Leserundenarchiv > Robert Löhr – Das Erlkönig-Manöver
02 – Seite 61 bis Seite 96 (Kap. 4)
Kathchen:
Hallo ihr Lieben,
ich muss sagen, auch der zweite Abschnitt hat mir sehr gut gefallen.
Ich habe Goethes Ängste, dass jemand bei dem Angriff umkommen könnte, geteilt. Umso glücklicher war ich, dass der Plan geklappt hatte.
Lustig fand ich, dass Schiller sich die ganze Zeit verfolgt gefühlt hatte und letzendlich hat es sich tatsächlich als wahr herausgestellt ;D
Gut, dass Kleist ihnen gefolgt ist, sonst hätte das ganze schlimm ausgehen können. Er tat mir übrigens sehr Leid als Kleist angefangen hatte zu heulen, weil Goethe eigentlich wollte, dass Kleist nicht mit ihnen kommt...juchu, Schiller hat sich durchgesetzt ;D
Ehrlich gesagt, konnte ich bisher noch kein Zitat entziffern...entweder überlese ich sie oder ich kenne keines der bisher verwendeten Werke :-\
Allerdings weckt das in mir auch die Lust, mich mal mehr mit deutschen Klassikern zu beschäftigen und das nächste mal, wenn ich eine Buchhandlung betrete, werde ich der Klassikerabteilung mehr Aufmerksamkeit schenken :)
:winken:
Aldawen:
Nun sind wir in einer Region angekommen, die ich auch vom Ansehen kenne, das macht es gleich noch einmal so interessant. Die Rheinquerung war wirklich sehr stimmungsvoll, aber ich dachte mir gleich, daß es doch ein wenig zu glatt ging, inklusive der früheren Glashütte als Nachtquartier. Und prompt kommen ja auch die nächsten ernsthaften Probleme des Weges. Da merkte man recht deutlich, daß die Poeten manchmal nicht von dieser Welt sind – diskutieren stundenlang auf der Straße bis die Patrouille kommt und wundern sich über die Konsequenzen ;D
Wirklich ernst nehmen kann ich aus der Truppe eigentlich nur Humboldt, der nicht nur – wie man das von ihm erwarten kann – einen Haufen Ausrüstung durch die Gegend schleppt, sondern auch noch immer das passende aus dem Ranzen zieht, sei es ein Kompaß, sei es ein Fernrohr. Und außer Schiller mit seiner Armbrust scheint er auch der einzige zu sein, der sich für einen Kampf auf wenigstens etwas Abstand nicht allein auf Pistolen verläßt. So eine Peitsche kann ja sehr effektiv sein. Am meisten fällt mir seine von den Gefährten abweichende Disposition aber auf, sobald es an die Ruhephasen geht: Er schläft sofort ein, während der Rest noch aufgekrazt durch die Gegend streunt. Da kommt der erfahrene Weltreisende durch, der sich den Schlaf holt, wenn es eben geht.
Kleists Auftauchen erfolgte wirklich zum rechten Zeitpunkt, allerdings macht mir seine Hitzköpfigkeit auch ein wenig Sorgen. Nun ja, wir werden sehen, wie sich das entwickelt.
Und Schiller notiert sich sicherheitshalber schon mal die Erkennungsmerkmale des Dauphin. Sehr sinnvoll, der Madame kann ja auch etwas passieren.
--- Zitat von: lesegrete am 22. Oktober 2008, 19:26:26 ---dass das ganze Manöver doch nicht so ziel- und planlos ist, wie ich zunächst dachte.
--- Ende Zitat ---
Naja, ein bißchen zufällig war das ja schon, auch wenn Humboldt ziemlich gut gekundschaftet hat. Was mich immer erstaunt: Bei solchen Klamottentausch-Aktionen geht es immer irgendwie passend auf, die Leute müssen früher sehr viel einheitlicher im Körperbau gewesen sein. ;D
--- Zitat von: ink-heart am 22. Oktober 2008, 10:28:15 ---Gewundert habe ich mich über den "Lederstrumpf" (S. 76). Die entsprechenden Romane von Cooper sind eindeutig später erschienen. War dieses Wort denn schon vorher gebräuchlich?
--- Ende Zitat ---
Ich denke, das geht in Ordnung, weil diese Bezeichnung für weiße Waldläufer aus dem frühen oder der Mitte des 18. Jahrhunderts stammen dürfte.
Schönen Gruß,
Aldawen
SheRaven:
Hallo liebe Leserunde,
ich habe den zweiten Part gerade beendet und in Anbetracht der Uhrzeit würde ich es jetzt am liebsten Humbold gleichtun und mich hinlegen und schlafen.
Inzwischen haben die werten Herren + Dame mein "vertrautes" Terrain Weimar verlassen und so fehlen mir nun die Bilder vor Augen und ich kann mich auf die fiktive Geschichte einlassen.
--- Zitat von: Murkxsi am 22. Oktober 2008, 07:46:31 ---Die Demonstration mit den Eicheln und den einzelnen Sonderwünschen fand ich genial. Da ich mir das bildlich vorgestellt habe, wie erwachsene Menschen ihre eher kindlichen Wünsche durchzusetzen versuchen, habe ich auf dem Boden gelegen vor lachen.
--- Ende Zitat ---
An dieser Stelle habe ich mich auch köstlich amüsiert. Besonders, als von Arnim auch noch das Steinchen in "seinem" Rücken entfernen musste, weil es ihn doch ein bisschen nervös machte. ;D
Kleist führt sich ja gleich gut bei unserer Truppe ein. Er scheint ein richtiger Draufgänger zu sein und ich denke, dass wir von ihm noch einiges (nicht nur positives) erwarten können.
Hierzu gefällt mir auch der Ausspruch Goethes.:
"Das wär noch schlimmer als Kleist, das wäre - Kleister."
Und nun befürchte ich, keinen sonderlich sinnvollen Satz mehr zustande zu bringen und werde- siehe oben - es Humbold gleichtun.
Morgen ist auch noch ein Tag...
P.S. Die Fisimatenten sind mir übrigens ausgesprochen geläufig. Ich selbst benutze das Wort zuweilen scherzhaft. :winken:
Murkxsi:
--- Zitat von: SheRaven am 23. Oktober 2008, 00:21:25 ---P.S. Die Fisimatenten sind mir übrigens ausgesprochen geläufig. Ich selbst benutze das Wort zuweilen scherzhaft. :winken:
--- Ende Zitat ---
Ich kenne das Wort auch noch aus meiner Kindheit, habe aber immer gedacht, es heißt "fiese Matenten" :D
Da hat meine Oma wohl nicht so deutlich gesprochen.
LG Murkxsi
Myriel:
Beim Lesen dieses Abschnitts schwankte ich zwischen :D und :o .
:D angesichts der vielen witzigen Dialoge, die vor Wortwitz nur so sprühen. Leider ist mir nur ein einziges Zitat aufgefallen ("Der Kleist hat seine Arbeit getan, der Kleist kann gehen."), aber dadurch wurde die Lust auf Klassiker geweckt und ich spiele mit dem Gedanken, als nächstes "Die Räuber" zu lesen.
:o angesichts der Gedankenlosigkeit unserer Dichter auf der Straße unter der hohlen Mütze und angesichts des etwas verunglückten Überfalls. Die Betroffenheit der doch etwas weltfremden Dichter angesichts des Todes des Leutnants konnte ich sehr gut nachfühlen, weshalb mich Kleists "Mordgier" bei der Diskussion über das Schicksal der übrigen Franzosen umso mehr abgeschreckt hat. Ungestüm mag die Jugend ja sein, aber so lapidar die Leben von anderen Menschen zu fordern, geht für mich zu weit.
--- Zitat von: Kathchen am 22. Oktober 2008, 21:59:00 ---Gut, dass Kleist ihnen gefolgt ist, sonst hätte das ganze schlimm ausgehen können. Er tat mir übrigens sehr Leid als Kleist angefangen hatte zu heulen, weil Goethe eigentlich wollte, dass Kleist nicht mit ihnen kommt...juchu, Schiller hat sich durchgesetzt ;D
--- Ende Zitat ---
Ehrlich gesagt stand ich bei der Diskussion eher auf Goethes Seite. Zwar hat Schiller die Logik hinter sich, wenn er behauptet, dass Kleist ihnen sowieso folgen würde, aber Kleist ist mir fürs erste unsympathisch und außerdem wird die Gruppe langsam wirklich auffallend groß.
--- Zitat von: SheRaven am 23. Oktober 2008, 00:21:25 ---
--- Zitat von: Murkxsi am 22. Oktober 2008, 07:46:31 ---Die Demonstration mit den Eicheln und den einzelnen Sonderwünschen fand ich genial. Da ich mir das bildlich vorgestellt habe, wie erwachsene Menschen ihre eher kindlichen Wünsche durchzusetzen versuchen, habe ich auf dem Boden gelegen vor lachen.
--- Ende Zitat ---
An dieser Stelle habe ich mich auch köstlich amüsiert. Besonders, als von Arnim auch noch das Steinchen in "seinem" Rücken entfernen musste, weil es ihn doch ein bisschen nervös machte. ;D
--- Ende Zitat ---
Im Nachhinein betrachtet lag der Stein bestimmt nicht nur rein zufällig dort, sondern stand wohl eher für Kleist, der sich im Wald versteckt hielt.
--- Zitat von: Aldawen am 22. Oktober 2008, 22:07:03 ---Was mich immer erstaunt: Bei solchen Klamottentausch-Aktionen geht es immer irgendwie passend auf, die Leute müssen früher sehr viel einheitlicher im Körperbau gewesen sein. ;D
--- Ende Zitat ---
Recht hast du, aber immerhin wird hier die Problematik der verschiedenen Größen angeschnitten, indem Arnim die durchlöcherte Jacke nehmen musste, weil sie Kleist nicht passte.
Nachdem ich vorhin im Thread zum ersten Abschnitt gelesen habe, dass Robert lesegretes Vermutung über die Bedeutung des Titels zugestimmt hat, werde ich wohl die folgenden Abschnitte mit etwas anderen Augen lesen. Angesichts dessen scheint der Tod des Leutenants noch unsinniger. Hier fand ich Schillers Frage kurz nach dem Überfall im Nachhinein als sehr prophetisch:
--- Zitat ---Leise fragte Schiller, ob ihr Auftrag nicht schon jetzt als gescheitert gelten musste; jetzt, da sie einen Menschen hatten töten müssen, um einen anderen zu retten.
--- Ende Zitat ---
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