KILL BILL ist ein ziemlich schwacher und vor allem intellektuell hohler Abklatsch von asiatischen Genre-Kino-Errungenschaften.
Takashi Miike ist etwa zehnmal so talentiert wie Tarantino, weil es ihm immer wieder aufs Neue gelingt Farce, Exzentrik, Melancholie, sogar kontemplative Ruhe und aber vor allem auch Wut und Story-Experimente unter einen Hut zu bringen. AUDITION z. B. beginnt wie europäisch-zartes Gefühlskino, steigert sich dann zum Alptraum - bleibt dabei aber stets auf mehreren Ebenen interpretierbar und dadurch ironisch gebrochen.
Ich denke, dass Miike ein geradezu kompletter, weil in allen Bereichen fähiger Filmemacher ist.
Auch den Einsatz von Musik und unterschiedlichen Filmtechniken finde ich bei ihm immer wieder besonders gut gelungen (in THE HAPPINESS OF THE KATAKURIS gibt es sogar Knetmännchen-Einlagen und Musicalnummern.)
Direkt zu meinem Roman DIE DÄMONEN könnte ich Miikes KRIEG DER DÄMONEN empfehlen, ein überbordend buntes, teures, weil aufwendiges, dabei sogar kindgerechtes Sammelsurium von verrückten Ideen, irrwitzigen Creatures und frechem (schwarzen) Humor, das auf die legendären Mangas von Shigeru Mizuki und auf traditionell japanische Dämonendarstellungen zurückgeht.
eben auch nur ein Fanboy: Tobias