Einen wunderschönen guten Morgen allerseits!
Das Wetter ist mal so richtig übel, heute. Was wiederum gut für mich ist, denn es ist genau das richtige Wetter, um es sich zu Hause mit einem guten Buch gemütlich zu machen. Und wie es der Zufall will, gibt es da dieses Buch, das ich geschrieben habe und ... ähem ... jedenfalls ... *räusper* ...
Falls also die Früheinsteiger unter uns nicht gerade an der Copacabana liegen, was zwar nicht als Entschuldigung, aber immerhin als Erklärung durchgehen würde, wäre das heute sicher der perfekte Tag, um sich aktiv in die Leserunde einzubringen.

However, jetzt erst einmal zu den vielen Fragen und Anmerkungen von Leah und Heimfinderin!
Hm, die hockten dann wohl mit gerafften Kleidern auf den Balkongittern?
Ja, das war ein toller Anblick! (Wir haben uns als damals gerne etwas abseits gehalten, auf der anderen Straßenseite. Und natürlich haben wir uns köstlich amüsiert, an Tagen, an denen uns diese Show geboten wurde.)
Christopher scheint ein ebenso schlimmer wie sympathischer Junge zu sein. Ein irgendwie putziger Frauenheld. Ich mag die Figur. Aber Moment mal, Ascan *grinst* Wie war da zu lesen? Pupurne Spitze?
Damit sollte er mal zum Arzt, was? *lacht*
Nein, nein. Das stimmt schon so. Überleg mal. Christopher hat die ganze Nacht durchgef...eiert.
Was mir auffaellt ist deine eher blumige, weichzeichnerische Art, gewisse erotische Dinge zu beschreiben. [...] Sie steht in interessantem Gegenstatz zu den doch recht krass beschriebenen Gruselstellen und wird von einem maennlichen Autor eher nicht erwartet. Doch es gefaeltt mir. Weitaus mehr als die heute so ueblichen reisserischen und groesstenteils ekelhaften Beschreibungen. Deine Passagen klingen da eher...hmm...liebevoll 
Zunächst einmal: Ich empfinde das als großes Kompliment!
Ich habe es nämlich versucht, mit Hass und Wut zu schreiben. Das funktioniert für mich einfach nicht. Liebe und Aufrichtigkeit muss vorhanden sein, wenn ich was Vernünftiges zuwege bringen will.
Aber ich weiß gar nicht so genau ... Marion Zimmer Bradley oder Anne Rice haben sich ihre ersten schriftstellerischen Brötchen mit Hardcore-Porno-Romanen verdient. Ich bin da also nicht ganz sicher, ob man da wirklich so allgemeingültig sagen kann, dass Frauen grundsätzlich eher "sanft" beschreiben und Männer eher zu derben, reißerisch-ekelhaften Ausdrücken neigen?
Ein wichtiges Stichwort ist aber schon gefallen, der "Gegensatz", der Kontrast. Spannung kann nur entstehen, wenn man weiß, die gegensätzlichen Stimmungen / Sequenzen auszugleichen. Dauernd auf Volldampf kann man nicht fahren. ZU lange die Zügel schleifen zu lassen erzeugt hingegen Langeweile.
Ich versuche die Dinge immer so zu beschreiben, wie es die einzelnen Figuren oder Szenen eben erfordern. An dieser Stelle eine wilde Hardcore-Szene einzubauen, hätte die Stimmung und die Absicht dieser Szene völlig kaputt gemacht.
Well, es gibt zwei Arten, den "Weichzeichner" einzusetzen. Und eine davon ist falsch.

Ein Wort noch zu den "Gerüchen": Achtung! Ich habe ja gar nicht behauptet, dass Christopher da mit geweiteten Nüstern und schnuppernd auf der Brücke steht, während er darüber philosophiert, nach was das da jetzt alles riecht! Ich habe lediglich gesagt, dass alle diese Gerüche in der Luft liegen, über die Themse wehen, während Christopher versucht, sich seinen Weg durch die Menge zu bahnen. Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied. Das ist eine Beschreibung der Atmosphäre, nicht die seines Innenlebens.
Seine Charakterisierung finde ich übrigens sehr treffend. Ein sympathischer Typ und Frauenheld ... gut, das ist jetzt eine Tautologie, ich weiß ...

Christopher hat im Prinzip nur ein Hobby und Interesse auf der Welt. Und diese Welt ist einfach schön. Unbeschwert und eine einzige Party, selbst wenn er sich mal duellieren muss.
Naja, bis zu dem Augenblick, als es ihn unerwartet ... "aus dem Sattel haut" ...

Die aetherische Erscheinung im Wald gefaellt mir, was ist verlockender als die Mischung aus Grausamkeit & Schoenheit? Ebenso grausam wie verfuehrerisch.
Wir werden ihr sicher wiederbegegnen ... vermute ich ...

Und nun wurde auch Duncan eingeführt. Eine sympathische Figur bisher. Sein Mitleid für die arg getriezte Schwester kann ich nur zu gut nachvollziehen. Eine "Dame" hätte ich damals wahrlich nicht sein moegen.

Ich lese gerne historische Romane und mir fällt auf, dass du immer wieder Details erwähnst, die die Vergangenheit, in der die Geschichte spielt, deutlich macht. Da wird ein Seifensieder genannt, eine weiße Perücke, die in den Schlamm fällt oder auch James II und die Sache mit den Katholiken. Man fühlt sich immer wirklich in der alten Zeit. Eigentlich liegt ja das Hauptaugenmerk der Geschichte nicht darauf, aber ich finde es authentischer, wenn man eine Geschichte in einer bestimmten Zeit spielen lässt, und das auch erkennbar ist.
Das ist mir persönlich auch sehr wichtig. Es sind oft Kleinigkeiten, die einfach mit einer bestimmten Epoche assoziiert werden, und die gehören für mich in eine solche Geschichte. Wie gesagt - im Grunde ist es eine Art "Historischer Roman mit phantastischen Elementen". Und ich mag es ja selbst auch lieber, wenn mich ein Autor/eine Autorin nicht mit Fachwissen zumüllt, sondern hier und da kleine Infohäppchen verteilt, die die Sache rund und authentisch werden lassen.
Kleine Anmerkung: Es macht wahnsinnig viel Spaß, den Roman völlig neu, aus ganz neuen Perspektiven, zu erleben!
Vielen Dank für eure Rückmeldungen!
Greetings!
A