Guten Morgen, liebe Leserunde!
ich habe die ersten 80 Seiten nun auch schon gelesen und finde den Krimi bisher angenehm zu lesen, obwohl mich bisher noch keine Figur berührt - aber ich denke, das ist auch nicht Horst Eckerts Intention.
Die Zeitsprünge verfolge ich aufmerksam, weil ich ansonsten wohl überhaupt nicht durchblicken würde. Momentan scheinen ja fast alle Dreck am Stecken zu haben.
allerdings hatte ich anfangs ein Problem mit den vielen Personen und Namen, die gleich von Anfang an präsent sind. Ich mußte einige Male zurückblättern und nachschauen - wer war noch Lohse, wer war Essig?
Essig war der Lehrer, oder? So ganz komme ich mit den Namen auch noch nicht klar und ich hoffe, das gibt sich mit der Zeit.
Diese Meinung mußte ich allerdings revidieren, als ich las, wie sie mit ihren "unkonventionellen Methoden" Kurt Essig zu seiner Aussage "überredet" hatte. Da war sie eindeutig im Unrecht, und es war wohl ziemlich blauäugig zu denken, daß niemand je davon erfahren würde. Außerdem denke ich, daß sie so nicht den wahren Mörder zur Strecke gebracht hat...
Ich überlege auch hin und her, wie sie sich hätte verhalten sollen. Meiner Meinung nach hatte sie zwei Möglichkeiten:
1. Aus der Wohnung gehen und dem Kinderf*** die Bilder tatenlos zurückgeben.
--> Ich weiß nicht, ob ich das gekonnt hätte!
2. Ihn mit den Bildern erpressen.
--> Das hat sie ja getan, weil sie der Meinung war, dass es sich bei dem Verdächtigen auch um den Mörder handelte, der ein falsches Alibi hatte.
3. Die Polizei rufen, den Einbruch gestehen und die Bilder an die Behörden geben.
--> Das wäre wohl die perfekte Reaktion gewesen - hätte sie aber auch ziemlich in die Scheiße geritten und dafür ist sie wohl doch nicht moralisch genug.
Sehr interessant finde ich übrigens die ganzen Kleinigkeiten in den Rückblenden. Welche Musik wurde gespielt? Welche Politiker haben damals kanditiert (und wofür standen sie) usw. Hier habe ich auch direkt eine Frage an Herrn Eckert: Mit wieviel Aufwand wurden für den Roman Recherchen betrieben?
Ich bin mir auch sicher das etwas an dem Mord von Daniel oberfaul ist. Schon allein deshalb weil Anna einen Hauptzeugen unter Druck setzen musste damit der mutmaßliche Mörder verurteilt werden konnte.
Ich kann mir momentan noch gar keinen Reim auf die ganzen Verwicklungen machen.
Tragisch, dass Karins Brief Anna erst so spät erreicht, das Schicksal Martin Lohses berührt mich sehr.
Und sein Vater scheint etwas gegen Homosexualität zu haben.. uiui... der ist ganz schön heftig drauf in der Hinsicht.
Damit stellt sie sich in meinen Augen mit den Kriminellen auf eine Stufe; immerhin hat sie das Recht zu vertreten. Die Folge ihres Handelns könnte durchaus sein, daß der wahre Mörder eben nicht verurteilt wurde, sondern ein Unschuldiger - wie es sich ja auch in Karin Lohses Brief nach Bosnien abzeichnet. Ganz nebenbei kommt ja auch der pädophile Kurt Essig durch den Deal ungeschoren davon - was mich in meinem Rechtsempfinden ebenfalls sehr stört.
Ich habs oben ja schon geschrieben und stimme Dir auch zu. Aber andererseits weiß ich nicht, wie sie sich ansonsten glaubwürdig hätte verhalten sollen. Sie konnte den Einbruch nicht gestehen. Hm, oder vielleicht die Bilder anonym an die Behörden schicken...
Ich finde es nur für den Roman gut da eben keine heile Welt schwarzweiß Vorstellung beschrieben wird. Nichts ist nur schwarz und nur weiß. Mich stört es bei Krimis immer sehr wenn genau dieses Schwarzweißschema benutzt wird.
Dem kann ich zustimmen - es sind derzeit keine typischen Helden in Sicht.
Liebe Grüße
nimue