Autor Thema: 04 - Kapitel 27 bis Ende (S. 266 - Ende)  (Gelesen 418 mal)

Offline Tammy1982

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04 - Kapitel 27 bis Ende (S. 266 - Ende)
« am: 24. Dezember 2009, 20:46:15 »
Hier könnt Ihr von Seite 266 bis zum Ende  schreiben.

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Offline Elfe

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Re: 04 - Kapitel 27 bis Ende (S. 266 - Ende)
« Antwort #1 am: 02. Januar 2010, 01:00:24 »
Da ich die beiden letzten Leseabschnitte hintereinander gelesen habe, kann ich nun gleich fortfahren:

Kardinal Montanelli deckt auf, dass es früher schon Verbindungen zwischen den „unseren“ beiden Familien  gegeben hat (S. 266). (Frage: Welche Familien? Schönberg und ???)  Er hat sein Wissen von seinem Bruder, der damals Protokollant war.
Das Grab Petrus wurde damals gefunden.

Und – man glaubt es nicht, nun taucht in einem Rückblick  mit einem  Male Friedrich auf (der Soldat, der damals mit  Johann an der Front den schwer verletzten Arzt gefunden hatte). Er arbeitete als Sonderbeauftragter  einer Unterorganisation des Geheimdienstes für den Führer (die neue Lichtgestalt!!!), und macht Fotos von den Ausgrabungen. Sein Freund/Kollege Johann ist auf dem Flug von Deutschland nach Rom ein halbes Jahr vorher umgebracht worden (nachdem er Schönberg von hinten die Unterlagen gereicht hatte). Und ihn, Friedrich,  ereilte nun, wie merkwürdig,  in umgekehrter Richtung das gleiche Schicksal.
Warum wurden die beiden denn umgebracht? Das erschließt sich mir ja nun gar nicht.

Montanelli und die beiden entschließen sich zu gemeinsamen Handeln. Ein Artikel in der Morgenzeitung macht auf den kleinen Katharer-Ort  in den Pyrenäen aufmerksam, da die Einwohner ihre katharische Herkunft immer wieder an die Öffentlichkeit bringen um ihre Ansprüche zu äußern.

Auch Robert und Monanelli entschließen sich, die Presse – in Maßen – einzuschalten und die ganze Geschichte zu erzählen, mit der Auflage, dass sie vor einem Bericht von der Gegenseite erscheinen solle.

Robert und Charles waren Freunde seit den ersten Schultagen. Da Charles aber den Mädchennamen seiner Mutter trug, war dies nicht aufgefallen. Er wusst schon lange von der Fehde und hatte durch den Fund der Münze seine Chance gesehen, Rache zu nehmen an dem Blutvergießen, an dem die Familie Garnier schuld war.

Montanelli weiht Robert in seine Einladung zu den Katharern ein. Der Vatikan ist zu Verhandlungen mit deren Nachkommen bereit. Robert und Marlene beschießen ihn zu begleiten, allerdings in getrennten Fahrzeugen. Auch Charles ist zeitgleich auf dem Weg dahin.
Der große „Showdown“ kündigt sich an.
Er wird auf dem verschlungenen Weg in den kleinen Ort von einem bewaffneten Streckenposten kontrolliert. Robert sieht aus der Ferne die Kontrolle, erkennt Charles und biegt unentdeckt ab vom Weg. Die beiden gehen zu Fuß zum Ort.

Ich frage mich hier allen Ernstes: Robert ist verletzt, sie wurden entführt und ihr Leben ist in Gefahr. Für mich ist das Verhalten der beiden unverständlich. Wer  begibt sich schon freiwillig bei Nacht und Nebel in die Höhle des so gefährlichen Löwen?
Und das ist es wahrlich: angestrahlte Scheiterhaufen, überall Fackeln, Kameras, Richtmikrofone, Satelitenantennen – und mitten drin Charles, in dessen Besitz sich die Münze befindet.
Beim Nähern an den Marktplatz wird Marlene entführt. Auch Robert wird betäubt.
Man führt ihn  zum Zentrum des Geschehens. 
Dort wird die Geschichte der beiden Familien öffentlich erzählt, beider Familien Anspruch auf die Münze verdeutlicht, und Robert erfährt die wahre Identität seines Ex-Freundes.
Die Katharer wollen ihn zwingen –da sie Marlene in ihrer Gewalt haben - für  die Sache ihrer Gemeinschaft Partei zu ergreifen.

Plötzlich droht Charles mit der Waffe. Er kettet Luc, Henry und Robert aneinander. Nur Claude bleibt frei. Er macht gemeinsame Sache mit Charles.
Der Kardinal wird auf einen der Scheiterhaufen  gebracht, und dort von den Flammen schwer verletzt. Leopold wird beim Versuch ihm beizustehen getötet, er verletzt Charles aber vorher noch.
Es entsteht ein heilloses Durcheinander, in dem Charles die Münze verliert.

Charles offenbart, dass ein Vater ein gewisser Deutscher namens Friedrich war der, wie auch sein Freund Johann auf Geheiß des damaligen Kardinals umgebracht wurde. Handlanger dieses Kardinals war Montanelli, der Bruder des Kardinals.

Robert befreit sich  und seine Kumpane mittels der mitgenommenen Waffe. Er schießt die Fesseln durch. Auch Marlene gelingt es sich zu befreien, nimmt die Waffe des Bewachers.
Sie erschießt Charles, als dieser Robert töten will.  Claude wiederum schießt von hinten auch Robert, trifft ihn. Robert schießt auf Claude.

Herrje, was für ein Blutbad. Wo sind eigentlich die restlichen Bewohner des Ortes? Haben die sich alle versteckt, oder hat der Ort nur die 3 oder 4 Einwohner?
Alles etwas komisch!!!
Plötzliche Rettung durch einen Hubschrauber. Alle Bösen werden abgeführt, Robert kommt in Krankenhaus, der Kardinal überlebt auch.

Und auch Bernard Garnier starb einen Tod wie Petrus. Er verschluckte die Petrusmünze, stürzte sich selbst von einem Aquädukt aus in die Tiefe,  um seinen Verfolgern aus der Sippe der Duchonts zu entkommen.

Marlene kehrt nach Berlin zurück, kommt aber wieder nach Frankreich in die Arme ihres Robert. Sie werden nach Rom gebeten, Robert übergibt die Münze in die Händes des Pabstes und verzichtet auf jegliche Ansprüche daraus.


Sorry, abschließend  ich kann nur eines sagen:  früher habe ich  gelernt: vermeide Schachtelsätze, dadurch wird ein Text schwer lesbar, unübersichtlich und schwer verständlich.

Es gibt Autoren, die verwenden Schachtelsätze als Stilmittel, aber das sind nicht unbedingt die Autoren, die ich gerne lese.

Dieses Buch kommt mir als Ganzes vor wie ein riesiger Schachtelsatz. Entspanntes Lesen ist eigentlich nicht möglich gewesen, wenigstens nicht für mich. Zum Schluss habe ich mich sehr schwer getan, bis zum Ende durchzuhalten. Deshalb habe ich vielleicht auch am Ende den Kern nicht mehr ganz erfasst.

Es war einfach ein Zuviel an Zeitebenen, Fakten, Schauplätzen und Ereignissen, die hier intensiv miteinander verflochten wurden, so dass es schwer war, den Überblick zu behalten.
Vielleicht ging es ja nur mir so, aber so habe ich es empfunden.

Ich mach heute am 03.01. nochmal einen Nachtrag:

Spannend geschrieben ist das Buch allemal. Daniel, da muss ich dich loben.  :)
Aber die Handlung ist eben recht kompliziert dargelegt.

Der Hitler-Einschub und die Aktivitäten der beiden ehemaligen einfachen Frontsoldaten, die plötzlich zu Geheimagenten aufgestiegen sind, bleibtfür mich allerdings unerklärt und läuft  ins Leere. Kannst du dazu nochmal was sagen? Wie hattest du dir das gedacht?

Die Beweggründe des Vatikans für die geheime Suche nach der Münze werden m.E. nicht deutlich. Es erscheint doch recht unrealistisch, dass die Kirche befürchten muss, dass Robert - ein Mann der in einem weltlichen Umfeld aufgewachen ist - mit einem Male Ansprüche an die Pabst-Würde erheben könnte?



« Letzte Änderung: 03. Januar 2010, 14:14:06 von Elfe »
Grüßchen
Elfe

Offline Imlammenien

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Re: 04 - Kapitel 27 bis Ende (S. 266 - Ende)
« Antwort #2 am: 04. Januar 2010, 11:27:47 »
Hallo Ihr Lieben,

ich bin ebenfalls durch. Und da du, Elfe, die ziemlich komplizierte und verschachtelte Handlung so schön übersichtlich zusammengefasst hast, hänge ich mich jetzt einfach in deinen Windschatten.  :)

Kardinal Montanelli deckt auf, dass es früher schon Verbindungen zwischen den „unseren“ beiden Familien  gegeben hat (S. 266). (Frage: Welche Familien? Schönberg und ???
Die Verbindung zwischen der Familie Schönberg und der Familie Montanelli während der Suche nach dem Petrusgrab, oder?

Und – man glaubt es nicht, nun taucht in einem Rückblick  mit einem  Male Friedrich auf (der Soldat, der damals mit  Johann an der Front den schwer verletzten Arzt gefunden hatte). Er arbeitete als Sonderbeauftragter  einer Unterorganisation des Geheimdienstes für den Führer (die neue Lichtgestalt!!!), und macht Fotos von den Ausgrabungen. Sein Freund/Kollege Johann ist auf dem Flug von Deutschland nach Rom ein halbes Jahr vorher umgebracht worden (nachdem er Schönberg von hinten die Unterlagen gereicht hatte). Und ihn, Friedrich,  ereilte nun, wie merkwürdig,  in umgekehrter Richtung das gleiche Schicksal.
Warum wurden die beiden denn umgebracht? Das erschließt sich mir ja nun gar nicht.
So ganz klar sind mir die Gründe hier auch nicht. Insbesondere, da ich es nicht für besonders unauffällig halte, an Bord eines kaum besetzten Flugzeugs einen Mann mit einem Giftpfeil zu töten...  :-\
Aber im Fall von Friedrich (und vermutlich auch von Johannes, denn eine entsprechende Bemerkung macht ja Montanelli am Ende des Buches) wollte der Vatikan verhindern, dass das Geheimnis um das Petrusgrab bis nach Berlin bzw. auf den Obersalzberg dringt.

Robert und Charles waren Freunde seit den ersten Schultagen. Da Charles aber den Mädchennamen seiner Mutter trug, war dies nicht aufgefallen. Er wusst schon lange von der Fehde und hatte durch den Fund der Münze seine Chance gesehen, Rache zu nehmen an dem Blutvergießen, an dem die Familie Garnier schuld war.
DAS ist allerdings so eine Stelle, die sich mir auch bis zum Ende des Buches nicht erschlossen hat. Robert und Charles waren Freunde seit ihrer Schulzeit - und Charles wusste die ganze Zeit um die Hintergründe der Familienfehde???! Warum hat er sich dann überhaupt mit Robert angefreundet bzw. diese Freundschaft über 30 Jahre gepflegt? Wissen, dass Robert eines Tages nach der Münze suchen würde, konnte er ja wohl kaum die ganze Zeit lang, oder? Ne, also Charles' Sinneswandel ist für mich weder nachvollziehbar noch glaubhaft.  ::)

Ich frage mich hier allen Ernstes: Robert ist verletzt, sie wurden entführt und ihr Leben ist in Gefahr. Für mich ist das Verhalten der beiden unverständlich. Wer  begibt sich schon freiwillig bei Nacht und Nebel in die Höhle des so gefährlichen Löwen?
Das finde ich allerdings auch! Und da hilft auch die Pistole, die Robert in der letzten Minute noch einsteckt, wenig. Das Verhalten der beiden kann man nur als ausgesprochen dumm und unvernünftig bezeichnen.  :-\

Die Katharer wollen ihn zwingen –da sie Marlene in ihrer Gewalt haben - für  die Sache ihrer Gemeinschaft Partei zu ergreifen.
Warum glauben die Katharer eigentlich überhaupt, dass Roberts Fürsprache ihrem Anliegen gegenüber dem Vatikan überhaupt etwas nützen kann? Immerhin ist er ja auch "nur" ein Nachfahre des Gegenpapstes und hat noch nicht einmal die Petrusmünze in seinem Besitz.

Nur Claude bleibt frei. Er macht gemeinsame Sache mit Charles.
Das ist auch so'n Ding! Warum machen die beiden plötzlich gemeinsame Sache??? Und was hat Claude überhaupt mit der ganzen Sache zu tun?  ???

Robert befreit sich  und seine Kumpane mittels der mitgenommenen Waffe. Er schießt die Fesseln durch.
Dieses Durchschießen der Kettenglieder hat mich ein wenig an Karl May erinnert.  ;)
Ne, aber mal ehrlich, es wundert mich wirklich, dass dabei niemand ernsthaft verletzt worden ist, z.B. durch Querschläger.

Herrje, was für ein Blutbad. Wo sind eigentlich die restlichen Bewohner des Ortes? Haben die sich alle versteckt, oder hat der Ort nur die 3 oder 4 Einwohner?
Alles etwas komisch!!!
Das habe ich mich ebenfalls gefragt. Nur eine Antwort habe ich nicht wirklich gefunden...  ???

Plötzliche Rettung durch einen Hubschrauber. Alle Bösen werden abgeführt, Robert kommt in Krankenhaus, der Kardinal überlebt auch.
Ja, die plötzlich herbei eilende Kavallerie...  ;D
Okay, die sind von diesem Reporter alarmiert worden. Doch warum rückt auch gleich die Armee mit an? Hat man die Katharer kurzerhand zu Staatsfeinden erklärt, oder was?

Marlene kehrt nach Berlin zurück, kommt aber wieder nach Frankreich in die Arme ihres Robert. Sie werden nach Rom gebeten, Robert übergibt die Münze in die Händes des Pabstes und verzichtet auf jegliche Ansprüche daraus.
Ein sehr versöhnliches Ende. Für meinen Geschmack ein wenig zu versöhnlich. Das Robert auf seine Ansprüche an der Münze verzichtet, ist ja noch nachvollziehbar. Aber dass er und Marlene vom Vatikan (inklusive Papst) derart hofiert werden und zuletzt gehorsam an die Brust der katholischen Kirche zurückkehren, fand ich doch zu zuckersüß. Nun, aber das ist natürlich Geschmackssache.

In diese Reihe passt m.E. nach auch sehr gut die Szene, in der Robert Marlene nach ihrer Angst vor Waffen fragt. NATÜRLICH hat Marlene großen Respekt bzw. Angst vor Waffen. Jeder normale Mensch, der nicht tagtäglich mit diesen Dingen umgeht, hat dies. Da muss man nicht in seiner Jugend Zeuge eines Selbtsmordes gewesen sein!
Sorry, Daniel, aber diese pseudo-einfühlsame Szene zwischen Robert und Marlene fand ich ziemlich an den Haaren herbei gezogen.

Es war einfach ein Zuviel an Zeitebenen, Fakten, Schauplätzen und Ereignissen, die hier intensiv miteinander verflochten wurden, so dass es schwer war, den Überblick zu behalten.
Vielleicht ging es ja nur mir so, aber so habe ich es empfunden.
Diese verschiedenen Zeitebenen und die ständig wechselnden Schauplätze und Handlungsstränge fand auch ich in der Tat ziemlich verwirrend. Manchmal habe ich mich dabei erwischt, dass mir der Faden zu entgleiten drohte. Okay, vielleicht ist er das sogar das eine oder andere Mal...  :-[

Doch trotz der zum Teil (für mich) logischen Brüche und der am Ende doch nicht vollständig beantworteten Fragen fand ich den Roman spannend und unterhaltsam. Und ich habe doch glatt ein wenig Lust bekommen, ganz bald einmal in Südfrankreich zu urlauben...  ;D

Die Beweggründe des Vatikans für die geheime Suche nach der Münze werden m.E. nicht deutlich. Es erscheint doch recht unrealistisch, dass die Kirche befürchten muss, dass Robert - ein Mann der in einem weltlichen Umfeld aufgewachen ist - mit einem Male Ansprüche an die Pabst-Würde erheben könnte?
Da komme ich wieder auf meine Reliquien-Theorie zurück. Der Vatikan sieht weniger Robert als Gefahr (Wie soll der Papst werden wollen, er ist ja noch nicht einmal Priester? Außerdem wird die Papstwürde per Wahl und nicht per Erbrecht vergeben, oder?), sondern ist vielmehr an der Auffindung der Reliquie interessiert, die man gern im Besitz der katholischen Kirche wissen möchte. Geht man davon aus, dass diese fiktive Münze quasi ein "Ausweis" der ersten Christenführer, ja sogar des Apostel Petrus ist, kann man das einigermaßen nachvollziehen, finde ich.

So, jetzt lasse ich meine Eindrücke erstmal sacken, bevor ich mich dann in ein paar Tagen an mein Fazit machen werde.
Bis dahin bin ich gespannt auf Eure Eindrücke und darauf, was vielleicht Daniel noch zu sagen hat.  :)

Geez,
Imlammenien

Offline Tammy1982

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Re: 04 - Kapitel 27 bis Ende (S. 266 - Ende)
« Antwort #3 am: 04. Januar 2010, 14:35:34 »
Hallo Ihr Lieben,

muss an dieser Stelle auch gleich mal erwähnen: Elfe ich finde deine Zusammenfassungen super!  8) Werde mich jetzt auch ganz frech einfach da dran hängen!  ;)

Kardinal Montanelli deckt auf, dass es früher schon Verbindungen zwischen den „unseren“ beiden Familien  gegeben hat (S. 266). (Frage: Welche Familien? Schönberg und ???
Die Verbindung zwischen der Familie Schönberg und der Familie Montanelli während der Suche nach dem Petrusgrab, oder?
Ja, ich habe das auch so verstanden, dass es um die Verbindung zwischen diesen beiden Familien geht. Ansonsten macht es ja keinen Sinn, oder?  :-\

Und – man glaubt es nicht, nun taucht in einem Rückblick  mit einem  Male Friedrich auf (der Soldat, der damals mit  Johann an der Front den schwer verletzten Arzt gefunden hatte). Er arbeitete als Sonderbeauftragter  einer Unterorganisation des Geheimdienstes für den Führer (die neue Lichtgestalt!!!), und macht Fotos von den Ausgrabungen. Sein Freund/Kollege Johann ist auf dem Flug von Deutschland nach Rom ein halbes Jahr vorher umgebracht worden (nachdem er Schönberg von hinten die Unterlagen gereicht hatte). Und ihn, Friedrich,  ereilte nun, wie merkwürdig,  in umgekehrter Richtung das gleiche Schicksal.
Warum wurden die beiden denn umgebracht? Das erschließt sich mir ja nun gar nicht.
So ganz klar sind mir die Gründe hier auch nicht. Insbesondere, da ich es nicht für besonders unauffällig halte, an Bord eines kaum besetzten Flugzeugs einen Mann mit einem Giftpfeil zu töten...  :-\
Aber im Fall von Friedrich (und vermutlich auch von Johannes, denn eine entsprechende Bemerkung macht ja Montanelli am Ende des Buches) wollte der Vatikan verhindern, dass das Geheimnis um das Petrusgrab bis nach Berlin bzw. auf den Obersalzberg dringt.
:D Ich habe wirklich eine zeitlang herumgerätselt, wie es der Mörder schafft wieder aus dem Flugzeug zu verschwinden, ohne gleich verhaftet zu werden? Oder hängt die gesamte Crew inklusive Pilot in dem Mordkomplott mit drinnen?
Und gut, dass ihr es schreibt: Johann war derjenige, der Anton Schönberg die Unterlagen übergeben hat? Echt? Und warum wurde er dann bereits auf dem Hinflug nach Rom getötet? Hat der Vatikan da ein doppeltes Spiel gespielt? Also offiziell mit den Deutschen zusammengearbeitet, aber von Anfang an entschieden, dass die Informationen auf keinen Fall bei Hitler landen dürfen?  :-\ Bin noch ziemlich verwirrt, muss ich gestehen!  ???

Robert und Charles waren Freunde seit den ersten Schultagen. Da Charles aber den Mädchennamen seiner Mutter trug, war dies nicht aufgefallen. Er wusst schon lange von der Fehde und hatte durch den Fund der Münze seine Chance gesehen, Rache zu nehmen an dem Blutvergießen, an dem die Familie Garnier schuld war.
DAS ist allerdings so eine Stelle, die sich mir auch bis zum Ende des Buches nicht erschlossen hat. Robert und Charles waren Freunde seit ihrer Schulzeit - und Charles wusste die ganze Zeit um die Hintergründe der Familienfehde???! Warum hat er sich dann überhaupt mit Robert angefreundet bzw. diese Freundschaft über 30 Jahre gepflegt? Wissen, dass Robert eines Tages nach der Münze suchen würde, konnte er ja wohl kaum die ganze Zeit lang, oder? Ne, also Charles' Sinneswandel ist für mich weder nachvollziehbar noch glaubhaft.  ::)
Ja, da kann ich euch nur zustimmen. Charles war für mich GAR NICHT nachvollziehbar und kann bis jetzt immer noch nur den Kopf schütteln. Wie kann ich 30 jahrelang mit jemandem befreundet sein und ihn eigentlich hassen??? Und warum hasst er ihn? Weil es da mal vor x Jahren eine Fehde gab, deren Gründe weder er noch Robert kennen und die eigentlich schon längst vergessen sein sollte. Dass sein Vater im 2. Weltkrieg gestorben ist, ist tragisch, aber dafür kann Robert ja gar nichts und dass Charles sich jetzt an Montanelli rächen möchte, weil dessen Bruder ja angeblich der Mörder war... Tut mir leid, aber das ist mir ein bisschen zu weit hergeholt! V. a. ist für mich auch nicht so ganz schlüssig, wie davon überhaupt jemand erfahren konnte. Woher will den die gute Großtante das wissen, wer Friedrich auf dem Gewissen hat?  ???

Überrascht hat mich dann auch, dass Claude und Charles gemeinsame Sachen machen. Aber warum? Wo sind da die Hintergründe und wie haben die beiden sich eigentlich kennengelernt? Und was möchte Claude eigentlich erreichen?  :-\

Ich frage mich hier allen Ernstes: Robert ist verletzt, sie wurden entführt und ihr Leben ist in Gefahr. Für mich ist das Verhalten der beiden unverständlich. Wer  begibt sich schon freiwillig bei Nacht und Nebel in die Höhle des so gefährlichen Löwen?
Das finde ich allerdings auch! Und da hilft auch die Pistole, die Robert in der letzten Minute noch einsteckt, wenig. Das Verhalten der beiden kann man nur als ausgesprochen dumm und unvernünftig bezeichnen.  :-\
Und dort werden sie auch noch erwartet!!! Woher waren sich die Katharer so sicher, dass Robert und Marlene auch wirklich auftauchen würden?

Robert befreit sich  und seine Kumpane mittels der mitgenommenen Waffe. Er schießt die Fesseln durch.
Dieses Durchschießen der Kettenglieder hat mich ein wenig an Karl May erinnert.  ;)
Ne, aber mal ehrlich, es wundert mich wirklich, dass dabei niemand ernsthaft verletzt worden ist, z.B. durch Querschläger.
Ja, das habe ich mir auch gedacht. Die Kette hätte ihnen doch um die Ohren fliegen müssen. Außerdem sehr wahrscheinlich, dass Robert, nach dem er noch nie geschossen hat, das gleich so gut hinbekommt.  ;)

Herrje, was für ein Blutbad. Wo sind eigentlich die restlichen Bewohner des Ortes? Haben die sich alle versteckt, oder hat der Ort nur die 3 oder 4 Einwohner?
Alles etwas komisch!!!
Das habe ich mich ebenfalls gefragt. Nur eine Antwort habe ich nicht wirklich gefunden...  ???
Ich habe das so verstanden, dass der Ort doch von den Katharern quasi künstlich angelegt wurde und da ja eigentlich außer ihnen niemand wohnt, oder?
Ja, das Blutbad an und für sich war insgesamt schon ziemlich heftig. Obwohl ich mich immer noch frage, ob man einen Schuss in den Hals wirklich so einfach überleben kann? Ich finde es natürlich toll, dass Robert und Marlene überlebt haben, aber der Halsschuss war schon ein bisschen heftig, oder?

Es war einfach ein Zuviel an Zeitebenen, Fakten, Schauplätzen und Ereignissen, die hier intensiv miteinander verflochten wurden, so dass es schwer war, den Überblick zu behalten.
Vielleicht ging es ja nur mir so, aber so habe ich es empfunden.
Diese verschiedenen Zeitebenen und die ständig wechselnden Schauplätze und Handlungsstränge fand auch ich in der Tat ziemlich verwirrend. Manchmal habe ich mich dabei erwischt, dass mir der Faden zu entgleiten drohte. Okay, vielleicht ist er das sogar das eine oder andere Mal...  :-[
Ja, da muss ich mich euch leider anschließen. Ich finde so Zeitsprünge eigentlich immer ganz cool, aber hier waren es mir zu viele und die einzelnen Erzählungen in den Zeitebenen glichen immer nur so ganz kurzen Szenen und waren mir für meinen Geschmack einfach zu kurz. Ich habe auch so das Gefühl, dass dadurch einige Inhalte verloren gegangen sind oder ich einfach komplett den Faden verloren habe. Hätte mir besser gefallen, wenn die Zeitebenen lieber länger gedauert hätten und die Geschichten jeweils an einem Stück oder zumindest etwas länger erzählt worden wären. Gerade gegen Ende hin, habe ich so komplett den Überblick verloren.
Z. B. ist da ja ein Sprung zu Bernard Garnier, in dem er verfolgt wird, von einem Duchont (!!!) und dann die Münze schluckt. Wenn er aber da schon von einem Duchont verfolgt wurde, reicht die Fehde ja viel länger zurück und hat ja einen ganz anderen Hintergrund. Den jetzt aber weder Robert noch Charles wissen, oder?  :-\
Dann der Tod von Friedrich: Wer hat ihn umgebracht? Wie konnte das einfach so von der Großtante von Charles in Erfahrung gebracht werden?
Und schließlich das Ende hat mich ja komplett verwirrt: Lucien ist der Mörder von Robert's Vater? Aber woher kannte Robert's Vater ihn, da ja zu Beginn steht, dass Robert's Vater seinen Mörder kennt, bevor der ihn umbringt? Von daher habe ich immer auf Charles getippt. Lucien ist mir jetzt ganz komisch! Dass Lucien auch noch der Vater von Bertrand ist, hat mich dann gar nicht mehr so geschockt. Obwohl ich es dann auch krass finde, dass der Sohn seinen Vater umbringen möchte???  :o

Die Beweggründe des Vatikans für die geheime Suche nach der Münze werden m.E. nicht deutlich. Es erscheint doch recht unrealistisch, dass die Kirche befürchten muss, dass Robert - ein Mann der in einem weltlichen Umfeld aufgewachen ist - mit einem Male Ansprüche an die Pabst-Würde erheben könnte?
Da komme ich wieder auf meine Reliquien-Theorie zurück. Der Vatikan sieht weniger Robert als Gefahr (Wie soll der Papst werden wollen, er ist ja noch nicht einmal Priester? Außerdem wird die Papstwürde per Wahl und nicht per Erbrecht vergeben, oder?), sondern ist vielmehr an der Auffindung der Reliquie interessiert, die man gern im Besitz der katholischen Kirche wissen möchte. Geht man davon aus, dass diese fiktive Münze quasi ein "Ausweis" der ersten Christenführer, ja sogar des Apostel Petrus ist, kann man das einigermaßen nachvollziehen, finde ich.
Ja, ich denke auch, dass es der Kirche darum geht, dass die Münze wieder in ihrem Besitz ist und sie somit auch die offizielle Erlaubnis der Vertretung Christi auf Erden nachweisen können. Das macht am meisten Sinn. Wahrscheinlich hatten sie Angst davor, dass Robert auf sein Erbrecht pocht und die Münze in seinem Besitz behalten möchte. Oder dass wieder irgendein Irrer kommt, die Münze klaut und irgendwelche Forderungen an die Kirche stellt?  :-\

Alles in allem ein sehr spannendes Buch, dass mir schon ein paar vergnügliche Lesestunden beschert hat. Super finde ich das Nachwort am Schluss, in dem genau erklärt wird, was Fiktion und was Tatsache ist. Das finde ich immer sehr gut, damit man als Leser weiß, was man als Wissen abspeichern darf und was eher nicht!  ;)

Liebe Grüße
Tammy

Offline Elfe

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Re: 04 - Kapitel 27 bis Ende (S. 266 - Ende)
« Antwort #4 am: 04. Januar 2010, 21:52:29 »
Hallo Ihr Lieben,

muss an dieser Stelle auch gleich mal erwähnen: Elfe ich finde deine Zusammenfassungen super!  8) Werde mich jetzt auch ganz frech einfach da dran hängen!  ;)


Hallo ihr beiden über mir,

danke für euer Lob. Dadurch, dass ich zusammengefasst habe, und das war eine ganze Menge Stoff, war ich allerdings dann nicht so kritisch mit dem Inhalt wie ihr.

Ich kann mich in vielen Dingen euch beiden anschließen.
Allerdings habe ich gemerkt, dass ich an einer Stelle völlig den Faden verloren habe:



Und schließlich das Ende hat mich ja komplett verwirrt: Lucien ist der Mörder von Robert's Vater? Aber woher kannte Robert's Vater ihn, da ja zu Beginn steht, dass Robert's Vater seinen Mörder kennt, bevor der ihn umbringt? Von daher habe ich immer auf Charles getippt. Lucien ist mir jetzt ganz komisch! Dass Lucien auch noch der Vater von Bertrand ist, hat mich dann gar nicht mehr so geschockt. Obwohl ich es dann auch krass finde, dass der Sohn seinen Vater umbringen möchte???  :o



Aber das hatte ich ja auch schon erwähnt. Die Verbindungen der einzelnen Personen untereinander waren derart vielfältig und komplizieert. Irgendwann wollte mein Kopf da anscheinend nicht mehr mit.

Aber ich kann mich freuen: hier ist es ja lausig kalt.... warme Gedanken mache ich mir damit, dass wir Ende Mai Urlaub in der Provence machen...... also doch in weiterer Nähe vom Ort der Handlung..........
Grüßchen
Elfe

Offline Rhodanus

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Re: 04 - Kapitel 27 bis Ende (S. 266 - Ende)
« Antwort #5 am: 05. Januar 2010, 17:34:42 »
Bitte verzeiht die späte Antwort - ich habe eben gerade erst Mama und Kind nach Hause holen dürfen und bin auch noch etwas übernächtigt...

Zitat
Die Verbindung zwischen der Familie Schönberg und der Familie Montanelli während der Suche nach dem Petrusgrab, oder?
- - -
Ja, ich habe das auch so verstanden, dass es um die Verbindung zwischen diesen beiden Familien geht. Ansonsten macht es ja keinen Sinn, oder?
Korrekt  :)

Zitat
Hat der Vatikan da ein doppeltes Spiel gespielt? Also offiziell mit den Deutschen zusammengearbeitet, aber von Anfang an entschieden, dass die Informationen auf keinen Fall bei Hitler landen dürfen?
Ebenfalls korrekt. Man wusste in Rom Bescheid aber musste sich ebenso (wie bei unzähligen anderen Gelegenheiten - vgl. etwa auch Montecassino) einfach mit dem Feind (natürlich nur auf Zeit und als Mittel zum Zweck) "arrangieren".

Zitat
an Bord eines kaum besetzten Flugzeugs einen Mann mit einem Giftpfeil zu töten
...ist in einem kleinen, engen, dunklen und lauten Flugzeuginnenraum mit einem kleinen Blasrohr und einer kleinen Spitze (à la Dartpfeil) sauberer und effektiver als eine Strangulation von hinten - denn bei letzterer könnte das Opfer dann doch noch um sich schlagen und röcheln. Und - zugegebenermaßen - ist es auch ein wenig filmischer ;-)

Zunächst:
Zitat
...Robert's Vater seinen Mörder kennt... und später...dass der Sohn seinen Vater umbringen möchte...
In gewissen Kreisen kennt man sich ja. Immerhin forschte Roberts Vater nicht unbedingt heimlich in seiner Vergangenheit, die natürlich zugleich die Vergangenheiten anderer Interessengruppen berührte. Und auf die Frage, wer hier nun der Mörder ist, komme ich im nächsten Punkt. Vielleicht tatsächlich etwas zu sehr zusammengekürzt ist Bertrands Schicksal als dem  Vater vollkommen entfremdeter Sohn. Das blieb bedauerlicherweise etwas auf der Strecke - womit wir gleich beim nächsten Punkt wären:
Zitat
...Lucien ist der Mörder von Robert's Vater?
Nun... ist er das? Sicher? Faszinierenderweise sind sich da viele Leser/-innen uneins. Ist es nicht möglicherweise Bertrand gewesen? Den Roberts Vater dann auch aus Avignon kannte und im Angesicht des Todes mit einem erschrockenen "TOI??!!" registrierte, dass er nicht "einfach so" von einem Fremden überfallen wurde.

Ich werde mich in Kürze noch zu weiteren Punkten äußern - bitte noch etwas Geduld, okay?

Gruß,
Daniel

Offline Tammy1982

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Re: 04 - Kapitel 27 bis Ende (S. 266 - Ende)
« Antwort #6 am: 05. Januar 2010, 18:43:52 »
Hallo Daniel,

Bitte verzeiht die späte Antwort - ich habe eben gerade erst Mama und Kind nach Hause holen dürfen und bin auch noch etwas übernächtigt...
Nur keinen Stress. Ist uns schon klar, dass da jemand im Moment deine gesamte Aufmerksamkeit fordert!  ;)

Zitat
...Lucien ist der Mörder von Robert's Vater?
Nun... ist er das? Sicher? Faszinierenderweise sind sich da viele Leser/-innen uneins. Ist es nicht möglicherweise Bertrand gewesen? Den Roberts Vater dann auch aus Avignon kannte und im Angesicht des Todes mit einem erschrockenen "TOI??!!" registrierte, dass er nicht "einfach so" von einem Fremden überfallen wurde.
Puh, das wäre natürlich auch möglich, aber warum richtet sich dann Lucien auch noch selber? Bertrand ist ja bereits tod, also wäre doch der Tod von Robert's Vater schon gesühnt, oder? Oder fühlt sich Lucien dafür verantwortlich, da er und sein Sohn sich so fremd waren und sein Sohn wohl aufgrund dieser Fremde zum Vater zum Mörder wurde?  :-\ ;D

Ich sehe schon, man kann hier noch herrlich weiter spekulieren!  :)

Liebe Grüße
Tammy

Offline schlumeline

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Re: 04 - Kapitel 27 bis Ende (S. 266 - Ende)
« Antwort #7 am: 10. Januar 2010, 10:27:39 »
Bitte verzeiht die späte Antwort - ich habe eben gerade erst Mama und Kind nach Hause holen dürfen und bin auch noch etwas übernächtigt...

Zitat
Die Verbindung zwischen der Familie Schönberg und der Familie Montanelli während der Suche nach dem Petrusgrab, oder?
- - -
Ja, ich habe das auch so verstanden, dass es um die Verbindung zwischen diesen beiden Familien geht. Ansonsten macht es ja keinen Sinn, oder?
Korrekt  :)
Man könnte doch hier aber auch an die katholische Kirche als Familie denken, oder? Das macht das Ganze aber wieder etwas verworrener.
In diesem Abschnitt kommt es auf jeden Fall zu vielen Aufklärungen, die auch echt verwunderlich sind. Das doppelte Spiel des Vatikan in Bezug auf Hitler, finde ich schon wirklich heftig. Da muss sich Herr Schönberg schon ganz schön blöd vorgekommen sein. Zumindest zeitweise.

Zitat
Quote from: Imlammenien on 04. January 2010, 10:27:47
Quote from: Elfe on 02. January 2010, 00:00:24
Robert und Charles waren Freunde seit den ersten Schultagen. Da Charles aber den Mädchennamen seiner Mutter trug, war dies nicht aufgefallen. Er wusst schon lange von der Fehde und hatte durch den Fund der Münze seine Chance gesehen, Rache zu nehmen an dem Blutvergießen, an dem die Familie Garnier schuld war.

DAS ist allerdings so eine Stelle, die sich mir auch bis zum Ende des Buches nicht erschlossen hat. Robert und Charles waren Freunde seit ihrer Schulzeit - und Charles wusste die ganze Zeit um die Hintergründe der Familienfehde???! Warum hat er sich dann überhaupt mit Robert angefreundet bzw. diese Freundschaft über 30 Jahre gepflegt? Wissen, dass Robert eines Tages nach der Münze suchen würde, konnte er ja wohl kaum die ganze Zeit lang, oder? Ne, also Charles' Sinneswandel ist für mich weder nachvollziehbar noch glaubhaft. 

Ja, da kann ich euch nur zustimmen. Charles war für mich GAR NICHT nachvollziehbar und kann bis jetzt immer noch nur den Kopf schütteln. Wie kann ich 30 jahrelang mit jemandem befreundet sein und ihn eigentlich hassen??? Und warum hasst er ihn? Weil es da mal vor x Jahren eine Fehde gab, deren Gründe weder er noch Robert kennen und die eigentlich schon längst vergessen sein sollte. Dass sein Vater im 2. Weltkrieg gestorben ist, ist tragisch, aber dafür kann Robert ja gar nichts und dass Charles sich jetzt an Montanelli rächen möchte, weil dessen Bruder ja angeblich der Mörder war... Tut mir leid, aber das ist mir ein bisschen zu weit hergeholt! V. a. ist für mich auch nicht so ganz schlüssig, wie davon überhaupt jemand erfahren konnte. Woher will den die gute Großtante das wissen, wer Friedrich auf dem Gewissen hat? 

Überrascht hat mich dann auch, dass Claude und Charles gemeinsame Sachen machen. Aber warum? Wo sind da die Hintergründe und wie haben die beiden sich eigentlich kennengelernt? Und was möchte Claude eigentlich erreichen?

Ich kann mich auch nach wie vor nicht mit Charles arrangieren. Er war von Anfang an ein merkwürdiger Charakter und ist es bis zum Schluss geblieben. Es mag zwar schwierig sein sich zwischen Freund und Familie zu entscheiden, aber bei einer so dauerhaften und innigen Freundschaft ist es doch dann nicht mehr wirklich nachvollziehbar was Charles so treibt.

Zitat
[Quote from: Imlammenien on 04. January 2010, 10:27:47
Quote from: Elfe on 02. January 2010, 00:00:24
Herrje, was für ein Blutbad. Wo sind eigentlich die restlichen Bewohner des Ortes? Haben die sich alle versteckt, oder hat der Ort nur die 3 oder 4 Einwohner?
Alles etwas komisch!!!

Das habe ich mich ebenfalls gefragt. Nur eine Antwort habe ich nicht wirklich gefunden... 

Ich habe das so verstanden, dass der Ort doch von den Katharern quasi künstlich angelegt wurde und da ja eigentlich außer ihnen niemand wohnt, oder?
Ja, das Blutbad an und für sich war insgesamt schon ziemlich heftig. Obwohl ich mich immer noch frage, ob man einen Schuss in den Hals wirklich so einfach überleben kann? Ich finde es natürlich toll, dass Robert und Marlene überlebt haben, aber der Halsschuss war schon ein bisschen heftig, oder?
Ja, die Szene im Dorf strotzt nur so von Angriffen und Blut. Ich fand die ganze Szene ziemlich heftig, aber zum Glück überleben Robert und Marlene unverletzt.

Zitat
Quote from: Elfe on 02. January 2010, 00:00:24
Es war einfach ein Zuviel an Zeitebenen, Fakten, Schauplätzen und Ereignissen, die hier intensiv miteinander verflochten wurden, so dass es schwer war, den Überblick zu behalten.
Vielleicht ging es ja nur mir so, aber so habe ich es empfunden.

Diese verschiedenen Zeitebenen und die ständig wechselnden Schauplätze und Handlungsstränge fand auch ich in der Tat ziemlich verwirrend. Manchmal habe ich mich dabei erwischt, dass mir der Faden zu entgleiten drohte. Okay, vielleicht ist er das sogar das eine oder andere Mal... 

Ja, da muss ich mich euch leider anschließen. Ich finde so Zeitsprünge eigentlich immer ganz cool, aber hier waren es mir zu viele und die einzelnen Erzählungen in den Zeitebenen glichen immer nur so ganz kurzen Szenen und waren mir für meinen Geschmack einfach zu kurz. Ich habe auch so das Gefühl, dass dadurch einige Inhalte verloren gegangen sind oder ich einfach komplett den Faden verloren habe. Hätte mir besser gefallen, wenn die Zeitebenen lieber länger gedauert hätten und die Geschichten jeweils an einem Stück oder zumindest etwas länger erzählt worden wären. Gerade gegen Ende hin, habe ich so komplett den Überblick verloren.
Ja die vielen Handlungsstränge in unterschiedlichen Zeiten sind teilweise wirklich recht harter Tobak beim Lesen. Aber ich persönlich finde, gerade sie machen die Besonderheit des Buches und dessen Reiz aus. Mir hat das eigentlich recht gut gefallen, aber man muss schon eine Menge Konzentration an den Tag legen und viele Details behalten. Das ist sicher kein Buch zum einfach mal so weglesen.

Dennoch hat es mir gut gefallen, auch wenn ich etwas weniger hier mitdiskutiert habe und mir jetzt beim letzten Abschnitt etwas Zeit gelassen habe.

Elfes Zusammenfassungen waren einfach der Hit und für die Leserunde sicher sehr hilfreich. Eure Bemerkungen insgesamt haben mir prima gefallen.
Lesen ist meine Leidenschaft