Leserundenarchiv > Robert Löhr – Das Erlkönig-Manöver
05 – Seite 213 bis 260 (Kap. 8)
Aldawen:
Hier könnt Ihr von Seite 213 bis Seite 260 schreiben.
Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.
Aldawen:
Ein idyllisches Ferienlager auf dem Kyffhäuser haben die Gefährten errichtet. Allerdings frage ich mich, warum sie sich erst so viel Mühe gemacht haben, Louis-Charles zu retten, und ihn dann einem angeschossenen Keiler in den Weg stellen. Auch unter den Schreiberlingen sollte bekannt sein, daß das leicht ins Auge gehen kann *kopfschüttel*
Die Idylle wird aber bald gestört. Daß es in der Dreiecksbeziehungen Goethe-Bettine-Arnim knallen würde, war zu erwarten. Und da Arnim langsam doch durchschaut, was Bettine da mit mit anstellt, gehe ich davon aus, daß es noch heftiger knallen wird. Aber noch besser finde ich ja die Liebesgeschichte zwischen Kleist und Humboldt. Mir schwante ja schon so einiges, als Humboldt als Dornauszieher in der Gegend herumsaß und Kleist auf einmal Hitzewallungen bekam ;D Aber das war ja zunächst mal einseitig. Ging dann aber ganz schön schnell zur Sache ... Und Bettine weiß schon Bescheid. Mag ja sein, daß sie grundsätzlich zu schweigen versteht, aber wie schnell rutscht einem was heraus – so wie dem Dauphin.
Tja, und außerdem rächen sich nun so viele Kleinigkeiten: verschwiegene Teilaufträge, verbrannte Manuskriptseiten usw. usf. Scheint ein klassischer Fall von Gruppen- oder Lagerkoller zu sein. Zu befürchten ist aber wohl, daß der Abzug nicht so glatt vonstatten gehen wird. Irgendwie kann ich nicht glauben, daß Santing schon aufgegeben haben soll. Zumal bei Humboldts Aufbruch, wie gesagt wird, zweieinhalb Wochen auf dem Berg vergangen sind, und im Kapitel davon war von 24 Tagen die Rede. Da fehlt also noch eine Woche, und so lange s0llte Humboldt für Hin- und Rückweg eigentlich nicht brauchen, wenn der Weg frei ist ...
Schönen Gruß,
Aldawen
ink-heart:
--- Zitat von: Aldawen am 26. Oktober 2008, 19:27:22 ---Aber noch besser finde ich ja die Liebesgeschichte zwischen Kleist und Humboldt. Mir schwante ja schon so einiges, als Humboldt als Dornauszieher in der Gegend herumsaß und Kleist auf einmal Hitzewallungen bekam ;D
--- Ende Zitat ---
Die Dornauszieher-Stelle hat mir auch besonders gut gefallen. Die beiden als Liebespaar sind schon recht gewagt, aber gar nicht so unpassig, finde ich.
Von Kleist wird an einer Stelle Goethes Gedicht "Ein Gleiches" zitiert und von Humboldt nur mit einer sehr brummigen Reaktion bedacht. Man kann das durchaus lesen als Reminiszenz an Kehlmanns Roman, in dem Humboldts 'Erklärung' des Gedichts meine absolute Lieblingsstelle war.
Die Enthüllung des eigentlichen Ziels der Unternehmung, nämlich Louis/Karl wieder auf den französischen Thron zu setzen, sorgt für einen ziemlichen Eklat in der Truppe, und es ist interessant zu sehen, dass die Ablehnung Napoleons durchaus nicht so weit geht, wie man vermuten könnte.
Umwerfend fand ich Arnims Schilderung der Schwalben und die Reaktion Goethes, der das Erlebnis fieserweise für eine Gesamtdeutung der Romantiker nutzt. Die heftige anschließende Diskussion besteht zu einem ziemlich großen Teil aus Originalzitaten und dürfte jedenfalls die Einstellungen der beiden Kontrahenten ziemlich korrekt wiedergeben. Ein toller Dialog! Auch Kleists untypisches Zaudern, das ja seine tatsächliche 'Zwischenposition' widerspiegelt, passt gut dazu.
Ähnlich dramatisch ist dann die Situation zwischen Goethe und Kleist, nachdem der "Zerbrochene Krug" Schiller vorläufig ins Leben zurückgerufen hat. Gewesen ist es so zwar nicht, aber doch gut vorstellbar bis in die einzelnen Äußerungen, wie ich finde.
Kathchen:
Hallo ihr Lieben.
Na hier war ja was los :o
Oh man, Bettine scheint wirklich in Goethe verliebt zu sein. Arnim tat mir richtig Leid, als er dann so alleine (mit dem Käfer) im Wald saß...und dann noch die Diskussion zwischen Arnim und Goethe. Das fand ich sehr interessant.
Die Liebesgeschichte zwischen Humboldt und Kleist finde ich irgendwie süß ;D hoffentlich wird das nicht irgendwie zu einem Problem *gruebel*
Und dann der Eklat zwischen Kleist und Goethe. Da ist mir fast das Herz stehen geblieben :o Zum Glück kam Humboldt noch rechtzeitig zurück...
Und der Dauphin plappert alles aus. In diesem Kapitel sind ja richtig die Fetzen geflogen ;D
:winken:
illy:
--- Zitat von: ink-heart am 26. Oktober 2008, 22:23:32 ---
--- Zitat von: Aldawen am 26. Oktober 2008, 19:27:22 ---Aber noch besser finde ich ja die Liebesgeschichte zwischen Kleist und Humboldt. Mir schwante ja schon so einiges, als Humboldt als Dornauszieher in der Gegend herumsaß und Kleist auf einmal Hitzewallungen bekam ;D
--- Ende Zitat ---
Die Dornauszieher-Stelle hat mir auch besonders gut gefallen. Die beiden als Liebespaar sind schon recht gewagt, aber gar nicht so unpassig, finde ich.
--- Ende Zitat ---
Die beginnende Affäre zwischen Alexander und Heinrich ist für mich auch das Highlight dieses Abschnitts, die entsprechende sexuelle Orientierung der beiden war mir völlig neu, um so überraschter war ich davon, aber immerhin beruht es ja glücklicherweise zumindest auf Gegenseitgkeit.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Gefahr gebannt ist, wenn Santing ein bisschen Hirn im Kopf hat, hat er mittlerweile wohl herausgefunden wohin die Gefährten fliehen wollten und braucht nur rund um Weimar ein Netz von Spionen gespannt zu haben, die ihn benachrichtigen, wenn der Trupp eintrifft.
Ausser "Heinrich ! Mir grauts vor dir." habe ich diesmal nicht wirklich etwas erkannt... :-[
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