Autor Thema: 01 - Anfang - Kapitel 4 (Anfang bis Seite 61)  (Gelesen 5828 mal)

Offline Heimfinderin

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01 - Anfang - Kapitel 4 (Anfang bis Seite 61)
« am: 04. Februar 2009, 13:01:23 »
Hallo liebe Leserunde,         :winken:

nun beginnt die  Leserunde zu  "Das Zeichen des Ketzers" und ich begrüße alle TeilnehmerInnen und ganz besonders Sabine Wassermann, die uns wieder begleiten wird. Schön, dass Du wieder  mit dabei bist!   Wir freuen uns sehr!    :-*

Bitte lest euch kurz vorher nochmal die Leserunden FAQs durch. Postet hier bitte erst, wenn ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.

Die Leseabschnitte sind etwas unregelmäßiger als üblich, da das Buch in unterschiedlich große Bücher unterteilt ist, die ich ungern zerstückeln wollte. Bei zwei umfangreicheren habe ich geteilt, die restlichen habe ich gelassen.

Hier könnt Ihr vom Anfang bis Seite 61  schreiben.
Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

Ich wünsche uns  nun allen  viel Spaß!      :)

Liebe Grüße
Heimfinderin
« Letzte Änderung: 04. Februar 2009, 22:39:31 von Heimfinderin »
Liebe Grüße
Heimfinderin

Offline Mascha

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Re: 01 - Anfang - Kapitel 4 (Anfang bis Seite 61)
« Antwort #1 am: 05. Februar 2009, 16:13:17 »
Hallo alle zusammen und ein besonderes Hallo an Sabine Wassermann  :winken:

Was mir alles erstes an dem Buch aufgefallen war, als ich es mir beim Buchhändler geholt habe, war: Es ist überraschend dick. Dabei hat es nur ca. 540 Seiten. Aber es wurde ein ziemlich dickes Papier benutzt, das gefällt mir persönlich nicht so gut, auch wenn es natürlich auf den Inhalt ankommt. Was mir aber wieder sehr gut gefällt ist, das Register zu den lateinischen und italienischen Ausdrücke. Vor allem da ich beides nicht beherrsche  :(

Der Anfang war schon gut gelungen. Kaum habe ich das Buch aufgeschlagen, befinde ich mich auch schon in einer Wirtshausschlägerei  ;) Martin empfinde ich als sehr symphatisch, allerdings hätte ich als Wirtstochter auch erstmal das Weite gesucht. Er mußte schon einen recht heftigen Körpergeruch haben.  Seinen Bruder Alban konnte ich anfangs nicht so recht einschätzen, eben ein Mönch  ::) Aber als es dann um Jan Hus ging und klar wurde, dass Alban auf dessen Seite steht (oder stehen möchte) wurde auch er mir etwas symphatischer. Mal sehen wie die zwei ungleichen Brüder sich entwickeln. 
Der Abt Rogatus dagegen ist die Person, die hier wohl keine Symphatien gewinnen kann. Eitel, geizig, nur auf sein Wohl bedacht und einfach nur schrecklich wird er auch von seinen Mitbrüdern zwar geachtet, aber nicht gemocht. Das er Martin jetzt auch noch um seinen Lohn prellt, obwohl der sich für Rogatus gut eingesetzt hat, bringt mich gleich sehr auf die Palme  >:( Aber ich hoffe doch, dass Martin ihn noch überzeugen  ;D kann und er seinen vollen Lohn erhält. Vorher erfährt aber Alban noch, dass Jan Hus eingekerkert wurde und das bereits vor 3 Monaten. Trotz königlichen Geleitbriefes. Es scheint jetzt richtig interessant zu werden.

Soweit erstmal meine ersten Eindrücke.
Gruß Jutta

Offline SabineW

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Re: 01 - Anfang - Kapitel 4 (Anfang bis Seite 61)
« Antwort #2 am: 05. Februar 2009, 17:58:42 »
Hallo Mädels, danke Heimfinderin!  :winken:

Ich hab über die Dicke auch ziemlich gestaunt. Scheint aber der Trend zu sein, wenn man sich so umsieht, überall werden die Taschenbücher dicker. Meine alten Pauline Gedges (auch Rowohlt) von vor 20 Jahren waren halb so dick. Ich finds ein bisschen nervig, schließlich wachsen die Regale ja nicht automatisch mit.

Seit ich vor Urzeiten die alten Conanromane gelesen hab, wollte ich schon immer mal ein Buch mit einer Kneipenschlägerei anfangen lassen. Hier war endlich mal die Gelegenheit. (Ich liebe Kneipenszenen, auch in anderen Büchern, das hat was Heimeliges und gleichzeitig ist immer was los.)

Aber ich hoffe doch, dass Martin ihn noch überzeugen  ;D kann

Hier huscht mir ein kleines Lächeln übers Gesicht.  ;D

Offline Imlammenien

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Re: 01 - Anfang - Kapitel 4 (Anfang bis Seite 61)
« Antwort #3 am: 05. Februar 2009, 18:02:01 »
Hallo liebe Leserunde,
hallo liebe Sabine,

jetzt geht sie also endlich los, die langerwartete Leserunde zu Sabines neuem Buch!  8)

Hat dieses eigentlich ein recht ungewöhnliches Format - oder kommt das nur mir so vor? Das Buch erscheint mir sehr schmal (und - zum Glück - auch sehr dick!)...

Aber egal, nun zur Handlung:
Als erstes lernen wir Martin kennen, einen Söldner und Schwerenöter. Ob er mir sympatisch ist, kann ich an dieser Stelle noch nicht sagen. Für den Moment schneidet er mir in der Kneipenszene ein wenig zu sehr auf und ist - wengstens was Frauen angeht - ja auch mächtig von sich und seinen körperlichen Vorzügen überzeugt. Dass er dabei auch ungewaschen ist, scheint ihn selbst wenig zu stören, mich aber irgendwie schon.  ;)
Außerdem, so erfahren wir, ist der gute Martin Berufspilger und in diesem "Amt" bereits schon zweimal im Heiligen Land gewesen. Und er kann, wie es scheint, mit Geld nicht besonders umgehen. Jedenfalls hat er bereits das elterliche Rittergut in den Ruin gewirtschaftet...  :o
Und damit auch "Care & Comfort" nicht zu kurz kommt, erfreut uns Sabine auch sogleich mit einer zünftigen Wirtshausschlägerei, bei auch der gute Martin ein paar verpasst bekommt, aber dennoch seinen vorlauten Mund nicht halten kann.  ;D
Etwas kurzangebundener ist er erst wieder, als sein Bruder, Pater Alban, auftaucht und ihm den Vorschlag macht einen Abt nach Konstanz zum Konzil zu begleiten.

Was ich von Alban halten soll, weiß ich noch nicht so recht. Er ist das Gegenteil von Martin, für meinen Geschmack aber bislang deutlich zu unterwürfig. Aber vielleicht ändert sich das ja noch?!
Außerdem ist Alban ein heimlicher Anhänger von Hus, der während des Konzils als Ketzer angeklagt ist. Der Abt Rogastus hingegen will nach Konstanz, um die Verurteilung von Hus zu erwirken. Da befindet sich Alban in einer wirklichen Zwickmühle, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass der Abt ihn frei gewären lassen wird, stehen sich ihre Ziele doch völlig entgegen!

Und auch Martin legt sich sogleich mit Rogastus an. Da ist auf ihn Verlass!  :D
Dass ihm der Abt aber gleich die Hälfte seines Soldes kürzt, ist eine Frechheit, denn immerhin erreicht er Konstanz doch sicher und unverletzt - selbst wenn Martin das auf etwas anderem Wege erreicht hat, als Rogastus es sich gewünscht hatte.

Besonderen Eindruck hinterließ bei mir auch das Kloster der Augustiner, in dem die Huren scheinbar ein uns aus gehen. Fast scheint es, als ob der Rest der Konstanzer Bevölkerung weniger "umtriebig" sei, als diese Männer Gottes.  ;D

Doch was ist, liebe Sabine, bitte "welsches Volk"? Diesen Begriff habe ich noch nie zuvor gehört...

Die Konstanzer Stadttore sind jedenfalls geschlossen, um Papst Johannes XXIII. daran zu hindern, die Stadt zu verlassen, bevor das Konzils über seine Zukunft entschieden hat. Das birgt sicherlich noch Stoff für Verwirrungen und Verwicklungen...

Ein wenig erstaunt mich, dass Martin eine Laute mit sich herumschleppt - nicht sehr handlich und im Kampf sicherlich hinderlich. Aber vielleicht hätte er sie Rogastus über den Kopf ziehen können, als dieser ihm, sicher in der Stadt angekommen, sogar seinen GESAMTEN Sold verweigert. So eine Frechheit!!!  >:(
Da gönne ich es dem Abt doch, dass auch er im Kloster nur eine kleine Zelle zugewiesen bekommt!

Das Verhältnis zwischen Alban und seinem Abt scheint auch ein eher seltsames zu sein. Jedenfalls finde ich es schon sehr merkwürdig, dass Rogastus Alban den Hinterkopf tätschelt - igitt!!!  :o

Aber wir werden ja sehen, was noch kommt! Ich habe jetzt schon den Eindruck, dass Sabine sich in Sachen Handlung auch diesmal nicht Lumpen lassen wird! Raum für Verwicklungen ist jedenfalls schon reichlich vorhanden...  8)

Geez,
Imlammenien  :winken:

Offline Imlammenien

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Re: 01 - Anfang - Kapitel 4 (Anfang bis Seite 61)
« Antwort #4 am: 05. Februar 2009, 18:08:58 »
Was mir aber wieder sehr gut gefällt ist, das Register zu den lateinischen und italienischen Ausdrücke. Vor allem da ich beides nicht beherrsche  :(
Ich, die ich es ja immer wie der Teufel das Weihwasser meide und auf gar keinen Fall die letzte Seite eines Romans vor dem tatsächlichen Abschluss der Lektüre sehen will, habe das überhaupt noch nicht bemerkt!  :-[
Danke für den Hinweis, Mascha.

Seinen Bruder Alban konnte ich anfangs nicht so recht einschätzen, eben ein Mönch  ::)
Spontanassoziation: langweilig und ein bißchen bieder und verbohrt?!  ;D

Ich hab über die Dicke auch ziemlich gestaunt. Scheint aber der Trend zu sein, wenn man sich so umsieht, überall werden die Taschenbücher dicker. Meine alten Pauline Gedges (auch Rowohlt) von vor 20 Jahren waren halb so dick. Ich finds ein bisschen nervig, schließlich wachsen die Regale ja nicht automatisch mit.
Wenn maximale Dicke eines Buches der Trend ist, wundert es mich mitnichten, dass der Band insgesamt so schmal ist - denn dann braucht man auch mehr Seiten.
Obwohl ich dicke Bücher prinzipiell mag...

Geez,
Imlammenien  :winken:

Offline Mascha

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Re: 01 - Anfang - Kapitel 4 (Anfang bis Seite 61)
« Antwort #5 am: 05. Februar 2009, 18:26:12 »
Zitat von: Imlammenien
Dass er dabei auch ungewaschen ist, scheint ihn selbst wenig zu stören, mich aber irgendwie schon. 


Ihn stört es schon, aber nur wegen der Wirtstochter  ;D

Zitat von: Imlammenien
Außerdem, so erfahren wir, ist der gute Martin Berufspilger und in diesem "Amt" bereits schon zweimal im Heiligen Land gewesen.


Ich wußte gar nicht, dass es sowas gab. Aber da es ja Ablassbriefe gab, hätte ich mir sowas ja denken können. Gut dass meine Töchter das vor ihrer Kommunion nicht gewußt haben, sonst hätten sie bestimmt jemand andern für sich zur Beichte geschickt. Mit Süßigkeiten bestochen wahrscheinlich  ;)

Gruß Jutta

Offline SabineW

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Re: 01 - Anfang - Kapitel 4 (Anfang bis Seite 61)
« Antwort #6 am: 05. Februar 2009, 18:50:32 »
Ich wußte gar nicht, dass es sowas gab.

Ich auch nicht. Als ich beim Recherchieren drüber gestolpert bin, war das wie ein Geschenk, weil es so wunderbar zu Martin passt.

Der Hintergrund dieser Praxis war ja durchaus löblich: damit auch die die Chance hatten, die verhindert waren, z.B. wegen Gebrechlichkeit. Klar, dass das auch Leute ausnutzten, die keine Lust hatten.

Welsches Volk sind romanische Völker und ein alter Ausdruck für Fremdländer.

Was ist Care&Comfort? Eine mittelalterliche Damenbinde?  :D

Offline apassionata

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Re: 01 - Anfang - Kapitel 4 (Anfang bis Seite 61)
« Antwort #7 am: 05. Februar 2009, 20:02:08 »
Hallo liebe MitleserInnen, hallo liebe Sabine,

ich freue mich sehr diesmal gemeinsam mit euch eines von Sabines historischen Werken lesen zu können. Vor allem freue ich mich auch, dass ich jetzt doch noch die Gelegenheit bekommen habe durch die Verschiebung mit zu lesen.  :klatschen: Es wird zwar eng, aber ich denke es wird "runtergehen" wie Öl, so wie ich Sabine einschätze.  ;)
Die Zeit um Jan Hus ist ja immer wieder spannend zu lesen, und so bin ich nun auch schon sehr gespannt, wie sich diese Geschichte um die beiden doch so unterschiedlichen Brüder noch entwickeln wird.

Martin von Thiersreut scheint ja wahrlich ein Luftikuss und Weiberheld zu sein, der es sich nicht nehmen lässt, seine gekränkte Eitelkeit in handfeste Prügeleien zu verstricken. Er scheint ja seinen Stolz zu haben, oder wäre Dickschädel vielleicht ein besseres Wort?  ;D

Sein Bruder Alban hingegen könnte ja unterschiedlicher gar nicht sein. Zumindest auf den ersten Blick. Ich mag ihn irgendwie nicht richtig leiden, da geht es mir wie Martin. Er ist heuchlerisch und scheint sich doch stets für etwas Besseres zu halten. Naja, zumindest seinem Bruder gegenüber fühlt er sich in seinem Denken doch sehr überlegen oder besser gesagt, untadelig.

Doch wo liegt hier der Schlüssel in der Beziehung der Beiden zueinander begraben? Was war es, dass es die Beiden dermaßen auseinander getrieben hat, dass sie sich kaum Rede und Antwort stehen sondern sich dermaßen misstrauen?

Sprachlich wie bildlich haben mir diese ersten Kapitel richtig gut gefallen. Ich konnte alles richtig plastisch vor mir sehen und hing stets an den Zeilen. Sabine lässt es gemächlich angehen, doch ich ahne schon böses. Zumindest was diesen Abt Rogatus anbelangt, denke ich doch fest, dass er zur übleren Sorte der Geistlichkeit gehört. Nicht nur, dass er überheblich und befehlsgewohnt bei mir herüber kommt. Nein, seine barbarischen Schilderungen über die Kerkerhaft des Johannes Hus kommen ihm auch noch genüsslich über die Lippen. Ekelhaft. Und dann dieses Streicheln am Hinterkopf eines Untergebenen…  :o

Zwei recht positive Figuren möchte ich hier jetzt doch noch kurz erwähnen. Nämlich den italienischen Freund Sandro, der sich vielleicht noch als wahrer Freund erweisen könnte und Pater Albrecht, er scheint einer der richtig guten Geistlichen zu sein, jene die Nachsicht und ein Herz besitzen.

Jetzt bin ich aber doch sehr gespannt, wie es weiter gehen wird…  :lesen:

Euch allen viel Spaß an dieser Runde.
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Offline apassionata

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Re: 01 - Anfang - Kapitel 4 (Anfang bis Seite 61)
« Antwort #8 am: 05. Februar 2009, 20:41:26 »
Sodele,

Was mir alles erstes an dem Buch aufgefallen war, als ich es mir beim Buchhändler geholt habe, war: Es ist überraschend dick. Dabei hat es nur ca. 540 Seiten.

Überrascht war ich hier auch, aber gestört hat es mich eigentlich nicht.
Übrigens noch zum Cover: Meine Tochter (12) war entsetzt. Ein Buch mit so einem häßlichen Mann drauf würde sie sich nie im Leben kaufen, hatte sie gemeint.  ;D

Was mir aber wieder sehr gut gefällt ist, das Register zu den lateinischen und italienischen Ausdrücke. Vor allem da ich beides nicht beherrsche  :(   

Ups, hab ich noch gar nicht entdeckt. Danke für den Hinweis.  :)

Der Anfang war schon gut gelungen. Kaum habe ich das Buch aufgeschlagen, befinde ich mich auch schon in einer Wirtshausschlägerei  ;)

Das fand ich auch echt cool. Schwupps und gleich war ich mitten drin.  8)

Seit ich vor Urzeiten die alten Conanromane gelesen hab, wollte ich schon immer mal ein Buch mit einer Kneipenschlägerei anfangen lassen. Hier war endlich mal die Gelegenheit. (Ich liebe Kneipenszenen, auch in anderen Büchern, das hat was Heimeliges und gleichzeitig ist immer was los.) 

Na das ist doch eine tolle Inspiration.  ;D

Aber ich hoffe doch, dass Martin ihn noch überzeugen  ;D kann

Hier huscht mir ein kleines Lächeln übers Gesicht.  ;D

Na da bin ich jetzt aber gespannt. Hat Sabine also wieder was im Petto, ja. 

Was ich von Alban halten soll, weiß ich noch nicht so recht. Er ist das Gegenteil von Martin, für meinen Geschmack aber bislang deutlich zu unterwürfig. Aber vielleicht ändert sich das ja noch?!
Außerdem ist Alban ein heimlicher Anhänger von Hus, der während des Konzils als Ketzer angeklagt ist. Der Abt Rogastus hingegen will nach Konstanz, um die Verurteilung von Hus zu erwirken. Da befindet sich Alban in einer wirklichen Zwickmühle, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass der Abt ihn frei gewären lassen wird, stehen sich ihre Ziele doch völlig entgegen! 

Ja, das stelle ich mir für Alban auch sehr schwer vor. Sitzt er doch gleich zwischen mehreren Stühlen. Einerseits die gezwungene Situation mit seinem ungeliebten Bruder, adererseits der Interessenskonflikt mit seinem Abt. Hui, ob das auf die Dauer gut gehen kann? Schwierig...

Und auch Martin legt sich sogleich mit Rogastus an. Da ist auf ihn Verlass!  :D
Dass ihm der Abt aber gleich die Hälfte seines Soldes kürzt, ist eine Frechheit, denn immerhin erreicht er Konstanz doch sicher und unverletzt - selbst wenn Martin das auf etwas anderem Wege erreicht hat, als Rogastus es sich gewünscht hatte. 

Dies hat mich auch schwer erzürnt. Schließlich hat Martin seine Sache doch gar nicht so schlecht gemacht. Ich habe gleichwohl eher den Verdacht, dass dieser Abr Rogatus nur schon auf die kleinste Verfehlung gelauert hat, um ja nicht bezahlen zu müssen. Ungerecht und fies ist das.  :(

Da gönne ich es dem Abt doch, dass auch er im Kloster nur eine kleine Zelle zugewiesen bekommt!

Jawohl-ja. Das tat wirklich gut. Da habe ich des Abtes Gesichtszüge so richtig schön vor mir sehen können.  :P

Das Verhältnis zwischen Alban und seinem Abt scheint auch ein eher seltsames zu sein. Jedenfalls finde ich es schon sehr merkwürdig, dass Rogastus Alban den Hinterkopf tätschelt - igitt!!!  :o

Hier ist auch mir eine Art Gänsehaut über den Rücken gelaufen. Ähhh... da steckt doch was dahinter?

Ich wußte gar nicht, dass es sowas gab.

Ich auch nicht. Als ich beim Recherchieren drüber gestolpert bin, war das wie ein Geschenk, weil es so wunderbar zu Martin passt.

Der Hintergrund dieser Praxis war ja durchaus löblich: damit auch die die Chance hatten, die verhindert waren, z.B. wegen Gebrechlichkeit. Klar, dass das auch Leute ausnutzten, die keine Lust hatten.   

Stimmt. Da gab es bestimmt auch eine ganze Menge Menschen die es sich hier dann irgendwie schwupps ganz einfach machen konnten. ::)
Ich hatte im übrigen auch noch nie davon gehört. Aber interessant und wie du schon sagtest, es passt zu einem wie Martin.  ;)

Was ist Care&Comfort? Eine mittelalterliche Damenbinde?  :D





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Offline Imlammenien

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Re: 01 - Anfang - Kapitel 4 (Anfang bis Seite 61)
« Antwort #9 am: 05. Februar 2009, 21:15:33 »
Was ist Care&Comfort? Eine mittelalterliche Damenbinde?  :D

"Care&Comfort" findet immer dann statt, wenn der Held der Geschichte erst mächtig Haue kriegt und dann von einer (meist weiblichen) Person gepflegt und getröstet wird. Geht aber auch umgekehrt: Frau kriegt Haue, Mann pflegt/tröstet.  ;D
Du du nutzt dieses "Stilmittel" eigentlich ständig, Sabine. Wenn ich da an Anschar und Grazia in "Das gläserne Tor" denke...  :D

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Imlammenien

Offline Imlammenien

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Re: 01 - Anfang - Kapitel 4 (Anfang bis Seite 61)
« Antwort #10 am: 05. Februar 2009, 21:19:28 »
Übrigens noch zum Cover: Meine Tochter (12) war entsetzt. Ein Buch mit so einem häßlichen Mann drauf würde sie sich nie im Leben kaufen, hatte sie gemeint.  ;D
So ganz verkehrt ist diese Sichtweise nicht, wie ich finde. Mich hat das häßliche Männchen auch nicht gerade magisch angezogen. Da habe ich bei der Auswahl doch lieber auf den für Qualität bürgenden Autorennamen gebaut!  ;D

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Offline apassionata

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Re: 01 - Anfang - Kapitel 4 (Anfang bis Seite 61)
« Antwort #11 am: 05. Februar 2009, 21:37:32 »
Was ist Care&Comfort? Eine mittelalterliche Damenbinde?  :D

"Care&Comfort" findet immer dann statt, wenn der Held der Geschichte erst mächtig Haue kriegt und dann von einer (meist weiblichen) Person gepflegt und getröstet wird. Geht aber auch umgekehrt: Frau kriegt Haue, Mann pflegt/tröstet.  ;D

Aha. Wieder was dazu gelernt. Diesen Ausdruck kannte ich auch noch nicht.  ;)

Du du nutzt dieses "Stilmittel" eigentlich ständig, Sabine. Wenn ich da an Anschar und Grazia in "Das gläserne Tor" denke...  :D

Ein "Stilmittel" welches ich bei Sabines Büchern liebe.   :herz:
Hach, da möchte man doch gleich mit den Protagonistinnen tauschen... Schmacht. Wenn die Kerls nicht immer alle blond wären.  >:(
Aber Sabine hat ja nunmal einen Faibel für soch helle Jungs.  ;D

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Offline SabineW

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Re: 01 - Anfang - Kapitel 4 (Anfang bis Seite 61)
« Antwort #12 am: 05. Februar 2009, 22:01:17 »
Alle? Ich wasche meine Hände in Unschuld, Anschar ist dunkelhaarig. Falls du da auf Bernhard von Markward anspielst, für dessen Haare zeichne ich nicht verantwortlich. ;D

Das mit dem Care&Comfort war mir gar nicht bewusst. Wenn ich so drüber nachdenke, triffts aber zu, auch für dieses Buch. Leidende Helden sind so anbetungswürdig!

Als ich das Cover gesehen hab, bin ich auch hinten umgekippt. Vor allem deshalb, weil fast alle, die ich gefragt habe, meinten, sie würden es im Buchladen nicht anfassen. Grund für die Wahl war der Erfolg von Catherine Jinks' "Tod des Inquisitor", allerdings erzeugt deren Kirchenknabe auf dem Cover im Zusammenspiel mit dem Titel Spannung, was meiner bescheidenen Meinung nach bei meinem Cover nicht der Fall ist. Naja, ich habe mit meinen Covern bisher immer Glück gehabt, da darf man auch mal Pech haben. Es hätte nur nicht unbedingt bei meinem Lieblingsbuch passieren müssen.

Btw. zu einer Karte hats leider auch nicht gereicht, aber falls jemand Lust hat, könnte er sich die ansehen, die ist von 16hundertnochwas: http://freenet-homepage.de/argadye/konstanz.gif Es dürfte sich nicht viel verändert haben, man muss sich die Pfähle im See wegdenken, und Petershausen rechts auf der anderen Rheinseite war noch nicht ummauert.

Am linken Stadrand, das zweite Tor von unten ist das Kreuzlinger Tor, wo sie in die Stadt reingekommen sind. Wenn man der Straße folgt, kommt man durch den inneren Schnetztorturm. Am andern Ende der geraden inneren Mauer ist das Augustinerkloster. Die Straße vom Schnetztorturm aus führt nach ein paar Häusern zur Roten Kanne (die Herberge, in der Hus gewohnt hatte). Es gibt da heute gleich am Turm ein Gedenkhaus für Jan Hus, von dem man annahm, es wäre die Herberge gewesen. Wurde Anfang der 80er als Museum rekonstruiert, und ein paar Jahre später hat man festgestellt, dass die Herberge paar Häuser weiter war. Dumm gelaufen.

Unten rechts das in den See ragende Dominikanerkloster ist auch ein nicht unwichtiger Schauplatz, ebenso wie die Burg Gottlieben am oberen Rand (die zwei Türme).

Offline Tammy1982

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Re: 01 - Anfang - Kapitel 4 (Anfang bis Seite 61)
« Antwort #13 am: 05. Februar 2009, 22:35:04 »
Hallo Ihr Lieben, Hallo liebe Sabine,

habe mich ja schon riesig auf diese Leserunde gefreut und merke schon, ich werde wohl nicht enttäuscht. Das Buch fängt schon super an und die Leserunde hier hat auch schon mächtig Fahrt aufgenommen! Spitze!  8)

Ja, mir ist, wie euch auch, auch gleich aufgefallen, dass das Buch so unverhältnismäßig dick ist, obwohl es ja dann doch nicht so viele Seiten hat. Ich habe ja auch nichts gegen dicke Bücher...  ;D

Übrigens noch zum Cover: Meine Tochter (12) war entsetzt. Ein Buch mit so einem häßlichen Mann drauf würde sie sich nie im Leben kaufen, hatte sie gemeint.  ;D
;D Musste ich doch gleich noch mal intensiv das Cover ansehen und ich muss sagen, ich kann deiner Tochter da nur zustimmen: Nach dem hässlichen Männlein auf dem Cover sollte man wirklich nicht gehen.  ;D

So, aber jetzt mal zum Buch:
Den Beginn mit einer Wirtshausschlägerei fand ich ja mal richtig cool. Ich war sofort drinnen im Geschehen und ich muss sagen, dass ich ja wegen dem großen Mundwerk von Martin schon schmunzeln musste. Kriegt er voll eins ab, hat aber noch einen dummen Spruch auf den Lippen. Super!  ;D Habe ich schon mal erwähnt, dass ich eine schwäche für Kerle mit einer großen Klappe habe? Und natürlich müssen sie auch noch dunkelhaarig sein, aber gut, da sehe ich jetzt mal bei Martin darüber hinweg!  ;)

Sein Bruder Alban dagegen war mir ja zuerst ziemlich suspekt und ich habe ihn eigentlich gedacht, dass der der totale Prinzipienreiter ist und nur mit Scheuklappen durch die Gegend läuft. Umso überraschter war ich dann, als ich gelesen habe, dass ausgerechnet er ein Anhänger von Jan Hus ist und heimlich dessen Lehren gut findet. So einen ketzerischen Gedanken hätte ich ihm zuerst gar nicht zugetraut und muss sagen, dass ich mein Bild von ihm doch ein bisschen revidiert habe. Der scheint erst im Laufe der Zeit seine vollen Charakterzüge auszuspielen. Ich bin gespannt!

Martin dagegen scheint einfacher gestrickt zu sein. Vielleicht im Moment noch ein bisschen zu einfach. Obwohl er aber auch schon bewiesen hat, dass er auch weiß seinen Kopf zu gebrauchen und gerade die Aktion, als er alleine gegen den Wegelagerer angetreten ist und damit auch größeres Blutvergießen vermieden hat, genauso, als er doch noch Einlass nach Konstanz bekommen hat, hat ihn doch in meinen Augen um einiges steigen lassen. Aber ich sehe schon, zwischen den beiden Brüdern herrscht doch einiges an Konfliktpotenzial. Würde mich auch sehr interessieren, ob das einfach nur aufgrund ihrer unterschiedlichen Charaktere so weit gekommen ist oder ob da noch mehr in der Vergangenheit begraben liegt. Wir werden es hoffentlich erfahren!  ;)

Der eindeutige Fiesling bis jetzt ist wohl Rogatus! So ein Ekel!  >:( Dass er von Martin die Hälfte des Soldes einbehält, habe ich ja wirklich als Frechheit empfunden und dann beschwert er sich, dass seine Zelle nicht passt! Ha, wie ich ihm so ein richtiges stinkendes Loch gönne!  >:( Und jetzt am Ende, wie er genüsslich von den Qualen von Jan erählt hat, habe ich eine richtige Gänsehaut bekommen. Ach je, sollte er jemals erfahren, dass Alban auch den Thesen von Hus anhängt, dann lässt er ihn ja eiskalt hinrichten!  :o Alban muss sich da, denke ich, noch gut in acht nehmen!

Als ich bei ihrer Ankunft in Konstanz von den Hübschlerinnen gelesen habe, musste ich sofort an den Roman "Die Wanderhure" von Iny Lorentz denken. Der Roman endet ja ca. um die Zeit von dem Konstanzer Konzil und ich finde es schön, hier noch mal darüber zu lesen. Jetzt mal nicht aus der Sicht einer Hübschlerin...  ;)

Liebe Grüße
Tammy  :winken:

Offline Imlammenien

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Re: 01 - Anfang - Kapitel 4 (Anfang bis Seite 61)
« Antwort #14 am: 05. Februar 2009, 22:41:23 »
Ein "Stilmittel" welches ich bei Sabines Büchern liebe.   :herz:
Hach, da möchte man doch gleich mit den Protagonistinnen tauschen... Schmacht. Wenn die Kerls nicht immer alle blond wären.  >:(
Aber Sabine hat ja nunmal einen Faibel für soch helle Jungs.  ;D
Na ja, Anschar war/ist ja nicht blond!  ;D
Aber du hast natürlich Recht, Marion, in Dunkel wäre mir Martin ungleich lieber...  ;) Sicherlich werde ich aber auch so noch genug Gelegenheit erhalten, um ihn aufgrund anderer Qualitäten lieb zu gewinnen. Da vertraue ich einfach ganz fest auf Sabine!  :)

Geez,
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