Autor Thema: Horst Eckert - 617 Grad Celsius (Kapitel 1 bis 18, bis Seite 82)  (Gelesen 4352 mal)

Offline nimue

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617 Grad Celsius

Der Mord an dem jungen Maler Daniel, der wie ein Bruder für sie war, bringt die Welt der Kripobeamtin Anna Winkler ins Wanken. Trotzdem gelingt es ihr, zur Verurteilung des Täters beizutragen.

Ein Jahr später explodiert ein Wohnhaus, es gibt Tote - an der Gasleitung wurde manipuliert. Als die Identität der Opfer feststeht, erkennt Anna, dass sie den Mord an Daniel neu überdenken muss: Die beiden Fälle hängen zusammen. Und bald deutet eine Spur nicht nur auf ihren Onkel Uwe Strom, der als Ministerpräsident vor der Wiederwahl steht. Auch Annas eigener Vater, früher selbst bei der Polizei und jetzt Landtagsabgeordneter, scheint ein düsteres Geheimnis zu hüten.



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Offline nimue

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Re: Horst Eckert - 617 Grad Celsius (Kapitel 1 bis 18, bis Seite 82)
« Antwort #1 am: 25. Juli 2006, 08:15:30 »
Guten Morgen!

Ab heute startet die Leserunde zu "617 Grad Celsius" und ich begrüße alle Teilnehmer(innen) und ganz gesonders Horst Eckert.

Hier in diesem Bereich könnt ihr zu den Kapiteln 1 bis 18 schreiben. Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

Bitte lest euch kurz vorher nochmal die Leserunden FAQ durch (es gab inzwischen ein paar Änderungen). Postet hier bitte erst, wenn ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.

Nun wünsche ich uns allen viel Spaß!

Liebe Grüße
nimue
« Letzte Änderung: 27. Juli 2006, 08:08:46 von nimue »

Offline HoldenCaulfield

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Re: Horst Eckert - 617 Grad Celsius (Kapitel 1 bis 18, bis Seite 82)
« Antwort #2 am: 25. Juli 2006, 19:11:48 »
So ich habe jetzt die ersten 6 Kapitel gelesen und bin schon richtig in der Geschichte drin. Schon das Epilog hat mich sehr sehr neugirig gemacht. Ich bin schon sehr gespannt inwieweit die Begebenheiten darin in der Gegenwart wichtig sind.
Bisjetzt liest es sich sehr flüssig und man kommt auch nach einer kurzen Pause schnell wieder rein.
Memento Mori

Offline Miramis

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Re: Horst Eckert - 617 Grad Celsius (Kapitel 1 bis 18, bis Seite 82)
« Antwort #3 am: 25. Juli 2006, 21:11:40 »
Hallo zusammen,

ich bin mittlerweile bei Seite 53, habe also den Prolog und den 1. Teil - Die Rückkehr gelesen. Bis jetzt gefällt mir der Roman sehr gut. Mit den Zeitsprüngen komme ich gut zurecht, allerdings hatte ich anfangs ein Problem mit den vielen Personen und Namen, die gleich von Anfang an präsent sind. Ich mußte einige Male zurückblättern und nachschauen - wer war noch Lohse, wer war Essig?
Aber inzwischen bin ich im Bilde - was man von einem aufmerksamen Leser ja auch erwarten kann  ;).

Die Hauptfigur Anna (ich gehe davon aus, sie ist die Hauptfigur) hat in mir zwiespältige Gefühle ausgelöst; zunächst Mitleid mit ihrer privaten Situation (Vater im Krankenhaus, Mutter im Alkoholentzug, nicht mal der Hund ist zuhause...), später dann Respekt vor ihrer Arbeit und dem Mut, nach Bosnien zu gehen. Diese Meinung mußte ich allerdings revidieren, als ich las, wie sie mit ihren "unkonventionellen Methoden" Kurt Essig zu seiner Aussage "überredet" hatte. Da war sie eindeutig im Unrecht, und es war wohl ziemlich blauäugig zu denken, daß niemand je davon erfahren würde.  Außerdem denke ich, daß sie so nicht den wahren Mörder zur Strecke gebracht hat...

Was mir auch sehr gut gefällt, sind die immer wieder auftauchenden Verkettungen mit der Politik; das macht den Roman ungewöhnlich und spannend.

Viele Grüße
Miramis


Offline HoldenCaulfield

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Re: Horst Eckert - 617 Grad Celsius (Kapitel 1 bis 18, bis Seite 82)
« Antwort #4 am: 26. Juli 2006, 09:45:55 »
Also gerade das Anna eben nicht die perfekte Polizistin ist macht sie mir sympatisch. Dadurch wirkt sie menschlicher und nicht wie der typische "Detektiv" eines Kriminalromanes der nur gutes tut und niemals einen Fehler begehen würde. Das macht mir den Roman viel glaubwürdiger.
Anfangs bin ich mit den Zeitsprüngen ein wenig durcheinander gekommen. Was aber daran lag das ich es irgendwie gar nicht gleich mitbekommen habe das es überhaupt Zeitsprünge gab. Inzwischen ist das kein Problem mehr.
Ich bin mir auch sicher das etwas an dem Mord von Daniel oberfaul ist. Schon allein deshalb weil Anna einen Hauptzeugen unter Druck setzen musste damit der mutmaßliche Mörder verurteilt werden konnte.
Ich lese jedenfalls gerne und mit Spannung weiter!
Memento Mori

Offline Olima

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Re: Horst Eckert - 617 Grad Celsius (Kapitel 1 bis 18, bis Seite 82)
« Antwort #5 am: 26. Juli 2006, 11:15:17 »
Guten morgen,

ich habe gestern angefangen und schon recht weit gekommen.

Anfangs bin ich mit den Zeitsprüngen ein wenig durcheinander gekommen. Was aber daran lag das ich es irgendwie gar nicht gleich mitbekommen habe das es überhaupt Zeitsprünge gab. Inzwischen ist das kein Problem mehr.

Ging mir genauso, besonders weil sich die Jahreszahlen 2003 und 2005 rein optisch nicht allzusehr unterscheiden.

Anna ist mir sehr sympathisch. Ihre "Flucht" nach Bosinien kann ich gut verstehen. Wie schrecklich muß es für eine Polizistin (oder für jeden arbeitenden Menschen) sein, wenn ihre Arbeit von vielen nur an der Art und Weise (Beziehungen in der Verwandtschaft) bewertet wird, wie sie an diesen Job (angeblich) gekommen ist.

Gespannt bin ich, in was für einem Verhältnis die einzelnen Personen in Wahrheit zu einander stehen. Wer ist der Anrufer, der anscheinend von Winkler etwas nicht legales erwartet. Was ist aus Gabis Kind geworden. Auf Seite 18 wird erwähnt, dass Anna 1977 geboren wurde, der Prolog spielt 1976, wie und wann sind Annas Eltern zusammen gekommen. Was für eine Rolle spielt Osiris Trance und wer oder was ist der Auslöser für den Absturz von Annas Mutter.

So viele Frage und einzelne Handlungsstränge, ich finde das richtig gut und spannend.

Tragisch, dass Karins Brief Anna erst so spät erreicht, das Schicksal Martin Lohses berührt mich sehr.

Annas Vater ist mir eher unsympatisch, und zwar in allen Zeitebenen. Das er nach seiner Polizeilaufbahn Karriere in der Politik macht, passt da genau ins Bild. Das mir Politiker an sich unsympatisch sind  ;) tja, daran wird sich nichts ändern.

Inzwischen bin ich schon beim 31. Kapitel, vielleicht später  schon mehr

 :winken:

Olima
« Letzte Änderung: 26. Juli 2006, 12:33:02 von Olima »

Offline Miramis

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Re: Horst Eckert - 617 Grad Celsius (Kapitel 1 bis 18, bis Seite 82)
« Antwort #6 am: 26. Juli 2006, 15:10:48 »
Ich bin überrascht, wie unkritisch ihr Annas Verhalten betrachtet. Daß sie beim Mordprozess betreffend Daniel Lohse einen Fehler bei ihrem Auftritt gemacht hat, das kann ich auch noch als menschlich einordnen. Daß sie aber, um diesen Fehler auszugleichen, einen weiteren, viel gravierenderen Fehler begeht, indem sie den Zeugen Kurt Essig erpresst, das sehe ich schon sehr kritisch. Damit stellt sie sich in meinen Augen mit den Kriminellen auf eine Stufe; immerhin hat sie das Recht zu vertreten. Die Folge ihres Handelns könnte durchaus sein, daß der wahre Mörder eben nicht verurteilt wurde, sondern ein Unschuldiger - wie es sich ja auch in Karin Lohses Brief nach Bosnien abzeichnet. Ganz nebenbei kommt ja auch der pädophile Kurt Essig durch den Deal ungeschoren davon - was mich in meinem Rechtsempfinden ebenfalls sehr stört.

Sympathisch ist mir Anna nach wie vor, aber sie hat keine weiße Weste - was dem Krimi eine gewisse Würze gibt. 

Ich bin inzwischen bis zur Seite 107 gekommen, habe also den zweiten Teil "Im Trümmerfeld" beendet und bin von der Handlung zunehmend gefesselt.

Die Ermittlungen an der Explosionsstelle und die detaillierten physikalischen Beschreibungen finde ich sehr interessant.
Auch der Blick zurück ins Jahr 1976 gestaltet sich sehr spannend, und einige Zusammenhänge klären sich auf.

Gespannt bin ich, in was für einem Verhältnis die einzelnen Personen in Wahrheit zu einander stehen. Wer ist der Anrufer, der anscheinend von Winkler etwas nicht legales erwartet. Was ist aus Gabis Kind geworden. Auf Seite 18 wird erwähnt, dass Anna 1977 geboren wurde, der Prolog spielt 1976, wie und wann sind Annas Eltern zusammen gekommen. Was für eine Rolle spielt Osiris Trance und wer oder was ist der Auslöser für den Absturz von Annas Mutter.

Einige der Fragen sind doch inzwischen schon geklärt, oder?

Tragisch, dass Karins Brief Anna erst so spät erreicht, das Schicksal Martin Lohses berührt mich sehr.

Nun ja, Martin Lohse hat mich bis jetzt noch nicht so sehr beschäftigt. Er scheint der "Looser" in dem ganzen Spiel zu sein.

Annas Vater ist mir eher unsympatisch, und zwar in allen Zeitebenen. Das er nach seiner Polizeilaufbahn Karriere in der Politik macht, passt da genau ins Bild. Das mir Politiker an sich unsympatisch sind  ;) tja, daran wird sich nichts ändern.

Bernd Winkler ist meiner Meinung nach eine höchst interessante Figur in diesem Krimi. Durch die parallel verlaufenden Handlungsstränge in 1976 und 2005 erfährt man stückchenweise, wie seine Karriere begonnen hat - mit einem Rechtsbruch (genau wie später bei Anna) und einem Gefallen. 2005 ist er ein anerkannter und respektierter Politiker, und niemand würde vermuten, daß er Dreck am Stecken hat. Ich bin schon sehr gespannt, ob es dabei bleibt oder ob er von seiner Vergangenheit eingeholt wird. Die Frage, ob er sympathisch ist oder nicht, ist mir bei ihm jetzt nicht so wichtig.

Politiker an sich - sympathisch oder unsympathisch? Ich weiß nicht so recht, die wenigsten von ihnen kennt man persönlich. Überhaupt bekommt man doch die Politiker von den Medien serviert, so wie es die Lage erfordert (oder der politische Gegner  ;) gerade möchte). Ich denke die Frage müßte eher lauten: ist ein Politiker fähig oder nicht? Und das ist schon schwer genug zu beantworten...

Ich lese dann mal weiter und melde mich im nächsten Teil.

Viele Grüße
Miramis

 

Offline HoldenCaulfield

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Re: Horst Eckert - 617 Grad Celsius (Kapitel 1 bis 18, bis Seite 82)
« Antwort #7 am: 26. Juli 2006, 15:44:04 »
@Miramis
Ich heiße es keineswegs gut was Anna sich da geleistet hat. Ein Polizist sollte sich nicht auf diese Stufe begeben. Ich finde es nur für den Roman gut da eben keine heile Welt schwarzweiß Vorstellung beschrieben wird. Nichts ist nur schwarz und nur weiß. Mich stört es bei Krimis immer sehr wenn genau dieses Schwarzweißschema benutzt wird.
Memento Mori

Offline Papyrus

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Re: Horst Eckert - 617 Grad Celsius (Kapitel 1 bis 18, bis Seite 82)
« Antwort #8 am: 26. Juli 2006, 22:32:01 »
Ich habe gerade Kapitel 8 beendet.
Bisher gefällt mir das Buch gut, vor allem da ich die Örtlichkeiten ein wenig kenne. Praktisch wenn man in Krefeld, also in der Nähe von Düsseldorf, wohnt  :).
Über die Personen mag ich noch kein Urteil abgeben, sie sind mir alle noch recht fremd.

Mir gefällt der Stil in dem die Geschichte geschrieben ist. Schlicht, nüchtern und schnörkelos. Ich denke uns erwarten noch einige Überraschungen bei dieser Lektüre.
Lesende Grüße
Papyrus

Offline dubh

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Re: Horst Eckert - 617 Grad Celsius (Kapitel 1 bis 18, bis Seite 82)
« Antwort #9 am: 26. Juli 2006, 22:33:14 »
Hallo liebe Leserunde,

leider bin ich noch nicht ganz so weit, da ich zur Zeit einigen Streß auf der Arbeit und wenig Kopf zum Lesen habe...
Jedenfalls hat mir der Prolog ziemlich gut gefallen - gut geschrieben und durchaus auch mit Witz. Die Zeitsprünge machen mir nicht zu schaffen - allerdings hatte auch ich, ähnlich wie Miramis, anfangs leichte Schwierigkeiten mit den nahezu gleichzeitig auftretenden Personen. Aber Anna gefällt mir gut: mutig finde ich ihren Bosnien-Einsatz (auch wenn er aus einer Art Flucht geboren wurde) und leid tut mir ihre, bei der Rückkehr, etwas triste (der Vater in einer Klinik) und verzwickte (weil mit Schuldgefühlen gespikte) Lage. Ihre ziemlich unkonventionelle Art, an belastendes Material gegen Odenthals Mitbewohner zu kommen, will ich mal noch nicht bewerten - einerseits finde ich es positiv, dass Anna keine aalglatte, saubere Polizistin ist, andererseits ist es natürlich völlig unkorrekt und hat dazu womöglich noch zu einer falschen Verurteilung geführt. Wenn sich dies bewahrheiten sollte wäre das ganz schön mistig! ;)
Mal schauen! Jedenfalls gefällt mir die Geschichte bislang ziemlich gut, da ich sie vor allem vielversprechend finde.

Liebe Grüße
dubh
Menschen sind senkrechte Schweine. Edgar Allan Poe

Offline nimue

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Re: Horst Eckert - 617 Grad Celsius (Kapitel 1 bis 18, bis Seite 82)
« Antwort #10 am: 27. Juli 2006, 08:33:55 »
Guten Morgen, liebe Leserunde!

ich habe die ersten 80 Seiten nun auch schon gelesen und finde den Krimi bisher angenehm zu lesen, obwohl mich bisher noch keine Figur berührt - aber ich denke, das ist auch nicht Horst Eckerts Intention.

Die Zeitsprünge verfolge ich aufmerksam, weil ich ansonsten wohl überhaupt nicht durchblicken würde. Momentan scheinen ja fast alle Dreck am Stecken zu haben.

allerdings hatte ich anfangs ein Problem mit den vielen Personen und Namen, die gleich von Anfang an präsent sind. Ich mußte einige Male zurückblättern und nachschauen - wer war noch Lohse, wer war Essig?

Essig war der Lehrer, oder? So ganz komme ich mit den Namen auch noch nicht klar und ich hoffe, das gibt sich mit der Zeit.

Diese Meinung mußte ich allerdings revidieren, als ich las, wie sie mit ihren "unkonventionellen Methoden" Kurt Essig zu seiner Aussage "überredet" hatte. Da war sie eindeutig im Unrecht, und es war wohl ziemlich blauäugig zu denken, daß niemand je davon erfahren würde.  Außerdem denke ich, daß sie so nicht den wahren Mörder zur Strecke gebracht hat...

Ich überlege auch hin und her, wie sie sich hätte verhalten sollen. Meiner Meinung nach hatte sie zwei Möglichkeiten:

1. Aus der Wohnung gehen und dem Kinderf*** die Bilder tatenlos zurückgeben.
--> Ich weiß nicht, ob ich das gekonnt hätte!
2. Ihn mit den Bildern erpressen.
--> Das hat sie ja getan, weil sie der Meinung war, dass es sich bei dem Verdächtigen auch um den Mörder handelte, der ein falsches Alibi hatte.
3. Die Polizei rufen, den Einbruch gestehen und die Bilder an die Behörden geben.
--> Das wäre wohl die perfekte Reaktion gewesen - hätte sie aber auch ziemlich in die Scheiße geritten und dafür ist sie wohl doch nicht moralisch genug.

Sehr interessant finde ich übrigens die ganzen Kleinigkeiten in den Rückblenden. Welche Musik wurde gespielt? Welche Politiker haben damals kanditiert (und wofür standen sie) usw. Hier habe ich auch direkt eine Frage an Herrn Eckert: Mit wieviel Aufwand wurden für den Roman Recherchen betrieben?

Ich bin mir auch sicher das etwas an dem Mord von Daniel oberfaul ist. Schon allein deshalb weil Anna einen Hauptzeugen unter Druck setzen musste damit der mutmaßliche Mörder verurteilt werden konnte.

Ich kann mir momentan noch gar keinen Reim auf die ganzen Verwicklungen machen.

Tragisch, dass Karins Brief Anna erst so spät erreicht, das Schicksal Martin Lohses berührt mich sehr.

Und sein Vater scheint etwas gegen Homosexualität zu haben.. uiui... der ist ganz schön heftig drauf in der Hinsicht.

Damit stellt sie sich in meinen Augen mit den Kriminellen auf eine Stufe; immerhin hat sie das Recht zu vertreten. Die Folge ihres Handelns könnte durchaus sein, daß der wahre Mörder eben nicht verurteilt wurde, sondern ein Unschuldiger - wie es sich ja auch in Karin Lohses Brief nach Bosnien abzeichnet. Ganz nebenbei kommt ja auch der pädophile Kurt Essig durch den Deal ungeschoren davon - was mich in meinem Rechtsempfinden ebenfalls sehr stört.

Ich habs oben ja schon geschrieben und stimme Dir auch zu. Aber andererseits weiß ich nicht, wie sie sich ansonsten glaubwürdig hätte verhalten sollen. Sie konnte den Einbruch nicht gestehen. Hm, oder vielleicht die Bilder anonym an die Behörden schicken...

Ich finde es nur für den Roman gut da eben keine heile Welt schwarzweiß Vorstellung beschrieben wird. Nichts ist nur schwarz und nur weiß. Mich stört es bei Krimis immer sehr wenn genau dieses Schwarzweißschema benutzt wird.

Dem kann ich zustimmen - es sind derzeit keine typischen Helden in Sicht.

Liebe Grüße
nimue

Offline monica

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Re: Horst Eckert - 617 Grad Celsius (Kapitel 1 bis 18, bis Seite 82)
« Antwort #11 am: 27. Juli 2006, 08:37:17 »
Hallo,

ich habe das Buchpackerl gestern in der Post gehabt - Danke Nimue, das ging wirklich schnell!

Natürlich habe ich dann auch gleich zu lesen begonnen.
Der Anfang - wie Anna-Luna nach Hause gekommen ist, der Vater im Spital, der Hund nicht da, der Ex mit einer anderen verheiratet, die Mutter im Entzug hat mich sehr an eine "serie noir" erinnert.
Ich bin jetzt im "Trümmerfeld", die Leiche ist im Keller entdeckt worden und Anna-Luna geht mit dem Brandexperten frühstücken - der Typ ist mir übrigens sympathisch  8).

Bis jetzt frage ich mich, warum Annas Mutter dem Alkohol verfallen ist, wie der Kollege Ihres Vaters, der jetzt bei der Ermittlung mitmischt in die Story passt und ob Annas Vater vielleicht auch der Vater des "Homo" Sohns von Karin war.

Ich finde aber, daß zumindestens bis jetzt einfach kein Klischee ausgelassen worden ist - Homosexuelle in den 70igern und dem neuen Jahrtausend, die Sex, Drugs and Rock'n Roll Story mit der Band und die armen Polizisten, die irgendwie aber doch Dreck am Stecken haben.

Was mich im ersten Teil aber wirklich nervt sind zwei Dinge:

die Verwicklungen und Verknüpfungen zur deutschen Lokalpolitik (ich kenn mich mit der deutschen Politik nicht aus sondern ich will einen Krimi lesen) und
irgendwie die ständigen 3 Handlunsstränge.

Liebe Grüße aus Wien
Monica


Offline Papyrus

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Re: Horst Eckert - 617 Grad Celsius (Kapitel 1 bis 18, bis Seite 82)
« Antwort #12 am: 27. Juli 2006, 09:01:56 »
ich habe die ersten 80 Seiten nun auch schon gelesen und finde den Krimi bisher angenehm zu lesen, obwohl mich bisher noch keine Figur berührt - aber ich denke, das ist auch nicht Horst Eckerts Intention.
Und ich dachte schon es geht nur mir so...

Essig war der Lehrer, oder?
Ja, Essig war Lehrer.

3. Die Polizei rufen, den Einbruch gestehen und die Bilder an die Behörden geben.
--> Das wäre wohl die perfekte Reaktion gewesen - hätte sie aber auch ziemlich in die Scheiße geritten und dafür ist sie wohl doch nicht moralisch genug.
Ist es nicht so, dass illegal erworbene Beweismittel vor dem Gericht nichts taugen?  ::)

Sehr interessant finde ich übrigens die ganzen Kleinigkeiten in den Rückblenden. Welche Musik wurde gespielt? Welche Politiker haben damals kanditiert (und wofür standen sie) usw. Hier habe ich auch direkt eine Frage an Herrn Eckert: Mit wieviel Aufwand wurden für den Roman Recherchen betrieben?
Der Roman scheint gut recherchiert, zumindest im Bereich Bau. Hier flogen bei der Gasexplosion immerhin Türzargen und keine Türrahmen durch die Gegend  :)

Und sein Vater scheint etwas gegen Homosexualität zu haben.. uiui... der ist ganz schön heftig drauf in der Hinsicht.
Ja, sehr erschreckend. Aber ich denke so geht es vielen, vor allem dieser Generation. Ich kenne einen Homosexuellen dessen Eltern sich komplett von ihrem Sohn abgwendet haben...


Damit stellt sie sich in meinen Augen mit den Kriminellen auf eine Stufe; immerhin hat sie das Recht zu vertreten. Die Folge ihres Handelns könnte durchaus sein, daß der wahre Mörder eben nicht verurteilt wurde, sondern ein Unschuldiger - wie es sich ja auch in Karin Lohses Brief nach Bosnien abzeichnet. Ganz nebenbei kommt ja auch der pädophile Kurt Essig durch den Deal ungeschoren davon - was mich in meinem Rechtsempfinden ebenfalls sehr stört.

Ich habs oben ja schon geschrieben und stimme Dir auch zu. Aber andererseits weiß ich nicht, wie sie sich ansonsten glaubwürdig hätte verhalten sollen. Sie konnte den Einbruch nicht gestehen. Hm, oder vielleicht die Bilder anonym an die Behörden schicken...
Dieser Ablauf erscheint mir aber sehr realistisch, da sich irgendwer doch immer irgendwie durchschummeln kann und sei es durch einen Deal.


Ich finde es nur für den Roman gut da eben keine heile Welt schwarzweiß Vorstellung beschrieben wird. Nichts ist nur schwarz und nur weiß. Mich stört es bei Krimis immer sehr wenn genau dieses Schwarzweißschema benutzt wird.
Dem kann ich zustimmen - es sind derzeit keine typischen Helden in Sicht.
Genau, bisher ist das Buch sehr real und menschlich

Lesende Grüße
Papyrus

Offline Bettina

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Re: Horst Eckert - 617 Grad Celsius (Kapitel 1 bis 18, bis Seite 82)
« Antwort #13 am: 27. Juli 2006, 09:49:11 »
Ich bin behutsam zu Kapitel 6 gekommen und mir sind bewusst sofort zwei sprachliche Dinge aufgefallen:
Zum einen im Prolog, wo die Wortwahl ziemlich präzise erahnen lässt, was Annas Vater auf dem Gewissen hat.
Zum anderen das Ende von Kapitel 6, wo Eckert Versalien benutzt, um den Aufschrei Essigs zu formulieren, als er Anna in seiner Wohnung erwischt. Dazu die Frage: Warum die Verstärkung durch Versalien? Warum war die "Regieanweisung" Essig ballte die Fäuste und schrie [...] an dieser Stelle nicht genug? Ich bin zumindest beim Querblättern des Buches über keine weiteren solchen Stellen gestoßen...

Annas Vater kommt jedenfalls gleich mal gar nicht gut bei mir weg. Vielleicht ist man mit Anfang 20 den Vorgesetzten gegenüber noch allzu willig wegen der geplanten Karriere, aber was meine Ahnungen betrifft: So willig sollte man doch nicht sein.
Holden merkte an, dass der Krimi kein Schwarzweiß-Abziehbild liefert. Das ist gut so, aber die Polizisten aus der Familie Winkler kommen ziemlich dunkelgrau rüber.

Dank der ersten Anmerkungen wusste ich um die Zeitsprünge. Ich muss aber auch sagen, dass mir die kurzen Kapitel die Sprünge erleichtert haben, weil ich sozusagen nie tief in einer Zeit versinke, sondern immer wieder zwischen den Erzählsträngen springen muss und diese sich stückweise zusammenfügen.

3. Die Polizei rufen, den Einbruch gestehen und die Bilder an die Behörden geben.
--> Das wäre wohl die perfekte Reaktion gewesen - hätte sie aber auch ziemlich in die Scheiße geritten und dafür ist sie wohl doch nicht moralisch genug.
Ist es nicht so, dass illegal erworbene Beweismittel vor dem Gericht nichts taugen?  ::)
Und wahrscheinlich ohnehin nichts nutzen, weil ein geschickter Verteidiger versuchen wird nachzuweisen, dass die Beweismittel nichts mit dem aktuellen Fall zu tun haben und dass die Ermittler dadurch "befangen" sind und versuchen, mit allen Mitteln endlich "irgendeinen" Verdächtigen zur Strecke zur bringen. Erspart dem Verdächtigen zwar nicht das zusätzliche Verfahren, runiniert aber das aktuelle.

In Sachen Beweismittel bin ich gespannt, ob ich noch Details dazu erfahre, was Anna zu den Tatortindizien ausgesagt hat (Odenthal hätte z.B. auch erst _nach_ dem Mord im Zimmer gewesen sein können). Es hieß bisher nur, dass sie ihre eigenen Indizien in Zweifel gezogen hat und ein Kollege äußerte, es sei korrekt gewesen. Welche Indizien waren das und warum galten diese nicht absolut? Das macht mich jedenfalls sehr neugierig. Gucke ich zuviel CSI? ;) Jedenfalls bin ich seit jeher schon immer an analytischen Details interessiert - so bin ich...

Offline Olima

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Re: Horst Eckert - 617 Grad Celsius (Kapitel 1 bis 18, bis Seite 82)
« Antwort #14 am: 27. Juli 2006, 11:59:25 »
Hallo zusammen,

sicher bringt sich Anna durch den Einbruch in eine, vorstichtig ausgedrückt, ungünstige Position. Ihr hätte klar sein müssen, dass eine erpresste Aussage in einem Indizienprozess fatale Folgen haben kann. Da sie aber absolut überzeugt von Odenthals Schuld ist, ist sie blind für die drohenden Konsequenzen.

Diese Meinung mußte ich allerdings revidieren, als ich las, wie sie mit ihren "unkonventionellen Methoden" Kurt Essig zu seiner Aussage "überredet" hatte. Da war sie eindeutig im Unrecht, und es war wohl ziemlich blauäugig zu denken, daß niemand je davon erfahren würde.  Außerdem denke ich, daß sie so nicht den wahren Mörder zur Strecke gebracht hat...

Ich überlege auch hin und her, wie sie sich hätte verhalten sollen.............

Damit stellt sie sich in meinen Augen mit den Kriminellen auf eine Stufe; immerhin hat sie das Recht zu vertreten. Die Folge ihres Handelns könnte durchaus sein, daß der wahre Mörder eben nicht verurteilt wurde, sondern ein Unschuldiger - wie es sich ja auch in Karin Lohses Brief nach Bosnien abzeichnet. Ganz nebenbei kommt ja auch der pädophile Kurt Essig durch den Deal ungeschoren davon - was mich in meinem Rechtsempfinden ebenfalls sehr stört.

....... Aber andererseits weiß ich nicht, wie sie sich ansonsten glaubwürdig hätte verhalten sollen. Sie konnte den Einbruch nicht gestehen. Hm, oder vielleicht die Bilder anonym an die Behörden schicken...

Das hätte ihr aber bei der Überführung von Daniels mutmaßlichen Mörder nicht geholfen, zwar wäre gegen Essig ein Verfahren eingeleitet worden, ob dies aber Auswirkungen auf Daniels Fall hätte ???

Was mich etwas stutzig macht ist, dass Anna überhaupt auf diesen Fall angesetzt wird. Zwar ist sie durch Zufall als eine der ersten am Tatort, müsste sie aber nicht von dem Fall abgezogen werden, als klar wird wie eng sie mit Daniel bekannt bzw befeundet ist ?

Liebe Grüße

Olima

ps. bin übrigens heute nacht um 1 Uhr mit dem Buch durchgewesen  ;D so schnell ging das bei mir schon lange nicht mehr