Hallo liebe Leserunde.
WOW, war dass ein Schluss.

Rasant, spannend und einfallsreich. Ich höre jetzt noch die Klänge der Musik in der ausgedienten Fischlagerhalle… *schaurig*
Es war plausibel, sehr geschickt eingefädelt und wohl dosiert. Für mich ein sehr bodenständiger Thriller mit jeder Menge Raffinesse, sympathischen Protagonisten und vielen interessanten Ideen.
Wunderbar fand ich zum Schluss auch den Interessenskonflikt zwischen Ivona und Hogart. Dort, als Ivona gar nicht anders konnte als auf Dr.Zajic zu schießen. Ich konnte es ihr ehrlich gesagt nicht verdenken. Schließlich war Ivona damals selbst erst elf Jahre alt, als sich ihr Vater an ihr verging.

Aber selbst hieraus gestaltet Andreas noch so kleine Details wie die Tatsachen, warum Ivona Privatdetektivin und Ondrej eine Art „Kampfmaschine“ geworden sind…
Es gab allerdings einen Moment, da hätte ich an Ivonas Stelle Greco miteinbezogen. Und zwar kurz vor ihrem Aufbruch zur Fischhalle, noch bevor sie Dimitri in ihrem Heck kleben hatten. Greco hätte wenigstens die richtigen Leute gehabt. So aber war es im Nachhinein natürlich besser, da Dimitri die eigentliche Antriebsfeder für das Abkommen war, was Ivona zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht ahnen konnte. Er war verliebt in das Aupair-Mädchen. Oh Mann-oh-Mann. Andreas überließ hier aber gar nichts dem Zufall.

Die Szene mit der Kreissäge war natürlich mehr als knapp.

Hui, hier flog der Text nur noch so vor meinen Augen.
Deshalb wurde dann auch das Abendessen einfach spontan gestrichen, heute.

Schließlich war es gerade so spannend.

Sehr gelungen, auch die Szene, da sich Misha sozusagen „zurückverwandelt“ und Lomeg auf den Plan gerufen wird. Allerdings war es doch wohl mehr als riskant, dass Hogart diese Verwandlung provozierte, denn Misha wäre viel leichter zu verhaften gewesen als der selbstsicherere Lomeg. Doch dadurch haben wir Leser natürlich noch einmal sehr schön Einblick erhalten können, was die "Beiden" umtrieb…
Zurück bleibt eine bedrückende Frage nach der Opfer-Täter-Position. Denn auch ich empfinde ein wenig so wie Ivona, und dies, wo ich so etwas noch nie erlebt habe. Wie viel stärker muss sich also ein solches Hass-Ohnmachtsgefühl in den Opfern solch widerlichen Straftaten aufstauen. Und haben sie tatsächlich kein Recht auf Rache? Ich bin fast geneigt zu sagen, doch. Doch dies ist eine Frage, die sich keiner niemals wirklich vorab beantworten kann, schon gar nicht als Außenstehender, möchte ich jetzt einfach mal behaupten.
Zum Schluss hatte Andreas mit seinen Lesern doch ein Einsehen und alles wurde noch mal gut. Zu schade nur, dass die Beiden sich nicht doch noch bekommen haben. Andererseits, bei solch einem tollen Team hat mir da so eigentlich gar nichts gefehlt.

Ein großes Kompliment an Andreas Gruber. Dieser Thriller konnte mich richtig positiv überraschen.
Wo leben wir eigentlich? Die Mutter verdrängt das Geschehene und geht derweil spazieren
Existiert ja leider noch viel zu oft.

Ich bekomme da auch immer die Kriese, wenn ich sowas lese.
Ich Micha ein Täter im engeren Sinne? Für mich nicht, eher ein Opfer. Der Täter sind der absolut kranke Vater und die schwache? Mutter. Wirklich harte Kost.
Ich hatte bei den Geschehnissen nicht den Eindruck, dass Zajic sich irgendeiner Schuld bewusst war.
Wie recht du hast.
Und dass sich ein Zajic dann auch noch nicht einmal reuig bzw. schuldig zeigt und fühlt finde ich auch immer allerhand.
Auch wenn es gesetzlich nicht korrekt ist, mich hat das Ende zufrieden gestellt.
Es wird ein wenig gemauschelt und alles fügt sich
Nach guter, alter tschechischer Vorgehensweise.

Also zumindest jene, die wir hier im Buch kennen lernen durften.
Dass Ivona Zajic abgeknallt hat, hat meine volle Zustimmung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man ihn so verurteilt hätte, wie es angemessen wäre. Ihre eigene Geschichte darf hier auch nicht vergessen werden.
Auch hier stimme ich voll und ganz zu.
Ganz nebenbei wurde dann noch der Versicherungsbetrug aufgeklärt. War der Portier wirklich so naiv zu glauben, Greco würde ihm später die Bilder abkaufen?
Solch heiße Ware kaufen doch nur Kunstliebhaber um sie dann ganz alleine in ihrem Keller bewundern zu können. Das ist nun gar nicht Grecos Ding.
So hab ich dann auch gedacht.

Allerdings so ganz nebenbei hat sich das für den Autor sicher nicht gestaltet, denn dieses Gespinnst war schon ziemlich gut durchdacht.
Aber du hast natürlich recht, es kam ziemlich locker und fast schon nebenbei rüber.

Liebe Grüssle

Marion