Hallo zusammen!
Nun, da die meisten (oder vielleicht sogar schon alle) Teilnehmer der Leserunde das Buch ausgelesen haben, neigt sich diese Runde ihrem natürlichen Ende entgegen. Allerdings wartet auf euch (Teilnehmer) noch die Aufgabe eine Rezension zum Roman und ein Fazit zur Leserunde hierhin zu schreiben!
Für mich als Autor verbietet es sich selbstverständlich eine Rezension zum Roman zu schreiben, das ist eine Aufgabe, die ich gerne meinen Lesern überlasse. Schließlich bin ich daran interessiert mein Buch aus fremden Perspektiven zu betrachten und herauszufinden, was gut gefällt und was vielleicht besonders gut gefällt!

Well then, ich hatte ja schon wirklich großen Spaß an der "Legenden des Abendsterns"-Leserunde, bei der es viel zu lachen gab! Aber diesmal, um somit geschickt zum "Leserundenfazit" überzuleiten, war es noch viel unterhaltsamer und lustiger, obwohl ich das für kaum möglich gehalten hatte. Anfangs wusste ich ja auch gar nicht, was mich erwartet. Ich dachte, eine Literaturleserunde ... da würden sich bestimmt ganz bierernste Leute zusammenfinden, um mit verächtlicher Miene über den Inhalt und Stil meines Romans zu dozieren. Stattdessen bin ich auf absolut sympathische und kommunikative Menschen gestoßen, die mit viel Schwung und Freude an die Sache herangegangen sind! Eine Riesenfreude für mich!
Natürlich, ich kann auch ernst sein. Und wenn es um die Kunst / oder um mich als Künstler an und für sich geht, lasse ich auch keineswegs mit mir spaßen. Denn wenn ich meine Kunst nicht ernstnehmen würde, wie könnte ich je verlangen, dass andere Leute sie ernstnehmen sollten?
Als jemand James Hetfield (Metallica-Frontmann) einmal schräg angelabert hat: "Jimmy, deine Songs sind ja ganz gut, aber ständig in E-Moll, ist das nicht irgendwie zu simpel, zu einseitig?", da hätte er dem Schwätzer beinahe den Kopf abgerissen. (Und heute? Würde es niemandem auch nur einfallen, einem James Hetfield Tips geben zu wollen, wie er seine Songs schreiben sollte...!)
Ich kann diese Reaktion gut nachvollziehen. Man drückt schließlich in einer bestimmten Weise sein Innerstes, sein intimstes und verletztlichstes Wesen aus, sei es in einem Bild, einer Zeichnung, Skulptur, einem Musikstück oder sonst wie.
Wenn dann jemand qualifizierte Kritik daran äußert, lässt sich sachlich über die verschiedenen Standpunkte reden. Wenn aber jemand einfach nur beleidigend und ausfallend werden will, beleidigt er niemals das Kunstwerk, sondern den Künstler.
Meistens muss man sich dann immer wieder das Wort in Erinnerung rufen, das besagt: "Was schert es den Mond, wenn die Hunde ihn anbellen?" -- Und wenn das nicht geht, muss man eben einen Auftragskiller engagieren. (Was natürlich nicht immer ganz günstig ist, finanziell betrachtet...) Kurz gesagt: Man muss einen Mittelweg finden, zwischen eiskaltem Darüberstehen und feurigem Wutausbruch.
"Lilienblut" hat mich in seiner Entstehungsphase sehr viel Nervenkraft und Zeit gekostet, und ich musste die Story immer wieder gegen massive Widerstände von verschiedenen Seiten verteidigen. Umso mehr freut es mich zu sehen, dass ich mit meiner "Sturheit" anscheinend auf der richtigen Fährte war und der Roman allen Unkenrufen zum Trotz nun dermaßen gut bei den Lesern, wie auch bei "Kritikern" ankommt!
Und dass ich nicht nur dauernd grimmig und verbissen daherkomme, sondern durchaus auch über mich selbst oder zweideutige Stellen in meinen Texten lachen kann, habe ich ja mittlerweile auch bewiesen, nicht wahr?

Und natürlich soll das oben Gesagte nicht bedeuten, ich würde selbst um Mitternacht aus einem Sarg steigen und unschuldigen Mädchen das Blut aus dem Hals oder aus anderen Körperstellen saugen! (Ich schreibe dies vorsichtshalber dazu, da es da draußen leider Gottes Spezialisten gibt, die einem jedes Wort auf die Goldwaage legen.)
Letzten Endes, [das ist meine persönliche Ansicht], gibt es eh nur zwei Arten ein Buch zu schreiben - und eine davon ist falsch.
Mein Fazit: Es war mir eine große Freude, ein Heidenspaß und eine wirkliche Ehre, meinen neuesten Roman in dieser tollen, unterhaltsamen Runde präsentieren, diskutieren und gemeinsam mit euch lesen zu dürfen!

Dieser Applaus ist für euch!
In diesem Sinne - bis bald wieder!
Beste Grüße!
Ascan von Bargen