Autor Thema: 01 - Vorausschau & Erste Umdrehung (bis Seite 71)  (Gelesen 3016 mal)

Offline yelde

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Re: 01 - Vorausschau & Erste Umdrehung (bis Seite 71)
« Antwort #15 am: 12. September 2008, 12:42:53 »
Ich denke, sie hatten auch seltsame Illusionen, dass die Menschen doch friedfertiger auf einer schönen Erde leben und jeder Dämon aus seinen Gefängnis in ein Paradies kommt.  Oder zumindest, dass die Menschen nicht genauso wie Dämonen agieren. Jedoch sind sie letztendlich nicht viel anders.

Offline Aeria

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Re: 01 - Vorausschau & Erste Umdrehung (bis Seite 71)
« Antwort #16 am: 12. September 2008, 13:11:02 »
Hallo zusammen!

Freue mich riesig, wieder was von dir zu lesen, Tobias!

Die ersten paar Postings habe ich schon gelesen, weiter bin ich noch gar nicht gekommen. Ich schließe mich Saltanas Kritik an der aufgeplusterten Buchausgabe an. Das dicke Papier - ok, damit kann ich leben, aber der breite Rand? Natürlich kommt man schneller voran, wenn man nur so wenig Text auf der Seite hat, aber der erste Gedanke war "So'n Beschiß!" Mir gefallen ja die größeren Ausgaben, die machen sich gut im Regal, auch wenn sie schwer in Hand liegen, ich mag es jedoch nicht, wenn etwas auf Biegen und Brechen aufgebläht wird, damit es zum Rest der pseudotolkienschen Reihe passt. "Die Dämonen" hätte ich mir auch gekauft, wenn es ein "normales" Taschenbuch gewesen wäre.
So, diese Kritik ist wirklich nur gegen das Buchäußere gerichtet, nicht gegen den Inhalt!

Den mag ich nämlich. Ich habe überhaupt nicht das Gefühl, in einer Fantasywelt zu weilen, trotz Dämonen. Die Sprache empfinde ich als zu modern für einen Fantasyroman, was aber nicht negativ gemeint ist, ich finde das eher erfrischend. Außerdem hatte ich mir schon gedacht, dass der Roman kein typischer Vertreter dieses Spezies sein wird, ich kenne ja schon ein paar andere Bücher von Tobias  ;) .
Die von Saltanah aufgeführten Punkte, wie z. B. das Bohren durch die Wellen, sind mir beim Lesen überhaupt nicht aufgefallen. Und selbst wenn - ich finde das nicht so schlimm.

Der Zechpreller ließ mich verhältnismäßig kalt, aber als dann das Kapitel über Faur Benesand kam, bekam ich das Grinsen kaum aus dem Gesicht. Ich steh auf diesen Typen!  ;D Er ist ein bißchen besessen von diesem Baroness-Luder (die ich auch nicht ohne finde) und seine Andeutungen und Anspielungen sind genau mein Ding (hier im Buch natürlich, und nur hier!  ;) )

Beim Lesen des Dämonen-Kapitels habe ich mir allerdings die gleich Frage gestellt, die Saltanah (?) weiter oben stellte - ist denn vorher noch nie etwas in den Schlund geworfen worden?

Ich bin gespannt auf die weiteren Ereignisse!

***
Aeria
Realität ist nur etwas für Menschen mit zu wenig Phantasie.

Offline Tobias O. Meißner

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Re: 01 - Vorausschau & Erste Umdrehung (bis Seite 71)
« Antwort #17 am: 12. September 2008, 17:15:39 »
Bestimmt ist schon mal etwas in den Schlund geworfen worden - aber noch nie drei so aufgeladene Gegenstände kurz hintereinander! Ein Stein oder sowas hätte nicht die Macht gehabt, die Aufmerksamkeit der zerstreuten Dämonen zu erregen. Aber die Träne eines Fetischisten und die Ohrringe eines mitfühlenden Königs? Das schlägt Wellen!
@Yelde: Was das "Design" der beiden Dämonen angeht - farbig und fremdartig waren da wohl meine Hauptkriterien. Genau kann ich das aber gar nicht erklären. Sie tauchten einfach beide irgendwann vor meinem inneren Auge auf, und ich musste sie nur noch beschreiben. Genau so soll es eigentlich sein.
eher bleich, aber auch fremdartig: Tobias

Offline Loomis

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Re: 01 - Vorausschau & Erste Umdrehung (bis Seite 71)
« Antwort #18 am: 12. September 2008, 23:49:14 »
So, hallo nochmal und ich habe die 71 Seiten nun durch.

Nun, als ich gehört habe um was es in diesem Roman gehen soll (nämlich dass Dämonen irgendwo "weggesperrt" waren und nun wieder auf Erden wandeln) fühlte ich mich sofort an Terry Brooks' Shannara erinnert, das ja eine ähnliche Geschichte erzählt. Aber da ich ja schon einige Romane von Tobias kenne, hatte ich keine Befürchtung, dass "Die Dämonen" ähnlich hölzern und an den Haaren herbeigezogen sein könnte wie Shannara.

Nun zu den Kapiteln:
Vorausschau:
Anscheinend haben die zwei Dämonen sehr viel Macht, wenn sie so sehr wüten und zerstören können und die Menschen ihnen hilflos ausgeliefert sind. Wie es dazu kam und was daraus wird lässt sich natürlich noch nicht erahnen, aber das werden wir bestimmt noch feststellen. Die Situation fand ich schön skurril und begeisterte mich gleich.

Der Zechpreller:
Minten Liago ist ein sympathischer Kerl, aber dass er versucht die Zeche zu prellen und sich dann auch noch mit der Stadtwache anlegt ist äußerst dumm. Zuvor hatte man ja schon den Eindruck bekommen, dass er doch etwas im Köpfchen hat. Ich bin schon gespannt, wie er aus seiner misslichen Lage herauskommt und ob er sein Ziel zu studieren in Zukunft etwas schlauer angeht.

Die Baroness:
Na das scheint ja so eine zu sein. Hart und unnachgiebig, auch zu sich selbst, schließlich schläft sie auch im Korsett. Oder hat sie vielleicht etwas zu verbergen unter dem Korsett? Wer weiß. Benesand scheint jedenfalls hin und weg von ihr. Aber es geht ihm wohl eher um Erregung und Verlangen als um Liebe. Das wiederum scheint bei ihr nicht viel anders zu sein, schließlich verbringt sie ja hin und wieder eine Nacht mit ihm. Während sie für ihn jedoch "die eine" ist, scheint er ihr nicht allzuviel zu bedeuten. Eiber Matutin ist ein armer Tropf. Er scheint seiner Aufgabe als Heereskoordinator gar nicht gewachsen. Bisher musste er sich ja zum Glück nicht als solcher beweisen, aber die Vorausschau lässt ja Schlimmer erahnen.

Der König:
Gutmütig, intelligent, unsicher, traurig. So kommt er mir vor. Was ist eigentlich mit seiner Mutter? Wurde schon ein Wort über sie verloren? Könnte die Baroness seine Mutter sein? Vom Alter schon, aber Liebe scheint sie ja überhaupt nicht für ihn zu empfinden, eher Hass. Dass er seine Ohrringe in der Schlund wirft ist gut gemeint, aber ich hatte gleich ein schlechtes Gefühl dabei.
Tanot Ninrogin wirkt zwar sympathisch, blieb bisher aber noch ein wenig blass.

Die Dämonen:
Die Sprache der Dämonen fand ich auch höchst ungewöhnlich, sie klingen eigentlich überhaupt nicht böse, düster oder eben dämonisch. Aber andererseits finde ich das auch wiederum erfrischend, denn wieso sollen Dämonen immer nur Gift und Galle spuckend miesepetrig durch die Gegend stapfen. Sie haben es schließlich gerade geschafft, sich nach ewig langer Zeit aus ihrem Gefängnis zu befreien. Während Irathindur die Freiheit anscheinend zu schätzen weiß und sich erst einmal daran erfreut, scheint Gäus damit alleine noch nicht zufrieden, er giert gleich nach Macht und verlangt als Wirtskörper einen König. Allerdings scheint er sich von dem Titel ein wenig in die Irre führen zu lassen, schließlich scheint es eher so, als hätte die Baroness im sechsten Baronat das Sagen. Irithandur nimmt sich als Wirt die Baroness, angesteckt von Benesands Gedanken aus der Träne.
Schon jetzt is klar, dass das die beiden Dämonen aus der Vorausschau sind und Gäus ist in der Vorausschau ein König, weil er sich den König als Wirt genommen hat. Aber ein riesiger Unterschied ist, dass die beiden Dämonen in diesem Kapitel noch harmlos und naiv wirken, in der Vorausschau aber düster, mächtig und bedrohlich. Außerdem scheint es, als wäre das Versprechen der Dämonen, sich nicht zu bekriegen wohl nicht viel wert gewesen...

Offline Ingroscha

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Re: 01 - Vorausschau & Erste Umdrehung (bis Seite 71)
« Antwort #19 am: 13. September 2008, 19:35:22 »
Hallo Tobias und alle MitleserInnen :winken:

hier bin ich auch endlich. Wie bereits vermutet, bin ich mit kleiner Verspätung gestartet.

Wie gesagt - vielleicht spalte ich hier Haare, aber so lese ich eben.
Ich werde in den nächsten Kapiteln versuchen, diese kritische Lesart auszublenden, aber ich weiß nicht, ob mir das gelingen wird.

Ich fände es sehr schade, wenn du versuchst etwas auszublenden! Ich werde im Gegenzug auch nicht versuchen auszublenden, wie begeistert ich auf's Neue von Tobias' Schreibweise bin ;D

Beginnen wir aber zunächst mit der Aufmachung des Buches. Die Politik Heynes bzw. Pipers Bücher zu Tolkiens Geschöpfen herauszubringen, liegt mir ja schon von Beginn an quer im Magen. Auch dieses Buch fällt augenscheinlich in diese Reihe. Da es sich aber ja zum Glück bei einem Buch immer vordergründig um den Inhalt dreht, hatte ich keine Skrupel in diesem Fall zu dem Buch zu greifen. Das Layout der Seiten ist einfach unsinnig aber ähnliches wurde ja auch schon gesagt. So viel freier Platz und immer wieder das gleiche Bild... der Verlag musste scheinbar strecken, damit es in die o. g. Geschöpfe-Reihe passt. Ein kleineres dünneres Buch mit einer vernünftigen Menge Text auf den Seiten hätte mir besser gefallen.

Wie gesagt, geht es ja glücklicherweise um den Inhalt des Textes und dieser liegt mir wieder sehr. Ich mag den poetischen Ton der Vorausschau, der Text fließt nur so dahin. Wie freue ich mich schon auf den nächsten Mammutband  ;)  Einige mögen bereits wissen, dass ich beim Lesen nicht so gerne Unmengen an Vermutungen anstelle und meine Postings daher in der Richtung häufig kürzer sind. Das bedeutet aber keineswegs, dass ich nicht genau so viel Spaß hätte wie die wilden Spekulierer ;)  Ich lasse lieber einfach alles mich zukommen - so stört es mich z. B. auch nicht im geringsten nicht gleich zu wissen, was eine "Umdrehung" bedeutet. Minten Liago mag ein typischer Fantasycharakter sein, bisher habe ich mich in Tobias' Büchern aber immer erfrischend weit von der "Standard"-Fantasy mit typischen Helden und Bösewichten entfernt gefühlt. Nach den ersten rund 70 Seiten hat mich das Gefühl schon wieder eingeholt und ich habe Hoffnung, dass auch Minten noch überraschen kann.

Gut gefallen hat mir wie Faur Benesand der Baroness so unglaublich verfallen ist und zudem der Meinung ist, sie teile seine Leidenschaft. Die zwei Dämonen sind momentan noch hinreißend. Wie nimue aber bemerkte, wird das vermutlich so nicht bleiben.

Gäus S. 63: "Ich werde nicht sehen. Ich habe keine Augen. :D

Und jetzt lese ich die anderen Beiträge in diesem Thread noch einmal aufmerksamer.

LG Ingroscha


EDIT: Lustig, jetzt wo ich alle Beiträge noch einmal genau gelesen habe, zeigen sich doch etliche Parallelen zwischen unseren Meinungen. Auch mit Saltanah gibt es eine, denn ich fand Osten Ard auch nicht besonders gelungen  :)
« Letzte Änderung: 13. September 2008, 19:43:15 von Ingroscha »
Liebe Grüße
Ingroscha

Offline nimue

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Re: 01 - Vorausschau & Erste Umdrehung (bis Seite 71)
« Antwort #20 am: 14. September 2008, 07:08:34 »
Huhu,

schön, dass Du jetzt hier bist, Ingroscha :winken:

Einige mögen bereits wissen, dass ich beim Lesen nicht so gerne Unmengen an Vermutungen anstelle und meine Postings daher in der Richtung häufig kürzer sind. Das bedeutet aber keineswegs, dass ich nicht genau so viel Spaß hätte wie die wilden Spekulierer ;)  Ich lasse lieber einfach alles mich zukommen - so stört es mich z. B. auch nicht im geringsten nicht gleich zu wissen, was eine "Umdrehung" bedeutet.

Geht mir auch so. Und: Ich bin immer bestürzt, wenn ich sehe, wie hier einzelne Kapitel so detailliert aufgedröselt werden, weil ich selbst das nicht kann.

Gut gefallen hat mir wie Faur Benesand der Baroness so unglaublich verfallen ist und zudem der Meinung ist, sie teile seine Leidenschaft. Die zwei Dämonen sind momentan noch hinreißend. Wie nimue aber bemerkte, wird das vermutlich so nicht bleiben.

Faur ist ja wirklich sehr niedlich. In welcher Welt lebt er denn? :D

Auch mit Saltanah gibt es eine, denn ich fand Osten Ard auch nicht besonders gelungen  :)

Also.. ich schon  :P

Liebe Grüße
nimue
Wenn Du keinen Menschen töten kannst - gut; kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten - noch besser; keine Fische und Insekten - noch besser. Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst. Darauf kommt alles an. (Leo Tolstoi)

Offline Likimeya

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Re: 01 - Vorausschau & Erste Umdrehung (bis Seite 71)
« Antwort #21 am: 14. September 2008, 10:48:53 »
Auch mit Saltanah gibt es eine, denn ich fand Osten Ard auch nicht besonders gelungen  :)

Also.. ich schon  :P

Dann steht es hiermit zwei zu zwei, ich mag Osten Ard auch sehr gerne.   ;D Wie alle Tad Williams Bücher.

Tobias hat mich aber auch schon überzeugt, ich fange gerade an mir die Mammutbücher zusammen zu suchen. Nachdem ihr hier schon öfter gesagt hat, dass der Stil auch in seinen anderen Büchern zu finden ist, muss ich die unbedingt auch lesen.

Offline Aeria

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Re: 01 - Vorausschau & Erste Umdrehung (bis Seite 71)
« Antwort #22 am: 14. September 2008, 14:23:14 »
Auch mit Saltanah gibt es eine, denn ich fand Osten Ard auch nicht besonders gelungen  :)

Also.. ich schon  :P

Dann steht es hiermit zwei zu zwei, ich mag Osten Ard auch sehr gerne.   ;D Wie alle Tad Williams Bücher.

Drei zu zwei. Ich mag Williams auch. Nur - ich kann mich nicht erinnern, dass Simon rothaarig und magisch begabt war. Wirklich?
Bin froh, dass ich diese ominöse Fantasy-"Enzyklopädie" nicht gelesen habe und somit an die Helden immer vorurteilsfrei herangehe. Minten hat rotblondes Haar? Gut - na und wenn schon? Für mich heißt es noch lange nicht, dass er deswegen auch Magie in sich haben muss.

***
Aeria
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Offline Likimeya

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Re: 01 - Vorausschau & Erste Umdrehung (bis Seite 71)
« Antwort #23 am: 14. September 2008, 14:43:25 »
Nur - ich kann mich nicht erinnern, dass Simon rothaarig und magisch begabt war. Wirklich?

Rothaarig ja, aber an magisch begabt kann ich mich auch nicht erinnern.

Ich gehe auch lieber ohne Hintergedanken an die üblichen Klischees an Bücher heran. Ab und an wird man mit Klischees dermaßen zugeworfen, dass selbst ich die nicht mehr übersehen kann. Aber meistens ist es ohne diese Hintergedanken viel interessanter ein Buch zu lesen.

Offline Ingroscha

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Re: 01 - Vorausschau & Erste Umdrehung (bis Seite 71)
« Antwort #24 am: 14. September 2008, 17:25:55 »
Und: Ich bin immer bestürzt, wenn ich sehe, wie hier einzelne Kapitel so detailliert aufgedröselt werden, weil ich selbst das nicht kann.

Ich möchte es auch einfach nicht tun, ich lese und verarbeite es halt einfach anders. Da hat ja jeder so seine Eigenarten.
Liebe Grüße
Ingroscha