Autor Thema: Die Legenden des Abendsterns - Sarabande, Loure, Air (bis S. 121)  (Gelesen 4247 mal)

Online nimue

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Hier könnt Ihr zu den den Kapiteln Sarabande, Loure und Air (bis Seite 121) schreiben.

Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.
Wenn Du keinen Menschen töten kannst - gut; kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten - noch besser; keine Fische und Insekten - noch besser. Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst. Darauf kommt alles an. (Leo Tolstoi)

Offline Heimfinderin

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Re: Die Legenden des Abendsterns - Sarabande, Loure, Air (bis S. 121)
« Antwort #1 am: 17. März 2007, 12:48:22 »
Hallo,

ich bin jetzt auf Seite 80 und will kurz was schreiben, ich muss nämlich gleich weg. Was ich aber die ganze Zeit immer vergessen habe zu erwähnen und was mir jetzt aufgefallen ist, ist die Sache mit den Musikstücken, die als Überschriften verwendet werden.
Hier heißt es Sarabande . Ich habe mal bei Wikipedia nachgeschaut und gelesen, dass sich diese höfische Tanzform aus einem Fruchtbarkeitstanz entwickelt haben soll, einem wilden lasziven Paartanz. Diese Überschrift passt ja ganz gut zu dem Beginn des Kapitels  ;D . Die anderen Stücke bisher waren für mich nicht so eindeutig. Haben die Stücke immer einen Bezug zum Inhalt oder hat es außer dem Barocken keine weitere Bedeutung?

Die Mantel-und-Degen Geschichte, die du erwähnt hattest mir sehr gut gefallen. Du beschreibst wirklich sehr gut und detailreich, dass das Lesen richtig Spaß macht. Christopher als neue Person ist mir erst mal sympathisch, scheint aber nicht vor jugendlichem Leichtsinn geschützt zu sein. Mal sehen, welche Bedeutung er noch bekommt.

Bei Swanson dagegen war ich gleich wieder etwas angespannter. Es war gleich zu spüren, dass da was kommen wird, was ja die Szene mit dem Schrank andeutete. Dieses ungewisse Unheil in der Kirche später ist eine Spannung, die mir "zusagt". Überhaupt fand ich es toll gemacht, wie die Spannung so nach und nach immer mehr steigt und häppchenweise Andeutungen geliefert werden, über die man rätseln kann. Was hat es mit dem Buch auf sich?, Wer oder was ist  diese Macht?  Was hat Swanson damit vor?.

Eine Frage noch zu der Kirche: Du beschreibst auch diese wieder sehr detailiert, so dass sie vor dem eigenen Auge bildlich wird. Hast du da ein reales (Vor)Bild, das du beschreibst oder beschreibst du da eine Räumlichkeit ganz aus deiner Fantasie?

Ich wollte noch irgendwas schreiben, aber hier wird schon gedrängelt. Ich melde mich  dann später nochmal, wollte das aber schnell loswerden.

Bis dann
Liebe Grüße
Heimfinderin

Offline Ascan von Bargen

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Re: Die Legenden des Abendsterns - Sarabande, Loure, Air (bis S. 121)
« Antwort #2 am: 17. März 2007, 14:49:25 »
Hallo, Heimfinderin!

Das sind ja wieder tolle Neuigkeiten, die ich da zu lesen kriege!

Ich gehe beim Schreiben immer sehr emotional vor. Dabei gibt es (mindestens) zwei Möglichkeiten: Entweder ich bin gerade in einer gewissen Stimmung und lege dann eine entsprechende Musik als Untermalung auf, oder ich bin gerade in keiner besonderen Stimmung, sondern versuche sie durch Musik erst hervorzurufen.

Ehrlich gesagt - ich hatte keine Ahnung, dass die Sarabande aus einem Fruchtbarkeitstanz hervorgegangen ist ... Aber das ist für mich DIE beste Neuigkeit des Tages! Ich bin nämlich ganz nach Gehör vorgegangen. Und wenn man sich eine Sarabande anhört, wird man feststellen, dass sie einfach wahnsinnig sexy und erotisch klingt...

(Sehr berühmt: Georg Friedrich Händels "Sarabande aus der Suite Nr.4, d-Moll". Ein Musikstück, dass quasi das "Titelstück" der "Legenden des Abendsterns-Suite" ist. -- Da gab es mal diesen Levi's-Werbespot, in der junge Leute sinnlos über Baumstämme joggen. Dieser Spot ist seinerzeit mit der Sarabande unterlegt worden. -- Ich hätte zu dieser Musik allerdings einen völlig andersartigen Werbespot gedreht...  :D  )

Aus dem Gefühl heraus war mir einfach klar, dass "Sarabande" der richtige Name für dieses Kapitel sein musste. -- Ähnlich emotional bin ich auch bei den anderen Kapiteln vorgegangen. Allerdings gibt es manchmal natürlich deutlichere Bezüge, manchmal auch nicht so sehr deutliche.

Kleiner Tip ---> Auch das Kapitel "Courante"  trägt nicht ohne Grund diesen Namen... ;)

Zitat
Du beschreibst wirklich sehr gut und detailreich, dass das Lesen richtig Spaß macht.
Vielen, vielen Dank für dieses Kompliment!

Zitat
Eine Frage noch zu der Kirche: Du beschreibst auch diese wieder sehr detailiert, so dass sie vor dem eigenen Auge bildlich wird. Hast du da ein reales (Vor)Bild, das du beschreibst oder beschreibst du da eine Räumlichkeit ganz aus deiner Fantasie?

Nun, es gibt Kirchen, die nach gar nichts aussehen und die auch auf Anhieb gar nichts in einem anrühren. Und da gibt es Kirchen, die schon etwas in einem auslösen, wenn man sie nur aus der Entfernung sieht.

Diese hier ist eine Mischung aus meiner Fantasie (größtenteils) - und allen möglichen stimmungsvollen Kirchen, die ich schon wirklich oder zumindest auf Fotos oder in Filmen zu sehen bekommen habe.

Aber real ist sie natürlich trotzdem, bis zu einem bestimmten Grad. Ich habe sie schließlich gebaut. Und du hast sie ja ebenfalls, mit einigen Veränderungen hier und da, (nach)gebaut. -- Zumindest behauptet Jean Paul Sartre das, wenn er sagt: "Lesen ist gelenktes Schaffen."

Ich bin schon wieder total gespannt, was du mir als nächstes schreiben wirst!

Viele Grüße!
A

P. S. : Und gespannt bin ich natürlich auch, ob sich nach und nach ein paar andere Leserundler hier einfinden werden?
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Offline Leah B. Natan

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Re: Die Legenden des Abendsterns - Sarabande, Loure, Air (bis S. 121)
« Antwort #3 am: 17. März 2007, 20:24:38 »
Hi zusammen,

nach ausgiebigem Shoppen, bummeln und schlemmen mit meinem Liebsten & Mitautoren nun hier meine Fortsetzung. Ich habe gestern abend bis Seite 93 weitergelesen, argwoehnisch beaeugt von einer unserer Katzen, deren auf das Buch gerichtete, permanent entsetzt aufgerissenen Augen perfekt zum Buch passten.  ;D

Okay, dann mal los:

Die Szene am Anfang der "Sarabande" hat mir ein leichtes Uebelkeitsgefuehl entlockt. Es muss ein schwaerender, stinkender und unangenehmer Ort gewesen sein, wenn "kaeufliche Schoenheiten" Nachttopfinhalte oder gar den direkten Blaseninhalt auf die Straße hinunterschuetteten. Hm, die hockten dann wohl mit gerafften Kleidern auf den Balkongittern? Obwohl...schmutzig-stinkend waren damals die meisten Stadtteile, und dass man die Notdurft schlicht aus dem Fenster befoerderte, war ebenso ueblich. Wer da noch sauteure Perücken spazierentrug, war selber schuld,fg Und waehrend wir heute Ekel zeigen, haetten wir es als Kinder der damaligen Zeit nicht anders getan.  :o

Christopher scheint ein ebenso schlimmer wie sympathischer Junge zu sein. Ein irgendwie putziger Frauenheld. Ich mag die Figur. Aber Moment mal, Ascan *grinst* Wie war da zu lesen? Pupurne Spitze?  ;D Damit sollte er mal zum Arzt, was? *lacht* Was mir auffaellt ist deine eher blumige, weichzeichnerische Art, gewisse erotische Dinge zu beschreiben. Mach ich übrigens auch so,fg Sie steht in interessantem Gegenstatz zu den doch recht krass beschriebenen Gruselstellen und wird von einem maennlichen Autor eher nicht erwartet. Doch es gefaeltt mir. Weitaus mehr als die heute so ueblichen reisserischen und groesstenteils ekelhaften Beschreibungen. Deine Passagen klingen da eher...hmm...liebevoll  ;)

Bezueglich der Kapfszene schließe ich mich Heimfinderin an. Unterhaltsam und lebendig beschrieben. Menschen-Maennchen! seufz

Amuesant fand ich die Stelle, an der Christopher die Bruecke ueberquert und eine wahre Kaskade an Dueften wahrnimmt. Koriandersamen? Hm, dazu faellt mir kein Geruch ein. Da entsteht bei mir die Frage: Koennte ein Mann Nelkenaegel, Mohn, Lavendel und Ingwer unterscheiden? Ein gewoehnlicher Mann wuerde wohl dahergehen und denken "riecht komisch". Oder "riecht wie das Parfuem meiner letzten Eroberung".  Ich denke solche Gerueche stellen da für Maenner (sorry, soll nicht negativ klingen) ein ebensolches Mysterium dar wie Farben namens Malve, Apricot oder Lachs.  ;D Christopher ist also schon außergewoehnlich. Uebrigens: deine Beschreibung "die ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages ließen den Himmel wie Eisen unter dem Schmiedehammer ergluehen" gefiel mir sehr. Zuerst stutzte ich, doch dann entstand das dazu passende Bild in meinemn Kopf und der Romantiker in mir war angetan  ;D

Die Hinrichtungszene des kleinen Jungen war uebel. Unfassbar, wozu Menschen faehig sind. Aber das war damals so und heute immer noch. Solche schrecklichen Szenen spielen sich noch immer ab, nur verbirgt eine duenne Schicht von sogenannter Zivilisation oder schlicht die moderne rosa Brille das Greul.  Mir ging die Frag durch den Kopf: Wuerde man ein solches Schauspiel heute erneut abziehen (Hinrichtung als oeffentliche Volksbelustigung), waeren die Plaetze nicht wieder voll? Voll mit handykamerabewaffneten Jugendlichen und voll mit neugierigen Gaffern? Haben sich die Menschen wirklich geaendert. Ich wuerde sagen nein.
Zurueck zur Szene: Spaetestens als kurz vor dem Tod Timmys dessen dreckverschmierte Stupsnase erwaehnt wird, muss man schlucken und innehalten.

Die Szene in der Kirche...ja, die war sehr lebendig und anschaubar beschrieben. Die Spannung steigt, und ebenso das Raetselhafte. Nach und nach werden kleine Haeppchen hingeworfen, um den Appetit zu steigern. Die aetherische Erscheinung im Wald gefaellt mir, was ist verlockender als die Mischung aus Grausamkeit & Schoenheit? Ebenso grausam wie verfuehrerisch. Das ist genau mein Ding,fg

Und nun wurde auch Duncan eingeführt. Eine sympathische Figur bisher. Sein Mitleid für die arg getriezte Schwester kann ich nur zu gut nachvollziehen. Eine "Dame" hätte ich damals wahrlich nicht sein moegen.

So, das soll es erstmal gewesen sein. Werde wohl nachher noch ein wenig weiterlesen, bevor ich mit Jay in die Nacht entschwinde  ::)

@Ascan: wird schon werden, nur ruhig Blut *zwinker*
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Offline Heimfinderin

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Re: Die Legenden des Abendsterns - Sarabande, Loure, Air (bis S. 121)
« Antwort #4 am: 17. März 2007, 22:21:14 »
Hallo,

das war gar nicht beabsichtigt mit der Sarabande? Nur vom Gefühl und vom Hören her. Das ist ja genial! Leider kenne ich mich mit der Musik nicht so gut aus, hat mich jetzt aber neugierig gemacht. Muss ich mir doch mal anhören, die verschiedenen Stücke.

Kleiner Tip ---> Auch das Kapitel "Courante"  trägt nicht ohne Grund diesen Namen... ;)
Hmmm  .  . . laufend, fließend, ungerader Takt, rascher Tanz. Vielleicht weil in dem Kapitel viel gerannt wird? Aber du meinst jetzt nicht den Tanz an der Decke?  :o

Ich wollte heute morgen noch was über die historischen Details schreiben. Ich lese gerne historische Romane und mir fällt auf, dass du immer wieder Details erwähnst, die die Vergangenheit, in der die Geschichte spielt, deutlich macht. Da wird ein Seifensieder genannt, eine weiße Perücke, die in den Schlamm fällt oder auch James II und die Sache mit den Katholiken. Man fühlt sich immer wirklich in der alten Zeit. Eigentlich liegt ja das Hauptaugenmerk der Geschichte nicht darauf, aber ich finde es authentischer, wenn man eine Geschichte in einer bestimmten Zeit spielen lässt, und das auch erkennbar ist.

So, ich habe gerade noch ein kleines Stück bis S. 98 weitergelesen (damit ich gefahrlos Leahs posting lesen kann).

Was mir auffaellt ist deine eher blumige, weichzeichnerische Art, gewisse erotische Dinge zu beschreiben. Mach ich ?brigens auch so,fg Sie steht in interessantem Gegenstatz zu den doch recht krass beschriebenen Gruselstellen und wird von einem maennlichen Autor eher nicht erwartet. Doch es gefaeltt mir. Weitaus mehr als die heute so ueblichen reisserischen und groesstenteils ekelhaften Beschreibungen. Deine Passagen klingen da eher...hmm...liebevoll  ;)

Genau, da stimme ich Leah zu. Die Stelle war schön zum Luftholen und hätte aus einem netten  Schmöker sein können.

Duncan finde ich auch ganz sympathisch beschrieben. Man merkt ihm aber auch an, dass er eine Last zu tragen hat. Und dann kommt auch noch der ungestüme Christoph und bringt ihn fast um. . . Andererseits aber auch gut, dass dieser noch da war, denn der Tod Swansons vorher ließ mich befürchten, dass Christopher auf Seite 74 das gleiche Schicksal ereilt haben könnte. Schließlich war er auch im Wald und wir haben an der Stelle nur erfahren, dass er sich umblickte und erstarrte. Vielleicht werden Duncan und Christopher ja ein Team. Hilfe könnte er wirklich brauchen, wenn sogar Kopfgeldjäger hinter ihm her sind.

Die Hinrichtungszene des kleinen Jungen war uebel. Unfassbar, wozu Menschen faehig sind. Aber das war damals so und heute immer noch. Solche schrecklichen Szenen spielen sich noch immer ab, nur verbirgt eine duenne Schicht von sogenannter Zivilisation oder schlicht die moderne rosa Brille das Greul.  Mir ging die Frag durch den Kopf: Wuerde man ein solches Schauspiel heute erneut abziehen (Hinrichtung als oeffentliche Volksbelustigung), waeren die Plaetze nicht wieder voll? Voll mit handykamerabewaffneten Jugendlichen und voll mit neugierigen Gaffern? Haben sich die Menschen wirklich geaendert. Ich wuerde sagen nein.
Zurueck zur Szene: Spaetestens als kurz vor dem Tod Timmys dessen dreckverschmierte Stupsnase erwaehnt wird, muss man schlucken und innehalten.

Ja, da musste ich auch schlucken. Solche Hinrichtungen waren ja wirklich Volksbelustigung. Aber heute rennt die Menschheit ja  auch immer noch dahin, wo was passiert. Und wo du die Handykameras ansprichst:  Passiert nichts, wird die Sache halt selbst in die Hand genommen und  jemand zusammengeschlagen und dabei gefilmt, damit es schön real ist.

Ich weiß auch nicht, wo die anderen bleiben. Vielleicht schneien ja jetzt am Wochenende alle rein. . .

So, jetzt lese ich noch etwas weiter . . .


 :winken:
Liebe Grüße
Heimfinderin

Offline Ascan von Bargen

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Re: Die Legenden des Abendsterns - Sarabande, Loure, Air (bis S. 121)
« Antwort #5 am: 18. März 2007, 12:36:53 »
Einen wunderschönen guten Morgen allerseits!

Das Wetter ist mal so richtig übel, heute. Was wiederum gut für mich ist, denn es ist genau das richtige Wetter, um es sich zu Hause mit einem guten Buch gemütlich zu machen. Und wie es der Zufall will, gibt es da dieses Buch, das ich geschrieben habe und ... ähem ... jedenfalls ... *räusper* ...

Falls also die Früheinsteiger unter uns nicht gerade an der Copacabana liegen, was zwar nicht als Entschuldigung, aber immerhin als Erklärung durchgehen würde, wäre das heute sicher der perfekte Tag, um sich aktiv in die Leserunde einzubringen.    ;) :D

However, jetzt erst einmal zu den vielen Fragen und Anmerkungen von Leah und Heimfinderin!

Hm, die hockten dann wohl mit gerafften Kleidern auf den Balkongittern?
Ja, das war ein toller Anblick! (Wir haben uns als damals gerne etwas abseits gehalten, auf der anderen Straßenseite. Und natürlich haben wir uns köstlich amüsiert, an Tagen, an denen uns diese Show geboten wurde.)

Christopher scheint ein ebenso schlimmer wie sympathischer Junge zu sein. Ein irgendwie putziger Frauenheld. Ich mag die Figur. Aber Moment mal, Ascan *grinst* Wie war da zu lesen? Pupurne Spitze?  ;D Damit sollte er mal zum Arzt, was? *lacht*

Nein, nein. Das stimmt schon so. Überleg mal. Christopher hat die ganze Nacht durchgef...eiert.

Was mir auffaellt ist deine eher blumige, weichzeichnerische Art, gewisse erotische Dinge zu beschreiben. [...] Sie steht in interessantem Gegenstatz zu den doch recht krass beschriebenen Gruselstellen und wird von einem maennlichen Autor eher nicht erwartet. Doch es gefaeltt mir. Weitaus mehr als die heute so ueblichen reisserischen und groesstenteils ekelhaften Beschreibungen. Deine Passagen klingen da eher...hmm...liebevoll  ;)
Zunächst einmal: Ich empfinde das als großes Kompliment!
Ich habe es nämlich versucht, mit Hass und Wut zu schreiben. Das funktioniert für mich einfach nicht. Liebe und Aufrichtigkeit muss vorhanden sein, wenn ich was Vernünftiges zuwege bringen will.

Aber ich weiß gar nicht so genau ... Marion Zimmer Bradley oder Anne Rice haben sich ihre ersten schriftstellerischen Brötchen mit Hardcore-Porno-Romanen verdient. Ich bin da also nicht ganz sicher, ob man da wirklich so allgemeingültig sagen kann, dass Frauen grundsätzlich eher "sanft" beschreiben und Männer eher zu derben, reißerisch-ekelhaften Ausdrücken neigen?

Ein wichtiges Stichwort ist aber schon gefallen, der "Gegensatz", der Kontrast. Spannung kann nur entstehen, wenn man weiß, die gegensätzlichen Stimmungen / Sequenzen auszugleichen. Dauernd auf Volldampf kann man nicht fahren. ZU lange die Zügel schleifen zu lassen erzeugt hingegen Langeweile.

Ich versuche die Dinge immer so zu beschreiben, wie es die einzelnen Figuren oder Szenen eben erfordern. An dieser Stelle eine wilde Hardcore-Szene einzubauen, hätte die Stimmung und die Absicht dieser Szene völlig kaputt gemacht.

Well, es gibt zwei Arten, den "Weichzeichner" einzusetzen. Und eine davon ist falsch.  ;D

Ein Wort noch zu den "Gerüchen": Achtung! Ich habe ja gar nicht behauptet, dass Christopher da mit geweiteten Nüstern und schnuppernd auf der Brücke steht, während er darüber philosophiert, nach was das da jetzt alles riecht! Ich habe lediglich gesagt, dass alle diese Gerüche in der Luft liegen, über die Themse wehen, während Christopher versucht, sich seinen Weg durch die Menge zu bahnen. Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied. Das ist eine Beschreibung der Atmosphäre, nicht die seines Innenlebens.

Seine Charakterisierung finde ich übrigens sehr treffend. Ein sympathischer Typ und Frauenheld ... gut, das ist jetzt eine Tautologie, ich weiß ...  ;D
Christopher hat im Prinzip nur ein Hobby und Interesse auf der Welt. Und diese Welt ist einfach schön. Unbeschwert und eine einzige Party, selbst wenn er sich mal duellieren muss.
Naja, bis zu dem Augenblick, als es ihn unerwartet ... "aus dem Sattel haut" ...  ;)

Die aetherische Erscheinung im Wald gefaellt mir, was ist verlockender als die Mischung aus Grausamkeit & Schoenheit? Ebenso grausam wie verfuehrerisch.

Wir werden ihr sicher wiederbegegnen ... vermute ich ...  :)

Und nun wurde auch Duncan eingeführt. Eine sympathische Figur bisher. Sein Mitleid für die arg getriezte Schwester kann ich nur zu gut nachvollziehen. Eine "Dame" hätte ich damals wahrlich nicht sein moegen.
8)

Ich lese gerne historische Romane und mir fällt auf, dass du immer wieder Details erwähnst, die die Vergangenheit, in der die Geschichte spielt, deutlich macht. Da wird ein Seifensieder genannt, eine weiße Perücke, die in den Schlamm fällt oder auch James II und die Sache mit den Katholiken. Man fühlt sich immer wirklich in der alten Zeit. Eigentlich liegt ja das Hauptaugenmerk der Geschichte nicht darauf, aber ich finde es authentischer, wenn man eine Geschichte in einer bestimmten Zeit spielen lässt, und das auch erkennbar ist.
Das ist mir persönlich auch sehr wichtig. Es sind oft Kleinigkeiten, die einfach mit einer bestimmten Epoche assoziiert werden, und die gehören für mich in eine solche Geschichte. Wie gesagt - im Grunde ist es eine Art "Historischer Roman mit phantastischen Elementen". Und ich mag es ja selbst auch lieber, wenn mich ein Autor/eine Autorin nicht mit Fachwissen zumüllt, sondern hier und da kleine Infohäppchen verteilt, die die Sache rund und authentisch werden lassen.

Kleine Anmerkung: Es macht wahnsinnig viel Spaß, den Roman völlig neu, aus ganz neuen Perspektiven, zu erleben!
Vielen Dank für eure Rückmeldungen!

Greetings!
A
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Offline Heimfinderin

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Re: Die Legenden des Abendsterns - Sarabande, Loure, Air (bis S. 121)
« Antwort #6 am: 18. März 2007, 18:10:26 »
Hallo,

ich habe jetzt Air beendet. Musik liegt in der Luft, im wahrsten Sinne des Wortes. Wie du die Musik beschreibst ist echt klasse ich nehme an, es ist Air? Ich spürte sie beim Lesen fast selbst, auch wenn ich sie nicht kenne.Und sie unterstreicht Ambroses Gefühle toll von Beglückung bis  Furcht, wenn sie wie ein grollendes Sommergewitter über das Haus hinwegstürmt. Diese Verflechtung von Musik, Natur und Ambroses Gedanken hat mir gut gefallen. War das geplant, oder kam es dir so beim Schreiben und Hören der Musik, sie im Roman so einzusetzten?

Bei dem Streit mit dem Musiklehrer kam mir Christopher wie ein pubertierender Junge vor. ;D Wie alt ist er eigentlich? Es untersteicht aber sein Wesen, das doch wohl auf Vergnügen und weniger auf den Ernst des Lebens gepolt ist. Und er war auch noch derjenige, der die Kopfgeldjäger auf Duncan gehetzt hatte. Ich schrieb noch gerade oben, dass dieser ja gut Christophers Hilfe  gebrauchen könnte  ::) .

Und dann kommt der "Hof der Wunder", das nächste Musikstück  :o  ;D Diesen Rausch der Sinne hast du ja wieder sehr bildreich beschrieben.  ;)  Das waren doch etwas andere Fontänen als in Ambroses Garten.  ;D  Was für ein Schauspiel! Als der Vorhang fiel musste ich nach dem ersten Schreck erst mal lachen. Überhaupt finde ich auch mal kleine humorvolle/ironische  Stellen, gerade im Zusammenhang mit Christopher und Duncan. Schön.

Allerding schlägt die Stimmung schlagartig um und wird von Grauen abgelöst. Ich fand es sehr unheimlich beschrieben. Interessant auch dieses Bild des Verkriechens in schützende Dunkelheit vor einer Schwärze durch völlige Abwesenheit von Licht. Wieder eines der Bilder, die du beschreibst, die Bilder im Kopf entstehen lassen und das ganze irgendwie plastischer  erscheinen lassen (Ich hätte mir diese Stellen mal herausschreiben sollen, denn das gefällt mir echt gut. Leah erwähnte vorher z. B. mal die Sonnenstrahlen, die den Himmel wie Eisen unter dem Schmiedehammer erglühen ließen. Hat mir auch sehr gut gefallen).
Und als es dann kälter wurde und die grauenvollen Wesen den Auftritt der Göttin vorbereiteten wurde mir auch leicht kalt.  :o

Du schaffst es jedenfalls mittlerweile, dass ich das Buch, sobald ich Zeit finde, in die Hand nehme, um weiterzulesen und das werde ich jetzt  wieder tun, da ich heute abend wahrscheinlich nicht kann.

Bis später.
Liebe Grüße
Heimfinderin

Offline Leah B. Natan

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Re: Die Legenden des Abendsterns - Sarabande, Loure, Air (bis S. 121)
« Antwort #7 am: 19. März 2007, 08:27:35 »
Dann bin ich mal gespannt auf heute abend, wenn ich weiterlese. Meine Antwort wird wohl etwas spät kommen, da ich generell Spätschicht habe (wie klischeehaft...guck in die Sonne und zisch) und nicht vor neun Uhr dazu komme, was zu machen.

@Heimfinderung: "Das waren doch etwas andere Fontaenen als in Ambroses Garten.  Was fuer ein Schauspiel!" auwei, was mag das bedeuten  ;D
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Offline Ascan von Bargen

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Re: Die Legenden des Abendsterns - Sarabande, Loure, Air (bis S. 121)
« Antwort #8 am: 19. März 2007, 11:13:50 »
Hallihallo!

@Leah: Fürchte dich ...

@Heimfinderin: "Geplant" ist meist nicht das richtige Wort, wenn es um die genauen Inhalte der Story geht. Also - natürlich erstelle ich mir vorher immer einen gewissen "Plan", aber nur im Sinne von "Wer ist die Hauptfigur am Anfang? - Was ist das zentrale Thema, das sie bewältigen muss? - Wohin führt das die Hauptfigur am Ende?" Dann entwerfe ich eine gewisse Hintergrundstory, um den Überblick zu haben. Aber die Hälfte von dem "Geplanten" habe ich gar nicht geschrieben, sondern mich lieber streng an meinem "roten Faden" orientiert und dabei auch völlig neue Ideen zugelassen.
Zwischendurch habe ich einen solchen Wust von neuen Ideen entwickelt, die ich hier gar nicht einbauen konnte - und habe nebenher noch die "Annwyn"-Hörspieldrehbücher, Krimi-Kurzgeschichten und ähnliches geschrieben.

Es gibt allerdings ein konkretes Vorbild für diese musikalische Sequenz im Roman, da hast du recht: Es ist ein Oboenkonzert von Bach, das aus vier Sätzen besteht. (Leider fällt mir der Name des Konzerts gerade nicht ein.) Das habe ich sehr gerne und oft gehört, um mich in diese "Barockstimmung" zu bringen. Und ich wollte meine Freude daran gerne irgendwie transportieren. Schön, wenn mir das gelungen ist!

Ja, Christopher ist natürlich ein Heißsporn und auch Jungspund. Er ist drei Jahre älter als Duncan, also 24.

Und dann kommt der "Hof der Wunder", das nächste Musikstück  :o  ;D Diesen Rausch der Sinne hast du ja wieder sehr bildreich beschrieben.  ;)  Das waren doch etwas andere Fontänen als in Ambroses Garten.  ;D  Was für ein Schauspiel! Als der Vorhang fiel musste ich nach dem ersten Schreck erst mal lachen. Überhaupt finde ich auch mal kleine humorvolle/ironische  Stellen, gerade im Zusammenhang mit Christopher und Duncan. Schön.
*Lach!* Wie schön, dass du diese Stelle mit Humor genommen hast! Ich bin dazu durch einen Film inspiriert worden und musste mich ebenfalls kaputt lachen. Da war mir klar: Das musst du irgendwie in die Story einbauen! (Siehst du, wieder so was, das ursprünglich gar nicht geplant war.)

Du schaffst es jedenfalls mittlerweile, dass ich das Buch, sobald ich Zeit finde, in die Hand nehme, um weiterzulesen
Das ist ein weiteres umwerfendes Kompliment, (das höchste für einen Autor!), zu dem ich gar nichts sagen kann. Ich bin begeistert. (Zumal du ja ursprünglich einigermaßen skeptisch warst, wegen "Horror" und so ...!)
Vielen, vielen Dank!

Bis bald wieder!
A
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Offline Leah B. Natan

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Re: Die Legenden des Abendsterns - Sarabande, Loure, Air (bis S. 121)
« Antwort #9 am: 19. März 2007, 20:14:56 »
Wieder ein Stueck weiter.

Duncan wurde in der Apotheke/Arzt fuer alles versorgt (wenn man das so sagen kann, ueber die hygienischen Verhaeltnisse muss man wohl kein Wort verlieren. So nach der Art Kuhscheisse + Spucke drauf und gut ist) und damals ging der Meister mit dem Schueler etwas derber um als heute ("Beweg deinen kleinen Arsch, wenn du weiterhin Wert auf deine Jungfraeulichkeit legst" ha ha).  Zu jener Zeit schlug die gesunde natuerliche Auslese noch in voller Wucht zu  ::) Wer die aerztlichen Behandlungen ueberlebte, war stark genug fuers weitere Leben. Bei den Beschreibungen sehe ich eine staubige alte Apotheke voller wunderlicher Flaeschchen und Behaelter vor mir, einen gar spannenden verlockenden Raum voller faszinierender Ekligkeiten. Ich wuesste ja zu gerne, woraus die Wundersalbe besteht. Oder doch nicht?

Die Musikszene war sommerlich, luftig, schwerelos beschrieben. Nun fiebere ich dem Sommer entgegen, dem saftigen Gruen, den Blumen und den rauschenden Baeumen im lauen Wind. Eine zur Abwechslung mal...hmm...dahinschwebende Passage, die wie eine Ruhe vor Sturm wirkt. Achja, ich habe keine Ahnung, was "kontrapunktierende Sechzehntel" oder diffiziles Fugenthema" heisst. Du willst deine Leser wohl dazu verlocken, mal wieder das Woerterbuch zu zuecken und sich weiterzubilden, hm?

Sehr lustig finde ich die Szene mit Christopher und dem Musiklehrer. Herrlich, wie die beiden sich fetzen, und ich konnte wieder ein paar Schimpfwoerter in mein Buechlein aufnehmen. Pubertaer hin oder her, die Szene macht Christopher fuer mich sympathisch.

So, und nun haben die Morde auch ihren Weg in die Klatschblaetter gefunden. Das "Daily Journal" war wohl ne fruehe BILD, scheint mir. Sie stellte wohl nur Illustratoren an, die besonders blutig zeichnen konnten. Und fortan liebe ich das Wort "extraordinaer"  8) 

Viel zu greifbar wurden wieder die ekelhaften Szenen eines damaligen Molochs beschrieben. Faekalien, Gestank, verkrueppelte Menschen darin.  :( Es muss eine wahre Dunstglocke ueber allem gelegen haben. Und vermutlich wurde es nie langweilig, die Themse zu betrachten. Bei all diesem Treibgut in verschiedenen Formen und Farben, das vorbeistr?mte.

Tja, und nun ein grosses Kompliment Ascan: Du hast im "Hof der Wunder" die Endprodukte der menschlichen Naehrstoffkonsumierung sehr lebendig, leidenschaft und barock verewigt. Holy Shit! *am Boden rumkringel* Ist ja widerlich  ;D

Und sonst: Eine schoene Frau taucht auf, Christopher muss unter ihr leiden, Duncan geht seinem Schicksal nach, wieder geschehen Morde und der namenlose Schrecken taucht im "Hof der Wunder" auf und oeffnet das Tor zu einer unbegreiflichen Welt. Noch halte ich die Faeden der Geschichte ein wenig ratlos in der Hand und habe noch nicht den kompletten Ueberblick, aber das wird gerade. Die letzte Szene zeigte mir jene Welt voller gottloser Fiesheiten und seelenlosem Geschleime. Alptraumhaft, aber ich glaube an so etwas nicht. Weder an Himmel noch an Hoelle, ausgenommen jene, die sich jeder selbst erschafft. Doch das soll der Geschichte keine  Abbruch tun und ich werde nachher neugierig weiterlesen.

Allerdings sorry schonmal vorab, wenn die zukuenftigen Posting knapper gehalten sind. Es ist die Woche vor der Buchmesse und ich bin etwas am rotieren.

Greets, Leah

@Ascan: "Fuerchte dich"...How sweet, Kollege  ;)

« Letzte Änderung: 19. März 2007, 20:17:59 von Leah B. Natan »
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Offline Heimfinderin

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Re: Die Legenden des Abendsterns - Sarabande, Loure, Air (bis S. 121)
« Antwort #10 am: 19. März 2007, 22:40:53 »
Hallo,

danke wieder mal für deine interessante Antwort, Ascan. Wieviele Löcher hast du schon in deinem Bauch?
Finde ich jedenfalls toll, wenn man so viele Ideen hat und die auch noch gut aufschreiben kann. Mir fällt es eher schwer, etwas zu schreiben, in der Schule habe ich schon immer ungern Aufsätze oder ähnliches geschrieben. Aber dafür lese ich dann um so lieber   :)

Ich wuesste ja zu gerne, woraus die Wundersalbe besteht. Oder doch nicht?
Ich glaube ich will es nicht wissen...

Sehr lustig finde ich die Szene mit Christopher und dem Musiklehrer. Herrlich, wie die beiden sich fetzen, und ich konnte wieder ein paar Schimpfwoerter in mein Buechlein aufnehmen. Pubertaer hin oder her, die Szene macht Christopher fuer mich sympathisch.

Er ist auch so erfrischend "normal" in dem ganzen Geschehen bisher.
Liebe Grüße
Heimfinderin

Offline Ascan von Bargen

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Re: Die Legenden des Abendsterns - Sarabande, Loure, Air (bis S. 121)
« Antwort #11 am: 19. März 2007, 23:22:53 »
*strahl*

Na, hier scheint's ja mal gut ab zu gehen!

Tja, und nun ein grosses Kompliment Ascan: Du hast im "Hof der Wunder" die Endprodukte der menschlichen Naehrstoffkonsumierung sehr lebendig, leidenschaft und barock verewigt. Holy Shit! *am Boden rumkringel* Ist ja widerlich  ;D
"Am Boden rumkringel" ... *lach!* ... hervorragend! Spätestens nach diesem Posting werden sich Tausende bisher noch unentschlossener Leser kurzfristig FÜR eine Bestellung des Romans entscheiden! :D

Ach ja, ich habe keine Ahnung, was "kontrapunktierende Sechzehntel" oder diffiziles Fugenthema" heisst.
Macht nichts. Simpel ausgedrückt: Es ist ein ziemlich schnelles, mehrstimmiges und mitunter ziemlich schwer zu spielendes Musikstück (Orgel, Cembalo, Klavier), dabei aber von einer "inneren" beinahe mathematischen Logik. Eine Art musikalisches Uhrwerk, bei dem ein "Rädchen" ins andere greift. Hör dir mal ein paar der schnellen Bach-Fugen an. Dann weißt du bescheid. "Knoten inne Finger und inne Ohr' n."

Die letzte Szene zeigte mir jene Welt voller gottloser Fiesheiten und seelenlosem Geschleime. Alptraumhaft, aber ich glaube an so etwas nicht. Weder an Himmel noch an Hoelle, ausgenommen jene, die sich jeder selbst erschafft.
Es kommt nicht darauf an, an was der Mensch glaubt. Es kommt darauf an, was objektiv wahr ist und was nicht.

Es ist die Woche vor der Buchmesse und ich bin etwas am rotieren.
Ich nicht.

@Ascan: "Fuerchte dich"...How sweet, Kollege  ;)
That's just the way I am ... *sing* ...

danke wieder mal für deine interessante Antwort, Ascan. Wieviele Löcher hast du schon in deinem Bauch?
Löcher? Keine. - Aber kein Thema. Immer wieder gerne. Ihr dürft mich ruhig noch mehr fragen!

Also denn ... dann mal los ...!  ;D
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Offline Nenya

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Re: Die Legenden des Abendsterns - Sarabande, Loure, Air (bis S. 121)
« Antwort #12 am: 20. März 2007, 17:56:03 »
Habe gestern auch den zweiten Teil beendet und wollte auch kurz meine Eindrücke loswerden...

Ich finde es sehr gut das du in Sarabande das Leben der Frauen sehr realitätsnah beschreibst und nicht notalgisch kitschig daherkommst, gefällt mir wirklich sehr gut!
Und mir fällt in diesem Teil deine besondere Fähigkeit zur bildchen Darstellung sehr auf. z.b: lunare Weiblichkeit, grandios!

Ganz schlimm finde ich auch die Hinrichtung des Jungen,  das ist echt echter Horror! Schrecklich...Ein Jahrmarkt Spektakel drumherum und ein kindliches Leben ist einen Dreck wert.
Kurze Zeit später kommt wieder ein mysterioses Buch ins Spiel, ist es das vom Anfang? Anscheinend gabs doch noch ein Exemplar...sehr schade das Swanson kurz darauf sterben muß irgendwie mochte ich den Charakter :( Und anscheinend wurde er von dem Wesen von deinem Cover umgebracht was ich ganz schrecklich finde, die sieht doch so toll aus, ach...

Kurz darauf wird schon wieder ein Junge ermordet, diesaml Jeremy der Gehilfe von Ratcliff.

In Air gibt es ja sehr detailierte Musikbeschreibungen, die waren mir persönlich etwas zuviel, erinnerte mich an Jelineks Klavierspielerin, hahaha, sorry. Wenn man von klassischer Musik mehr Ahnung hätte wie ich dann wäre das sicherlich spannender.

Wie gut das Ambrose dem Sohn erklärt das Duncan nicht der Mörder gewesen sein kann, schlimm für mich als Leser hingehalten zu werden ander Stelle wo er ihm gerade von dem Geheimnis erzählen wollte. Ich bin für sowas zu ungeduldig ;)
Lustig finde ich die folgende Szene mit den Kinder und den pinkelden Frauen, auch hier fallen mir wieder deine einfallsreichen Beschreibungen auf :D
Und dann muß abermals ein kleiner Junger sterben, was fies. Und hier verstehe ich gar nicht warum? Warum hat das Wesen Bird getötet und ihn gezeichnet? Ich hoffe das wird noch aufgeklärt...
Wer mit beiden Beinen fest am Boden steht kommt keinen Schritt weiter.

Offline Ascan von Bargen

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Re: Die Legenden des Abendsterns - Sarabande, Loure, Air (bis S. 121)
« Antwort #13 am: 20. März 2007, 23:16:31 »
Here I go again ...

Ich finde es sehr gut das du in Sarabande das Leben der Frauen sehr realitätsnah beschreibst und nicht notalgisch kitschig daherkommst, gefällt mir wirklich sehr gut!
Und mir fällt in diesem Teil deine besondere Fähigkeit zur bildchen Darstellung sehr auf. z.b: lunare Weiblichkeit, grandios!
Nostalgisch-kitschig ist nun mal nicht so sehr mein Stil. (Aber natürlich liiiieeebe ich trotzdem Sissi an und Romy Schneider für sich!) -- Ich freue mich total darüber, dass dir gerade diese "Stellen" des Romans auch so viel Spaß gemacht haben, wie mir!
Vielen Dank für das große Lob! (Was kann man anderes sagen? Dankeschön! Thank you ever so much! Merci beaucoup! Grazie mille!)

Ganz schlimm finde ich auch die Hinrichtung des Jungen,  das ist echt echter Horror! Schrecklich...Ein Jahrmarkt Spektakel drumherum und ein kindliches Leben ist einen Dreck wert.
Ja, ich musste selbstverständlich auch - auszugsweise - den realen Horror dieser Zeit aufzeigen. Das war unbedingt so ein Punkt. Leben konnte man damals im Grunde nur mit blauem Blut oder schwarzem Herz. Oft geriet man an Leute, die beides in sich vereinten. Aber da gibt es noch andere, wenigstens genauso fiese Sachen aus vergangenen Zeiten. Wenn nicht sogar schlimmere ...

Kurze Zeit später kommt wieder ein mysterioses Buch ins Spiel, ist es das vom Anfang? Anscheinend gabs doch noch ein Exemplar...
Stimmt, darin sind sich auch die Wissenschaftler einig: Es lässt sich nicht völlig ausschließen, dass vielleicht eine geheime Abschrift die Vernichtungswelle unbemerkt überstanden hat ...  ;)

sehr schade das Swanson kurz darauf sterben muß irgendwie mochte ich den Charakter :( Und anscheinend wurde er von dem Wesen von deinem Cover umgebracht was ich ganz schrecklich finde, die sieht doch so toll aus, ach...
Man hätte ihn warnen müssen. Einer schönen Frau ist generell niemals über den Weg zu trauen. Wir wissen alle, wohin das für die Männer führt ...  >:D

In Air gibt es ja sehr detailierte Musikbeschreibungen, die waren mir persönlich etwas zuviel, erinnerte mich an Jelineks Klavierspielerin, hahaha, sorry. Wenn man von klassischer Musik mehr Ahnung hätte wie ich dann wäre das sicherlich spannender.
Zum Glück kenne ich dieses Jelinek-Buch nicht. Klingt nicht so, als ob ich das lesen müsste, oder? ;o)))
Die erwähnte Szene habe ich also völlig entspannt, frei und ganz aus mir selbst heraus geschrieben.

Wie gut das Ambrose dem Sohn erklärt das Duncan nicht der Mörder gewesen sein kann, schlimm für mich als Leser hingehalten zu werden ander Stelle wo er ihm gerade von dem Geheimnis erzählen wollte. Ich bin für sowas zu ungeduldig ;)
Gerade deswegen habe ich gemeiner Kerl diese Stelle ja auch so und nicht anders geschrieben ... hihihi ...

Lustig finde ich die folgende Szene mit den Kinder und den pinkelden Frauen, auch hier fallen mir wieder deine einfallsreichen Beschreibungen auf :D
"Pinkelnde ..." -- WAS?! Das Buch muss ich haben! Wie war noch gleich der Titel?  ;D ;D ;D
Prima, dass du das lustig und von der Wortwahl her einfallsreich fandest!
Ich überlege gerade, "Hof der Wunder II" zu schreiben ... das wäre ein Knüller, oder?

Und wenn ich mich recht erinnere, wird so ziemlich alles aufgeklärt, was noch unklar scheint. Falls nicht, erinnere mich an diese Stelle. Ich kläre dann auf. Aber ich will ja nichts verraten, was vielleicht später noch kommt!

Greetings!
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Offline Curly

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Re: Die Legenden des Abendsterns - Sarabande, Loure, Air (bis S. 121)
« Antwort #14 am: 21. März 2007, 09:16:20 »
Immer mehr Menschen kommen ins Spiel, wobei ich noch nicht so recht weiß, was der Einzelne für eine Rolle spielt und mit den vielen Namen komme immer wieder durcheinander.

Christopher ist mir bis jetzt nicht so richtig sympathisch. Ich weiß selber nicht so recht warum. Irgendwie ist er ein verwöhnter Schnösel, von Beruf Sohn halt.
Bei der Szene mit dem kleinen Timmy mußte ich schon sehr schlucken. Gerade wenn es um Kinder geht, bin ich sehr empfindlich.
Als Swanson auf dieses Wesen traf, war der Gruselfaktor wieder sehr hoch. Ich muß schon sagen, eigentlich bin ich, was Horror betrifft, eher abgestumpft, aber bei diesem Buch läuft mir ein kalter Schauer nach dem anderen über den Rücken. ...Schön  ;D
Vor allem gehen die verschiedenen Stimmungen nahtlos in einander über. Wenn ich da an diese Hinterhofszene denke... Erst mußte ich wirklich grinsen bei der Vorstellung wie diese Damen da ihr Geschäft verrichten. Das hast du wirklich sehr bildlich beschrieben (vor allem geräuschvoll)  :D Im gleichen Atemzug geschieht aber schon der nächste grausame Mord.
Dadurch bleibt die Geschichte aber unglaublich lebendig. Finde ich absolut klasse. Ein Abstumpfen ist dahingehend gar nicht möglich, anders als wenn eine Gewaltszene die andere jagt.

Ich werde hier aber allerdings gejagt... von Seite zu Seite  ;D
Ich will wissen, was das für ein schreckliches Wesen ist. Wie die Väter von Duncan und Christopher es heraufbeschworen haben. Warum diese Morde geschehen.
Und als Christopher's Vater endlich mit der Sprache rausrücken will, wird er unterbrochen...grrrr  >:(...

Gott sei Dank gibt es ein gutes Mittel gegen meine Ungeduld... weiterlesen! In diesem Sinne...  :lesen:

Grüßle Curly