Hallo Miramis,
zur "Engelsmühle" schreibe ich gleich noch separat etwas. Zuvor zu deiner Frage:
< Hast du ein bestimmtes Vorbild unter deinen Lieblingsautoren? Oder versuchst du bewusst deinen ganz eigenen Stil zu formen?
Ich glaube, dass man als Autor seinen Stil gar nicht "bewusst formen" kann. Wer das versucht, wird scheitern, weil er immer den Stil über die Story stellt. Stil entsteht einfach im Lauf der Jahre, wenn man viel und lange schreibt, verschiedene Genres ausprobiert, abwechselnd verschiedene Stilelemente (Satire, literarisch oder pageturner-mäßig) verwendet.
Die alltäglichen Erfahrungen, die man macht, prägen die Dialoge und natürlich wird man auch beeinflusst von Büchern, die man liest. Das führt zur nächsten Frage.
Gern lese ich:
Joe R. Lansdale, weil er einen Aus-dem-Bauch-heraus-Crossover-Stil hat,
Davild Morrell, weil er einfach geniale Stories entwickeln kann
Nelson DeMille, weil er tolle Charaktere zeichnet
Torsten Sträter, weil er in einem herrlich zynischen und kaltschnäuzigen Stil schreibt
Charles Bukowski und Ernest Hemingway, weil sie in kurzen Sätzen alles mitteilen, was notwendig ist
Aber wirklich beeinflusst, in dem Sinne, dass ich mir tatsächlich das eine oder andere "abgeguckt" oder stilistisch sogar "abgekupfert" habe, ist nur bei Dennis Lehane der Fall. Er lieferte u.a. die Buchvorlage zum Kinofilm "Mystic River".
Seine Thriller "A Drink before the War", "Darkness, take my Hand" und "Sacred" sind die Besten, die mir je begegnet sind. Ich habe sie auf Englisch gelesen und kenne die deutschen Titel leider nicht - weiß aber, dass sie übersetzt wurden.
Falls ihr also eine Thriller-Empfehlung für eine weitere Leserunde braucht - dann kann ich euch die ersten drei Romane von Dennis Lehane wärmstens ans Herz legen.
Gruß,
Andreas