Leserundenarchiv > Robert Löhr – Das Erlkönig-Manöver

01 – Anfang bis Seite 60 (Kap. 1-3)

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Aldawen:
Hallo Ihr Lieben,
 
nun ist es soweit, die mit Spannung erwartete Leserunde zu Das Erlkönig-Manöver beginnt und ich begrüße alle TeilnehmerInnen und ganz besonders Robert Löhr, der uns hier begleiten wird. Schön, daß Du uns bei dieser Runde Gesellschaft leistest!  :)

In diesem Zusammenhang noch ein Hinweis an die Teilnehmer: Robert hatte in den Vorabsprachen den Wunsch geäußert, sich auf einen allgemeinen Fragenthread konzentrieren zu können und nicht in allen Einzelabschnitten mitzudiskutieren. Ich bin sicher, daß wir das gemeinsam gut hinbekommen. Robert, falls Du es Dir während der Leserunde anders überlegst, werfen wir Dich aber bestimmt auch nicht aus den anderen Threads hinaus   :winken:
 
Bitte lest Euch kurz vorher nochmal die Leserunden FAQs durch. Postet hier bitte erst, wenn Ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge „Buch liegt bereit, ich fange heute abend an“ ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.
 
Hier könnt Ihr vom Anfang bis Seite 60 schreiben.
Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.
 
Ich wünsche uns allen wieder viel Spaß!  :lesen:
 
Schönen Gruß,
Aldawen

ink-heart:
Hallo, ihr Lieben!  :winken:

Ich freue mich auf die Leserunde, zumal es so aussieht, als wäre dieser Roman genau das, was ich gerade so brauche. Begonnen habe ich "Das Erlkönig-Manöver" in der Hoffnung, es möge unterhaltsam und informativ sein. Zumindest das erste Kriterium ist schon voll eingelöst. Es geht in rasanter Geschwindigkeit und völlig unanstrengend los, ohne anspruchslos zu sein.

Das Motto ist einfach klasse. ;D Mal sehen ... Welchem zeitgenössischen Autor würde man so einen Plot wohl zutrauen ...? ;D

Dieses Motto lässt hoffen, dass wir hier nicht auf bierernste Klassikerverehrung stoßen werden - und diese Hoffnung wird dann im ersten Kapitel auch erfüllt, in dem Schiller, Sentenzen sprechend, mit dem Hirschgeweih (samt Schädel) zuschlägt und sich dann an der Seite Goethes eine Schlacht mit und eine Flucht vor einer Gruppe Bauern liefert, die eher an Sam Hawkins als an Winnetou und Old Shatterhand erinnert. Goethes herzhafter Griff nach dem lebenden Zwischenkieferknochen hat mir den ersten literarischen Kicheranfall seit Monaten beschert.

Wie ich diese Unterhaltung in Sinnsprüchen aus den jeweiligen Werken finde, weiß ich noch nicht so genau ... Wahrscheinlich in erster Linie witzig, vor allem, wenn so gewagt gemischt wird mit Aussagen wie "Mainz bleibt Mainz". :o

Schön auch die weiteren Figuren, die da in interessanten Kurzcharakterisierungen auftauchen: Wieland als ständig Erwähnter, aber ebenso ständig Abwesender, der seltsame Käuze zu Goethe schickt, oder Kleist, einer dieser seltsamen Käuze, hungrig nach Anerkennung vom Meister, ein pubertär überbordendes Selbstbewusstsein zur Schau tragend. - Ich bin gespannt, was da noch an schrägen und skurrilen Ereignissen und Charakteren auf uns zukommt. :) :lesen:

Aldawen:
Hallo liebe Mitstreiter  :winken:

Es fällt mir schwer, mich spontan an ein Buch zu erinnern, das derart mitreißend begann. Eine zünftige Wirtshausschlägerei hat doch was, vor allem mit zwei so prominenten Teilnehmern, die sich noch dazu so gut schlagen. Schiller macht dabei eine besonders gute Figur, genau wie später in Frankfurt. Hätte ich ihm gar nicht so zugetraut, da berauscht er sich wohl auch ein wenig an seinen eigenen Stücken  ;D

Auch Goethe gefällt mir, wenn auch aus anderen Gründen. Derangiert und nach Wein riechend in einer solchen Besprechung, das würde man bei ihm doch gar nicht vermuten. Ich mage es, wenn die Sockel solcher Denkmäler auf diese Art angekratzt werden und den Menschen zum Vorschein holen.

Überhaupt verspreche ich mir von der Mischung der Truppe sehr viel. Bettine als einzige Frau in der Gruppe könnte noch für einige Irritationen sorgen, und mit Humboldt ist dann wenigstens auch ein Nicht-Schreiberling vertreten. Ich hoffe, er bekommt Gelegenheit, seine Fähigkeiten jenseits von geologischen Diskussionen mit Goethe zu zeigen. Was war ich an dieser Stelle froh, daß ich mich wenigstens schon mal durch einen Teil seines „Kosmos“ gekämpft habe ...

Die Suche nach Zitaten ist ein weiterer Spaß, allerdings fürchte ich, daß meine Kenntnisse der Werke der Protagonisten nicht umfassend genug sind, um sie alle zu erkennen. Ich habe aber den Eindruck, daß sie sich ein bißchen in der Sprache abheben, darüber könnte ich es mal versuchen. Insgesamt scheinen sie mir bislang aber gut eingebettet, auch, weil sie den ein oder anderen Lacher provozieren.

Und wer ist diese Sophie Botta? Vielleicht die Schwester des Dauphin? Das würde dann zumindest erklären, warum sie so übervorsichtig ist. Und ob wir den Captain noch mal wiedersehen? Welche Rolle wird er wohl spielen? Goethes Plan scheint mir noch etwas unausgereift, ich stell mir gerade vor, wie sie an der Kerkertür anklopfen  ;D  Allein deshalb hoffe ich auf weitere Verwicklungen und dramatische Aktionen, was ja sehr gut zu der Profession der Mehrheit der Beteiligten passen würde. Ich bin also sehr gespannt, wie es weiter gehen wird.

Schönen Gruß,
Aldawen

Kathchen:
Hallo ihr Lieben,

so, den ersten Abschnitt habe ich jetzt hinter mir und ich muss sagen, mir gefällt es bisher schon richtig gut. Ich hoffe, es wird so weitergehen...

Gleich die erste Szene fand ich toll. Man wurde sofort in die Geschichte gestoßen, in die Schlägerei, ohne dass man eigentlich wusste, was passiert ist.
Die verschiedenen Charaktere gefallen mir bisher schon gut, besonders Schiller und Goethe finde ich klasse. Und mit Bettine, als einzige weibliche Person wird es bestimmt noch interessant werden  ;D

Insgesamt scheint es ja eine gute Truppe zu sein um den Dauphin zu befreien. Die Szene, in der Goethe den Auftrag gegeben wurde fand ich gut, allerdings ist meine Lieblingsszene die, in der Goethe und Schiller verfolgt werden und schließlich stellt sich heraus, dass es nur ein Fan von Goethe war  :D
Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, wie es wohl weitergehen wird...

 :winken:

Saltanah:
Der Klappentext war ja schon sehr vielversprechend ("Wenn der 'Werther' von Ihnen ist, muss ich sie umso mehr erschießen" ;D ) und die erste Szene, eigentlich schon die ersten beiden Sätze setzen da noch eins drauf. Die beiden großen Dichterikonen Goethe und Schiller in einer gewöhnlichen Wirtshausschlägerei!
Das erinnerte mich stark an ein Hörerlebnis, das ich vor vielen Jahren hatte. Im Hintergrund dudelte das Radio, eine Operette. Der Text war deutsch und auch wenn ich nicht weiter hinhörte, wurde doch schnell klar, dass sich auch dort in eine Kneipe geprügelt wurde. So nach und nach hörte ich einige Namen: Siegfried ... (hm, ein Operettenheld namens Siegfried? Aber warum nicht) ... Hagen ... ( ??? ) ... Kriemhild ... (KRIEMHILD?!? Was ist denn das?). Des Rätsels Lösung: Die lustigen Nibelungen von Oscar Straus! Der Oscar holt "deutsche Helden" aus ihrem Heldentum heraus und macht sie zu Normalbürgern, so wie es Robert Löhr hier mit unseren Nationaldichtern tut. Sehr schön!

Habt ihr eingentlich eine Idee, um wen es sich bei dem jungen Möchtegerndichter, der sein Manuskript Goethe aufdrängt, handeln könnte? Ich schätze, das werden wir im letzten Kapitel erfahren.

Dass Goethe unter anderem auch ein Seil in sein Reisegepäck steckt, gefällt mir gut, denn spätestens seit dem "Herrn der Ringe" weiß ich, wie wichtig es ist, auf Reisen immer ein Seil dabei zu haben. Das habe ich von Sam Gamdschie gelernt. Ich nehme an, dass auch Goethe sein Seil irgendwann dringend brauchen wird.

Gewundert habe ich mich über Frau von La Roches Aussage "Das Kind ist mündig" (S. 50) in Bezug auf Bettine. Die war da gerade mal 19, was mich überlegen lässt, wie es zu beginn des 19. Jahrhunderts mit dem Mündigkeitsalter aussah. Das war doch sicher nicht 18 wie heute. Wurden Frauen damals überhaupt mündig? (In Schweden wurden sie es zu der Zeit erst als Witwe, wie es in Deutschland war, weiß ich nicht.)

Die Identität des Verfolgers von Goethe ließ mich natürlich auch losprusten. Ein Werther-Fan :D . Wunderbare Idee!

Was die diversen Zitate aus den Werken der Dichter angeht, werde ich die meisten sicher nicht entdecken. Was die deutschen Klassiker angeht, bin ich peinlich unbelesen.

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