Ohje, Lasra hätte ausgestoßen werden können - daran habe ich überhaupt nicht gedacht, obwohl es logisch ist! Das hat mich so erschrocken, dass ich erstmal darüber nachgedacht habe, was diese Entwicklung für Lasra und die Adlerleute bedeutet. Dann habe ich mich gefragt, wozu sie zu den Stierleuten geschleift wurde, wenn sie doch "nur" ausgestoßen werden sollte. Denn wenn Yarbro nicht gewesen wäre, hätte sie den Rückweg wohl nicht überlebt. Und schließlich dachte ich an Ards aufmunterndes Lächeln, was total fehl am Platz gewesen wäre, wenn es kein
aber gibt. Hätte auch schneller gehen können...

Sternensehers "Verkündung" habe ich mir öfter durchgelesen, ich konnte es einfach nicht glauben! Beim ersten mal war ich noch verwirrt, und habe überlegt ob ich nicht etwas falsch verstanden habe. Aber beim wiederholten Lesen wurde ich mir immer sicherer. Dem Stierherren sollen die Stierleute folgen und um Rat fragen, dieser soll aber einzig und allein Alako folgen. Und das Ahnenhaus wird für Naps ewigen Schlaf versiegelt. Eine "elegante" Lösung, um Alako über Nap zu stellen und eine neue Zeit einzuläuten. Allerdings gab es auch zwei Überraschungen. Jonbro hat nicht nur sich selbst, sondern auch seinen schreienden Säugling mit dem Segen der Ahnen versorgt. Und nicht den Jungen, sondern das Mädchen - hat er einfach angenommen, dass nur ein strammer Junge so einen Radau veranstalten kann? Und haben nicht nur Ard und Lasra gesehen dass es das Mädchen war, sondern auch Sternenseher?
Durch die Hilfe der Ahngeister hat Adlersohn herausgefunden, dass der Tote gar nicht Nomak ist - und beweist dies u.a. mit den Aussagen von Sternenseher. An dieser Stelle war das für mich keine Überraschung mehr, aber ich war doch sehr lange am Zweifeln ob nun Nomak oder Jechilo tot war. Restlos überzeugt haben mich erst seine langen Fahrten zur Südlichen. Vielleicht stand ich da zu lange auf der Leitung, bin zu unerfahren in Krimis. Andererseits bin ich auch ganz froh, nicht alles schon vorher vermutet zu haben.
Diese Erkenntnis zwingt Nomak zum Handeln, und er entführt Lasra, die Bronzeaxt und den männlichen Säugling. Ich hoffe Yarbro überlebt, denn er ist mir doch irgendwie ans Herz gewachsen - nicht nur wegen seiner Zuneigung zu Ard, sondern auch weil er offen ist.
Nomak hat auch Lin in seiner Gewalt, welcher es wichtig ist aus Jechilo wieder Nomak zu machen - und so mit Lasras Hilfe seine Schar vertreibt - aber ansonsten alles für ihn tut. Und es kommt heraus, worum es ihm wirklich geht: um das Erbe seines Vaters, einen Schatz aus Kupfer. Dieser hatte ihn auf einer seiner Reisen entdeckt und mit nach Hause gebracht, was ihm schon bald Leid tat, und Lin sollte ihn nur an ihren Sohn weitergeben wenn er sich nicht von der Macht verlocken lässt. Diese beiden müssen sehr stark und verantwortungsbewusst gewesen sein, aber die vielen einsamen Jahre haben sicher Zweifel in Lin gesät.
Den "Showdown" fand ich sehr spannend, sowohl emotional als auch von den Ereignissen her. Lasras Verzweiflung und Errills Enttäuschung haben mich direkt angesprungen, als Nomak seine Halbwahrheiten verbreitet hat. Und der arme namenlose Hund (der bei mir Terence heißt)!

Hoffentlich überlebt er, aber bei Madragena ist er bestimmt in guten Händen.
Ich dachte erst, Nomak will nun auch Lasra töten (

) - aber glücklicherweise hat sie nur einen Kratzer von Errills Schuß auf Nomak abbekommen. Puh, er muss wirklich ein ausgezeichneter Schütze sein - und einen Schutzengel an seiner Seite haben!
Das Ende lässt zwar die Beziehung von Lasra und Errill offen, aber ich kann mir gut vorstellen dass sie eine gemeinsame Zukunft haben. Immerhin wartet er im Dorf auf sie, dass heißt er ist bereit darüber zu reden und sich ihre Version anzuhören. Außerdem hat Lin ja erzählt, dass eine höhere Dosis nötig gewesen war, um sie ihn vergessen zu lassen. Also doch der Gerstenbrei! So richtig böse kann ich Lin aber nicht sein, sie tut mir ziemlich leid - und es war ja eher eine Entscheidung für ihren Sohn, als gegen Lasra.