Autor Thema: Viola Alvarez - Die Nebel des Morgens (S.277-350)  (Gelesen 2607 mal)

Offline Bianca

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Re: Viola Alvarez - Die Nebel des Morgens (S.277-350)
« Antwort #15 am: 10. April 2007, 19:31:28 »
Also eigentlich ist es ja ein absolutes Unding, wie man Brynhild so einfach nach Worms gebracht hat, ohne daß sie wußte, was auf sie zukommt. Ihr ist ja wirklich alles fremd, Sprache, Kultur, Menschen - ein zärtere Natur als sie könnte das glatt in den Wahnsinn treiben  :o. Sie fühlt sich sicherlich sehr eingesperrt in diesem schrecklichen Frauentrakt  :(.

Zu Krimhild:
Ja, mich nervt sie auch. Aber mir geht dabei eigentlich auch nur im Kopf herum, daß sie sich vermutlich nicht schlechter als andere Dämchen im Frauentrakt benimmt.

Zitat von: Viola Alvarez
Deswegen habe ich auch auf ein Glossar verzichtet, um die nordische Sprache zu übersetzen. Ich wollte gerne, dass der Leser sich zusammen mit Brynhild verloren und ahnungslos fühlt.

Hat geklappt  ;D.

Zitat von: Sansa

Krimhild fand ich übrigens sehr mutig, als sie sich gegen ihre Brüder und Hagen durchgesetzt hat und Siegfried vom Schiff abholte.

Diese Handlung fand ich schon sehr erstaunlich von ihr. Allerdings handelt Krimhild wohl immer irrational, sobald es um Siegfried geht  ::).

Liebe Grüße
Bianca
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Bianca

Offline Viola Alvarez

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Krimhild kämpft
« Antwort #16 am: 11. April 2007, 20:16:40 »
Ich finde, Krimhild ist gar nicht so dumm, wie sie von ihren Brüdern gemacht wird. Immerhin ist sie eine hochkreative Frau, eine künstlerin, was ihre Stickereien angeht.
Nur, wenn sich diese ganze Energie nie irgendwohin jenseits eines Frauentraktes richten darf????
Ist es da verwunderlich, dass sie sich auf einen Mann stürzt wie ein Streber auf eine Sonderhausaufgabe?
In Siegfried sieht Krimhild auch erstmals eine Möglichkeit, ihren Grenzen zu entkommen - in der Schwangerschaft verkehrt sich dieses Gefühl dann aufs Schlimmste, der Feind sitzt in ihr und höhlt sie aus.

Ich entrolle noch mal das Krimhild-Banner. An dieser Frau ist mehr dran als das Klischee von der dummen Prinzessin. Sie ist eine tragische Figur, schuldlos schuldig...


Viola Alvarez

Offline Olima

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Re: Viola Alvarez - Die Nebel des Morgens (S.277-350)
« Antwort #17 am: 16. April 2007, 19:42:54 »
Inzwischen bin ich schon etwas weiter und muß meine Meinung über Kriemhild dann doch revidieren.

Durch die vollkommene Isolation im Frauentraktes hat sie keinerlei Erfahrungen mit Mitmenschen, Männern oder Menschenkenntnis. Siegfried eröffnet ihr eine neue Welt und ungeahnte Möglichkeiten, das er dazu noch blendend aussieht erschwert das ganz ja auch nicht gerade.

Ich entrolle noch mal das Krimhild-Banner. An dieser Frau ist mehr dran als das Klischee von der dummen Prinzessin. Sie ist eine tragische Figur, schuldlos schuldig...

Was wäre gewesen, wenn ihr Vater sie nicht weggeschlossen hätte? Wäre dann bei weiterer intensiver Zuneigung des alten Kämpfers nicht sogar auch eine Art Brynhild aus ihr werden können? Weggeschlossene Frauen, was für eine Verschwendung und wie scheinheilig, weil doch genügend Frauen nicht weggeschlossen waren, sie wurden ja gebraucht, zum Dienen auf vielfältige Art und Weise.

 :winken:

Olima