Spätestens in dieser Umdrehung wird klar, dass die Reihenfolge der Kapitel immer die gleiche ist. Das lässt bei einem Blick auf das Inhaltsverzeichnis Rückschlüsse auf den weiteren Verlauf der Geschichte ziehen, vor allem was die Konkurrenz der Dämonen um die Lebenskraft angeht.
Zu Spekulationen lädt die Tatsache ein, dass einige spätere Umdrehungen noch einen vierten Mitspieler/Tänzer aufweist (ich stelle mir gerade die Hauptpersonen in einem Tanz begriffen vor, wie sie im Takt umeinander kreisen.) Aber wer wird denn Nummer 4? Yelde und lord of evil sehen Benesand in einer herausragenden Rolle, ich persönlich warte immer noch auf ein Wiederauftauchen von Mintens Mithäftling Wie-hieß-er-noch-gleich - nicht Ellell sondern der andere.
Der Faustkämpfer:Dass Minten nach seinen 7 Tagen in der Schublade nur höchstens eine Woche später (5 Tage Reise und dann "ohnehin keine Zeit mehr, Minten Körper ausreichend auf das Bevorstehende vorzubereiten") ohne Träning in der Lage ist, den Hünen Oloc zu besiegen, lässt darauf schließen, dass es mit den Kämpfern des "Inneren Zirkel", von denen ich vermutet hätte, dass es sich um die Allerbesten handelt, wirklich nicht weit her ist. Ansonsten fände ich es doch etwas unglaubwürdig.
Dass sich eine erfahrene Ausbilderin wie Jinua von einen jungen Rekruten den Arm abhacken lässt, wirft kein gutes Licht auf sie. Vor allem dass sie immer noch nur ihm die Schuld dafür gibt ("zu dämlich und zu ungestüm, sich das richtige Werkzeug aushändigen zu lassen"), aber sich nicht an die eigene Nase greift (sie müsste doch den Unterschied zwischen echtem und Übungsschwert direkt sehen, oder, falls die sich so ähnlich sind, sich davon überzeugen, dass der Rekrut das richtige "Werkzeug" hat), lässt sie weniger kompetent dastehen, als sie auf den ersten Blick wirkt.
Die Königin:Währendessen hat die Baroness immer mehr Anfälle und weniger Lebenskraft, weshalb sich der Dämon in ihr genötigt fühlt, mit dem Unruhestiften gegen den König zu beginnen. Und schließlich beginnt auch der Größenwahn um sich zu schlagen und sie krönt sich mal schnell zur Königin.
Nun ja, bisher geht es ihr ja nur ums bloße Überleben - Größenwahn kann ich in dieser Handlung nicht erkennen. Ich finde, sie hat ihr Problem geschickt gelöst. Ich frage mich auch, wieso eine Königin mehr Lebenskraft abbekommt als eine Baroness. Das müsste eigentlich an der Stellung in der menschlichen Hierarchie und dem damit verbundenen Ansehen liegen. Was beweist, dass Dämonen und Menschen enger miteinander verbunden sind als die Menschen wahrhaben wollen.
Serach vermutet, dass "ein Dämon die Zügel der Regentschaft an sich gerissen" haben könnte; seine daraus resultierende Frage, "ob ein Mensch ein besserer Regent ist als ein Dämon" zeigt, dass der Unterschied zwischen beiden eher geringer ist als angenommen.
Auch dass es erst mal ein anderer Baron ist, der die Zeichen der Zeit nutzt und den ursprünglichen König angreift, passt dazu.
Der König:Benesand als Held wider Willen. Einerseits schon ganz amüsant, aber für meinen Geschmack zu überzogen. Die Frage, wie hoch eine "hohe Zinne" ist, und meine daraus resultierenden Überlegungen spare ich mir lieber. Wenn ein aus der Erde kommendes Brüllen regnen kann, dann ist vieles möglich.
Interessant, das beide durch die Dämonen eher zu den Menschen werden, die sie vorher hätten sein sollen. Die Baronesse wird menschlicher, auch wenn sie es mit der Erkundung übertreibt, der König wird stärker und königlicher. Die Besessenheit ist dadurch an sich nichts rein negatives.
Das ist ein Zug dieses Buches, der mir wirklich gefällt. Nur dass es, wenn man der Vorausschau Glauben schenken will, dabei nicht bleiben wird. Bisher benutzen die Dämonen ihre dämonischen Kräfte überraschenderweise noch nicht. Wieso eigentlich nicht? Liegt auch das an der unzureichenden Lebenskraft? Haben sich die Dämonen von ihrer langen Verbannung in den Schlund noch nicht wieder ausreichend erholt? Haben sie ihre Möglichkeiten vielleicht einfach nur noch nicht entdeckt?