Autor Thema: (3) Iny Lorentz – Die Kastellanin (Seite 137 - 197)  (Gelesen 3220 mal)

Offline *Sternenstauner*

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Hier könnt ihr zu Kapitel 5 des zweiten Teils bis einschließlich Kapitel 12 des zweiten Teils (Seite 137 - 197) schreiben. Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.
« Letzte Änderung: 01. Juni 2007, 06:54:08 von *Sternenstauner* »

Offline apassionata

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Re: (3) Iny Lorentz – Die Kastellanin (Seite 137 - 197)
« Antwort #1 am: 03. Juni 2007, 17:09:57 »
Hallo zusammen,

auch der dritte Abschnitt begeistert duch Spannung.
Während Michel mit seinen neuen Freunden in der Höhle haust, zieht erneut Gefahr auf,
welche er zu meistern vermag.
Dann der kräftezehrende Aufbruch mitten durch den schweren Winter, gelangen sie zur
Burg, wo sie erst einmal um Einlass betteln müsse,
Ich finde es sehr gut beschrieben, wie Michel immer wieder mit bekannten "Gefühlen" aus der
Vergangenheit konfrontiert wird, die dann bei der Auspeitschung ihren momentanen Höhepunkt
erreichen.
Super, und gar nicht so unplausiebel fand ich auch den Austausch zwischen Marie und Michel
während der Geburt ihrer kleinen Tochter. Schön beschrieben ohne lange darau herum zu reiten.

Bei der Szene als Michel mit dem Bären kämpfte, hatte ich die Bilder so unglaublich plastisch vor Augen.

Das Marie im Turm von den neuen Burgherren fast ausgehungert wird und die Umstände unter denen
sie zu ihrer Freundin Hiltrud fliehen muss, geht schon unter die Haut.
Als sie dann endlich vor Hiltruds Türe stand und diese geöffnet wurde, hatte ich schon ein wenig mit
den Tränen zu kämpfen.

"Sie hatte sich noch nie kampflos in ihr Schiksal gefügt, wie es so viele andere Frauen taten, und würde ich
auch diesmal nicht aufgeben.
" .... Da ist sie wieder, unsere Marie.

Graf Sokolny scheint nicht nur ein gerechter, sondern auch ein sehr aufmerksamer Beobachter zu sein.
Er erkennt etwas in Michel, kann es aber noch nicht richtig zuordnen.
Aber seine Gastfreundschaftlichkeit wird ja dann auch noch belohnt.
Ich ahne aber schon "böses", wenn Michel noch länger auf der Burg bleiben wird, denn Janka hat bereits
ein sehnliches Auge auf ihn geworfen.

@Gheron, der große Bärenhund, das müsste doch die heutige Rasse "Ihrischer Wolfshund" sein, oder?

Auch bei dem Begriff "Fidibus" musste ich auch erst kurz überlegen, doch wie schon zuvor werden solche
Ausdrücke immer fast auf dem Fuss erklärt.

Heute habe ich wahrlich das Gefühl mit dem Lesen nicht mehr aufhören zu können.

Grüssle
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"Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." Mahatma Gandhi

Offline gheron

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Re: (3) Iny Lorentz – Die Kastellanin (Seite 137 - 197)
« Antwort #2 am: 03. Juni 2007, 19:35:32 »
Zitat
Zitat von Apassionata:
Gheron, der große Bärenhund, das müsste doch die heutige Rasse "Irischer Wolfshund" sein, oder?

Die Größe stimmt, nur waren die Hunde noch etwas breiter. Man nannte sie Bullen- und Bärenbeißer. In sie waren auch die antiken Molosserhunde eingezüchtet.

Gheron :winken:
« Letzte Änderung: 03. Juni 2007, 19:40:01 von gheron »

Offline Olima

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Re: (3) Iny Lorentz – Die Kastellanin (Seite 137 - 197)
« Antwort #3 am: 03. Juni 2007, 19:42:59 »
Guten abend zusammen

in diesem Abschnitt werden die getrennten Schicksale der beiden weiter ausgebaut.


Während Michel mit seinen neuen Freunden in der Höhle haust, zieht erneut Gefahr auf,
welche er zu meistern vermag.
Endlich kann er sich für seine Rettung revanchieren. Allerdings wundert es mich in bischen, dass Reimo und seine Familie jetzt gar keine Angst vor ihm haben. Sie müssen doch nach dem Kampf ahnen, dass sie mit Michel nicht einen einfachen Knecht oder Handwerker aufgepäppelt haben.

Ich finde es sehr gut beschrieben, wie Michel immer wieder mit bekannten "Gefühlen" aus der
Vergangenheit konfrontiert wird, die dann bei der Auspeitschung ihren momentanen Höhepunkt
erreichen.
Super, und gar nicht so unplausiebel fand ich auch den Austausch zwischen Marie und Michel
während der Geburt ihrer kleinen Tochter. Schön beschrieben ohne lange darau herum zu reiten.
Aus seinem Unterbewußtsein kommen immer mehr kleineste Bausteine zum Vorschein, zum Beispiel kommt ihm die Halle in der Burg klein vor, also muss er größeres kennen, bei den Übungskämpfen gewinnt er, daher weiß er, dass er geübt im Umgang mit Waffen ist.
Die Verbindung zwischen Marie und Michel in ihrem Träumen finde ich auch sehr gut gelungen. Es zeigt auch wie nahe die beiden sich stehen. Für Marie ist ja schon so etwas wie ihr Grund zu überleben.

Das Marie im Turm von den neuen Burgherren fast ausgehungert wird und die Umstände unter denen
sie zu ihrer Freundin Hiltrud fliehen muss, geht schon unter die Haut.
Hier zeigt sich, dass das Leben für eine Frau im Mittelalter garnicht so leicht war. Kaum gilt Marie als Witwe, hat der neue Burgherr, bzw seine "nette" Gattin die vollkommende Macht über sie. Nur der Pfalzgraf könnte etwas für sie tun, aber der ist weit weit weg. Weiter hinten wird beschrieben, dass besonders verwitwete Frauen von Stand, diesem Hochzeitskarusell hilflos ausgeliefert waren   :o

Auch bei dem Begriff "Fidibus" musste ich auch erst kurz überlegen, doch wie schon zuvor werden solche
Ausdrücke immer fast auf dem Fuss erklärt.
Auch von mir ein großes Lob, ganz neben der eigentlichen Handlung, gibt mir auch dieses einen tollen Einblick in das alltägliche Leben zu dieser Zeit.

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Olima

Offline gheron

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Re: (3) Iny Lorentz – Die Kastellanin (Seite 137 - 197)
« Antwort #4 am: 03. Juni 2007, 20:06:32 »
Zitat
Zitat von Olima:
Weiter hinten wird beschrieben, dass besonders verwitwete Frauen von Stand, diesem Hochzeitskarusell hilflos ausgeliefert waren

Bei unseren Recherchen sind wir auf so manches gestoßen. Da Witwen von Stand ja sehr oft unter der Vormundschaft des Landesherrn standen, haben diese auch den bestmöglichen Vorteil daraus gezogen. So ist eine Dame aus England insgesamt sechsmal vom König verheiratet worden und konnte einer siebten Ehe in reiferen Alter nur durch Zahlung einer sehr hohen Summe entgehen. Die hohen Herrschaften dachten sich auch nichts dabei, Ehen auf Verdacht zu arrangieren, sprich, wenn das Kind noch im Bauch der Mutter ruhte oder noch nicht einmal gezeugt war. Wenn es ins politische Kalkül passte, konnte eine Frau über vierzig sich mit einem vierzehnjährigen Ehemann geschlagen fühlen, oder eine siebenjährige sah sich mit einem sechzigjährigen Herrn vermählt. Der Vollzug der Ehe sollte jedoch der Sitte nach erst erfolgen, wenn das Mädchen ihre erste Periode hinter sich hatte, aber nicht jeder hat sich daran gehalten.

Zitat
Zitat von Olima:
Allerdings wundert es mich in bischen, dass Reimo und seine Familie jetzt gar keine Angst vor ihm haben.

Er hat ihnen immerhin das Leben gerettet. Weshalb sollen sie da Angst vor ihm haben?

Gheron :winken:

Offline Olima

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Re: (3) Iny Lorentz – Die Kastellanin (Seite 137 - 197)
« Antwort #5 am: 03. Juni 2007, 20:47:30 »
Hallo Gheron!


Zitat
Zitat von Olima:
Allerdings wundert es mich in bischen, dass Reimo und seine Familie jetzt gar keine Angst vor ihm haben.

Er hat ihnen immerhin das Leben gerettet. Weshalb sollen sie da Angst vor ihm haben?

Nun, auch wenn er ihnen das Leben gerettet hat, wissen sie ja immer noch nicht, mit wem sie es zu tun haben. Vielleicht wäre ich misstrauischer, wenn sich mein Pflegegast als ein so starker Kämpfer herausstellt, er könnte sowohl positiv ein edler Ritter sein, als auch negativ ein Räuber und Mörder.
Tja, hinter jeder Ecke könnte halt eine Gefahr lauern.

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Olima

Offline *Sternenstauner*

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Re: (3) Iny Lorentz – Die Kastellanin (Seite 137 - 197)
« Antwort #6 am: 03. Juni 2007, 23:05:18 »
Hallo ihr superflotten Leser, :winken:

ich habe meinen letzten freien Tag auch sinnvoll genutzt und mich mit dem Buch in die Wanne verkrümelt, um die letzten Reste meiner Erkältung loszuwerden und den dritten Abschnitt zu lesen.
Viel zu sagen bleibt mir allerdings nach euren Beiträgen nicht mehr. ;) Auch mir gefällt, wie sich Michel's Unterbewusstsein immer wieder meldet, ebenso wie die Verbindung mit Marie. Wie apassionata befürchte ich allerdings, dass Janka ein Auge auf unseren Michel geworfen hat. Und der kann sich an seine Marie nicht wirklich erinnern...  :o

@ Gheron
Das ist ja wirklich alles wahnsinnig interessant, was ihr bei euren Recherchen so alles entdeckt. Könnt ihr das eigentlich alles in eure Bücher einbringen?

@ Olima
Dass Reimo und seine Familie keine Angst vor Michel haben, wundert mich eigentlich nicht. Es stimmt zwar, dass sie nicht wissen, wer er ist und dass hinter jeder Ecke Gefahren lauern. Aber selbst wenn Michel ein Mörder wäre, steht er  in ihrer Schuld, weil sie ihm das Leben gerettet haben und so kommt sein Verhalten ihnen gegenüber für mich auch rüber. Er ist sehr freundlich zu ihnen, dankbar und hilfsbereit. Da hätte ich auch keine Angst, sondern würde mich eher freuen, dass mein Gast sich als so brauchbarer Gefährte entpuppt. ;)

Offline apassionata

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Re: (3) Iny Lorentz – Die Kastellanin (Seite 137 - 197)
« Antwort #7 am: 04. Juni 2007, 07:17:15 »
Hallo ihr superflotten Leser, :winken:
ich habe meinen letzten freien Tag auch sinnvoll genutzt und mich mit dem Buch in die Wanne verkrümelt, um die letzten Reste meiner Erkältung loszuwerden und den dritten Abschnitt zu lesen.

Na, dann bist du heute Morgen noch ganz schrumpelig?  ;D

@Olima, wegen Raimos Familie, naja. Raimos hat Michel ja immerhin auch das Leben gerettet.
Du, ich würde mir auch vielleicht etwas "vorstellen" aber wirklich Angst hätte ich glaube ich auch nicht.

Das einzige war mir gerade noch auffällt (war aber im 2.Abschnitt".
In der Höhle, als Michel aufgewacht ist, da plapperte so ziemlich munter drauf los.
Er musste doch gerade in dem Moment ziemliche Schmerzen gehabt haben, die kamen beim Lesen
nicht so recht durch. 
Erst später, als er versuchte aufzustehen.

Aber alles in allem sehr spannend, und vor allem gut geschrieben.  ;)

Grüssle
     Marion  :winken:
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Offline apassionata

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Re: (3) Iny Lorentz – Die Kastellanin (Seite 137 - 197)
« Antwort #8 am: 04. Juni 2007, 14:50:43 »
Zitat
Zitat von Apassionata:
Gheron, der große Bärenhund, das müsste doch die heutige Rasse "Irischer Wolfshund" sein, oder?

Die Größe stimmt, nur waren die Hunde noch etwas breiter. Man nannte sie Bullen- und Bärenbeißer. In sie waren auch die antiken Molosserhunde eingezüchtet.

Gheron :winken:

Danke Gheron, und wieder habe ich etwas dazu gelernt.
So kann ich es mir noch bildlicher vorstellen.

 :winken:
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Offline Flor

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Re: (3) Iny Lorentz – Die Kastellanin (Seite 137 - 197)
« Antwort #9 am: 04. Juni 2007, 16:50:57 »
Angst hätte ich sicher auch nicht vor Michel. Es wird ja auch beschrieben wie einsam sich Reimo und Zdenka fühlen. Die leben nun schon sehr lange abgeschieden von allem nur mit ihrem Sohn im Wald, heimatlos, da sind sie über ein bisschen Gesellschaft sicher froh. Sie hatten ja auch schon Vertrauen zu ihm gefasst bevor sie wussten das er so ein guter Kämpfer ist.
Außerdem ist Michel durch den Gedächtnisverlust ja selber sehr verloren. Er ist selber froh Anschluß zu haben. Er weiß nicht wer er ist noch wohin er gehen könnte. Für mich ist Michel in dieser Situation, trotz seiner Kampfeskünste der hilflosere, der mehr auf die Anderen angewiesen ist.

Das ganz langsame Erinnern von Michel,  ist auch glaubwürdig beschrieben. Es kommt auch in seinem Verhalten zum einen der Wirtssohn und zum anderen der Burghauptmann in ihm durch. Das verwirrt seine Mitmenschen natürlich sehr und sie können    gar nicht einschätzen mit wem sie es zu tun haben. Also lieber auf Nummer sicher gehen und ihn gut behandeln ;).

Tja, und dann hat das Mädel Janka auf ihren Retter auch gleich ein Auge geworfen. Das lass mal Marie nicht sehen ;).
Mal schauen ob, oder wie lange, Michel dem standhalten kann.

Das die beiden  jeweils in den Träumen des anderen erscheinen, finde ich in Ordnung solange es nicht überhand nimmt. Wie es bisher war, war es noch ganz gut. Marie brauchte das einfach um die Hoffnung zu haben Michel wieder zu finden.
Allerdings hoffe ich, dass es nicht zu viel wird, weil das für mich dann nicht mehr so richtig in einen historischen Roman passt.

Maries Gefangenhalten in der Burg war ja nicht gerade die feine Art der neuen Burgherren >:(.
Ich konnte allerdings nicht  so richtig nachvollziehen warum Marie nicht vorher geflüchtet ist. Sie war doch eine ganze Zeit dort eingesperrt. ca. 1 1/2 Monate oder nicht?
Sicher, sie wollte Hiltrud und ihre Familie nicht gefährden und sicher hatte sie auch Angst um ihr Hab und Gut aber letzten Endes ist sie ja dann doch zu Hiltrud gegangen und hat alles in der Burg zurückgelassen.
Okay, sie hat es überstanden, den Weg im Schneesturm, hochschwanger bis zu ihrer Freundin, war aber schon sehr leichtsinnig von ihr.

Grüße
Flor
« Letzte Änderung: 04. Juni 2007, 16:53:27 von Flor »

Offline gheron

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Re: (3) Iny Lorentz – Die Kastellanin (Seite 137 - 197)
« Antwort #10 am: 04. Juni 2007, 18:52:49 »
Zu Michel, Zdenka und Reimo:

Angst hatten die beiden Letzteren gewiss nicht vor Michel, eher ein großes Gefühl der Erleichterung, jemand wie ihn bei sich zu haben. Er hätte auch ein Mörder sein können, aber da er auf ihrer Seite stand und ihnen auch geholfen hat, war er ein Freund. In der damaligen Zeit, in der Recht oft mit Faustrecht gleichzusetzen war, dachten die Leute anders als heute. Da kam es darauf an, auf welcher Seite man stand. Außerdem verdammte die Kirche zwar die Sünder, bot ihnen aber auch gleichzeitig die Möglichkeit, sich durch Spenden und Wallfahrten einen Ablass zu besorgen, der für einige Mordtaten reichte. Irgend ein bairischer Herzog, der seine Gemahlin fälschlich der Untreue bezichtigte und hinrichten ließ, konnte sich davon durch den Bau einer Kapelle freikaufen. Auch der Vater Auch den Vater des späteren bairischen Herzogs Albrecht III. kostete es nur eine Kapelle, sich von dem Justizmord an dessen Ehefrau Agnes Bernauerin freizukaufen.

Zu Michels Verwundung und seinen Schmerzen:

Ich habe mich da von eigenen Erfahrungen leiten lassen. Während meiner Zeit in der Landwirtschaft habe ich mir etliche unangenehme Verletzungen zugezogen. Die Schmerzen kamen dabei meistens in Wellen. Es gab Phasen, vor allem am Morgen nach dem Aufwachen, in denen der Schmerz kaum mehr spürbar war kurz darauf aber kam dann das Gefühl, als würde man mit den Fuß, den Arm etc. mit der Rohrzange abdrehen. Oft reichte auch nur eine unbedachte Bewegung, um den Schmerz wieder in ungeahnte Höhen zu treiben. Solange Michel nur dalag und sich ruhig verhielt, waren relativ schmerzfreie Phasen sehr wahrscheinlich.

Zu Marie und den Banzenburgern:

Die Herrschaften haben sich ja erst im Lauf der Zeit richtig entlarvt. Zunächst gingen sie Marie ja noch um den Bart. Erst als diese zeigte, dass sie sich nicht von ihnen einseifen ließ, sind sie eklig geworden und haben Marie so eingesperrt, dass diese nicht mehr weg konnte. Im achten und neunten Monat einer Schwangerschaft hüpft eine Frau allerdings nicht mehr wie ein munteres Kaninchen herum. Da es in Rheinsobern niemand gab, der sich mit den Banzenburgern angelegt hätte, konnte ihr auch so leicht niemand helfen. Die Herrschaften hätten jeden Versuch Maries, ihr Domizil zu wechseln, mit Gewalt unterbunden. Selbst Hiltrud kontne nicht mehr für sie tun als sie gelegentlich zu besuchen, und ihren Mann nach Heidelberg zum Pfalzgrafen zu schicken.

Ein Wort zu dem Namen Banzenburg:

Als ich bei der Entwicklung der Personen Iny erklärte, wie ich mir die Familie des neuen Burghauptmanns vorstelle, entfuhr ihr der Ausruf "Das sind ja richtige Wanzenburger!"
Ich habe mir erlaubt, diese Bezeichnung in Banzenburger umzuändern und zu verwenden.

Gheron :winken:

Offline Olima

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Re: (3) Iny Lorentz – Die Kastellanin (Seite 137 - 197)
« Antwort #11 am: 04. Juni 2007, 21:25:25 »
Hallo Gheron!

Zu Michel, Zdenka und Reimo:

Angst hatten die beiden Letzteren gewiss nicht vor Michel, eher ein großes Gefühl der Erleichterung, jemand wie ihn bei sich zu haben. Er hätte auch ein Mörder sein können, aber da er auf ihrer Seite stand und ihnen auch geholfen hat, war er ein Freund. In der damaligen Zeit, in der Recht oft mit Faustrecht gleichzusetzen war, dachten die Leute anders als heute. Da kam es darauf an, auf welcher Seite man stand.

Inzwischen leuchtet mir das auch ein. Meine Gedanken waren und sind halt geprägt von unserem heutigen "medienverseuchten" Leben, in dem jeder Unbekannte (so wie Michel) der jemanden auf diese Art verteidigt, zwar der Retter und Held ist, aber trotzdem sofort den Makel hat, eventuell auch anders (weniger brutal) hätte handeln zu können.
Das ist so ein bischen wie diese kleine Geschichte:
Trifft ein Wolf im dunklen Wald einen anderen Wolf, denkt er sich "Aha, ein Wolf" Trifft ein Mensch im Wald auf einen anderen Menschen, denkt er sich "Oje, ein Mensch, vielleicht will der mir böses".
Hoffentlich versteht hier irgendjemand, was ich damit sagen will  ??? wenn nicht, ist auch nicht so schlimm  ;)

 :winken:

Olima

Offline apassionata

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Re: (3) Iny Lorentz – Die Kastellanin (Seite 137 - 197)
« Antwort #12 am: 04. Juni 2007, 21:54:27 »
Olima, ich verstehe dich sehr gut.

Ist man früher in einer Fußgängerzone auf einen Fremden zugegangen um ihn nach der Uhrzeit zu fragen, war man
ein potenzieller Freund.
Heute tut man nichts anderes, und ist leider zuerst ein potenzieller Feind.   ???

Ein Grund, warum ich die Medien (gerade das Fernsehn) so hasse.  ;)

--------

@Flor, was heißt hier 11,5 Monate eingesperrt??????
Marie wurde erst nach einigen Monaten Schwangerschaft eingesperrt. Und ihre kleine Tochter bekam sie
bei Hiltrud. Wo kommen da die über 11 Monate zu stande ??????


Grüssle
   Marion  :winken: , die heute wegen Töchterleins Geburtstag so gar nicht zum Lesen kam  :(
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Offline Flor

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Re: (3) Iny Lorentz – Die Kastellanin (Seite 137 - 197)
« Antwort #13 am: 04. Juni 2007, 22:58:11 »
--------
@Flor, was heißt hier 11,5 Monate eingesperrt??????


@apassionate
Ich habe geschrieben

eingesperrt. ca. 1 1/2 Monate oder nicht?

Ein und ein halber Monat ;).

Grüße
Flor

Offline apassionata

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Re: (3) Iny Lorentz – Die Kastellanin (Seite 137 - 197)
« Antwort #14 am: 05. Juni 2007, 06:50:44 »
Ups........  :-[ :-\ ;)
"Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." Mahatma Gandhi