Leserundenarchiv > Iris Kammerer – Der Pfaffenkönig
Iris Kammerer - Der Pfaffenkönig (6.Teil S.348 bis Ende)
Thrakonia:
Hier könnt ihr eure Eindrücke zum 6. Abschnitt (Seite 348 - Ende) posten und diskutieren. Spoilermarkierungen sind nicht vorgesehen.
Bernard:
Über die Dauer das Buches haben sich für mich die sprachlichen Besonderheiten, die mir im ersten Leseabschnitt aufgefallen sind, nivelliert. Vielleicht tauchen tatsächlich weniger Ellipsen und originelle Verben auf, wahrscheinlicher ist, dass ich mich einfach an die Stimme der Autorin gewöhnt habe.
Jedenfalls hat mich die Sprache flott durch das Buch getragen. Ich habe es für meine Verhältnisse außergewöhnlich schnell durchgehabt.
Im letzten Leseabschnitt legt der Roman für mich noch einmal richtig zu. Es hat zwar lange gedauert, aber jetzt finde ich die Figur Heinrich interessant. Ich leide mit ihm mit, als er erkennt, wie sehr er manipuliert wird, dass er letztlich nur ein Spielzeug in den Händen der Bischöfe ist. Insgesamt war dies für mich der spannendste Leseabschnitt des ganzen Buches.
Schon am Beginn war ich für Heinrich eingenommen - die Todesfälle von Hermann und Gertrud müssen ihn schwer mitnehmen. Das kommt auch gut rüber.
Dann heiratet er Beatrix auf Empfehlung seiner Nichte Sophia. Von der hätte ich auch gern mehr gelesen. Sie deutet an, dass es alles andere als leicht war, die Tochter einer Heiligen zu sein. Das kann ich mir gut vorstellen - auch heute stehen Kinder berühmter Eltern unter einem enormen Erwartungsdruck, an dem sie häufig zerbrechen. Das wird damals nicht anders gewesen sein. Iris hat in einem früheren Leseabschnitt gepostet, dass sie in Erwägung gezogen habe, einen Roman über Sophia zu schreiben, bevor sie sich für Heinrich entschied. Zumindest bei oberflächlicher Betrachtung scheint mir Sophia sehr interessant zu sein.
Es wird auch (endlich) gekämpft, erst gegen die Tataren, dann gegen den Rivalen um den Königsthron. Äxte, Schwerter, Streitkolben, Rüstungen - gut, ich hätte mir noch mehr Details gewünscht, längere Kampfszenen, aber ich kann mich auch nicht beklagen.
Wie erwartet wird mit Heinrichs Verletzung der Bogen zum Beginn des Buches geschlagen, es findet damit einen befriedigenden Abschluss.
Die letzte Szene darf man wohl so deuten, dass Heinrich im Tod mit seiner geliebten Elisabeth vereint wird. Ich gönne es ihm, schließe das Buch und stelle es zufrieden ins Regal.
Iris Kammerer:
--- Zitat von: Bernard am 16. Oktober 2007, 19:29:33 ---Die letzte Szene darf man wohl so deuten, dass Heinrich im Tod mit seiner geliebten Elisabeth vereint wird. Ich gönne es ihm, schließe das Buch und stelle es zufrieden ins Regal.
--- Ende Zitat ---
Dazu sage ich nochmal was, wenn mehr Lesrundenteilnehmer fertig sind. :)
Freut mich sehr, dass es dir gefallen hat, obwohl nicht von Anfang an die Schwerter geklirrt haben. Am österreichischen Friedrich, dem streitbaren, hatte ich übrigens während der Recherchen einen Narren gefressen. ;)
gretchen:
Hallo,
ganz spontan schließe ich mich Deiner Meinung an, auch mir gefällt dieser streitbare Friedrich.
Wie wär's ?? Ich meine, als nächstes Buch, da wäre ich auf jeden Fall auch dabei.
Übrigens bin ich sowieso etwas verwundert, dass außer Bernard und Dir bisher noch keiner hier gepostet hat, ich kann kaum glauben, dass ich die Einzige bin, die schon beim letzten Teil angekommen ist.
Na ja, ich bin jetzt da, wo er so ganz überraschend und ohne es eigentlich zu wollen, zum Gegenkönig gewählt wird.
Ich hab's da eher mit seiner Frau und seinem Schwiegervater, die ihm abgeraten haben, denn es ist einfach von Anfang klar, dass er dieses Spiel nur verlieren kann - und es fehlt ihm ja auch die Unterstützung der meisten Fürsten, und ein Spielball der Kurie zu sein, war nicht nur für ihn bitter.
Liebe Grüße
gretchen
Thrakonia:
Hallo Gretchen,
dass hier noch niemand ausser dir und Bernard ist, liegt sicher daran, dass eine kurze Leserundenpause eingelegt wurde, um den Nachzüglern nicht davon zu eilen :winken:
Aber wo Heimfinderin und Erendis sind, weiss ich nicht. Momentan bin ich noch im 5. Teil und versuche mich zu bremsen, damit ich die anderen noch gut begleiten kann, mir also die Überraschung des Endes aufhebe, um nichts zu verraten.
Liebe Grüße
Kathrin
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