Forlane ... Passacaglia und Menuett ... du rast ja förmlich durch das Buch! Respekt!
Bevor ich mir das jetzt aber alles zur Brust nehme, muss ich mal eben Leah was verraten:
However, schoen brav sein.
Was' n das jetzt wieder für 'ne abgedrehte Idee? Brav? Ascan von Bargen - brav?
Sonst muessen wir mal vor die Tuer gehen 
Und ich weiß gar nicht mal so genau, ob die Tür das gut finden würde ...

Was für ein Tod für den Coroner! Und dann dieser Kontrast: das kleine süße Mädchen! Unheimlich...
Und wie unangenehm erst für die Zuschauer ...!
Der Marquis Nevers ist also wieder aufgetaucht.
Oh-oh ... *flüstereiligwaszu* "Der Marquis
de Nevers!"
Da ist der gute Mann ziemlich eigen ...!
Und jetzt gehts auch schon ans rätseln. Ich liebe solche Rätselauflösungen. Ist es eigentlich schwierig, ein Rätsel, von dem du ja als Autor die Lösung weißt, so aufzubauen, dass du nicht zu viel oder zu wenig verrätst und es dabei für den Leser spannend bleibt. Ich habe mir die Frage schon öfter gestellt, denn wenn man selbst die Lösung weiß ist man ja mit Wissen vorbelastet und kann nicht mehr ahnungslos darangehen, wenn du weißt was ich meine.
Nein, es ist total bekloppt, sich auf solche Rätsel einzulassen, um ehrlich zu sein. Denn ich kann ja mal niemanden fragen, was das denn da bedeuten soll. Lösungsheft oder so gibt es ja nicht.
Es ist nämlich so, dass mir auch der Brief quasi spontan "diktiert" worden ist. Ich habe da so eine merkwürdige Arbeitsauffassung - ich glaube nämlich, dass ein Buch oder ein Musikstück, oder was auch immer im GEIST schon existent ist. Es ist schon komplett fertig und man muss es quasi nur noch in die Realität "downloaden". Also schreibe ich einfach und plötzlich liest Duncan diesen Brief. Toll. Und ich sitze da und denke: "Ach? Und was soll das jetzt wieder bedeuten, hä?!"
Was ich sagen will: Ich kenne die Lösung am Anfang ja auch nicht. Aber ... "die da oben", die kennen sie schon. Ich lass die dann immer machen. Passt schon. -- Dann, irgendwann, kenne ich natürlich die Lösung und verpacke sie auf eine gewisse dramaturgische Weise, damit der Leser mit klopfendem Herzen der Spur der kleinen Häppchen folgt, die ich für ihn ausstreue ...

Ich bin dann auch ziemlich erschrocken, als die Lanze plötzlich geflogen kam. So wie ein plötzlicher Schreckmoment im Film, wenn z. B. plötzlich was ins Bild kommt und man vor Schreck zusammenzuckt.
Jippieh! Genauso sollte es sein! Schön, dass das bei dir schon mal funktioniert hat! (Kein Witz! Man will ja hier und da eine Wirkung erzielen - das ist wirklich großartig, dass es hingehauen hat!)
Und dann verschwinden die auch noch im Boden. Oh je, wo werden sie da landen?
Verdammte Cliffhanger ... die rauben einem noch den letzten Nerv ...!

Auf der anderen Seite der Opernbesuch. War mir klar, dass man in der Geschichte nicht entspannt die Oper besuchen kann. Ambrose ist ja sowieso schon ziemlich fertig. Hoffentlich vertraut er sich seinem Sohn bald an, nicht dass ihm vorher noch was zustößt.
Kastrate! Gab's das wirklich? Ich befürchte es fast!
Klasse Erkenntnis von Rebecca, dass man doch Frauen das Singen auf der Bühne erlauben sollte. Ihre emanziperte Seite? 
Nee, das ist natürlich logisch. Sie lesen einen Roman von Ascan von Bargen. Da geht niemand entspannt in eine Oper, anschließend spazieren und dann in die Heia. (Aber das will ja auch niemand wirklich lesen, sowas, oder?)
Kastrate? Eine herrliche Erfindung! Gerade erst gestern lief auf VOX eine Dokumentation über Hoden, deren Funktion und Befindlichkeit. (Nein, es wurden diesmal ausnahmsweise keine spanischen Kochrezepte in diesem Zusammenhang präsentiert ...)
Na, jedenfalls - die "Herr"schaften Kastraten waren damals D I E S T A R S überhaupt!
Danke, Apostel Paulus. Denn ohne Paule keine Kastraten.
Der Held kam nämlich auf die bahnbrechende Idee, irgendwo in der Bibel zu notieren, dass das Weib in der Kirchengemeinde bitteschön die Klappe zu halten habe. Daraus haben dann später irgendwelche Kirchenstrategen abgeleitet, dass Gott offenbar keine weiblichen Stimmen hören mag. Zumindest nicht in Kirchen. Und schon gar nicht im Kirchenchor, weil die immer so quietschen.
Ergo: Männer müssen singen, Frauen haben gefälligst Auftrittsverbot. (Zu Shakespeares Zeiten wurden ja auch die Frauenrollen von Männern gespielt!)
Wenn nun aber da ein Riesenchor mit Bässen und Tenören steht, dann kann dieses ewige Subwoofer-Gebrumme auch nicht sooo völlig gottgefällig sein, befand man irgendwann gelangweilt. Wie also hohe Gesangsstimmen herbeizaubern, ohne lästige quietschende Frauen beanspruchen zu müssen? --
Richtöööch: Wozu gibt es Knaben?
Und da man irgendwie schon wusste, dass die formschönen Testoteron-Liferanten zwischen den Oberschenkeln irgendwann den Stimmbruch einleiten und die angenehmen Singstimmen ruinieren - was natürlich geschäftsschädigend war - hat man kurzerhand zur Schere gegriffen und den Jungen
*schnipp! schnipp!* die kleinen Piemontkirschen einfach abgeschnitten.
(Ist euch eigentlich auch mal aufgefallen, dass manche von diesen dunklen eingelegten spanischen Oliven irgendwie ...
komisch schmecken? Ich vermute, dass ... ähem ... *räusper* ... ich hab nichts gesagt ...)
Nein, hat damals wirklich nicht jeder Junge überlebt. Viele sind einfach stur verblutet, weil sie partout keine Gesangskarriere angestrebt hatten. (Danke Paule, ne? Nächstes Mal denken wir erst mal über die Konsequenzen unserer Handlungen nach, ehe wir hier kluge Gemeinderegeln aufstellen und behaupten Gottes Willen in Bezug auf den Klang von Frauenstimmen
(update v2.0) zu verkünden, ne?)
Die meisten dieser Kastraten wurden tatsächlich in der Gegend von Amalfi und Neapel ... äh ... "designt". Einer der größten und berühmtesten damals war natürlich Carlo Broschi, genannt FARINELLI. Händel & Co. haben wahnsinnig gern und viel für Kastraten komponiert. Arien noch und nöcher. Auch bei Hofe hat man die Jungs gerne gehabt, da sie nämlich interessanterweise erektionstechnisch zu 100% einsatzbereit waren. Da aber die lästige Sorge ungewollter Schwangerschaften bei ihnen naturgemäß entfiel, freuten sich meist die Damen bei Hofe sehr über netten Kastratenbesuch bei Kaffee und Kuchen. Aber nicht nur die.
Und was ist denn mit Christopher los? Der genießt das Leben ja wirklich nach allen Seiten. 
Christopher vertritt die pragmatische Ansicht, dass man eine Versuchung nur loswird, indem man ihr nachgibt. (Er hatte natürlich damals noch nicht ahnen können, dass diese Ansicht später mal durch ein Bonmot von Oscar Wilde berühmt werden würde ...)
Puh ... diesmal hatte ich aber viel zu schreiben ... jetzt erst mal inne Kur.
Wir sehen uns dann. In ein paar Wochen, dann können wir hier direkt weitermachen, ne?
Viele Grüße!
A