kapitel 29 bis Kapitel 40
« Antwort #10 am: 20. Januar 2010, 17:44:12 »
Man müsste jetzt eben wissen, ob da Wahlcomputer im Spiel waren...  ;)

Offline Elfe

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Re: 04 - Ein König für Deutschland - Teil II - Kapitel 29 bis Kapitel 40
« Antwort #11 am: 21. Januar 2010, 01:07:07 »


Simon König ist in diesem Abschnitt des Buches nicht nur ein wahrer König, sondern ein echter Politiker, ein Guter zudem noch und jemand der endlich das ausspricht, was eigentlich in dieser Republik schon viele Leute einmal hätten tun sollen.....


Ja, das ist wahr, er wächst in seine Rolle als Politiker hinein. Reagiert inhaltlich ausgesprochen gut auf die Fragen der Interviewer. Die Dinge, die er ansspricht, haben Hand und Fuß und es ist gut vorstellbar, dass er in der Bevölkerung damit sogar "echte" Stimmen sammeln kann.

Die Handlung gleitet aber immer mehr ins Absurde. Das Wohnen im Schloss, die verkleideten "Spieler"-Kunden. Das Fernsehen, dass in wilder Gier alles sendet, was man ihm bietet.
Und dann auch noch Helene. Eine gestandene Frau, die 5 Zeitschriften leitet und von der man, trotz des nicht unbedingt anspruchsvollen Niveaus der Magazine, eine gewisse Objektivität erwarten würde.  Auch sie erliegt in banalster und grotesker Weise dem "Königin-Sein-Wollen-Wahn"....
Kommt mir alles irgendwie vor wie Zirkus, oder auch Provinzposse.

Ne, ne....das ist so dick aufgetragen, dass ich der festen Überzeugung bin, dass der Autor hier nicht nur die Fälschungsmöglichkeiten durch Wahlcomputer, sondern auch die Manipulierbarkeit  (und Dummheit) der Wähler und die Ignoranz und Kritiklosigkeit der Medien anprangern will.

In Leseabschnitt 1 hatte ich schon den Begriff "skurril" verwendet.

Von dieser Warte aus wieder ein gelungener Schachzug, der dem Leser die Augen öffnen könnte/sollte.

quotes repariert, liebe Grüße Miramis
« Letzte Änderung: 21. Januar 2010, 14:33:41 von Elfe »
Grüßchen
Elfe

Offline AndreasE

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Re: 04 - Ein König für Deutschland - Teil II - Kapitel 29 bis Kapitel 40
« Antwort #12 am: 21. Januar 2010, 10:09:28 »
Die Geschichte gehört eindeutig in die Kategorie "Groteske", das ist klar.

Aber wie anders will man heutzutage über Politik schreiben... ???  :D

Offline Elfe

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Re: 04 - Ein König für Deutschland - Teil II - Kapitel 29 bis Kapitel 40
« Antwort #13 am: 21. Januar 2010, 13:18:03 »
Die Geschichte gehört eindeutig in die Kategorie "Groteske", das ist klar.

Aber wie anders will man heutzutage über Politik schreiben... ???  :D

"Politik" und "Groteske" wahrlich zwei Begriffe, die in der heutigen Zeit sehr eng  miteinander verknüpft sind.  ;D ;D ;D
Ich frage mich eigentlich jeden Morgen, warum ich es mir antue, noch die Tageszeitung zu lesen, denn ständiges Kopfschütteln ist dabei mein Begleiter.
Deshalb hat mich dieses Buch auch sehr "kribbelig" gemacht.............. aber damit ist  ja wohl der Sinn und Zweck erreicht! ;D
Grüßchen
Elfe

Offline Alfa_Romea

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Re: 04 - Ein König für Deutschland - Teil II - Kapitel 29 bis Kapitel 40
« Antwort #14 am: 22. Januar 2010, 10:36:20 »
???

Hmm. Versteht man das an dieser Stelle nicht, dass es Vincent im Gefängnis schlecht geht? Dass er praktisch dabei ist, durchzudrehen?

Nein, da war ich auch ein wenig überrascht, dass Vincent plötzlich zur Psychologin sollte. Dass ein intelligenter junger Mann, der den ganzen Tag Filter zusammensetzen muss, nicht glücklich sein kann, ist klar; aber dass es so schlimm um ihn steht, kam wirklich zu wenig rüber. Um das Ausmass seines Zustandes wirklich klar zu machen, fehlten allerdings nur einer bis zwei Sätze, irgendein Gedanke eines anderen Protagonisten. So, wie es jetzt da steht, habe ich automatisch Vincents Sicht der Dinge übernommen und dachte, dass es ihm gar nicht so schlecht gehen könne...
Ich habe den Abschnitt, in dem Vincent zur Psychologin geht, grade nochmal gelesen. In der Tat eine Spur zu subtil  ;)

Sonst ist es ein Genuss, sich Simon Königs Wahlversprechen anzuhören. Der Mann hat sich wirklich viele Gedanken gemacht und seinen eigenen Vergleich mit einem Hofnarren finde ich sehr gelungen.
Andererseits erinnert mich das Ganze auch ein wenig an den Wahlkampf und das erste Amtsjahr Barrack Obamas. Er hat auch mit tollen Ideen und grossen Versprechen geglänzt und wurde dann von der Realität eingeholt. Obwohl es ihm sicher weder am Willen noch an der Energie fehlt, seine versprochenen Reformen umzusetzen, ist der politische Alltag offenbar doch ein anderer. Auch der Präsident der USA kann nicht allein mit gesundem Menschenverstand regieren. Ich bin allerdings sehr gespannt, wie weit Obama mit seinem Versuch kommt  :)

Für die Regierungszeit Simon Köngis verheisst das jedenfalls nicht allzu Gutes; abgesehen davon, dass er sich zum Schluss des Wahlkampfes immer mehr in seine Rolle hineinsteigert und gegen Schluss mit Vorschlägen glänzt, die vom Gedankenansatz her hochinteressant sind, ihn aber für den ernsthaften Wähler unwählbar machen, wie zB das Verbot von Werbung*.

Aber wie anders will man heutzutage über Politik schreiben... ???  :D

Ja, und wie will man heutzutage tatsächlich noch ernsthaft wählen gehen? Von links bis rechts ist kaum jemand glaubwürdig - so weit sind des Königs Wahlversprechen von denen deutscher Politiker ja nicht, wenn ich das als Aussenstehende mal so sagen darf. Da herrscht ja mittlerweile ständig Wahlkampf und wenn morgen Bundestagswahl wäre (und ich mitmachen dürfte) wüsste ich echt nicht, wen wählen...
In der Schweiz ists nur deshalb nicht so schlimm, weil die Regierung dank der direkten Demokratie ständig im Dialog mit der Bevölkerung stehen muss (um ihre Anliegen bei den Volksabstimmungen durchzubringen) und genau weiss, dass extrem unpopuläre Gesetze sowieso nicht durchsetzbar sind. Von daher ist unsere Regierung gezwungen, so zu arbeiten, dass es dem Volk mehrheitlich passt. Das System hat aber auch seine Probleme, so ist es zB sehr langsam, was in unserer schnelllebigen Welt manchmal ein Problem ist. Andrerseits fällt so viel Aufgeregtheit weg - Stichwort Nacktscanner: Wollte man die bei uns einführen, gäbe es garantiert ein Referendum, was die Einführung locker um 1,5 Jahre verzögern würde - genug Zeit, um eine vernünftigere Lösung zu suchen, was die Regierung in der Zeit übrigens auch tun müsste. Kann ja sein, dass das Volk Nein sagt zu den Scannern und dann kannst du am Montagmorgen nach der Abstimmung nicht ohne Konzept dastehen  ;D

Weiterhin: ein spannendes Buch - sowohl von der Geschichte wie auch von den angesprochenen Themen her.

Lieber Gruss

Alfa Romea

*Meines Erachtens schlägt König da den Sack (die Werbeindustrie) und meint den Esel (die Konsumenten). Da Problem sind weniger die Begehrlichkeiten, die die Werbung weckt, sondern der Mensch an sich. Ich gehe mal davon aus, dass alle, die hier mitlesen, ein Dach über dem Kopf haben und sich nicht überlegen müssen, wo die nächste Mahlzeit herkommt. Ich gehe weiter davon aus, dass hier alle so versichert sind, dass sie im Krankheitsfall zum Arzt gehen können und auch behandelt werden. Damit wären dann die elementaren Grundbedürfnisse des Menschen abgedeckt. Alles, was danach noch kommt, ist Luxus. Und da ist nicht die verführerische Werbung unser grösster Feind, sondern der Vergleich. Der Mensch vergleicht ständig, um sich seines Status' zu versichern, um vielleicht irgendwo was Interessantes zu sehen/lernen, um Erfahrung zu sammeln. Das ist in unserem genetischen Programm einfach drin, da lässt sich nichts machen. Aber wir können mit unserem Verstand steuern, wie wir damit umgehen. Die meisten bewegen sich dabei nur leicht oberhalb des Urmenschen-Niveaus - es gibt nur den Reflex "auch haben will".
Das zeigt unter anderem eine Studie (hier erwähnt), die untersucht hat, ob Leute, die im Lotto grosse Summen gewonnen haben, danach glücklicher sind als vorher. Resultat: Nein, sind sie nicht. Wieso? Mit ein paar Millionen auf dem Konto ist man auf einen Schlag alle Geldsorgen los, eigentlich müsste man jetzt glücklich sein. Allerdings stellte sich heraus, dass sich die Neumillionäre nicht mehr mit ihrem alten "armen" Umfeld verglichen haben, sondern mit anderen Millionären. Und da gehts einem gleich wie zuvor in der gewöhnlichen Nachbarschaft: Einer hat immer ein schöneres Haus/ein besseres Auto/eine exklusivere Handtasche.
Die Werbeindustrie macht sich solche (und andere) Eigenschaften der menschlichen Psychologie natürlich zu Nutze. Aber die Verantwortung für den Umgang mit Materiellem, mit Wünschen und was welche Priorität und welchen Einfluss auf das Wohlbefinden hat, liegt bei jedem Einzelnen. Dazu, das eigene Tun zu reflektieren, ist jeder geistig gesunde Mensch in der Lage (auch die Dummen), nur tut es kaum jemand. Das ist meiner Meinung das grössere Problem als die (zugegebenermassen fiese) Werbebranche.
Was man dagegen tun kann? Da habe ich leider keine Ahnung. Ich habe die Hoffnung, dass man eine grosse Mehrheit der Menschen zu reflektierem Handeln (auch in anderen Bereichen als dem Konsum) bewegen könnte, eigentlich schon aufgegeben. Wäre vielleicht was für die nächste Evolutionsstufe (falls wirs noch so weit bringen sollten).