Autor Thema: 08 - Buch 3, bis Ende  (Gelesen 1522 mal)

Offline Seychella

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08 - Buch 3, bis Ende
« am: 19. Oktober 2007, 21:14:07 »
Hier könnt ihr eure Eindrücke zu Kapitel 41 (Seite 471) bis zum Ende posten und den Schluss diskutieren.

Offline Seychella

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Re: 08 - Buch 3, bis Ende
« Antwort #1 am: 05. November 2007, 17:05:40 »
Ohje, Lasra hätte ausgestoßen werden können - daran habe ich überhaupt nicht gedacht, obwohl es logisch ist! Das hat mich so erschrocken, dass ich erstmal darüber nachgedacht habe, was diese Entwicklung für Lasra und die Adlerleute bedeutet. Dann habe ich mich gefragt, wozu sie zu den Stierleuten geschleift wurde, wenn sie doch "nur" ausgestoßen werden sollte. Denn wenn Yarbro nicht gewesen wäre, hätte sie den Rückweg wohl nicht überlebt. Und schließlich dachte ich an Ards aufmunterndes Lächeln, was total fehl am Platz gewesen wäre, wenn es kein aber gibt. Hätte auch schneller gehen können... :-[

Sternensehers "Verkündung" habe ich mir öfter durchgelesen, ich konnte es einfach nicht glauben! Beim ersten mal war ich noch verwirrt, und habe überlegt ob ich nicht etwas falsch verstanden habe. Aber beim wiederholten Lesen wurde ich mir immer sicherer. Dem Stierherren sollen die Stierleute folgen und um Rat fragen, dieser soll aber einzig und allein Alako folgen. Und das Ahnenhaus wird für Naps ewigen Schlaf versiegelt. Eine "elegante" Lösung, um Alako über Nap zu stellen und eine neue Zeit einzuläuten. Allerdings gab es auch zwei Überraschungen. Jonbro hat nicht nur sich selbst, sondern auch seinen schreienden Säugling mit dem Segen der Ahnen versorgt. Und nicht den Jungen, sondern das Mädchen - hat er einfach angenommen, dass nur ein strammer Junge so einen Radau veranstalten kann? Und haben nicht nur Ard und Lasra gesehen dass es das Mädchen war, sondern auch Sternenseher?

Durch die Hilfe der Ahngeister hat Adlersohn herausgefunden, dass der Tote gar nicht Nomak ist - und beweist dies u.a. mit den Aussagen von Sternenseher. An dieser Stelle war das für mich keine Überraschung mehr, aber ich war doch sehr lange am Zweifeln ob nun Nomak oder Jechilo tot war. Restlos überzeugt haben mich erst seine langen Fahrten zur Südlichen. Vielleicht stand ich da zu lange auf der Leitung, bin zu unerfahren in Krimis. Andererseits bin ich auch ganz froh, nicht alles schon vorher vermutet zu haben.

Diese Erkenntnis zwingt Nomak zum Handeln, und er entführt Lasra, die Bronzeaxt und den männlichen Säugling. Ich hoffe Yarbro überlebt, denn er ist mir doch irgendwie ans Herz gewachsen - nicht nur wegen seiner Zuneigung zu Ard, sondern auch weil er offen ist.
Nomak hat auch Lin in seiner Gewalt, welcher es wichtig ist aus Jechilo wieder Nomak zu machen - und so mit Lasras Hilfe seine Schar vertreibt - aber ansonsten alles für ihn tut. Und es kommt heraus, worum es ihm wirklich geht: um das Erbe seines Vaters, einen Schatz aus Kupfer. Dieser  hatte ihn auf einer seiner Reisen entdeckt und mit nach Hause gebracht, was ihm schon bald Leid tat, und Lin sollte ihn nur an ihren Sohn weitergeben wenn er sich nicht von der Macht verlocken lässt. Diese beiden müssen sehr stark und verantwortungsbewusst gewesen sein, aber die vielen einsamen Jahre haben sicher Zweifel in Lin gesät.

Den "Showdown" fand ich sehr spannend, sowohl emotional als auch von den Ereignissen her. Lasras Verzweiflung und Errills Enttäuschung haben mich direkt angesprungen, als Nomak seine Halbwahrheiten verbreitet hat. Und der arme namenlose Hund (der bei mir Terence heißt)! >:( Hoffentlich überlebt er, aber bei Madragena ist er bestimmt in guten Händen.
Ich dachte erst, Nomak will nun auch Lasra töten ( :'() - aber glücklicherweise hat sie nur einen Kratzer von Errills Schuß auf Nomak abbekommen. Puh, er muss wirklich ein ausgezeichneter Schütze sein - und einen Schutzengel an seiner Seite haben!

Das Ende lässt zwar die Beziehung von Lasra und Errill offen, aber ich kann mir gut vorstellen dass sie eine gemeinsame Zukunft haben. Immerhin wartet er im Dorf auf sie, dass heißt er ist bereit darüber zu reden und sich ihre Version anzuhören. Außerdem hat Lin ja erzählt, dass eine höhere Dosis nötig gewesen war, um sie ihn vergessen zu lassen. Also doch der Gerstenbrei! So richtig böse kann ich Lin aber nicht sein, sie tut mir ziemlich leid - und es war ja eher eine Entscheidung für ihren Sohn, als gegen Lasra.

sillesoeren

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Re: 08 - Buch 3, bis Ende
« Antwort #2 am: 07. November 2007, 11:05:37 »
Liebe Seychella,

was du geschrieben hast, kann ich einfach nur unterschreiben. Das wäre aber zu bequem, also schreibe ich kurz (muss gleich wieder arbeiten) noch etwas zu den Punkten, die du nicht schon gebracht hast:

Dass jemand, der einem Ausgestoßenen hilft, selbst der Ausstoßung verfällt, ist nicht mehr als konsequent.

Probleme hatte ich auf S. 473 mit dem Satz "...Eltern, die ihrem Kind gerade ein besonders schönes Strohschwein geschenkt haben." Ich hatte den Alten Weg so verstanden, als seien keinerlei Ab- oder Nachbildugnen von Lebewesen erlaubt, nur die unbeholfenen Bastelversuche von Kindern würden geduldet.

Als Lasra auserwählt und herausgeputzt wurde, wuchs in mir die Angst vor Menschenopfern. Ich fragte mich, ob Lasra im Ahnenhaus getötet und/oder eingemauert werden sollte.  :o

Dass Nomak Errill noch die Liebesnacht am Tag des Überflusses under die Nase schmiert, war ja klar. Schadet auch Lasra nciht, sie hätte einfach den Mut aufbringen müssen, es Errill sofort zu sagen!

Was heißt denn Berridal (S. 516)?

Auch nach Ende des Buchs bleibt Spannung zurück! Susanne, du musst unbedingt bald mit dem dritten Band um die Ecke kommen. Ich muss wissen, ob Yarbro und der Hund überleben, welchen Namen der Hund nun bekommt, wie Errill und Lasra nun endlich zusammenfinden, ob denn nun das Mädchen mit dem Feuermal die Nachfolge des Stierherrn antritt, wen sich Adlersohn nun zum Nachfolger ausguckt, ob Lasra meinem Wunsch entsprechend Muschel zum Lehrling nimmt,...

Ich entschuldige mich bei allen Mitlesern, denen ich durch meine (unerwartet richtigen) Spekulationen vielleicht die Spannung an dem Roman genommen habe. Wie ist das, wenn ein Mitleser einem so die Pointe wegnimmt? Für mich als ermittelnde Leserin war es hoch spannend und triumphal , aber ich machte mir bei der Auflösung (Nomak = Jechilo & Showdown) dann schon Gedanken, ob ich euch damit den Lesespass genommen habe. @ Susanne: Hast du dich geärgert, als ich dir so rüh auf die Spur kam?
« Letzte Änderung: 07. November 2007, 11:42:24 von sillesoeren »

Offline Susanne Tschirner

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Re: 08 - Buch 3, bis Ende
« Antwort #3 am: 08. November 2007, 12:09:59 »
Berridal ist ein Tal auf der Gebirgigen, in dem noch heute jener Krüppelbirkenwald wächst, den es zu Steinzeiten noch häufiger gab.
Eure Spekulationen haben mich teilweise überrascht - Lasra in Naps Haus einmauern, gruselige Idee (sehr interessant !); Errills Haare abschneiden - Sakrileg! Ich weiß nicht, was dann noch von ihm übrig bleibt, wahrscheinlich entpuppt er sich, je länger man ihn kennt, als ziemlich durchschnittlicher Mann. Nein, Scherz beiseite, aber die Autorin möchte schließlich auch was fürs Auge haben.
Von allen bisherigen Lesern ist sillesoeren tatsählich am frühsten auf die Gleichung Nomak-Jechilo gekommen. Da ich diesbezüglich schon recht früh einige Karten aufdecken musste, habe ich noch etwas in der Hinterhand gehalten. Ich hoffe nur, dass den anderen Lesern dadurch, dass sie die Geschichte in gewisser Weise von hinten aufgerollt bekamen, nicht die Lust genommen wurde, selbst etwas zu entdecken und zu spekulieren.  Die unterschiedliche Lesegeschwindigkeit ist mir auch aufgefallen. Schwierig, das unter einen Hut zu bekommen.

Offline dubh

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Re: 08 - Buch 3, bis Ende
« Antwort #4 am: 11. November 2007, 18:52:55 »
Als Lasra auserwählt und herausgeputzt wurde, wuchs in mir die Angst vor Menschenopfern. Ich fragte mich, ob Lasra im Ahnenhaus getötet und/oder eingemauert werden sollte.  :o

Diese Angst hatte ich glücklicherweise nicht, da ich es als "Zeremonie" der Herren der Tore verstanden habe, Menschenopfer zu bringen. Außerdem hätte ich Jonbro niemals so eingeschätzt - sicher, er ist konsequent und hart in der Auslegung der Regeln und Traditionen der Stierleute, aber dass er Lasra - immerhin der Geburtshelferin unter anderem seines Nachfolgers - so etwas antut, nein.

Zitat
Dass Nomak Errill noch die Liebesnacht am Tag des Überflusses under die Nase schmiert, war ja klar. Schadet auch Lasra nciht, sie hätte einfach den Mut aufbringen müssen, es Errill sofort zu sagen!

Diesem Fiesling war ja wirklich alles recht! Er hätte vermutlich seine Mutter auch noch getötet, wäre es nötig gewesen... :o

Zitat
Ich muss wissen, ob Yarbro und der Hund überleben, welchen Namen der Hund nun bekommt, wie Errill und Lasra nun endlich zusammenfinden, ob denn nun das Mädchen mit dem Feuermal die Nachfolge des Stierherrn antritt, wen sich Adlersohn nun zum Nachfolger ausguckt, ob Lasra meinem Wunsch entsprechend Muschel zum Lehrling nimmt,...

Ja, ja! Ich möchte auch unbedingt eine Fortsetzung lesen! Der Hund überlebt, dessen bin ich mir sicher - aber ich möchte so gerne seinen Namen wissen. Außerdem interessiert mich brennend, ob Errill und Lasra bald ein Kind bekommen und wo sich die beiden niederlassen... Und was wird aus Mirko (Ich denke ja, dass er ein sehr bekannter Baumeister wird)?
Ein Mädchen als zukünftige Stierherrin? Vorstellbar finde ich es durchaus, aber auf die Aufklärung von Jonbro bin ich sehr gespannt.


Das Ende war definitiv grandios! :klatschen: Auch wenn es mir um Lin sehr leid tut und ich einigen Schrecksekunden wirklich Angst um Lasra und Errills Beziehung hatte... Dennoch war ich felsenfest überzeugt, dass Errill Lasra nicht ihrem Schicksal überlässt und sie für allem nicht für das Geschehene verurteilt.
Yarbro allerdings macht mir wirklich Sorgen - der Verlust einer Hand ist sicher sehr schwierig, zu dieser Zeit sicherlich noch viel, viel mehr.

Hach, schade, dass das Abenteuer um Lasra schon wieder zu Ende ist - ich hoffe, wir lesen sehr bald wieder von den Adlerleuten...

Liebe Grüße
dubh
Menschen sind senkrechte Schweine. Edgar Allan Poe

Offline dubh

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Re: 08 - Buch 3, bis Ende
« Antwort #5 am: 12. November 2007, 23:47:28 »
Hallo zusammen,

was ich gestern ganz vergessen habe: eine Geschichte hat mich etwas verblüfft. Als Lasra die Ehre zuteil wird, der Zeremonie im Ahnhaus der Stierleute beiwohnen zu dürfen, reden sie (Ard, Yarbro, Lasra, ...) doch noch über die anderen "Gäste". Da fällt meiner Meinung auch irgendwann die Aussage, dass Jechilo auf der Südlichen weilt. Bei der Zeremonie ist er aber anwesend und schlägt die Trommel. Anschließend ist er aber wieder unterwegs auf der Südlichen und taucht erst zur "Überführung" wieder auf...

Habe ich da etwas falsch verstanden? (Leider habe ich das Buch momentan nicht zur Hand, da ich es dringend einer Freundin verleihen mußte. ;D)

Liebe Grüße
dubh
Menschen sind senkrechte Schweine. Edgar Allan Poe

Offline Olima

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Re: 08 - Buch 3, bis Ende
« Antwort #6 am: 26. November 2007, 21:11:06 »
So, seid ein paar Tagen bin ich auch durch.

In den letzten beiden Teilen nimmt die Handlung ernom an Tempo zu.

Dass diejenigen, die Ausgestoßenen helfen, selber gefährlich leben, hat sich ja schon im letzten Abschnitt gezeigt. Lasra wird zurück verschleppt und erhält plötzlich die große Ehre an der Zermonie im Ahnenhaus teilzunehmen.

Als Lasra auserwählt und herausgeputzt wurde, wuchs in mir die Angst vor Menschenopfern. Ich fragte mich, ob Lasra im Ahnenhaus getötet und/oder eingemauert werden sollte.  :o

Genau daran habe ich auch gedacht. Wieso gerade sie, sie als einzige Frau, und warum liegen die Steine griffbereit. Ich habe wirklich befürchtet, dass sie gesteinigt wird.

Durch die Hilfe der Ahngeister hat Adlersohn herausgefunden, dass der Tote gar nicht Nomak ist - und beweist dies u.a. mit den Aussagen von Sternenseher. An dieser Stelle war das für mich keine Überraschung mehr, aber ich war doch sehr lange am Zweifeln ob nun Nomak oder Jechilo tot war.
Da hier schon lange die Verbindung Nomak/Jechilo besprochen wurde, kann ich garnicht sagen, ob mich das jetzt überrascht hat oder nicht, überrascht hat mich Adlersohns Hartnäckigkeit. Ich finde es von Susanne sehr gut beschrieben, dass Adlersohn mit seiner Ahngeistbeschwörung nicht nur "Im Dunkeln fischt" sondern seine Religion bis zur Erschöpfung lebt. Für ihn wäre es doch ein einfaches zu sagen, Nomak Geist wäre befreit, oder wie auch immer. Seine Sturheit nimmt mich für seine Lebensweise und für ihn selbst ein. Ohne seine Entdeckungen und Erklärungen hätte Lasra meiner Meinung nach keine Chance gehabt.

Die Szene in dem verfallenen Ahnenhaus mit Lin und Nomak hat für mich etwas ganz spezielles. Nomak Vater kannte schon das Geheimnis von Metall, Bronze und der Macht der Waffen. Lin hat ihm versprochen, ihrem Sohn dieses Geheimnis erst zu eröffnen, wenn der richtige Zeitpunkt wäre. Nun, für Nomak gab es diesen Zeitpunkt nie. Also gab es Metall und Waffen schon sehr viel früher auf den Inseln und Nomak Vater wusste von der Verführung die Macht bieten kann und ist ihr selbst widerstanden. Schade, dass Lin so spät dieses Geheimnis dann doch noch offenbaren muss, sie wird, trotz aller Liebe schon gewußt haben warum nicht früher.

Yarbro und der Hund  :'(,  hoffentlich sehen wir sie wieder

 :winken:

Olima