Zu Beginn des Buches habe ich einen reinrassigen Liebesroman erwartet, bei dem bereits auf Seite 20 feststeht, die Protagonisten sind füreinander bestimmt. So einfach ist es im Leben aber nicht und auch die Autorin hat sich zu meiner großen Freude an der Realität orientiert und kaum in die Klischee- oder Kitschkiste gegriffen. Im Gegenteil, durch die Verschiedenheit der Hauptpersonen und deren Lebensumstände bauen sich Widerstände auf, die schier unüberwindlich sind. Nicht jede Entscheidung der beiden ist nachvollziehbar. Beide haben Angst, ihre Gefühle anzuerkennen. So stellt sich bald die Frage, ob es für Elaine und Thoralf noch den richtigen Zeitpunkt gibt oder nur der verpasste bleibt. Es ist eine Liebesgeschichte, mit der ich mich doch noch recht gut anfreunden konnte.
In einer leicht und flüssig zu lesenden Sprache schildert Simone Behnke das Leben der Hauptpersonen, deren Charaktere sehr lebensnah gezeichnet sind. „Federspiel“ ist aber mehr als ein einfacher Liebesroman, der Bogen wird weiter gespannt. Es geht in dem Buch auch um den Sinn des Lebens, die Bedeutung der Liebe, die Angst aufeinander zu zugehen und sich zu verlieren. Diese doch sehr tiefgehenden Gedanken finden insbesondere im 2. Teil des Buches ihren Niederschlag. Das war für mich eine angenehme Überraschung.
In die Handlung waren viele Informationen über die Falknerei eingebettet. Dies empfand ich als außerordentlich schön und wer bisher noch keine Beziehung zu diesen wunderbaren Vögeln hatte, bekommt sie sicher durch dieses Buch. Dieser Teil der Handlung machte für mich das Besondere aus.
Mein Fazit: „Federspiel“ ist ein außergewöhnlicher Liebesroman, dessen Protagonisten fest im Leben verwurzelt sind, mit wunderschönen Naturbeschreibungen und unerwartet tiefen Gedankengängen. Es war eine Liebesgeschichte, die mich gut unterhalten hat.