Autor Thema: Viola Alvarez - Die Nebel des Morgens (S.79-138)  (Gelesen 3249 mal)

Offline Bianca

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Viola Alvarez - Die Nebel des Morgens (S.79-138)
« am: 23. März 2007, 16:19:14 »
Hier könnt Ihr zu den Seiten 79-138 schreiben. Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.
« Letzte Änderung: 23. März 2007, 16:25:43 von Bianca »
Liebe Grüße,

Bianca

Offline Nemo

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Re: Viola Alvarez - Die Nebel des Morgens (S.79-138)
« Antwort #1 am: 28. März 2007, 18:09:36 »
Das Lesen rutscht und rutscht und rutscht. Morgen werde ich wohl die Nacht durchmachen. Freu mich schon.  :D  Und gegen Ende des Abschnittes hatte sich bei mir auch langsam wieder die Erinnerung an die Gunther-Siegfried-Krimhild-Brynhild-Hagen Konstellation der ursprünglichen Geschichte eingeschlichen. Vor dem Hintergrund machen mich Bryndt's Andeutungen ganz kirre. Dafür ist die Uote-Hagen Szene einfach nur unglaublich schön. Ich kann es gar nicht wirklich beschreiben, aber bei der Stelle, wo sie sich vorgestellt werden und einander (irgendwie) beginnen zu lieben, da hab ich mich einfach nur gut gefühlt und seelig vor mich hin gelächelt.

Wie steht es eigentlich mit den Sympathieverteilungen? Was mich im Moment doch sehr überrascht ist, dass ich Gunther überaus sympathisch finde. Die Stellen, wenn Hagen ihn zum Königsein/regieren bringen will und er immer so etwas daran verzweifelt sind sind goldig. Irgendwie kann man nicht böse auf Gunther sein, auch wenn Bryndts Kommentare und mein dürftiges Nibelungenwissen dazu ausreichen, zu erahnen,  dass man noch Grund dazu bekommen wird.

Offline Viola Alvarez

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Re: Viola Alvarez - Die Nebel des Morgens (S.79-138)
« Antwort #2 am: 28. März 2007, 21:01:27 »
Wie steht es eigentlich mit den Sympathieverteilungen? Was mich im Moment doch sehr überrascht ist, dass ich Gunther überaus sympathisch finde. Die Stellen, wenn Hagen ihn zum Königsein/regieren bringen will und er immer so etwas daran verzweifelt sind sind goldig. Irgendwie kann man nicht böse auf Gunther sein, auch wenn Bryndts Kommentare und mein dürftiges Nibelungenwissen dazu ausreichen, zu erahnen,  dass man noch Grund dazu bekommen wird.

Ich finde Sympathien gar nicht wichtig. Wichtiger ist nach meinem Erachten und natürlich Wunsch, dass man eine Figur verstehen kann und in ihren vielen Facetten gerne wahrnimmt.
Ich finde auch, dass Gunther liebenswerte Seiten hat. Er giert nicht nach Anerkennung oder Macht und möchte, die die er lieben kann, glücklich machen.
Doch ganz menschlich, oder?
Und wenn eine Person etwas Furchtbares tut, heißt das, sie ist immer furchtbar gewesen und bleibt es auch?

Viola Alvarez

Offline Kathrin

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Re: Viola Alvarez - Die Nebel des Morgens (S.79-138)
« Antwort #3 am: 29. März 2007, 13:22:05 »
Hallo zusammen,

Nemo, mir geht es wie Dir, ich lese und lese und krieg um mich rum nichts mehr mit und ja, Bryndts Andeutungen...da jagt es selbst einer Nibelungen-Unwissenden (naja, Wenigwissenden) wie mir einen Schauer nach dem anderen über den Buckel und das wird eher schlimmer als besser, aber ich mag das.

... Dafür ist die Uote-Hagen Szene einfach nur unglaublich schön. Ich kann es gar nicht wirklich beschreiben, aber bei der Stelle, wo sie sich vorgestellt werden und einander (irgendwie) beginnen zu lieben, da hab ich mich einfach nur gut gefühlt und seelig vor mich hin gelächelt.
Oh, das hast Du schön gesagt, so erging es mir auch, seelig vor mich hinlächeln aber dabei trotzdem eine wohlige Gänsehaut verspürend. Aber irgendwie bin ich auch ein wenig in Hagen verliebt, hab ich das Gefühl  ;D. Da war wieder so ein Satz (oder auch zwei), ich glaube auch an dieser Stelle ... da werd ich butterweich...
Zitat
Wir singen für die, die Heldentaten begehen. Doch sind nicht manchmal, wenn auch selten, diejenigen Helden, die etwas nicht tun, obwohl sie es sich wünschten. Die etwas lassen, weil es vielen anderen Unglück bringen würde.
, wie gut, dass immer Taschentücher in meiner Nähe sind, wenn ich lese. Das sind jetzt zwar keine tiefen Schluchz-Szenen, aber die ein oder andere einsame Träne kullert bei mir, wenn ich so was lese. Oder auch Bryndts Satz über seinen Vater :
Zitat
Ich danke Euch, Ihr Götter, dass Ihr mir einen solchen Vater geschenkt habt, um den ich nach all dieesen Jahren immern noch weinen kann
Ich bin da etwas sehr sentimental, geb ich gerne zu!

Dass Bryndt natürlich ziemlich "parteiisch" ist, in seiner Beschreibung von Gunthers Familie (und an denen kein gutes Haar lässt, mit Ausnahme von Uote) und eben auch bei der Beschreibung seiner Eltern, das ist schon irgendwie klar, das wäre ich schon auch an seiner Stelle. Aber dennoch kann ich dem zustimmen, dass auch ich Gunther nicht böse sein kann. Allerdings wirken sie (er und Gernoth) auf mich auch ziemlich naiv. Naja, sie haben sich immer auf Hagen verlassen und warum sollen sie es nicht auch weiter tun. Allerdings wird er für mich auch nicht wirklich erwachsener.

Anfangs haben mich die Erinnerungen der Untergegangenen ziemlich verwirrt, muss ich sagen, vom Zeitsprung her, was Bryndt gerade erzählt hatte und dann wieder die Geschehnisse um Hagen. Es fiel mir etwas schwer am Anfang, mich in diese Erinnerungen reinzufinden, aber das ändert sich mit der Zeit.

Apropos Hagen und Dankwart, ich glaube Seychella hatte das im vorherigen Thread auch schon erwähnt. So ganz klar ist mir ihre Verbindung auch nicht wirklich. Ob sie wirklich Brüder sind? Zumindest glaube ich schon, dass sich die beiden schon länger kennen. Ich bin auch sehr gespannt, ob wir noch was über Hagens (und Dankwarts?) Vater erfahren. Über ihn werden bislang auch nur Andeutungen gemacht, sehr mysteriös, momentan ist er noch ein großes Geheimnis für mich.

Buah, und dann wird Hagen auch noch krank und die Sachsen sammeln die Waffen auf????? Und das an einem Abschnittsende und zu einer Licht-Aus-Mach-Zeit...geht nicht!!!

Ach ja, (möglicherweise geht das hier grad ein bissl durcheinander, ich glaub das gehört eher an den Anfang des Abschnitts), warum mögen eigentlich die Bauern Hagen nicht. Das stand da glaub ich irgendwo, zumindest hab ich's mir notiert. Nachvollziehen konnte ich das grad nicht.

Ich finde Sympathien gar nicht wichtig. Wichtiger ist nach meinem Erachten und nat?rlich Wunsch, dass man eine Figur verstehen kann und in ihren vielen Facetten gerne wahrnimmt.
Ich finde auch, dass Gunther liebenswerte Seiten hat. Er giert nicht nach Anerkennung oder Macht und m?chte, die die er lieben kann, gl?cklich machen.
Doch ganz menschlich, oder?
Und wenn eine Person etwas Furchtbares tut, hei?t das, sie ist immer furchtbar gewesen und bleibt es auch?
Hm, sind mir Sympathien wichtig??? Ich weiß nicht? Ich glaub sie sind mir dann wichtig, wenn sie zu deutlich verteilt werden und mich der Autor/ die Autorin da zu sehr in eine Richtung schieben will, sprich, wenn mit wirklich jedem Wort, jedem Satzzeichen gezeigt werden soll, wie gut oder wie böse jemand ist. Also bei extremer Schwarz-Weiß-Malerei. Das ist hier ja glücklicherweise nicht der Fall, auch wenn Bryndt wie gesagt ziemlich parteiisch ist. Trotzdem werden die Facetten für mich sehr deutlich.

viele grüße
kathrin

Offline jesse_blue

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Re: Viola Alvarez - Die Nebel des Morgens (S.79-138)
« Antwort #4 am: 29. März 2007, 15:40:09 »
Hallo zusammen,

es fällt mir wirklich schwer das Buch aus der Hand zu legen, um hier auch so einige Sätze zu schreiben. Ich lese gern und viel und irgendwie stört es mich ein bißchen nach einem Kapitel das Buch aus der Hand zu legen, um mir Notizen dazu zu machen  ;D

zum Thema Sympathie: tja, also ich mochte Hagen von Tronje nie, nie,nie! Na, er war halt böse zum Siegfried (und der war nun mal Sympathieträger Nr. 1 in der Sage), aber jetzt finde ich ihn ziemlich cool. Ich mag ja diese mysteriösen, dunklen Männer ;)

sehr schön finde ich (wie auch schon in den Beiträgen über mir) die Szene von Hagen und Uote (überhaupt ne Nette, die Uote)
Gunther und Gernoth, hach ich weiß nicht, ich mag so tumbe Menschen einfach nicht. Gunther ist mir zu blass in allem und Gernoth so unbeherrscht. Tja und die Krimhild zeigt sich auch manchmal von ihrer wahren Seite...aber die Arme haben sie ja auch quasi jahrelang vergessen.

Interessant finde ich die Informationen, die wir von Bryndt über den Sachsenkönig und seinen Bruder erhalten. Tagsüber der unbarmherzige, grausame Sachsenkönig und nachts fürchtet er sich wie ein kleines Kind vor der Dunkelheit (da hätte bestimmt so mancher Psychologe seine Freude dran ;-)

So langsam würde ich auch gerne mal erfahren, was nun Hagen mit Dankwart verbindet und wo der gute Hagen immer hinverschwindet

...weiterlesen hilft bestimmt  :lesen:
the sexiest thing is trust

Offline Nemo

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Re: Viola Alvarez - Die Nebel des Morgens (S.79-138)
« Antwort #5 am: 29. März 2007, 16:11:54 »

Und wenn eine Person etwas Furchtbares tut, hei?t das, sie ist immer furchtbar gewesen und bleibt es auch?

Viola Alvarez

Staubfinger! Sirius! Snape! Boromir! Catalina de Erauso! Tot! Rumpelstilzchen! Augustus! + ein Großteil aller guter Romanfiguren, die mir grad nicht mehr einfallen.


@Kathrin: Die Bauern wissen zum Großteil nie, was die hohen Herren da oben jetzt eigentlich so genau treiben. Es wird ihnen nicht mitgeteilt. Deswegen wissen sie von Hagen nur, dass er fremd ist und unheimlich. Und das dürfte ihnen reichen. 

Aldawen

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Re: Viola Alvarez - Die Nebel des Morgens (S.79-138)
« Antwort #6 am: 29. März 2007, 18:01:14 »
So, das wollte ich gestern schon schreiben, aber dann war die Zeit im Internetcafe abgelaufen. Hoffentlich kriege ich das jetzt mit englischer Tastatur alles hin  ;D Auf Eure Beitraege gehe ich dann spaeter ein, das kriege ich so schnell nicht auf die Reihe ...

Die Vorstellung von Hagen und Uote durch Huonold fand ich sehr gelungen  :D  Vielleicht waere es besser gewesen, wenn Hagen nach Gibichs Tod seine Loyalitaet beseite gewischt haette, um sich mit Uote zusammenzutun. Und fuer Bryndt ist es schon tragisch, sich nicht zu seinem Vater bekennen zu koennen (und umgekehrt natuerlich auch), zumal es am Hof vermutlich eh jeder weiss. Da muss ein Kind ja ein bisschen komisch werden  :(

Die Erinnerungen, die immer in kursiv abgesetzt werden, scheinen mir die Vorgeschichte der letzten Schlacht zu sein. Ich bin gespannt, ob das stimmt.

Bei den Sachsen haben mir es mir ja besonders Hurlo und Batu angetan. Ein echter Hagen-Fanclub, den die beiden da aufmachen  :D  Ein paar Sachsenklischees duerfen natuerlich nicht fehlen, obwohl diese mit dem aengstlichen Luideger, der nachts von seinem Bruder beschuetzt werden muss, wieder schoen aufgehoben werden. So gefaellt mir das!

Krimhilds Traum beschaeftigt mich. Bryndt sagt ja, dass jedes Kind im Nordland ihn deuten koennte, laesst das dann aber so stehen. Ich habe noch keine Ahnung, was dahinter stehen koennte, glaube aber, dass das noch aufgeloest wird.

Ob Hagens Krankheit zufaellig war? Ich koennte mir auch "Nachhilfe" vorstellen (durch wen, wie und warum auch immer). Dabei faellt mir ein: Die Leute werden insgesamt ueberraschend alt. Ich haette grundsaetzlich (also auch abgesehen von gewaltsamenen Toden in einer Schlacht) mit kuerzer allgemeiner Lebenserwartung gerechnet.

Ich denke schon, dass zwischen Dankwart und Hagen eine Verbindung besteht, aber es koennte sein, dass sie anders als bislang behauptet aussieht. Das Raetsel um die Herkunft wird sich aber hoffentlich auch noch loesen.

Zur Aufmachung muss ich noch etwas loswerden: Der Einband ist toll, je nach Lichteinfall changiert er so schoen von gruengold zu dunkelblau

Schoenen Gruss,
Aldawen

Offline Kathrin

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Re: Viola Alvarez - Die Nebel des Morgens (S.79-138)
« Antwort #7 am: 29. März 2007, 20:08:42 »
Die Vorstellung von Hagen und Uote durch Huonold fand ich sehr gelungen  :D  Vielleicht waere es besser gewesen, wenn Hagen nach Gibichs Tod seine Loyalitaet beseite gewischt haette, um sich mit Uote zusammenzutun.
Ja, das hab ich mir auch gedacht, auch später nochmal. Aber die Götter wollten das wohl so nicht haben *seufz*. Sie hätten es beide verdient, ich mag sie beide sehr gern.

Die Erinnerungen, die immer in kursiv abgesetzt werden, scheinen mir die Vorgeschichte der letzten Schlacht zu sein. Ich bin gespannt, ob das stimmt.
Das ist anzunehmen und denke ich auch.

Bei den Sachsen haben mir es mir ja besonders Hurlo und Batu angetan. Ein echter Hagen-Fanclub, den die beiden da aufmachen  :D  Ein paar Sachsenklischees duerfen natuerlich nicht fehlen, obwohl diese mit dem aengstlichen Luideger, der nachts von seinem Bruder beschuetzt werden muss, wieder schoen aufgehoben werden. So gefaellt mir das!
*lach*, ist das ein Sachsenklischee, das mit dem ängstlichen Luideger? Keine Ahnung, ich bin wohl doch eher im Mittelalter zu Hause. Um so spannender sind für mich grad Bücher, wie dieses oder auch die Leserunde zu "Kleopatra", das sind für mich total fremde Welten.
Hurlo und Batu...sehr nett und ach, ich schätze, ich muss in den nächsten Threads auch schon mal was schreiben, da kribbelt es auch schon bzgl. ein paar Begebenheiten

viele grüße
kathrin

Offline Viola Alvarez

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In Hagen verliebte Sachsen....
« Antwort #8 am: 29. März 2007, 20:24:04 »
Hallo, einen schönen Abend, wünsche ich allen, die sich schon so weit vorgelesen und besonders natürlich denen, die sich in Hagen verliebt haben!
Wie kann man auch  nicht???? ;) Ich weiß, dass es um Dankwart und die Vollmondnächte viel zu rätseln gibt, aber diese Fragen beantworte ich natürlich nicht, kann ja nicht meinen eigenen Erzähler verpfeifen.

Hurlo und Batu sind auch zwei meiner Lieblingsfiguren, schade, dass sie nur so wenig Platz haben, es gibt für mich als Autorin immer sehr viele kleine Auftritte, die ich gerne zu Hauptrollen ausbauen würde, aber leider...

Und eine Frage, die mich interessiert: stellt Ihr Euch die Figuren bildhaft vor - und wenn ja, wie?

Viola Alvarez

Offline Kathrin

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Re: Viola Alvarez - Die Nebel des Morgens (S.79-138)
« Antwort #9 am: 29. März 2007, 21:17:07 »
Hallo Frau Alvarez,

das ist eine gute Frage, zumal ich mir nicht alle Figuren vorstelle, von einigen hab ich ein ziemlich klares Bild, von anderen nur schemenhaft und dann gibt's welche, die ich gar nicht vor mir sehe.

Jurlo und Batu haben irgendwie einen leichten Gallier-Touch oder vielleicht auch Schotten-Touch...groß, ziemlich stark, Bart...der Freund von William Wallace aus "Braveheart" würde da für mich ziemlich gut hinkommen, vielleicht.
Bei Gunther gibt es auch ein Gesicht für mich, allerdings fällt mir weder der Schauspielername noch der Film ein...irgendein blondgelockter junger König oder Prinz...

Aber bei Hagen finde ich es grade wirklich schwierig für ihn hab ich keine klare Vorstellung, und das obwohl ich ihn so mag, vielleicht auch grade WEIL ich ihn so mag. Ich hätte bei Hagen fast gesagt, dass ich ihn mir schon alleine auf Grund des Namens wie meinen ehemaligen Sportlehrer vorstelle, den schönen Hagen... ;D, aber neee, "unser" Hagen sieht nicht aus wie der schöne Hagen, auch nicht wie der ältere immer noch gut aussehende Hagen-Sportlehrer. "Unser" Hagen ist allein schon aufgrund seines Alters für mich grauhaarig und ziemlich groß und auch stark, aber kein Mucki-Man, sondern angenehm proportioniert. Außerdem eher ein wettergegerbtes Gesicht mit ein paar Fältchen, aber das auch durch das Alter bedingt. Selbst einen jungen Hagen stelle ich mir jetzt nicht umwerfend schön sondern eher interessant vor. Aber ein lebendes Beispiel hab ich nicht vor Augen...es geht so in die Richtung (oh je, jetzt wird's peinlich, ich hab nur aus der Musikerwelt Beispiele, Schauspieler fallen mir überhaupt keine ein, die für mich passen würden) Bill Medley oder Charlie Watts (von den Stones), aber nur in die Richtung, die Gesichter passen für mich auch nicht wirklich. Auf jeden Fall ist er toll  ;D

Die holde Weiblichkeit...huch, ich glaub, da schlaf ich mal ne Nacht drüber, ich will doch eigentlich schon die ganze Zeit was ganz anderes schreiben...

Das mit den Nebenfiguren, wie Batu und Hurlo...das ist mir in letzter Zeit immer öfter vorgekommen, dass mich gerade die ein oder andere Nebenfigur in einem Roman unendlich fasziniert und begeister und die es wirklich verdient hätten, eine Hauptrolle zu sein, aber die können doch den bekannten Helden nicht die Schau stehlen  ;) Nein, ganz im Ernst, ich hab wirklich viele Nebenfiguren in vielen Romanen, die ich ganz ganz toll und gut und liebevoll von den Autoren ausgefeilt finde und ich finde es auch gut, dass es sie als Nebenfiguren gibt, das hält das Buch schön im Gleichgewicht.

viele grüße
kathrin

Offline Sansa

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Re: Viola Alvarez - Die Nebel des Morgens (S.79-138)
« Antwort #10 am: 30. März 2007, 11:06:01 »
Im diesem Teil wird weiter auf die Burgunder eingegangen. Gunther tut mir eigentlich ein bißchen leid, ich glaube nicht, dass er mit der Königsbürde glücklich ist. Er möchte einfach nur seine Ruhe und seinen Frieden und verläßt sich, da er ja einen so fähigen Ratgeber hat, vollkommen auf Hagen. Die Szene um Hagen und Uote war z. Teil recht witzig - zumindest was den armen Ruomold angeht, ich konnte die beiden bildlich vor mir sehen und mußte sooo grinsen. Zu Hagen und Uote selbst: Hier kann ich nicht so wirklich deuten, was da passiert ist. Dass eine Verbindung zwischen den beiden ist, ja, Verständnis füreinander, ja - aber mehr als nur Zuneigung würde ich nicht drin deuten... Vielleicht will ich ja aber auch gar nicht mehr deuten, weil Hagen ja für Brynhild vorgesehen ist.

Und fuer Bryndt ist es schon tragisch, sich nicht zu seinem Vater bekennen zu koennen (und umgekehrt natuerlich auch), zumal es am Hof vermutlich eh jeder weiss. Da muss ein Kind ja ein bisschen komisch werden  :(

Die Episode auf dem Übungsplatz mit Bryndt und Hagen war auch wunderschön erzählt. Ich habe richtig mitgelitten. Allerdings glaube ich nicht, dass jeder am Hof weiß, dass Hagen Bryndts Vater ist. Zumindest Gunther weiß es nicht. Es gibt da eine Szene in den Erinnerungssequenzen, in der Gunther mit Volker von Alzeye über seine Familie spricht und über Brynhild und seinen Sohn nachdenkt.

Die beiden Gesandten der Sachsen, Batu und Hurlo, sind ja wirklich "allerliebst"  ;D Was für eine Situation! Da wäre ich zu gern dabei gewesen. Dass Hagen einen solch großen Ruf hat, war mir bislang nicht bewußt. Bryndt hat zwar schon vorher von ihm als den größten Helden gesprochen, aber das hatte ich eher als subjektives Empfinden eingestuft, da Bryndt Hagen unendlich vergöttert. Umso mehr bin ich jetzt auf Siegfried gespannt und wie er es schaffen konnte, Hagen den Rang abzulaufen.

Dankwart und Hagen scheinen den gleichen Vater zu haben, aber dazu wird sicher noch einiges an Informationen kommen.

Es bleibt spannend  ;)

Zu Ihrer Frage, Frau Alvarez: Ja, ich kann mir fast alle Figuren vorstellen, überhaupt habe ich während des Lesens oft das Gefühl, einen Film zu sehen. Es fällt nicht schwer, mitzufühlen. Gesichter habe ich nicht immer vor Augen, aber das finde ich nicht schlimm. Die Personen sind sehr plastisch dargestellt und ich erlebe hier ein Kopfkino vom feinsten.

Bis später,

Sansa

Offline Liandra

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Re: Viola Alvarez - Die Nebel des Morgens (S.79-138)
« Antwort #11 am: 30. März 2007, 23:11:27 »
Hallo zusammen,

Die Szene, die Bryndt und Hagen auf dem Übungsplatz bzw. im Stall beschrieb, konnte ich mir bildlich vorstellen. Hagen spricht hier auch von Liebe zu Bryndt, das hat mich  ein bißchen überrascht. Aber er scheint einfach einen guten Charakter zu haben - Treue, Ehre, Zuverlässigkeit, Aufrichtigkeit, ..... . Auch als Regent, bis Gunther sein Königsamt antreten kann, stellt er sich als ein zuverlässiger Mann dar.

Wie Krimhild sich dann aufführt, als ihre Mutter von einem Ehemann spricht, - lässt sich das auf das Verstoßene 2-jährige Kind zurückführen? Oder ist es nur eine Ablehnung der bestehenden Sitten?

Die Sprache der Geschichte gefällt mir von Seite zu Seite immer noch besser. Sie bringt für mich das Erzählerische so in den Vordergrund, so dass ich auf eine besondere Weise das Gefühl habe, wirklich dabei zu sein. "Ihr könnt Euch natürlich gleich jetzt ergeben, das ginge auch." ... oder .... "Muss der so übertreiben?" ....

Der Vater von Dankwart und Hagen - dieses Biest - macht mich schon sehr neugierig. Wahrscheinlich ist er eine Schlüsselfigur zur Geschichte Hagens. Dass dieser krank wurde, hat mich etwas irritiert. Ich wartete darauf, dass er schnell wieder gesund würde und "das Ruder" übernähme, aber seine Krankheit hat dann immerhin doch einige Tage gedauert, wo er komplett außer Gefecht gesetzt war. Und genau hier wird er ein wenig offener, da sich seine Vergangenheit ein wenig in den Vordergrund drängt. 

Ich kann mir Gunther, Hagen, Krimhild, Hurlo, Batu und Uote sehr gut vorstellen. Bei mir spielt sich die Geschichte wie in einem Film ab (wie wahrscheinlich bei den meisten). Es sind dann einfach auch so bestimmte Szenen, die ich dann sofort wieder im Kopf habe, wenn ich an eine Weiterführung der Szene komme. Deswegen liebe ich das Lesen auch so, weil die Geschichten und ihre Personen sich in meinem Kopf auf eine persönliche und individuelle Art abspielen.

Viele Grüße

Liandra




Offline Viola Alvarez

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Hagens Vater und andere Geheimnisse
« Antwort #12 am: 31. März 2007, 19:52:40 »
Was Hagens Vater angeht, muss ich einsteweilen leider auch den Mund halten. Ebenso werde ich nichts über die Vollmondnächte veratmen. Aber was mich interessieren würde, wenn das Geheimnis gelüftet wird: Hättet Ihr's geraten?

Viele Grüße,

Viola Alvarez

Offline Bianca

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Re: Viola Alvarez - Die Nebel des Morgens (S.79-138)
« Antwort #13 am: 01. April 2007, 18:15:24 »
Hallo!

Wie steht es eigentlich mit den Sympathieverteilungen?

Tja, das ist so eine Sache, die sich im Laufe einer Geschichte immer schnell ändern kann  ;).

Gunter ist mir nicht sonderlich sympathisch, aber ich habe Mitleid mit ihm, weil er eine Rolle ausfüllen muß, die ihm eigentlich nicht liegt und für die er nicht geeignet ist.

Zitat von: Kathrin
Apropos Hagen und Dankwart, ich glaube Seychella hatte das im vorherigen Thread auch schon erwähnt. So ganz klar ist mir ihre Verbindung auch nicht wirklich.

Mir ist es auch nicht klar, aber Blutsbrüder sind sie vom Gefühl her eher nicht.

Zitat von: Liandra
Wie Krimhild sich dann aufführt, als ihre Mutter von einem Ehemann spricht, - lässt sich das auf das Verstoßene 2-jährige Kind zurückführen? Oder ist es nur eine Ablehnung der bestehenden Sitten?

Krimhild tut mir wahnsinnig leid, wie grausam muß doch diese plötzliche Ablehnung für sie gewesen sein! Und das anschließende "Leben" im Frauentrakt macht die Sache auch nicht besser...weggesperrt und vergessen! Nein, in dieser Zeit möchte ich nicht Frau sein...

@Viola Alvarez
Ihre Frage nach der bildhaften Vorstellung kann ich nicht so komplett beantworten...ich habe zu Krimhild, Sigfried und Bryhild ein sehr klares Bild, alle anderen existieren nur als schemenhafte Vorstellung  :-\.

Euch allen noch einen schönen Abend,
liebe Grüße
Bianca



Liebe Grüße,

Bianca

Offline Viola Alvarez

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Fragen zu Hagen
« Antwort #14 am: 02. April 2007, 09:25:12 »
Guten Morgen,

es tut mir Leid, aber zu allen Fragen, die Hagen, seinen Bruder, Pannonien, seinen Vater betreffen, kann ich immer nur sagen - Geduld, leider - oder schön.

Herzliche Grüße,

Viola Alvarez