Autor Thema: 02 - Zweite Umdrehung (Seite 73 bis 108)  (Gelesen 1591 mal)

Offline nimue

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02 - Zweite Umdrehung (Seite 73 bis 108)
« am: 08. September 2008, 07:06:26 »
Hier könnt ihr zu Kapitel "Zweite Umdrehung" (Seite 73 bis 108) schreiben. Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.
« Letzte Änderung: 08. September 2008, 07:16:55 von nimue »
Wenn Du keinen Menschen töten kannst - gut; kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten - noch besser; keine Fische und Insekten - noch besser. Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst. Darauf kommt alles an. (Leo Tolstoi)

Offline Likimeya

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Re: 02 - Zweite Umdrehung (Seite 73 bis 108)
« Antwort #1 am: 11. September 2008, 21:28:28 »
Die Reihenfolge der Personen wird fortgeführt, wir sind wieder bei Minten. Der wieder eher mangelnde Intelligenz beweist. Der Richter übertreibt mit dem Strafmaß eindeutig, aber es weiß doch jeder, dass er dagegen nicht aufbegehren sollte. Hat der liebe Minten ein Problem mit Autoritätspersonen?
Dass ihm zu guter Letzt Lehrmaterial zur Verfügung gestellt wird ist schon sehr gnädig.

Die Szene mit der Ratte war grausam. Da hätte ich auch nicht einfach zusehen können. Aber dermaßen jährzornig zu reagieren ist einfach ungesund. Die Schublade ist der pure Horror. Gab es so etwas wirklich?

Bei der Baroness bin ich etwas verwirrt. Einerseits versucht Irathindur die Menschen zu verstehen, hat keine Ahnung von den grundsätzlichsten Verhaltensarten. Andererseits hat er Zugriff auf das Gedächtnis der Baroness. Müsste er darin nicht auch die Antworten auf diese Fragen finden? Oder fasziniert es ihn einfach so sehr unter Menschen zu sein und sie zu beobachten, dass er Hochzeiten und Beerdigungen besucht? Ihm müsste dank des Gedächtnisses doch auch klar sein, dass dieses Verhalten unangebracht ist.
Furchtbare Anfälle und Anwandlungen? Ein netter Cliffhanger.

Gäus hat es einfacher, den jungen König hat sowieso noch nie jemand so richtig ernst genommen. Da kann er etwas unbedarft sein und auch mal "dumme" Fragen stellen, ohne dass es auffällt.

Offline Saltanah

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Re: 02 - Zweite Umdrehung (Seite 73 bis 108)
« Antwort #2 am: 11. September 2008, 22:29:38 »
 :winken: ,

Der Richter übertreibt mit dem Strafmaß eindeutig
Finde ich eigentlich nicht. Minten wird ja nicht wegen der Zechprellerei verurteilt, auch wenn er selbst das so auffasst, sondern wegen des Angriffs auf die Wächter. Da prügelt er doch ziemlich brutal drauf los - auch wenn Schlägereien in der Stadt gang und gäbe sein sollten (er hat sich ja schon öfter geprügelt), so handelt es sich hier ja um "Widerstand gegen die Staatsgewalt". Gar nicht gut, erst recht nicht klug. Das 4. Jahr hingegen, das ihm der Richter auch noch aufbrummt, ist schon fragwürdiger.

Die Szene mit der Ratte war grausam. Da hätte ich auch nicht einfach zusehen können. Aber dermaßen jährzornig zu reagieren ist einfach ungesund. Die Schublade ist der pure Horror. Gab es so etwas wirklich?
Weiß ich nicht wirklich, kann es mir aber durchaus vorstellen. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass er darin wirklich 10 Tage lang (oder auch nur einen) überleben kann. Meiner Meinung nach müsste er ziemlich schnell ersticken. "So wurde es vollkommen finster" heißt es, als man ihn in die Schublade gesteckt hat. Das deute ich so, dass auch die Öffnung verschlossen wird, also nur noch durch die Ritzen ein klein wenig Luft dringen kann, zu wenig zum Überleben. Noch dazu befindet sich sein Kopf so weit wie nur möglich von der Öffnung entfernt. Es ist zwar denkbar, dass die Schublade über ein ausgeklügeltes Ventilationssystem verfügt, aber erwähnt wird ein solches nicht.
Dass Minten Ellell so brutal angegriffen hat, kann ich in gewisser Weise schon nachvollziehen. Da ist ja in letzter Zeit sehr viel auf ihn eingeprasselt (wenn auch selbstverschuldet), seine Zukunftsaussichten sind eher nicht rosig, und dann sitzt er in einer Zelle mit so einer Person. Verständlich, dass ihm der Kragen geplatzt ist, aber ein Selbstbeherrschungsproblem hat er wirklich.
Was Taisser angeht, würde es mich gar nicht überraschen, wenn er später noch eine Rolle spielen wird. Übrigens kam mir bei ihm gleich der Gedanke, es könne sich um eine verkleidete Frau handeln (kein Bartwuchs in 14 Tagen; der Oberlippenbart ist natürlich angeklebt). Vielleicht befinde ich mich hier aber auch nur "im falschen Buch"; immerhin handelt es sich nicht um einen historischen Roman. da wäre ich mir sicher ;) .
Kann mir übrigens jemand erklären, wie Taisser verbluten kann, "wenn man seinen Kopf nicht seitlich dreht"? (S. 82) Er kann, bewusstlos wie er ist, vielleicht am Nasenbluten ersticken, wenn es in seine Lungen läuft, aber nicht "verbluten". Nun ja, vielleicht drückt sich Minten nur undeutlich aus.

Jetzt mache ich erst mal Kaffeepause; später mehr zur 2. Umdrehung.
« Letzte Änderung: 12. September 2008, 00:51:07 von Saltanah »

Offline Saltanah

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Re: 02 - Zweite Umdrehung (Seite 73 bis 108)
« Antwort #3 am: 12. September 2008, 00:50:16 »
Weiter geht's!

Der Gefangene:
Weiteres zu der Schublade: Eigentlich ist das ja eine furchtbare Strafe - das Gefühl, nicht genug Sauerstoff zu bekommen, sich nicht bewegen zu können, Klaustrophobie, Sinnesentzug (oder wie das heißt), da Minten nichts sieht und auch nichts hört, Schmerzen durch das Liegen auf dem harten Stein, etc. Die Beschreibung seiner Qualen erscheint mir damit verglichen viel zu harmlos; entweder ist Minten noch viel "heldenhafter" als ich ihn mir eh' schon vorstelle, oder ich bin zu abgehärtet, als dass ich seine Qualen wirklich verspüren könnte.
Ich habe den Eindruck, dass die einhändige Frau ihn als Gladiator einsetzen will. Dazu passt natürlich auch der Titel des ersten Kapitels des nächsten Teils.

Die Baroness:
Irathindur erweist sich erst mal als viel "humaner" als ich es mir vorgestellt hatte, auf jeden Fall menschlicher als die Baroness. Der "Vorschau" nach zu urteilen, wird das aber nicht so bleiben.
Bei der Baroness bin ich etwas verwirrt. Einerseits versucht Irathindur die Menschen zu verstehen, hat keine Ahnung von den grundsätzlichsten Verhaltensarten. Andererseits hat er Zugriff auf das Gedächtnis der Baroness. Müsste er darin nicht auch die Antworten auf diese Fragen finden?
Es ist ja immer ein Unterschied, von etwas "aus zweiter Hand" zu erfahren, oder es selbst zu erleben. Vermutlich funktionieren Dämonen da wie Menschen. Irathindur ist sehr neugierig, will so viele Erfahrungen wie nur möglich machen und auch so viel wie möglich erleben und vor allem fühlen. Gerade daran hatte es den Dämonen in ihrem Wirbel wohl auch gefehlt.

Der König:
Bei der Info, die wir hier über die Geographie und den Aufbau des Landes mit seinen Baronaten bekommen, frage ich mich, wieso Gäus sie sich aus Büchern und Dokumenten zusammensammeln muss. Tenmac III müsste das doch eigentlich wissen und Gäus das aus seinem Gedächtnis fischen können. Ich nehme an, es ist ein erzähltechnischer Trick, um uns diese Informationen zu vermitteln. Ehrlich gesagt ist es mir zu viel auf einmal; auf die Aufzählungen der Küstenstädte hätte ich verzichten können, zumal sie ja so schön in der Karte eingezeichnet sind.
Immerhin bekommen wir es hier bestätigt, dass früher tatsächlich alles voller Magie war. Allerdings ist mir nicht ganz klar, ob Gäus dies auch aus den Büchern erfährt, oder ob er selbst sich daran aus seinem "Leben vor dem Schlund" erinnert. Überhaupt würde ich gerne mehr über die Dämonen erfahren. Nicht nur das, was sie jetzt erleben, sondern über ihre Vergangenheit. Oder haben sie bei ihrer Verweisung in den Schlund sozusagen das Gedächtnis verloren?
"Sehen als eine Art von Magie" (S. 106) finde ich eine schöne Vorstellung.
"Möglicherweise, sinnierte Gäus, waren sich Menschen und Dämonen ähnlicher als beide voneinander annahmen" (S. 107/108) ist ein vielversprechender Satz, der auch gut zu der Überraschenden Mnenschlichkeit von Irathindurs ersten Aktionen passt. Wenn das Buch auf dem Gedanken aufgebaut ist, wird es mir schließlich vielleicht doch besser gefallen als ich bisher annehme.

Eigentlich wollte ich keine Formulierungsfragen mehr aufnehmen, aber hier muss ich doch noch einmal protestieren:
S. 104: "Aus dem Himmel hatte es Asche geregnet und aus der Erde das Brüllen von Magma." Hier fehlt ein Verb, z. B. "ertönen" oder was ähnliches. "Regnen" kann  das Brüllen ja nicht; das kann höchstens die Magma selbst.

Offline yelde

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Re: 02 - Zweite Umdrehung (Seite 73 bis 108)
« Antwort #4 am: 12. September 2008, 11:08:56 »
Dieser Abschnitt ist recht kurz geworden und es geht hauptsächlich um unsere 3 Hauptpersonen und wie sie mit ihren neuen Situationen zurechtkommen.

Der Gefangene:
Tja der Elell ist wirklich ein zu klein geratener Giftzwerg mit einer ziemlich sadistischen Ader. Jedoch fand ich die Bestrafung des Richters wirklich sehr widerlich auch ist ja der Satz " wir stecken dich in eine Schublade" zweideutig aufzufassen. Ich habe mir lieber diese Szene nicht zu genau vorgestellt, ich finde es nämlich einfach nur abstoßend.  >:(Ebenso glaube ich kaum, dass man diese Bestrafung so lang durchhalten kann. Aber er wird vor den 10 Tagen herausgezogen, um einer größeren Aufgabe teil zu werden. Ich frage mich was das sein kann..


Baroness:
Irathindur steckt jetzt also im Körper der Baroness. Zwar sind die Dämonen geschlechtslos, aber dieser hat einen femininen Touch, aber ich stelle mir trotzdem jetzt eher einen männlichen Geist im weiblichen Körper vor. Besonders schlimm ist aber die Verwandlung. Jetzt wirkt sie fast wie ein Hippiemädchen, die Flower Power verbreiten will. Nun, vielleicht langweilt sich der Dämon ja nach einer Weile. Ich kann es auch verstehen, wenn man über lange Zeit keine Farben, Formen, Gerüche oder Geschmack gehabt hat oder noch nie Gefühle gefühlt hat, das man jetzt das alles erleben will. Aber eigentlich müssten die Untertanen doch merken, dass sie wir besessen wirkt. Nun, dass ein Dämon zuerst die sexuellen Aspekte und Möglichkeiten auslotet, hätte ich dann auch doch nicht gedacht. Aber vielleicht bietet sich das in den Körper einfach an. :o


König:
Ich hatte mich auch gefragt, wie ein sonst blinder Dämon, mit dem Körper eines sehenden jungen Königs klarkommt. Erstaunlicherweise wird vergleichsweise wenig über dieses Problem geschrieben. Aber er möchte so viel wie nur möglich von dem neuen Land mit den neuen Augen sehen und auf Reisen gehen. Somit vertreibt er sich seine Zeit etwas sinnvoller als Irathindur.


Offline Magnhor

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Re: 02 - Zweite Umdrehung (Seite 73 bis 108)
« Antwort #5 am: 12. September 2008, 12:21:29 »
Boaäääh! Wie entsetzlich, diese Schublade! :o  Ich spürte selbst schon Panik in mir aufkommen, vor  lauter Enge und dicker Luft. Diese Szene war super beschrieben, so kann ich dem nicht zustimmen:
Zitat
Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass er darin wirklich 10 Tage lang (oder auch nur einen) überleben kann.

Das gesamte zweite Kapitel lässt mich erleichtert aufatmen, denn hier kommen endlich wieder Tiefgang und gelungen beschriebene Atmosphären ins Spiel.
Die Dämonen befinden sich wirklich in einer ungewohnten Welt und müssen sich erst einmal an das neue Leben anpassen und sich an die Umwelt gewöhnen. Und wie wir es von Tobias O. Meißner  im Mammut-Zyklus gewöhnt sind, verzichtet er auch hier auf Klischees und versucht sich realistisch in diese Dämonen einzufühlen. Das möchte ich hier auch einfach Mal anerkennen; den Mut, auf Klischees zu verzichten.

Ich habe nach der ersten Umdrehung beinahe richtig vermutet: Minten Liago wird ebenso wie die Dämonen in jeder Umdrehung dabei sein, nur in unterschiedlichen Rollen.
Irathindur gab sich den Wonnen hin, aber nicht dem Besesand. Und in welcher Weise! „Orgien, wir wollen Orgien!“
Und Gäus ist in Lauerstellung.

Ich bin sehr gespannt, ob wir noch einen Einblick in den Gramwald und in Coldrim bekommen werden.
Vielleicht existiert im Gramwald wirklich noch etwas Magisches?
In Coldrim, dem unheimlichen Nebelland, leben Hornbewehrte. Ich frage mich, ob es sich dabei um Menschen mit Hornhelmen handelt, oder um andere Lebewesen?
« Letzte Änderung: 12. September 2008, 12:25:36 von lord of evil »

Offline Magnhor

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Re: 02 - Zweite Umdrehung (Seite 73 bis 108)
« Antwort #6 am: 12. September 2008, 12:30:13 »
Der Gefangene:
Weiteres zu der Schublade: Eigentlich ist das ja eine furchtbare Strafe - das Gefühl, nicht genug Sauerstoff zu bekommen, sich nicht bewegen zu können, Klaustrophobie, Sinnesentzug (oder wie das heißt), da Minten nichts sieht und auch nichts hört, Schmerzen durch das Liegen auf dem harten Stein, etc. Die Beschreibung seiner Qualen erscheint mir damit verglichen viel zu harmlos; entweder ist Minten noch viel "heldenhafter" als ich ihn mir eh' schon vorstelle, oder ich bin zu abgehärtet, als dass ich seine Qualen wirklich verspüren könnte.

Ich hatte den Eindruck, dass Minten ohnehin nicht viel mitbekommen hat. Der Sauerstoffmangel und das Methangas führen sicher in so eine Art Trance.

Offline Aeria

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Re: 02 - Zweite Umdrehung (Seite 73 bis 108)
« Antwort #7 am: 12. September 2008, 19:05:22 »
Ich glaube nicht, dass Minten 10 Tage in dieser Schublade war. Könnte jemand 10 Tage dort drin überleben? Kann ich mir nicht vorstellen. Ich denke eher, man hat ihn vorzeitig rausgeholt, weil man einen neuen Gladiator brauchte.

Schön fand ich die Eindrücke der Dämonen, die nun in menschlichen Körpern stecken.

"Sehen als eine Art von Magie" (S. 106) finde ich eine schöne Vorstellung.

Dieser Satz ist mir auch aufgefallen. So habe ich mein Augenlicht noch nie empfunden, aber es ist interessant, mal darüber nachzudenken!

Ich habe eine Theorie zu den "Umdrehungen". Vielleicht ist mit einer Umdrehung auch ein wichtiges Ereignis gemeint. Erste Umdrehung - die Dämonen entkommen aus dem Strudel. Zweite Umdrehung - sie schlüpfen in Menschenkörper. Dritte - die ersten Probleme (vermute ich mal nach der Erwähnung von Irathindurs Anfällen).

***
Aeria
Realität ist nur etwas für Menschen mit zu wenig Phantasie.

Offline Loomis

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Re: 02 - Zweite Umdrehung (Seite 73 bis 108)
« Antwort #8 am: 13. September 2008, 02:24:29 »
Der Gefangene:
Eine vierjährige Haftstrafe hätte ich nun auch nicht erwartet, denn vier Jahre in einem solchen Knast sind wahrscheinlich um einiges härter, als in einer deutschen JVA im 21. Jahrhundert. Und diese Vermutung von mir hat sich dann auch schnell bestätigt. Die Folter, ihn in diese Schublade zu stecken ist grausam und ich denke auch, dass er zehn Tage nicht durchgehalten hätte. Diese seltsame Frau, die ihn abholt rettet ihn zwar somit erst einmal, macht auf mich aber wiederum nicht den Eindruck als hätte sie das nur aus Barmherzigkeit getan.

Die Baroness:
Ich kann mir schon vorstellen, warum Irithandur sich im Körper der Baroness erst einmal dieser einschnürenden Kleidung entledigt hat. Für ein eigentlich körperloses Wesen muss es doch sehr unangenehm oder zumindest ungewohnt sein, so an einen Körper gebunden und sogar regelrecht darin eingeschnürt zu sein. Als er dann aber die Sexualität und die Lust der Menschen entdeckt, endeckt er auch ein Bewusstsein für den Körper, deswegen später dann die Rückkehr zu den Miedern. Dass Irithandur sich dann so gehen lässt überrascht dann aber doch, hatte man doch zuerst den Eindruck, er wäre der Vernünftigere und Klügere der beiden Dämonen.

Der König:
Gäus hingegen benimmt sich wissbegieriger und interessierter als seine bisher eher naive Art erwarten ließ. Vielleicht lässt ihn das Sehen, dass ihm im Körper des jungen Königs vergönnt ist, seine Zeit im Schloss viel intensiver erleben, auch wenn er die gewohnten Sinneseindrücke der Tasthaare vermisst.


Was mir übrigens in Orison gut gefällt ist, dass man nicht mit Münzen aus seinem Beutel bezahlt, sondern mit Stücken aus seinem Kästchen.

@Tobias:
Auf Seite 99 in den Zeilen acht und neun steht: "...die endlos weit entfernten Städte am Nachthimmel..."
Das sollte doch sicher "Sterne" heißen statt "Städte", oder nicht?

Offline nimue

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Re: 02 - Zweite Umdrehung (Seite 73 bis 108)
« Antwort #9 am: 13. September 2008, 07:32:41 »
Guten Morgen!

Na, da hat Tobias mit der Schublade wohl einen unserer schlimmsten Alpträume beschrieben. Brrr... mir lief es ja schon eiskalt alleine bei der Vorstellung, in so etwas zu liegen, über den Rücken!

Minten wurde mir in diesem Kapitel sympathischer, wobei ich auch Elells Geschimpfe "Warum nun bei einer Ratte und nicht auch bei den Insekten" nachvollziehen konnte. Da war schon viel Wahres dran: Treten wir erst in Aktion, wenn wir selbst in unseren Befindlichkeiten gestört werden? Lebewesen ist doch Lebewesen und es ist auch grausam, Käfern Flügel und Beine auszureißen. Doch wie meinte Elell: Sie schreien nicht und belästigen Dich deshalb nicht  :(

Der Baroness und ihrem Land konnte aktuell wohl nichts besseres geschehen, als von Irathindur besetzt zu werden. Neben Bartimäus ist Irathindur bisher mein Lieblingsdämon  ;D Schade, dass dies wohl nicht so bleibt.

Bei der Baroness bin ich etwas verwirrt. Einerseits versucht Irathindur die Menschen zu verstehen, hat keine Ahnung von den grundsätzlichsten Verhaltensarten. Andererseits hat er Zugriff auf das Gedächtnis der Baroness. Müsste er darin nicht auch die Antworten auf diese Fragen finden?

Ich stimme Saltanah zu: Erinnerungen sind meist auch verschwommen und es ist eben immer "nur" eine Erinnerung an die Gefühle. Das Erleben ist nochmal was anderes.

Gäus und der König wirken momentan noch ein eher als blasses Gespann auf mich und irgendwie passen sie für mich gar nicht zusammen. Ein uralter Dämon wie Gäus in einem sehr unerfahrenen Körper... Hmmm...

Liebe Grüße
nimue
Wenn Du keinen Menschen töten kannst - gut; kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten - noch besser; keine Fische und Insekten - noch besser. Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst. Darauf kommt alles an. (Leo Tolstoi)

Offline Tobias O. Meißner

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Re: 02 - Zweite Umdrehung (Seite 73 bis 108)
« Antwort #10 am: 13. September 2008, 14:49:24 »
@Loomis: Das mit den "Städten" am Nachthimmel ist kein Fehler, sondern eine Metapher, die sich durch das gesamte Buch zieht (vgl. auch die Seiten 47, wo Tanot Ninrogin davon erzählt, und 60, wo die Städte auch aus der Perspektive der Dämonen erwähnt werden). Das kommt dann auch noch häufiger vor.
In diesem Zusammenhang kann ich ja auch gleich auf Saltanah eingehen, die immer wieder Fehler im Stil zu erkennen glaubt. Aber selbstverständlich kann es "Brüllen regnen"! Sonnenlicht kann auch Wasser "entzünden" und Wolken können über den Himmel "schaben". Wir befinden uns hier nicht im präzisen Wortgebrauch der Wissenschaftlichkeit, sondern dem etwas freieren, phantastischeren Gefilde der Belletristik.
Mir ist schlicht und einfach, als ich etwa zwanzig Jahre alt war, etwas Furchtbares und Einschneidendes passiert: Ich habe "Ulysses" von James Joyce gelesen. Und ich habe es nicht als Pflichtlektüre gelesen oder, um später damit angeben zu können - sondern ich war begeistert, belustigt, aufgewühlt und mit Leib und Seele bei der Sache.  :lesen:  Und ich habe hinterher gedacht: Man kann doch jetzt als Schriftsteller nicht mehr hingehen und schreiben, als hätte es James Joyce nie gegeben. Das wäre doch rückschrittlich! Also muss man mit Sprache kreativer umgehen, wenn man Romane schreibt. Wenn ich z. B. Kolumnen für die Computerspielzeitschrift GEE schreibe, befleissige ich mich ebenfalls eines nüchtern-journalistischen Stiles. Aber in Fantasy-Romanen? Wo, wenn nicht dort, soll man noch ungewöhnlich, frei und poetisch sein? Also schreibe ich ein wenig "anders" als andere Fantasy-Autoren. Also bohren sich bei mir Masten in Wellen und es rieseln Ringe aus Händen. So lange es dem Lektor und der Korrektorin nicht als echter Fehler ins Auge fällt, kann man das machen. 
Dass es Bücher über Fantasy-Klischees gibt, ist ja schon bitter genug. Das zeigt doch, wie viel dort eigentlich falsch läuft und wie viele Autoren gar nicht begreifen, worum es eigentlich gehen sollte: um Phantasie.
mit Leib und Seele bei der Sache: Tobias   

Offline Loomis

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Re: 02 - Zweite Umdrehung (Seite 73 bis 108)
« Antwort #11 am: 13. September 2008, 15:10:23 »
@Loomis: Das mit den "Städten" am Nachthimmel ist kein Fehler, sondern eine Metapher, die sich durch das gesamte Buch zieht (vgl. auch die Seiten 47, wo Tanot Ninrogin davon erzählt, und 60, wo die Städte auch aus der Perspektive der Dämonen erwähnt werden). Das kommt dann auch noch häufiger vor.

Oh ja, stimmt natürlich. Das habe ich glatt übersehen, dabei müsste ich eigentlich wissen, dass man bei Deinen Büchern genau hinlesen muss...  ;)

Offline Ingroscha

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Re: 02 - Zweite Umdrehung (Seite 73 bis 108)
« Antwort #12 am: 14. September 2008, 17:47:10 »
Dieser zweite Teil hatte es mit der Schublade ja wirklich in sich *bibber*. Ich habe immer schneller gelesen und mir wurde schon ganz schwummerig, wie Minten da so lag und langsam von Panik erfasst wurde. Allerdings muss auf irgendeine Weise frische Luft in das Gefängnis dringen und zwar von einem ständigen Zug gepackt, da sonst ja kaum Atemluft für so viele Tage vorhanden wäre.

Ich finde man merkt Tobias' Texten doch hin und wieder an, dass er gerne mit solch abgrundtiefen Ängsten seiner Leser spielt ;)

Die Baroness:
Irathindur erweist sich erst mal als viel "humaner" als ich es mir vorgestellt hatte, auf jeden Fall menschlicher als die Baroness.

Genau das kam mir beim Lesen auch in den Sinn. Irathindur ist einfach die "liebevollere" Baroness, mit einem Sinn für das Schöne  :)

Dass Gäus nun erstmals sehen kann war eine besondere Erfahrung für ihn. Er ist ob der vielen Eindrücke völlig überfordert und zieht sich zunächst in seine dunkle, altbekannte Umgebung zurück. Dann hat er wohl auch in der Vergangenheit noch nie sehen können?
Liebe Grüße
Ingroscha