Tragisch... ich finde es wichtiger zu fragen, ob ich verstehen kann, wie jemand ist, als zu fragen, ob ich jemanden mag.
Im Leben und im Lesen.
Wie jemand ist, trägt bei mir auch viel zur Sympathie bei. Und je mehr man jemanden kennt, desto tiefer kann auch die Sympathie gehen. Sie wird dann, genau wie der Mensch, facettenreicher.
Allerdings ist das bei einem ersten Eindruck natürlich schwer, man kennt die andere Person ja noch nicht. Dort geht es mehr um Äußerlichkeiten, um die Mimik, um den Humor und die grobe Grundeinstellung. Und es hängt auch viel davon ab, ob man die gleiche Wellenlänge hat.
Die Zeitspanne, in der ich mit dieser Person spreche oder in der diese beschrieben wird, ist dafür unerheblich. Bei mir kann es schnell passieren, dass eine eher wortkarge Figur mich mit nur ein paar Sätzen und z.B. einer gehobenen Augenbraue viel mehr packt als eine Figur, die seitenweise beschrieben wird. Das kommt wohl auch auf die persönlichen Vorlieben an, aber so wirklich erklären kann ich das nicht. Außer: ich bin Krebs und damit sehr gefühlsbetont.
