Servus meine Lieben,
ein bisschen spät, aber doch bin ich auch auf S. 277 angelangt ...

Aber ohne Witz, so weit ich das verstanden habe, hat doch kein Schlüssel von dem Schlüsselbund, den Alban von dem Wächter mitgebracht hat, zu der Tür von Hus' Gefängnis gepasst, oder?
Jup. Dass ein Torwächter den Schlüssel zu Hus mit sich rumschleppt, macht ja auch keinen Sinn. Leichtsinnig bewacht, hm, vielleicht. Andererseits konnte man wirklich nur bis zur Kerkertür kommen und nicht weiter, selbst wenn man mit zehn Leuten angerückt wäre. Ich hab übrigens nirgends einen Hinweis auf gewaltsame Befreiungsversuche gefunden. Wenn, dann in Romanen
Man hat immer nur protestiert, einen gemeinsamen Brief auas Böhmen geschickt (heute würde man sagen, eine Unterschriftenaktion gestartet) und solche Sachen.
Mir kam das auch ein bisschen spanisch vor, dass die Burg nur von einem Wächter bewacht wird und ihn Martin minutenlang in Schach halten konnte. Sabines Erklärung erscheint mir allerdings logisch.
Der Umgang der Brüder miteinander ist glaubhaft und nachvollziehbar: einerseits grob und ruppig, andererseits spürt man, dass ihnen im Grunde doch etwas am Wohl des anderen liegt. Bin schon sehr gespannt, wie ihre gemeinsame Vorgeschichte tatsächlich aussieht. Die Hinweise und Andeutungen in Bezug darauf sind so richtig schön unauffällig in die Geschichte eingestreut ...

Dann landet Martin bei Imperia im Bett.
Ich ticke da wohl völlig anders als ihr: ich sehe absolut nicht ein, wozu das nun sein mußte, und hätte auf diese Szene gut verzichten können... (Allerdings sehe ich ein, daß sie nützlich ist, um das Verhältnis der beiden (also Martin und Susanna) noch ein wenig zu verwirren.) Und dann wundert Martin sich noch, daß Susanna deswegen von ihm enttäuscht ist. Und (S. 263): "Ihr Frauen pflegt nie klar zu sagen, was euch bedrückt!" fuhr er sie grimmig an. "Ihr verlangt, dass man das herausfindet. ..."
Na wenn er hier nicht selber weiß, was er falsch gemacht hat, dann ist er sowas von merkbefreit, daß ihm wahrhaftig nicht mehr zu helfen ist. Meiner Meinung nach will er es einfach nicht wahrhaben, wenn er Fehler macht. Irgendwie finde ich, dass er Susanna nicht verdient hat. (Ich fürchte aber, nach noch einigen weiteren Mißverständnissen, Querelen und Trost- und Pflegeszenen wird sie ihm wohl am Ende auf seine Burg folgen...
)
Hier muß ich allerdings anmerken, daß Liebesgeschichten absolut nicht mein Ding sind.
Bis Susanna Martin auf dessen Burg folgt, wird er sich noch ganz schön ändern müssen! Als Mensch und als Mann. Einen solchen aufbrausenden, bockigen Rüpel, wie ihn Martin zurzeit hervorkehrt, würde eine Frau wie Susanne bestimmt nicht zum Mann haben wollen.
Dass Rogatus und Korsz gemeinsame Sache machen, gibt der Geschichte eine gehörige Portion Spannung ... Wie weit Rogatus geht, um seine Rache zu stillen, und dass er deshalb sogar Kircheneigentum verkauft, hat mich echt empört!

Es passt insgesamt sehr gut in das Bild, das ich von diesem Widerling habe.
Kann sein, Rogatus hat auch den ehemalige Söldner von Martin bezahlt, damit er ihn "aus dem Weg" räumt? Auf eine Lüge mehr oder weniger kommt's bei dem auch nicht mehr an

Die Hölle wartet ohnehin schon auf ihn. Besser gesagt: Sein Leben selbst ist eigentlich schon die Hölle

Damit ich Euch wieder einhole, schnapp ich mir jetzt das Buch und lese weiter ...

Gruß aus Wien!
Martina