Aufgrund der Vorweihnachtszeit habe ich dieses Buch, obwohl es ein Jugenbuch ist und man es eigentlich sehr zügig lesen kann, nur sehr langsam gelesen und hatte ein wenig das Gefühl hier immer im Hintertreffen zu sein. Dennoch hat es sehr viel Spass gemacht die Meinungen aller anderen hier mitzuverfolgen. Schön, dass du, liebe Brigitte, auf alle Fragen so schnell und genau eingegangen bist. Es hat wirklich Spass gemacht, dieses Buch gemeinsam zu lesen. Manche Details überliest man auch gerne und da ist es für mich immer schön, wenn andere Mitleser gerade das bemerken und ich es in meinen weiteren Gedankengängen zum Buch mitberücksichtigen kann.
Und nun kommt meine Rezension:
Der Kuss des Anubis ist der erste historische Jugendroman der Autorin Brigitte Riebe. Er spielt, wie der Leser sich aufgrund des Titels schon denken kann, im alten Ägypten.
Mutemwija, genannt Miu, die Tochter des bekannten und angesehenen Balsamierers Ramose, hilft gelegentlich in der Gaststätte zum Graureiher aus, auch wenn ihr Vater das nicht gerne sieht. Die Gaststätte gehört der Cousine von Mius Mutter und deren Mann, Nefer und Taheb. Irgendwo in der Vergangenheit liegt der Grund warum Ramose und Nefer sich aus dem Weg gehen, aber Miu weiß darüber nichts Genaues.
Während Miu nun im Graureiher arbeitet, belauscht sie ein Gespräch zwischen zwei merkwürdigen Gestalten, einem Mann mit Warzen und einem weiteren mit Geierprofil. „Der Falke muss zum Himmel fliegen“…Da weiß Miu, dass ein Attentat auf den Pharao geplant ist. Das darf nicht sein, denn den Pharao hat Miu als kleines Kind bereits kennengelernt und damals hat er ihr eine kleine Feuerkatze geschenkt. Nun ist es an Miu den Pharao zu warnen. Mit Hilfe ihrer Großmutter Raia erhält sie Einlass bei Tutenchamun und dieser glaubt Miu. Die beiden kommen sich immer näher und so geschieht es, dass Miu zukünftig häufiger im Hause des Pharaos zu Gast ist. Dies wird von Mius Familie genauso ungern gesehen wie von Tutenchamuns Gemahlin Anchesenamun, die dafür bekannt ist, jede Konkurrentin, die versucht ihrem Gemahl zu nahe zu kommen, Böses anzutun. Neben dieser sich anbahnenden Liebesgeschichte kommt es jedoch in Mius Umkreis zu weiteren seltsamen Begebenheiten.
In den Arbeitsräumen ihres Vaters tauchen plötzlich merkwürdige Pergamente und weitere Dinge auf. Ramose wird sehr nachdenklich und plötzlich wird er verhaftet und der Grabräuberei verdächtigt.
Ani, der Sohn von Nefer und Taheb, und seines Zeichens Polizist, gerät ebenfalls unter Verdacht und wird verhaftet.
Mius Freundin, Iset, die gerade erst geheiratet hat, fürchtet um ihren Mann. Er verhält sich merkwürdig und Iset weiß nicht woran es liegen kann.
Ramoses Gehilfe Ipi ist über alle Maßen an Miu interessiert und wird auch zudringlich.
So kommt eins zu anderem und der Leser bleibt in dieser merkwürdigen und unbekannten Welt des alten Ägypten gefangen. Dieses Buch ist Liebesgeschichte, Kriminalrom und historischer Roman zugleich und vermag es, sowohl jüngere als auch ältere Leser absolut in seinen Bann zu ziehen. Man erfährt viel über die Lebensumstände im alten Ägypten und über die Dinge, die von Tutenchamuns kurzem Pharaoleben überliefert sind.
Schön, dass es am Ende des Buches eine Zeittafel gibt und ein Glossar, das dem Leser hin und wieder eine Worterklärung liefern kann.
Mir hat dieser erste Jugendroman von Brigitte Riebe sehr gut gefallen und ich freue mich auf weitere Bücher im Jugendbereich von ihr.

Abschließend möchte ich allen Teilnehmern dieser Leserunde noch einen schönen 2. Weihnachtsfeiertag wünschen und, falls wir uns hier nicht mehr lesen sollten, einen guten Rutsch ins Jahr 2010.