Guten Morgen, ihr Lieben,
für diese Umdrehung habe ich wirklich einen langen Atem gebraucht. Nicht, weil sie mir nicht gefallen hätte, sondern weil der Krieg jetzt wirklich die zentrale Rolle einnimmt.
Nein, er ist nur der Spielball des Schicksals, meint er. Teilweise hat er schon recht, aber ganz so unschuldig an seinen Erlebnissen, wie er selbst glaubt, ist er dann doch nicht.
Er kommt mir vor, wie das Fähnchen im Wind. Ich glaube, wenn die gegnerischen Soldaten gefragt hätten, ober nicht lieber bei ihnen mitspielen möchte, hätte er es sich wirklich überlegt.
Die Göttin:
Jetzt wird's mir eindeutig zu viel mit Blutvergießen und Abschlachten. Soll wahrscheinlich Entsetzen hervorrufen, aber meine Reaktion ist eher Langeweile.
Nein, ich glaube nicht, dass Tobias damit Entsetzen hervorrufen wollte. Dafür sind die Schilderungen teilweise zu überspitzt (das Essen der Kapitäne usw.). Ich glaube eher, er will damit die völlige Absurdität des Krieges vor Augen führen. So fasse ich es jedenfalls auf. Man kann Krieg nicht logisch erklären (ich kann es jedenfalls nicht).
Die Frage, worin denn nun noch der Unterschied zwischen ihm und Irathindur besteht, drängt sich auf. Ach ja - er ist um das Überleben der Menschen besorgt, will er zumindest sich und uns einreden und verschwendet einen Teil seiner Lebenskraft an die Seeleute. Aber so wirklich nehme ich ihm das nicht ab. Meiner Meinung nach stehen sich schließlich zwei Ungeheuer entgegen, die sich in ihrer Mostrosität nichts nehmen.
Es ist wie im richtigen Leben: Das größte Monster ist der Mensch, aber es gibt kleinere und größere Monster unter ihnen ;-) Weder die Menschen können aus ihrer Haut, noch können es vermutlich die Dämonen.
Ich mag Gäus. Er liebt die Menschen zwar nicht, respektiert aber das Leben. Die Vernichtung des Gramwaldes erscheint ihm in dem Augenblick als Notwendigkeit, aber ein Dämon zu sein, bedeutet ja nicht, dass man nicht auch mal Fehler machen kann. Seine Gedanken zu Natur und dem Leben und dass er sich kurz darüber Gedanken macht, dass er die Tiere hätte leben lassen können... das alles finde ich für einen jahrtausendealten Dämon sehr faszinierend. Ich finde auch, dass man ihm seinen Schmerz angemerkt hat, als er den Gramwald vernichtete.
Direkt vorher sagt Gäus: "In meiner belagerten Stadt konnten mir die Ausdünstungen des Sterbens wohl kaum entgehen." Dieser Satz klingt für mich schon so, dass er sich der durch lebenszerstörende Maßnahmen freiwerdenden Kraft durchaus bewusst ist, er sie aber unterschätzt.
Er unterschätzt sie meiner Meinung nach nicht so sehr wie er sie als moralisch minderwertig einschätzt. Ich glaube, das erkennt man schon daran, dass er den Begriff "Ausdünstungen" verwendet.
Großartig fand ich übrigens den letzten Teil, in dem nochmals der Prolog in veränderter Form wiederholt wird.
Versprich mir, dass diese Replik tatsächlich in "Dämonen II" auftaucht und ich lese es. 
Spiele nicht mit dem Feuer, Saltanah

Das beschriebene Chaos ist perfekt geschildert. Ich als Leser hatte selbst irgendwann einmal das Gefühl nicht mehr zu wissen, wer steht denn nun für was und wer gehört zu wem.
Genau so ging es mir auch. Mir rauchte irgendwann der Kopf und ich fühlte mich selbst als Spielball, der zwischen den Fronten hin- und hergeworfen wurde. Tooootal verwirrend für jemanden meines Alters, Tobias

Hat der schlechte Einfluss ihn zu diesem rasenden Wesen gemacht? Auch wenn Gäus' und Irathindurs Charaktere sich unterscheiden, wäre Gäus womöglich Irathindurs Göttin viel ähnlicher, wenn er nicht von der sauberen Energie des Gramwaldes hätte profitieren können? Auch hier sehe ich wieder einen sehr aktuellen Realitätsbezug (nur eine Stelle von vielen), wie bisher in jedem von Tobias' Büchern.
Hier steigen die Ölpreise... im Buch werden bald die Holzpreise steigen

Auf S. 317 kommt zur Sprache, dass Minten doch eigentlich studieren wollte und dies traf mich wie ein Blitz, denn daran hatte ich überhaupt nicht mehr gedacht. 
Die Stelle fand ich seltsamerweise auch ziemlich erschütternd. Da dachte ich mir... wie schnell ein Leben völlig aus der Bahn laufen kann.
Liebe Grüße
nimue